Photokina 2016: das chinesische Unternehmen Xiaoyi Technology Ltd. (Yi) präsentiert die Micro-Four-Thirds-Systemkamera Yi M1. Doch in die Regale des deutschen Fotohandels ist die M1 bis heute nicht gelangt. Angeboten wird sie hierzulande dennoch – inzwischen zu einem wahren Schnäppchenpreis.

Wer heute eine Micro-Four-Thirds-Kamera mit 20,3 Megapixel von einem Markenhersteller haben möchte, muss recht tief in die Tasche greifen: rund 1199 Euro verlangt Panasonic für die Lumix GX8, exakt dasselbe möchte Olympus für die Pen-F haben. Die Straßenpreise mögen etwas niedriger liegen (insbesondere für die Lumix GX8), doch die M1 von Yi ist deutlich günstiger erhältlich. Derzeit wird sie für knapp 360 Euro bei Amazon angeboten – inklusive Objektiv 12-40mm F3.5-5.6.

Im ersten Test auf photoscala machte die M1 durchaus eine gute Figur. Die Kamera ist ordentlich verarbeitet, setzt auf eine innovative Touch-Bedienung und bringt ein paar pfiffige Zusatzfunktionen für Fotografie-Novizen. Federn lassen musste sie eigentlich nur bei Reihenaufnahmen, wo der Nachführ-Autofokus allzu schnell sein Ziel aus den Augen verlor. Der Autofokus soll sich allerdings mit Firmware 2.0 verbessert haben – sie ist seit April erhältlich.

Yi M1 Touchscreen

Die Yi M1 wird weitgehend über ihren Touch-Screen bedient.

Offenbar ist es Yi nicht gelungen, in Deutschland eine eigene Vertriebsstruktur für die M1 zu etablieren. Dem Kunden kann es gleich sein, erhält er doch im Direktvertrieb eine Systemkamera zum Preis einer Kompakten. Und die Micro-Four-Thirds-Objektive von Olympus, Panasonic, Sigma und anderen passen auch an die M1. Da fällt es kaum noch ins Gewicht, dass der Fotohändler um die Ecke einen größeren Service bieten kann, oder? Denn den gibt es leider ja kaum noch.