Logo Canon„Name ist Schall und Rauch“ – u. a. mit dieser berühmten Antwort weicht Faust in Goethes gleichnamigen Werk der berüchtigten Gretchenfrage eloquent aus. Für Unternehmen ist aber ein prägnanter Firmenname Teil der so genannten „Corporate Identity“; allein ein glücklich oder unglücklich gewählter Firmenname hat schon mal über das Schicksal so mancher Firma entschieden. Wir haben ein bisschen Namensforschung betrieben und stellen ein paar wohlbekannte Marken aus heutigen und früheren Zeiten vor:

Logo Agfa

Agfa: Beim Namen Agfa werden vor allem Dunkelkammer-Veteranen hellhörig. Da werden Erinnerungen an solche Produkte wie Rodinal oder Neutol wach. Der Name Agfa selbst ist ein Akronym für die komplette Bezeichnung „Actien-Gesellschaft für Anilin Fabrication“ jener Firma, die 1867 gegründet wurde.

Logo Bronica

Bronica: Nostalgie kommt auch bei der Erwähnung des Namens Bronica auf. Bei den analogen Mittelformat-Kameras war (Zenza) Bronica nämlich lange Zeit eine feste Größe. Zenza steht jedenfalls für den Namen des Firmengründers Zenzaburo Yoshino, der 1958 sein erstes eigenes Kameramodell auf den Markt brachte; über den Ursprung des Namens Bronica ist man sich nicht ganz einig, aber die geläufigste These besagt, dass sich „Bronica“ auf Kodaks populäre Brownie-Kamera bzw. auf das von dieser Kamera verwendeten Filmformat (117/127er-Rollfilm) bezieht.

Logo Canon

Canon: Der heutige Marktführer firmierte ursprünglich unter dem Namen „Seikikogaku kenkyusho“ — was soviel wie „Labor/Fabrik für optisches Präzisionswerkzeug“ (Gründungsjahr: 1937) bedeutet. Erst ein Jahrzehnt später (1947) nahm man den allseits bekannten Firmennamen Canon an; eine Verenglischung des Namens „Kwan(n)on“, der seinerseits an jene buddhistische Gottheit erinnern soll, die als 1000-armiges und flammen-umgebenes Erleuchtungswesen der Barmherzigkeit Namenspatin für den Prototyp einer der ersten Kleinbildkameras der Firma stand.

Contax: Auch wenn Contax kein Hersteller im eigentlichen Sinne ist, sondern „nur“ eine Marke der Firma Carl Zeiss bzw. Zeiss Ikon, kennen viele Fotofreunde Contax-Kameras einfach nur als „die Contax“. Die erste Contax-Kamera kam 1932 als Antwort auf die Leica heraus; der Name Contax war ein Vorschlag eines Zeiss-Mitarbeiters, der bei der firmeninternen Suche nach einem Logo Contaxpassenden Namen für die Kamera genau diese Bezeichnung vorschlug und als Prämie dafür fünf Reichsmark gewann. Dabei besaß Zeiss schon vorher die Rechte an diesem Namen (der bereits zuvor bei einem Fahrtrichtungsanzeiger für Automobile zur Verwendung kam) — was aber gut passte, weil im Namen „Contax“ auch die Namen der Firma Contessa (Contessa-Nettel war eines der vier Ursprungsunternehmen, aus denen die Zeiss Ikon AG hervorgegangen ist) und der firmeneigenen Kameralinie Tenax vorkamen. An dieser Stelle einen großen Dank an Hans-Jürgen Kuc, der als Autor zahlreicher absolut lesenswerter Contax-Bücher mit diesem Hintergrundwissen dienen konnte.

Logo Durst

Durst: Wer mit dem Namen „Durst“ etwas anfangen kann, hat wohl noch Dunkelkammer-Zeiten miterlebt. Mit dieser Marke verbindet man insbesondere Vergrößerungsgeräte fürs Heim- oder Profilabor; die Firma Durst aus Südtirol/Italien wurde 1929 von den Brüdern Julius und Gilbert Durst (daher auch der Firmenname) gegründet.

Logo Elinchrom

Elinchrom: Aus dem Studiobereich kennt man den Namen Elinchrom, der lange Zeit nur eine Produktreihe von Studioblitzgeräten der Firma Elinca S.A. bezeichnete (aus dem ursprünglich vom Schweizer Gerry Demieville gegründeten Elektrogeräteunternehmen „Electricidad Instrumentacion C.A.“ wurde nach seiner Rückkehr aus Venezuela die Elinca S.A.). Erst später wurde „Elinchrom“ zum Firmennamen. Elinchrom feierte 2012 sein 50-jähriges Bestehen.

Logo Exakta

Exakta: Ähnlich wie bei Elinchrom erging es der Marke Exakta (abgeleitet vom Wort „Exakt“), die zuerst auch nur eine Produktreihe von Kameras der 1912 gegründeten Firma Ihagee (Abk. für „Industrie und Handelsgesellschaft mbh“) bezeichnete.

Logo Fujifilm

Fujifilm: Der Name Fuji Photo Film (kurz: Fujifilm) ist genauso so alt wie die Firma selbst. Bereits bei der Firmengründung 1934 war Fuji (Japans höchstem Berg, dem Fuji gewidmet) integraler Bestandteil des Firmennamens „Fujifuirumu Kabushiki-kaisha“. Angemerkt sei, dass Fujifilm neuerdings auch kosmetische Produkte (vornehmlich sog. Anti-Aging-Gesichtscremes) unter dem Namen Astalift produziert und verkauft.

Logo Gossen

Gossen: Firmengründer Paul Gossen war der Namensvater für die gleichnamige Firma, die Hobby- und Profifotografen durch ihre Handbelichtungsmesser bestens bekannt sein dürfte. Seit 1997 firmiert die Gossen Foto- und Lichtmesstechnik GmbH unter eigener Regie.

Logo Hasselblad

Hasselblad: Der wohl bekannteste Mittelformatkamera-Hersteller bezieht als typisches Familienunternehmen seinen Namen von der Hasselblad-Familie aus Schweden. Gründervater Frederik „Fritz“ Victor Hasselblad gründete 1841 die Import- / Export-Firma F. W. Hasselblad, Sohn Arvid Victor Hasselblad sicherte sich 1888 die Exklusivrechte für den Vertrieb der Kodak-Produkte in Schweden und dessen Enkel Victor Hasselblad (also Frederiks Ur-Enkel) entwickelte im zweiten Weltkrieg eine Luftaufklärungskamera, aus der später die „Zivilversion“ Hasselblad 1600F (sozusagen die „Mutter aller Hasselblad-Mittelformatkameras“) hervorging.

Logo Ilford

Ilford: Anders als viele Firmen aus der Fotobranche basiert dieser Name nicht auf dem Firmengründer (in diesem Fall Alfred Hugh Harman), sondern leitet sich von der Ortschaft ab, wo der Firmensitz des ursprünglich „Britannia Works“ genannten britischen Unternehmens (gegründet: 1879) stand. Die heutige Ilford Imaging UK Ltd. ist insbesondere im Bereich der analogen Fotografie für Filme (u. a. HP5-, FP4-, PanF- und Delta-Serie) sowie für Chemikalien und das Multigrade-Fotopapier bekannt.

Logo Jobo

Jobo: Auch wenn Jobo ein paar interessante digitale Produkte (vornehmlich das so genannte „Digital Wallet“) herausgebracht hat und z. T. noch auf dem Markt aktiv ist, kennt man die Marke vor allem wegen ihrer Filmentwicklungsdosen (dem sog. Jobo-Tank bzw. der Drum) und der Filmentwicklungsmaschinen der ATL-Serie. Der Firmenname setzt sich aus den Initialen des Firmengründers Johannes Bockemühl zusammen. Jobo existiert seit 1923.

Logo Kodak

Kodak: Fast schon legendär ist der Slogan „You press the button — we do the rest“ des Firmengründers George Eastman. Kodak als Name besitzt hingegen keine tiefere Bedeutung und ist ein Phantasiename. Angeblich mochte Eastman den Buchstaben K sehr (Zitat: „Es ist ein starker, einschneidender Buchstabe“) und brütete Kodak zusammen mit seiner Mutter unter der Prämisse aus, dass der Firmenname kurz, einprägsam, in jeder Sprache der Welt einfach auszusprechen und nirgendwo negativ belegt sein sollte. 1888 wurde Kodak aus der Taufe gehoben.

Logo Leica

Leica: Der heutige Firmenname war einst die Bezeichnung für ein spezifisches Kameramodell. Und zwar nicht irgendeine Kamera, sondern die Kleinbildkamera! Oskar Barnack, der den in der Filmbranche verwendeten 35mm-Film sozusagen zum Fotografieren „zweckentfremdete“ und einen dazu passenden Fotoapparat schuf, benannte seine Kamera schlicht Leica — ein Name der sich aus dem Firmennamen „Leitz“ (die Firma, bei der Barnack angestellt war) und „Camera“ zusammen setzte. Die Leica Camera AG existiert als solche seit 1986, wobei die Wurzeln des Unternehmens deutlich weiter in die Geschichte zurückgehen.

Logo Mamiya

Mamiya: Recht banal sind die Hintergründe für die Namensgebung des Mittelformatkamera-Herstellers Mamiya. Hier bezieht die Firma ihren Namen ganz einfach vom Firmengründer Seichi Mamiya; ein Ingenieur, der zusammen mit dem Geschäftsmann Tsunejiro Sugawara im Jahre 1940 das Unternehmen gründete (die Buchstaben S und M im hier abgebildeten früheren Logo stehen demnach für Mamiya und Sugawara – und nicht, wie oft angenommen, für Mamiya/Sekor).

Logo Minolta

Minolta: Obwohl als Kamerakonstrukteur mittlerweile vom Markt verschwunden bzw. vom Sony-Konzern „verschlungen“, galt Minolta lange Zeit als Nummer Drei (hinter Canon und Nikon) auf dem Kameramarkt. In gewisser Weise hat Minolta deutsche Namenswurzeln; wurde das Unternehmen doch als „Japanisch-Deutsches Kamerahaus/-geschäft“ (Japan.: Nichi-Doku Shashinki Shoten) gegründet und 1931 in Molta Kaisha Goshi, oder kurz „Molta KG“ umbenannt — wobei Molta in der deutschen Übersetzung für „Mechanismus, Optik und Linsen von Tashima“ stand. Auf ihren späteren Namen kam die Firma durch eine Plaubel-Makina-Kopie namens Minolta (als Akronym für „Mechanismus, Instrumente, Optik und Linsen von Tashima“); ab 1962 firmierte das renommierte Unternehmen unter diesem Namen.

Logo Nikon

Nikon: Das Weltmarke Nikon geht auf ein Konglomerat von drei japanischen Unternehmen (der Tokyo Keiki Seisaku Sho, der Iwaki Glass Manufacturing und der Fujii Lens Seizo Sho) zurück, die sich 1917 zur „Nippon Kogaku Kogyo Kabushiki Kaisha“ (Jap. für „Japanische Optische Technik AG“) zusammenschlossen. Anfangs prägten die Namen „Nippon Kogaku“ und „Nikko“ die Produkte der Firma (die Objektive der Fa. Nikon heißen heutzutage immer noch „Nikkore“); 1946 tauchte der Name Nikon erstmals auf einer der (Messsucher-)Kameras der Firma auf. Das gefiel der Firma Zeiss nicht so sehr — setzte sich doch der Name Nikon aus „Nippon Kogaku“ und „Ikon“ (Zeiss‘ legendäre Produktreihe) zusammen. Die daraus hervorgehenden rechtlichen Streitigkeiten konnten spätestens 1988 als beendet erklärt werden, als die Nippon Kogako KK in Nikon unfirmierte.

Logo Olympus

Olympus: Wer bei Olympus spontan an den Olymp denkt, ist auf der richtigen Fährte: Was in der griechischen Mythologie der Olymp ist (nämlich der Sitz der Götter), das ist in der japanischen Mythologie bzw. im Shinto der Takama-ga-hara (Jap. für „Ebene des hohen Himmels“) auf der Spitze des Berges Takachiho. In Anlehnung daran wurde das Unternehmen 1919 auf den Firmennamen Takachiho Seisakusho (Jap. für „Takachiho Werke“) getauft. Im Zuge der Internationalisierung änderte man 1949 den Namen dann in Olympus um, da der Olymp für die internationale Kundschaft eher ein Begriff sein dürfte als der Götterberg Takachiho.

Logo Panasonic

Panasonic: Der Unterhaltungselektronikkonzern Panasonic hieß früher einmal National bzw. Matsushita (nach dem Namen seines Gründers Konosuka Matsushita) und nahm erst später den Namen eine seiner Produktlinien als Firmenname an. Der Markenname Panasonic setzt sich aus den Worten „Pana“ (für „übergreifend“) und „Sonic“ (vom lateinischen Wort „Sonus“ d. h. Laut/Schall/Klang/Ton) zusammen und bezeichnete ursprünglich die (Audio-)Produkte, die Matsushita (1918 gegründet) wegen ihrer guten Soundeigenschaften (welt-)übergreifend an den Kunden bringen wollte.

Logo Pentax

Pentax: Ältere Semester kennen vielleicht die Firma noch unter dem Namen Asahi Pentax, der nicht nur die gleichnamige Kamera (als erste Kamera japanischer Herkunft mit fest verbautem Pentaprisma) zierte, sondern auch spätere Produkte des Unternehmens (wie z. B. das beliebte Mittelformatkamera-Modell Pentax 6×7). Dabei war der Markenname Pentax (zusammengesetzt aus „Pentaprisma“ und „Contax“) ursprünglich ein eingetragenes Warenzeichen der Firma Zeiss; als Deutschland aber den zweiten Weltkrieg und in Folge dessen sämtliche seiner Patente verlor, sicherte sich 1957 Asahi Optical (1938 gegründet) die Rechte am Namen Pentax. In gewisser Weise ist Pentax also eine deutsche Erfindung…

Logo Quantum

Quantum Instruments: Sogenannten „Strobisten“ müsste der Name Quantum (Instruments) durchaus ein Begriff sein. Der 1975 gegründete US-Hersteller von Blitzgeräten und Zubehör (u. a. umhängbare Bleiakkus als externe Stromquelle für Aufsteckblitzgeräte) bezieht seinen Namen vom Wort „Quantum“ — was in der Physik die geringste Größe / Menge bezeichnet, die für einen physikalischen Vorgang nötig ist.

Logo Ricoh

Ricoh: Auch bei Ricoh muss man mehrmals um die Ecke denken, um auf den Ursprung des Namens zu kommen. Wenn das japanische Nationalinstitut für Physik- und Chemie-Forschung (Jap. „Rikagaku Kenkyujo“) seinen Namen zu RIKEN verkürzt und — um die Früchte seiner Forschung kommerziell zu vermarkten — das Unternehmen Riken Kankoshi Co. Ltd. gründet, das seinerseits 1938 in Riken (Optical) Company umfirmiert, dann bedarf es nur noch eines Gedankensprungs, um auf den Namen Ricoh zu kommen, den das Unternehmen offiziell seit 1963 trägt…

Logo Samsung

Samsung: Im fernen Osten bzw. auf der koreanischen Halbinsel entstand 1938 die Firma Samsung, aus der der allseits bekannte Elektronikkonzern Samsung Electronics hervor ging. Samsung bedeutet im Koreanischen soviel wie „Drei Sterne“ — wobei das Wort „Drei“ die Bedeutung von „groß, mächtig und zahlreich“ besitzt, während das Wort „Stern/-e“ für „Ewigkeit“ steht. Die drei Sterne prägten auch lange Zeit (bis 1992) das Samsung-Logo; amüsant ist die Anekdote, dass Samsung vom einstigen Kerngeschäft (= Verkauf von Nudeln) heutzutage sehr weit weg ist.

Logo Schneider-Kreuznach

Schneider-Kreuznach: Dass ein gewisser Herr Jos. Schneider einmal (genauer: 1913) in der kleinen Ortschaft Bad Kreuznach ein Werk für optische Produkte eröffnet hat, dürfte jedem Foto-Enthusiasten bekannt sein.

Logo Sony

Sony: Bei Sony (1946 gegründet) fing man seinerseits mit der Produktion von Reiskochern (!) an. Der Name Sony setzt sich angeblich aus den Wörtern „Sonos“ (Lat. für Klang, Laut, Schall, Ton) und „Sonnyboy“ zusammen. Der Sonnyboy war ein ehemals in Japan populärer US-amerikanischer Begriff, der für eine junge, geistig-aufgeschlossene und erfolgreiche Person steht.

Logo Tamron

Tamron: Tamron ist der erste der zwei renommierten Fremdobjektiv-Hersteller, die unter dem Buchstaben T laufen. Das 1950 noch unter dem Namen „Taisei Optical Manufacturing Company“ gegründete Unternehmen griff wie so viele Protagonisten aus dieser Liste hier eine ihrer Handelsmarken erst später (im April 1970) als Firmenbezeichnung auf. Die Firma hieß ab diesem Zeitpunkt „Kabushiki-gaisha Tamuron“ — zu Ehren des Herrn Uhyoue Tamura, der in der Firma in seiner Funktion als Entwicklungsingenieur für optische Formeln maßgeblich an der Erfolgsgeschichte des Unternehmens beteiligt war. Von Tamuron zu Tamron war es dann nur noch ein kleiner (Gedanken-)Schritt; erwähnen kann man noch, dass Tamron in den 1970er / 80er-Jahren durch sein Adaptall-System (mit Adapterringen konnten die entsprechenden Objektive auf Kameras verschiedenster Marken mit herstellerspezifischem Objektivanschluss montiert werden) an Bekanntheit gewann und heutzutage Sony zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil von gut elf Prozent an Tamron beteiligt ist.

Logo Tokina

Tokina: Der zweite Fremdobjektiv-Hersteller, der mit T anfängt, ist selbstverständlich Tokina. Der Name geht aus dem ursprünglichen kompletten Firmennamen „Tokyo Optical Equipment Manufacturing“ bzw. „Kabushiki-gaisha Tokina“ hervor; anzumerken ist hier, dass Tokina schon seit längerem mit Kenko „verbandelt“ ist und auch engere Beziehungen zu Hoya-Pentax bzw. nun Ricoh unterhält (nicht umsonst besteht zwischen Pentax- und Tokina-Objektiven eine nicht abzusprechende Familienähnlichkeit)…

Logo Unomat

Unomat: Ältere Semester kennen eventuell noch die Aufsteck-Blitzgeräte, Kompaktkameras, Stative oder Videoleuchten der Marke Unomat. Der 1965 gegründete Reutlinger Anbieter von Foto- und Videozubehör hat die „digitale Revolution“ bzw. den Übergang ins digitale Zeitalter nicht wirklich überlebt und musste im September 2007 Insolvenz anmelden; ein Jahr später übernahm das Unternehmen plawa Feinwerktechnik die Marke Unomat, um sie dann 2010 weiter an den Namensverwerter Jamaica Trading aus Dubai zu veräußern. Über den Ursprung bzw. die tiefere Bedeutung des Namens Unomat ist leider nichts bekannt.

UniQ/C: Mehr ein Standard als eine eigenständige Marke ist der Name UniQ/C, der für „Universal and Quick-Coupling“ steht. Erst kürzlich wurde auf photoscala über diese herstellerübergreifende Initiative (2012 von den Stativ-Herstellern Berlebach, Cullmann, FLM, Linhof und Novoflex angestoßen) berichtet, die sich zum Ziel gesetzt hat, so genannte Schwalbenschwanz-Schnellwechselsysteme (eine besondere Form von Stativ-Schnellkupplungen) auch herstellerübergreifend untereinander kompatibel zu machen. Der Schrägstrich im Namen „UniQ/C“ symbolisiert übrigens den Schwalbenschwanz.

Logo Voigtländer

Voigtländer: Deutlich weniger weit hergeholt als bei anderen Marken ist der Name der deutschen Traditionsmarke Voigtländer: Sie ist einfach nach dem Familiennamen des Gründers Johann Christoph Voigtländer benannt. Ursprünglich noch in Wien angesiedelt (dort wurde das Unternehmen 1756 gegründet), siedelte Voigtländer später nach Braunschweig um. Dem Traditionsunternehmen hat man unter anderem das erste Zoomobjektiv für Fotokameras im Kleinbildformat, die Heliar- und Skopar-Objektive, sowie die Kameras der Bessa- und Vito-Serie zu verdanken. Voigtländer hat eine bewegte Firmengeschichte mit mehrmaligem Besitzer- / Anteilshaberwechsel (u. a. Zeiss-Ikon, Rollei, Plusfoto und seit 1997 Ringfoto) hinter sich.

Logo Walimex

Walimex: Eine eigene kleine Fangemeinde haben die Walimex-Produkte (vornehmlich Studioblitzgeräte und umetikettierte Samyang-Objektive). Heute eigenständig unter dem Namen Walimex Pro firmierend, war Walimex ursprünglich eine Eigenmarke des Versandhändlers Foto-Walser (Walimex leitet sich auch von Walser ab), der sich jetzt auf den Fachhandel konzentriert.

Logo Wratten

Wratten: Im digitalen Zeitalter ein bisschen an Bedeutung verloren haben die früher allseits bekannten Wratten-Filter. Die hauptsächlich in Form von Filterfolien (meist aus Gelatine oder Kunststoff) erhältlichen Farb- und Farbkorrekturfilter wurden von der Firma Kodak unter der Bezeichnung Wratten-Filter verkauft; die Entwicklung dieser Filter geht aber auf die vor 1912 noch eigenständige Firma Wratten (benannt nach dem Firmengründer Frederick Wratten) und deren geistigen Vater Charles Edward Kenneth Meeth (seines Zeichens Erfinder und Wratten-Mitgesellschafter) zurück. Die Nummerierung der unterschiedlichen Wratten-Filter (z. B. 81A für den Warmtonfilter oder 1A für den Skylight-Filter) hat sich als Quasi-Standard durchgesetzt und findet zum Teil noch heute selbst bei rein digitalen Filtern Verwendung.

Logo X-Rite

X-Rite: Um eine Marke mit dem Anfangsbuchstaben X zu finden, müssen wir den Begriff „Fotobranche“ auf die Anbieter von Farbmanagement-Systemen ausweiten. Dort ist die Firma X-Rite eine feste Größe (Fotografen dürfte X-Rite vor allem durch die Colormunki-Farbkalibrierungssonden bekannt sein). Das 1958 von ehemaligen Lear-Siegler-Ingenieuren (der Name Lear ist Normalsterblichen vor allem vom Privatjet „Learjet“ her ein Begriff) gegründete Unternehmen begann mit dem Verkauf von Beschriftungs-Klebestreifen für Röntgenbilder. Führt man die entsprechenden englischen Begriffe „X-Ray“ (für Röntgenstrahlen) und „rite“ (Slang für „right“ d. h. richtig, korrekt, genau) zusammen, kommt man auf den Ursprüngen des Firmennamens auf die Schliche.

Logo Yashica

Yashica: Yashica ist eine der vielen ehemaligen Größen aus der Fotobranche, die heutzutage nur noch ein Schattendasein als Pseudo-Marke unter den Fittichen irgendeines Namens- / Rechteverwerters fristen (in diesem Fall die Jebsen-Gruppe aus Hong-Kong bzw. deren Tochterunternehmen JNC DATUM Tech). 1949 unter dem Namen Yashima Seiki Company gegründet, firmierte der japanische Kamerakonstrukteur später in Yashica (Kurzform von „Yashima“ und „Camera“) um. Yashica war maßgeblich an der Entwicklung und Konstruktion der renommierten Contax-RTS-Kamerareihe beteiligt (die in Kooperation mit dem Auftraggeber Zeiss und der Designschmiede F. A. Porsche entstand). 1983 wurde Yashica vom Kyocera-Konzern (seinerseits für Kyoto Ceramics Company stehend) aufgekauft; danach ging es mit dem Unternehmen stetig bergab. Kein schönes Schicksal für eine einst so glorreiche Firma!

Zeiss: Die Geschichte dieses Unternehmens ist so erreignisreich, dass man mehrere Bücher damit füllen könnte. In der Kurzfassung kann man festhalten, dass die von Carl Zeiss gegründete Firma zu den ältesten aus der Foto- / Optikbranche überhaupt gehört (Zeiss firmiert schon seit 1846) und eine deutsche Erfolgsstory ist. Der Name Zeiss gilt de facto als Gütesiegel nicht nur für Fotokamera-Objektive (Zeiss-Optiken und Bezeichnungen wie „Tessar“, „Planar“, … sowie „T*-Vergütung“ z. B. sind jedem Fotografen Logo Zeissein Begriff), sondern auch für Filmkamera-Objektive, Kameras selbst (siehe: Contax), Ferngläser, Mikroskope, Zieloptiken für die Jagd und fürs Militär, Optiken für so genannte Stepper (diese Geräte werden in der Mikrochip-Produktion eingesetzt) bis hin zu Brillengläsern. An die Geschichte von Zeiss ist das Schicksal unterschiedlichster Firmen und Marken wie Schott, Hüttig, Wünsch, Krugener, Contessa Nessel, Ernemann, Goerz, Hensoldt, Contax, Zeiss Ikon, Pentacon, Voigtländer, Yashica, Jenoptik uvm. zu dem einen oder anderen Zeitpunkt mehr oder weniger eng gebunden. Zeiss selbst wurde in Folge des zweiten Weltkriegs aufgespalten (in die Ostdeutsche VEB Carl Zeiss Jena am ursprünglichen Gründungsstandort und in die Westdeutsche Zeiss-Opton GmbH bzw. Carl Zeiss AG in Oberkochen) und nach der Wende nahezu integral wieder zusammengeführt; Zeiss ist einer der wenigen weltweit agierenden Konzerne, die immer noch in den Händen einer Stiftung (in diesem Falle der bereits 1891/96 gegründeten Carl-Zeiss-Stiftung) liegen.

(Jürgen B. Beckmesser)
 

Nachtrag (1.4.2014; 11:25 Uhr): Im Abschnitt „Voigtländer“ die Schreibweise „Plusfoto“ (vorher falsch „Plusphoto“) und die heutige Firmenzugehörigkeit korrigiert: seit März 1997 gehört Voigtländer allein der Ringfoto GmbH & Co. Alfo Marketing KG.