Der Schweizer Berufsverband «Vereinigung fotografischer GestalterInnen» (vfg) hat zum 17. Mal den vfg-Nachwuchsförderpreis ausgelobt. Sieg und Platz gehen eindeutig an die Damen:
Pressemitteilung:
17. vfg Nachwuchsförderpreis zeigt die talentiertesten Jungfotografen der Schweiz 2013
Lausanne, 9. Oktober 2013 Die Zürcher Künstlerin Dominique Teufen gewinnt mit ihrer Arbeit «Blitzlicht-Skulpturen» den Hauptpreis des 17. vfg Nachwuchsförderpreises für Fotografie und erhält den Sonderpreis «Prix MLL 2013». Die Jury um den Künstler Jules Spinatsch und Ute Noll, Photo Director «Du-Magazin», hat aus über 100 Einsendungen die zehn besten Arbeiten junger Fotografen des Jahres 2013 erkoren.
Der Berufsverband «Vereinigung fotografischer GestalterInnen» (vfg) veranstaltet zum 17. Mal in Folge den vfg Nachwuchsförderpreis für Fotografie mit dem Ziel, talentierten jungen Fotografen in der Schweiz eine nachhaltige Plattform zu bieten und die Diskussion um die Fotografie im Allgemeinen zu beleben.

Die Jury, von links nach rechts:
Roberto Raineri-Seith (Fotograf und Kurator krinein.org, Locarno), Jules Spinatsch (Künstler, Zürich/Wien), Lukas Frei (Geschäftsführer Kreation, Scholz & Friends Schweiz AG, Zürich), Ute Noll (Photo Director «Du-Magazin» und Kuratorin, Stuttgart), Hannah Frieser (Fotografin und Kuratorin, New York)
Die Jury der diesjährigen Ausgabe zeigte sich sehr beeindruckt von der fotografisch wie auch konzeptionell hohen Qualität der insgesamt 109 Eingaben. Besonders hervorgestochen ist dabei die Arbeit «Blitzlicht-Skulpturen» der Zürcher Künstlerin Dominique Teufen, die mit dem Einsatz von artifiziellem Licht die Illusion einer Formenwelt erschafft, und dies mittels Fotografie festhält.
Es handele sich dabei weder um «Selbstzweck noch um banale Spielchen», wie der Tessiner Fotograf und Juror Roberto Raineri-Seith bekräftigt, «sondern um das Resultat einer Experimentierfreudigkeit, die man gerne öfters sehen würde» und um «die Auseinandersetzung mit dem wichtigsten Element der Fotografie: dem Licht.»



Dominique Teufen, aus der Serie «Blitzlicht-Skulpturen»
Dominique Teufen absolvierte ihr Kunststudium an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam (Bachelor of Fine Arts, 2002) und an der AKV/St. Joost Den Bosch (Master of Fine Arts, 2010). 2002-2011 lebte sie in Melbourne (AUS), London (UK) und Amsterdam (NL), wo sie ihre Arbeiten weiterentwickelt und ausgestellt hat. Seit 2011 lebt und arbeitet Dominique Teufen als freischaffende Künstlerin in Zürich.
Dominique Teufen gewinnt damit den mit Fr. 5’000. dotierten Hauptpreis, gestiftet von der Schweizer Bildagentur Keystone. Sie erhält überdies den «Prix MLL 2012»; dieser Sonderpreis ist mit Fr. 3’000. dotiert und wird von der international tätigen Kanzlei Meyerlustenberger Lachenal an eine der zehn Gewinnerarbeiten vergeben.
Der zweite Preis geht an die Lausanner Fotografiestudentin Delphine Schacher mit «Petite robe de fête»: Sie zeigt in ihrer Reportage über das rumänische Siebenbürgen «jenen Teilbereich, der zeitlos und wie gedämpft existiert, fern von hektischer Industrie, Technologie oder jeglichen Zeichen menschlichen Strebens», so die New Yorker Fotografin und Jurorin Hannah Frieser.



Delphine Schacher, aus der Serie «Petite robe de fête»
Delphine Schacher ist von Begnins (VD) und lebt in Lausanne. Sie erhielt ihren Eidgenössischen Fähigkeitsausweis in Fotografie im Jahre 2012 und belegt aktuell die formation supérieure für Fotografie an der CEPV in Vevey.
Mit «Pharma» gewinnt die Fotografiestudentin Marie Rime aus dem fribourgischen Charmey den dritten Preis. Mit ihren stark ästhetisierenden Abbildungen von Medikamentenverpackungen, angelehnt an Minimal Art, geht sie an die «Grenzen des Mediums», wie der Künstler und Juror Jules Spinatsch festhält: «Pharma referiert an das Unsichtbare und Unsagbare; es aktiviert nicht nur die Empathie, sondern auch den Verstand.»



Marie Rime, aus der Serie «Pharma»
Nach Abschluss der Propädeutikums an der ECAL im Jahre 2011 begann Marie Rime, ebenfalls an der ECAL, ein Bachelorstudium in Fotografie und befindet sich derzeit im zweiten Studienjahr.
Weiter in der Auswahl sind Jacques-Aurélien Brun mit «Alchimie moderne», Eduardo Cebollero mit «Kamagasaki», Michael Etzensperger mit «Domestic Sculptures», Benoît Jeannet mit «Elements» und Philip Leutert mit «Plates». Der Berner Kunststudent Nico Müller gelangte mit gleich zwei Arbeiten, «Dead Spaces» und «While you were sleeping», sensationell in die diesjährige Auswahl.

Jacques-Aurélien Brun, aus der Serie «Alchimie moderne»
Eduardo Cebollero, aus der Serie «Kamagasaki»
Michael Etzensperger, aus der Serie «Domestic Sculptures»
Benoît Jeannet, aus der Serie «Elements»
Philip Leutert, aus der Serie «Plates»
Nico Müller, aus der Serie «Dead Spaces»
Nico Müller, aus der Serie «While you were sleeping»
Die Arbeiten werden vom 10. bis 19. Oktober in der Galerie «l’elac» an der Lausanner Kunsthochschule ECAL ausgestellt. Es folgen weitere Ausstellungen in Winterthur (anlässlich des Kunstevents «Jungkunst», vom 24. bis 27. Oktober 2013) und in Basel (in der Galerie «Oslo8», vom 28. November 2013 bis 5. Januar 2014).
Im Verlag Benteli erscheint überdies der vom Zürcher Grafikerbüro Driven gestaltete Katalog (ISBN 978-3-7165-1785-7) mit allen zehn Arbeiten und informativen Statements.
Siehe auch:
Vereinigung fotografischer GestalterInnen
Sonderpreis «Prix MLL»
(thoMas)
Wohl ein Scherz
Die vorgestellten Arbeiten sind nun wirklich sowas von langweilig und altbacken, da gab es schon mal bessere Fotografen in der Schweiz. Der Beste ist allerdings ausgewandert, wahrscheinlich wurde im seine Heimat einfach zu eng (Robert Frank).
Bei solch zukunftsträchtigen
wundert es nicht, dass sich manche bei Bresson oder Adams übergeben müssen … Selbstekel als Überlebensprinzip in einer beliebigen Fotowelt. 😎
…innen
Ja, was denn nun? …innen oder …en? Kann sich der Beitrag mal bitte entscheiden?
Gut Licht!
Na toll
da gefällt mir Ansel-Adams besser. Kann auch an meinem Alter liegen.