Die Kamera befähigt uns nicht nur in die Welt zu sehen, sondern etabliert auch die Bedingungen, wie die Welt auf uns schaut.

— Rosetta Brooks

Am 25.7.

  • 1917: Drei japanische Optikfirmen schließen sich zur Nippon Kogaku K.K. (heute Nikon) zusammen

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Schonungslose Nähe: Nan Goldins Berliner Arbeiten

Foto Nan Goldin: Hafen Bar, Berlin 1991Die amerikanische Fotografin Nan Goldin gilt den einen als bedeutende Protagonistin subjektiver Fotografie, die das eigene Leben in den Fokus nimmt, den anderen als schonungslose Voyeuristin. Jetzt sind in Berlin ihre Berliner Fotos zu sehen, dazu bisher unveröffentlichtes Archivmaterial aus dem Besitz der Künstlerin:

Presseinformation der Berlinische Galerie:

Fotoausstellung vom 20. November 2010 bis 28. März 2011

NAN GOLDIN – BERLIN WORK

Fotografien 1984-2009

Nan Goldins Fotografien sind Bilder ihres Lebens. Sie zeigen in unerschöpflicher Fülle die „Familie“ Goldins – ihre Freunde, Bekannten, Liebhaber. Seit sie mit 14 Jahren ihr Elternhaus verließ, lebte sie mit einer Subkulturszene von Drag Queens, Transvestiten und Homosexuellen zuerst in Boston und ab 1978 in New York. 1991 kam sie durch ein DAAD-Stipendium nach Berlin und blieb hier mit kurzen Unterbrechungen bis 1994. Seither ist sie immer wieder in die Stadt zurückgekehrt.

In der Ausstellung NAN GOLDIN – BERLIN WORK des Landesmuseums für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur werden 80 ausgewählte Fotoarbeiten, die zwischen 1984 und 2009 in Berlin entstanden sind, und dazu bisher unveröffentlichtes Archivmaterial aus dem Besitz der Künstlerin präsentiert. Zwei Bildtableaus, die sogenannten „grids“, leisten als narrative Sequenzen einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Goldins Berlin-Bild, dem Ort ihrer Kreation und Transition.
 

Foto Nan Goldin: Bea with the blue drink, O-Bar, West-Berlin 1984

Nan Goldin: Bea with the blue drink, O-Bar, West-Berlin 1984
© Nan Goldin / Courtesy Matthew Marks Gallery, New York
 
 
Foto Nan Goldin: Amanda in the mirror, Berlin 1992

Nan Goldin: Amanda in the mirror, Berlin 1992
© Nan Goldin / Courtesy Matthew Marks Gallery, New York
 
 
Foto Nan Goldin: Self-Portait in my Blue Bathroom, Berlin 1991

Nan Goldin: Self-Portait in my Blue Bathroom, Berlin 1991
© Nan Goldin / Sammlung Berlinische Galerie

Die Ausstellung zeigt in thematischer und chronologischer Form einen Überblick dessen, was Nan Goldin während ihrer ausgiebigen Aufenthalte realisiert hat. Künstlerporträts, Interieurs, Selbstporträts, Stillleben und Straßenszenen geben Einblicke in das Leben einer Bohème jenseits der Klischées. Ihre Fotografien scheinen mit ihrer Schnappschussästhetik keinen Wert auf den sorgfältig komponierten und ausgeführten Farbabzug zu legen. Sie erhebt Personen zum Bildgegenstand, die eher Außenseiterrollen in der Gesellschaft und ihrer visuellen Kultur belegen.

Der Bezug zur Berlinischen Galerie stellt sich nicht nur über den Berlin-Aufenthalt der Künstlerin her. Durch eine Schenkung gelangte im Jahr 1996 die Arbeit „Self-portrait in my blue bathroom“ (1992) in die Sammlung des Landesmuseums. Die Ausstellung knüpft somit an den Bestand des Hauses an und unterstreicht seinen internationalen Charakter. NAN GOLDIN – BERLIN WORK vereint zum einen bereits andernorts gezeigte und publizierte Fotos, und präsentiert zum anderen auch vollkommen neues Material.

Die Berlinische Galerie gewährt mit NAN GOLDIN – BERLIN WORK einer zeitgenössischen künstlerischen Position breiten Raum und bindet die Ausstellungsaktivitäten des Hauses unter Leitung des neuen Direktors Dr. Thomas Köhler einmal mehr an das aktuelle Kunstgeschehen.
 

Foto Nan Goldin: Siobhan with a cigarette, Berlin 1994

Nan Goldin: Siobhan with a cigarette, Berlin 1994
© Nan Goldin / Courtesy Matthew Marks Gallery, New York

Porträts
Neben der Betonung des autobiografischen Aspekts ihrer Arbeiten haben die Aufnahmen Goldins ebenso dokumentarischen Charakter gegenüber der Undergroundkultur. Während die frühen Arbeiten Goldins lediglich in der Akkumulation zugänglich und zu verstehen sind, so ist in jüngster Zeit eine Konzentration auf das Selbst- und das Einzelporträt zu erkennen. In diesen Porträts versucht sie, sich mit der Kamera dem Inneren der dargestellten Personen anzunähern. Berlin als neuer Erfahrungsort bietet Goldin die Möglichkeit, in die Künstlerszene der Stadt einzutauchen und zu porträtieren. Es entstehen neue, ungewöhnliche Aufnahmen ihrer engsten Freunde aus New York. Während Joey nicht mehr als „Queen“ in schillernden Kostümen auftritt, sondern mit ihrem Freund Andres in intimen Momenten und beim Erleben des Berliner Nachtlebens fotografiert wird, generiert Nan Goldin mit den Porträts von Siobhan eine neue Bildsprache, die mit der weitgehenden Reduktion der Farbigkeit und der formalen Konzentration auf eine Person eine strenge, nachdenkliche Bildform hervorbringt.

 

Foto Nan Goldin: Nan one month after being battered, 1984

Nan Goldin: Nan one month after being battered, 1984
© Nan Goldin / Courtesy Matthew Marks Gallery, New York

Selbstporträts
In ihren frühen Selbstporträts stellt sich Goldin häufig in Beziehung zu anderen Personen dar. Sie präsentiert sich dem Betrachter bei sexuellen Aktivitäten oder setzt sich gar als eine Art „Pin-up“ in Szene. Ferner zeigt sie die körperlich destruktiven Konsequenzen ihrer „gefährlichen Liebschaften“. Der Spiegel wird als metaphorisch aufgeladenes Bildelement immer wieder in die Komposition der Selbstporträts miteingebunden und für Selbstanalyse und Introspektion genutzt. Ihr Selbstporträt im Zug („Self-Portrait on the Train, Germany“, 1992), aber auch das erschütternde Selbstbildnis „Nan after being battered“ zeugen von einer Lebensphase, in der ihr Privatleben einen tiefen Einschnitt erfuhr und die geografische Distanz von den USA einer Suche nach persönlicher Veränderung gleichkam.

 

Foto Nan Goldin: Hafen Bar, Berlin 1991

Nan Goldin: Hafen Bar, Berlin 1991
© Nan Goldin / Courtesy Matthew Marks Gallery, New York

Interieurs
Immer wieder hat sich Goldin mit Innenräumen beschäftigt. Ein in ihren Fotografien stets wiederkehrendes Motiv sind leere Betten und Hotelzimmer. Nicht nur der Verweis auf das Bett als sexuell konnotiertes Möbelstück ist hierbei wichtig, sondern auch vor allem der transitorische Aspekt eines Ortes, den nacheinander viele unterschiedliche Menschen bewohnen, ohne sich zu kennen. Die Städte, die Goldin bereist, finden sich in der Darstellung der bewohnten Hotelzimmer wieder und reichen von großartigen Suiten in teuren Fünf-Sterne-Hotels über heruntergekommene Absteigen bis zu zerwühlten Matratzenlagern in den WGs der achtziger Jahre und fein komponierten Settings in ihrem eigenen Apartment. Manche der Orte, die sie in ihren Interieuraufnahmen festhielt, wie das Bordell Bel Ami im Grunewald oder die Lützow Lampe Bar in Schöneberg, wirken heute wie Zeitkapseln, die vom allgemeinen Transformationsprozess der 1990er Jahre unberührt blieben.

Stillleben
Die Schnappschussästhetik Goldins täuscht über den Sachverhalt hinweg, dass sie, ausgestattet mit einem geschulten kunsthistorischen Blick, auch Bilder komponiert. Kunsthistorische Verweise, angefangen bei Spiegeln, Bildern und Konstellationen im Bild, lassen evident werden, dass ihre Fotos nicht ausschließlich aus dem Affekt heraus entstehen. Manche der Stillleben sind durchaus als „klassisch“ zu bezeichnen und offenbaren Goldins sensiblen Umgang mit ihren Sujets.

 
 
Ausstellung:
Nan Goldin – Berlin Work
Fotografien 1984-2009
20. Nov. 2010 – 28. März 2011
Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124-128
10969 Berlin

Künstlergespräch Sa 20. Nov., 15.00 Uhr: Gespräch mit Nan Goldin

Öffnungszeiten Mi – Mo, 10.00 bis 18.00 Uhr
 

(thoMas)
 

Tolles BlaBla

Bild von schmittikin
Eingetragen von
schmittikin
(Stammgast)
am Samstag, 20. November 2010 - 10:19

Mich fasziniert, was in banale Fotos hinein interpretiert werden kann: "Ein in ihren Fotografien stets wiederkehrendes Motiv sind leere Betten und Hotelzimmer. Nicht nur der Verweis auf das Bett als sexuell konnotiertes Möbelstück ist hierbei wichtig, sondern auch vor allem der transitorische Aspekt eines Ortes". Reinhard Mey sang vor Jahren mal in "Anspruchsvoll": "Im Gegenteil, mein Freund, denn je größer der Stuß, desto höher für den Kritiker der Kunstgenuß" und "wenn sie gar nichts mehr verstehn, hörst du sie Bravo schrein, überglücklich, endlich in und anspruchsvoll zu sein". Oder Tucho: "sag's mit Schmus".
Jetzt weiß ich, warum ich kein Künstler geworden bin, sondern nur ein normaler Knipser...

Jedem, was ihm gefällt

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 20. November 2010 - 12:05

Der Unterschied zwischen einem Knipser und einem Fotografen ist: Letztere können sehen, sich in das zu fotografierende Objekt einfühlen und dieses Gefühl mit ihrem Werk an andere weitergeben. - Solch eine nachvollziehbare Weitergabe von Empfindungen, das eben schafft der Knipser nicht.

sorry

Bild von schmittikin
Eingetragen von
schmittikin
(Stammgast)
am Sonntag, 21. November 2010 - 10:35

aber irgendwie kommt das Gefühl bei mir nicht an...

Vielleicht

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. November 2010 - 13:40
schmittikin schrieb:

aber irgendwie kommt das Gefühl bei mir nicht an...

haben Sie sich irgendwie mit Reinhard-May-Liedern schon zu viele Synapsen zerstört.

die Neurologen

Bild von schmittikin
Eingetragen von
schmittikin
(Stammgast)
am Sonntag, 21. November 2010 - 20:27

sagen da aber Anderes...

Guter Mann!

Eingetragen von
Gast
am Montag, 22. November 2010 - 10:30
schmittikin schrieb:

sagen da aber Anderes...

Wenn es doch mehr von Ihrem Schlag gäbe. Vorsorge kann man gar nicht ernst genug nehmen. Jeder Reinhard-May-Höhrer sollte sich einmal jährlich vom Neurologen seines Vertrauens untersuchen lassen.

Lieber guter Mann, Ihre Witze sind bieder, Ihr Schreibstil frönt dem "irgendwie", es ist schon klar, dass Sie in einer anderen Welt leben, aus der Sicht von Frau Goldin in einer Parallelgesellschaft. Das ist in Ordnung! Wirklich!!

Der Unterschied zwischen Ihnen und Frau Goldin ist aber vermutlich, dass Frau Goldin weiß, daß sie in einer von ganz vielen Parallelgesellschaften lebt, während Sie breitärschig darauf bestehen, in der einzigen wirklichen Welt zu leben und alles, was Ihrem Maß nicht entspricht, auch unbegründet abgekanzelt werden darf.

Frau Goldin

Eingetragen von
Gast
am Montag, 22. November 2010 - 12:31

wird sicher auch noch draufkommen, dass sie vielleicht in einer Parallelgesellschaft lebt, aber dass es da doch noch ein paar Querverbindungen zu jener Welt gibt, deren Luft wir gemeinsam atmen ... die richtigen Synapsen vorausgesetzt. 8-)

Lieber guter Mann

Bild von schmittikin
Eingetragen von
schmittikin
(Stammgast)
am Montag, 22. November 2010 - 14:01

jetzt fühl ich mich aber sowas von mies und abgekanzelt. Au Backe...
Allerdings will ich mich wenigstens nicht unter einem Gastzugang verstecken.
Und um der Vorurteile genüge zu tun, schnell noch ein bisschen Oberlehrer dazu: Reinhard Mey schreibt sich wirklich mit ey und hören tu ich ohne h.
Ätsch. Da hock ich nun auf meinem breiten A und grins mich eins.
zum "A..." noch die Frage: Kennen Sie Tucholsky? Dann lesen Sie mal die Werbesprüche von ihm, vor allem den über Tengelmann. Letzte Zeile...

Man muß nicht wissen,

Eingetragen von
Gast
am Montag, 22. November 2010 - 14:48

wie man Reinhard May schreibt. Das mit dem "hören" ist mir natürlich ein wenig peinlich.

Verstecken tue ich mich genau wie Sie hinter Ihrem Schmittkin. Und es gibt gute Gründe, das zu tun.

Ich denke, ich hätte hier in unserem gelehrten Disput sowohl Rainhard May als auch Kurt Tucholsky auf meiner Seite. Rainhard Mai hat ja Tiraden gegen den Spießbürger aufgestoßen und Tuckolki sehe ich auch eher in der Goldin-Ausstellung als mit Ihren Bildbänden.

Haben Sie denn irgendwas anzuführen, vielleicht auch nur "irgendwie", was gegen Frau Goldin spricht. Außer Ihrer Erleichterung, ein heterosexueller Studienrat zu sein, und nicht ein sexuell nicht festgelegter Junkie?

Und seien Sie doch bitte so freundlich und lösen Sie die Tucholsky-Sache auf.

bitte

Bild von schmittikin
Eingetragen von
schmittikin
(Stammgast)
am Montag, 22. November 2010 - 18:48

keine Beleidigungen. Ich bin kein Studienrat.
Welches Rätsel?

Sie

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 23. November 2010 - 00:44

fühlen sich beleidigt und abgekanzelt. Sollten Sie auch. Schließlich haben Sie angefangen. Die armen Junkies von Nan Goldin haben genau so das Recht, gekonnt abgebildet zu werden wie die Motive Ihrer Bildbände. Sie meinen aber, diese Bilder diskreditieren zu können OHNE DAS BEGRÜNDEN ZU MÜSSEN. Nachdem andere sich hier schon so viel Mühe gegeben haben.

Auf manche "Rechte"

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 23. November 2010 - 08:08
Gast schrieb:

fühlen sich beleidigt und abgekanzelt. Sollten Sie auch. Schließlich haben Sie angefangen. Die armen Junkies von Nan Goldin haben genau so das Recht, gekonnt abgebildet zu werden wie die Motive Ihrer Bildbände. Sie meinen aber, diese Bilder diskreditieren zu können OHNE DAS BEGRÜNDEN ZU MÜSSEN. Nachdem andere sich hier schon so viel Mühe gegeben haben.

könnte man großzügig verzichten - wenn man könnte ...

Gast schrieb: könnte man

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 23. November 2010 - 13:15
Gast schrieb:

könnte man großzügig verzichten - wenn man könnte ...

Ich bin hier wirklich von Studienräten, Oberstudienräten und vielleicht auch Studiendirektoren umgeben. Ich versuche hier, einen intelligenten Disput anzuzetteln, aber die Diskutanten stürzen sich immer auf die Nebensächlichkeiten. Kein Wunder, dass Sie Ihre Schüler langweilen.

Bin ich Studienrat?

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 23. November 2010 - 14:52

Mein Beitrag zum Disput besteht halt darin, das Recht am eigenen Abbild ein wenig kritisch zu hinterfragen. SO nebensächlich find' ich das gar nicht.

Sorry,

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 23. November 2010 - 19:59

war irgendie echt total nicht zu erkennen. War ja eine neue Facette unseres Salongesprächs. Bisher hatte ich den Aspekt "Recht" ja nur in dem Zusammenhang bemüht, dass auch die Ränder der Gesellschaft das "Recht" haben sollten, präsent zu sein. Wenn Sie das Thema wechseln wollen, so sollten Sie diesen Wechsel einleiten bzw. vorbereiten.

Wollten Sie nun hinterfragen, ob es tatsächlich -de lege ferenda- ein Recht am eigenen Bild geben sollte?

Oder wollten Sie kritisch hinterfragen, ob Nan Goldin das Recht am eigenen Bild ihrer Motive -de lege lata- verletzt?

Ich erspare Ihnen und mir an dieser Stelle einen Exkurs über Chancen und Risiken einer schulischen oder akademischen Ausbildung. Aber denken Sie mal drüber nach, Ihr Schreibstil könnte davon profitieren.

Aber sch... doch auf den akademischen Diskurs

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 23. November 2010 - 21:21

Ich frag mich nur, ob ich mich als Künstler(in) gerieren muss, nur weil ich die Chuzpe besitze, das Elend dieser Welt auch möglichst elendig abzubilden !?

Ich habe keine Ahnung,

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 24. November 2010 - 08:59

wie Frau Goldin sich gibt. Sie hält sich ja angenehm zurück.

Nur auf Grundlage einer geschwollenen Aussage über sie sie und ihre Bilder hier gleich zu verprügeln, fand ich etwas übertrieben. Da pupse ich doch lieber den dümmlichen Kritiker an.

Es gibt auch viele Sachen, die mir nicht gefallen. Aber meistens ahne ich, dass das daran liegt, das mir dazu der Zugang fehlt und dann fange ich nicht an, eine Lautsprecheranlage aufzubauen und zu krakelen, dass der Kaiser nackt ist.

Und sollte es mir dennoch dannach sein, jemanden anzuscheißen, der im Pantheon der westlichen Kultur sitzt, dann würde ich wenigstens versuchen, mir was schlaues zu überlegen.

Manchmal mag der Grund,

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 24. November 2010 - 11:40

warum einem viele Sachen nicht gefallen (zumindest in dem Anspruch, dem Kontext, in dem sie dargeboten werden), einfach auch darin zu finden sein, dass diese Sachen tatsächlich meilenweit von dem entfernt sind, was Kunst und künstlerischer Ausdruck in der Essenz sein sollte - womit sie sich weniger mit Selbstzweifeln bezüglich Ihrer Verständnisfähigkeit herumzuschlagen bräuchten, sondern mehr mit dem Unvermögen, simpel gestrickte Dinge einfach beim Namen zu benennen.

Heideggers Stil,

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 24. November 2010 - 13:39

der ähnlich verschwurbelt wie der Ihre ist, wurde von Adorno als "Jargon der Eigentlichkeit" verunglimpft.

Was zur "Essenz der Kunst" gehört, entscheidet die Kunst und die Kunstkritik. Wenn Sie Ihre Vorbehalte nicht artikulieren können, können Sie zur Kunstkritik nichts beitragen. Somit wünsche ich Ihnen, dass Sie Fotos machen, die uns allen die wahre Essenz der Kunst zeigen und uns vor Augen führen, dass Nan Goldin eine Nulpe ist. Auf geht's!

Ich denke

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 24. November 2010 - 13:55

Heidegger ist Ihre Meinung - oder halt die Adornos - so herzlich wurscht, wie echter Kunst die Beliebigkeit oft kommerziell bestimmter Kunstkritik.

Nein,

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 24. November 2010 - 14:40

Sie denken nicht. Sie labern.

Und Sie rudern

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 24. November 2010 - 16:26

oder paddeln?

Ja, ja

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 24. November 2010 - 11:19

das Recht am Abbild des eigenen Elends - das Recht am eigenen Elend selbst - das ist allemal Wert festgehalten und als Kunst verramscht zu werden ... 8-)

in der tat

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 20. November 2010 - 12:20

Ihre Ausstellung im niederländischen Fotografiemuseum in Rotterdam (Diashows mit Musik über mehrere Räume verteilt) erinnerten in der Tat eher an einen schlecht gemachten, nicht enden wollenden Fotoblog. Man scrollt und scrollt aber kein Ende in Sicht. Viele bunte Bilder. Ist das gut? Mich beeindruckte es wenig. … oder ist es Lomo?

Jetzt weiß ich, warum ich

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 20. November 2010 - 15:32

Jetzt weiß ich, warum ich kein Künstler geworden bin, sondern nur ein normaler Knipser...
genau!!! und vielleicht auch ganz gut so...

Knipsbilder

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 20. November 2010 - 16:31

Wenn irgendein unbekannter Knipser diese Bilder gemacht hätte, dann hätte er mit Sicherheit den Rat bekommen, die Bilder doch besser in die Tonne zu werfen. Wenn aber irgendein "wichtiger Mensch" so etwas "komponiert", dann ist es natürlich Kunst. Ich finde die Bilder einfach nur blöd.

Das ist immer so

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. November 2010 - 13:09

Die Umstände, Zufälle und der Zeitgeist formen den Künstler ...

Ihr

Bild von Plaubel
Eingetragen von
Plaubel
(Ehrengast)
am Sonntag, 21. November 2010 - 16:46

Wenn irgendein unbekannter Knipser diese Bilder gemacht hätte, dann hätte er mit Sicherheit den Rat bekommen, die Bilder doch besser in die Tonne zu werfen. Wenn aber irgendein "wichtiger Mensch" so etwas "komponiert", dann ist es natürlich Kunst. Ich finde die Bilder einfach nur blöd.
Ihr gutes Recht. Macht Sie aber nicht schlauer.

Tolles BlaBla

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 20. November 2010 - 18:59

Mich fasziniert, wie hier Logik vorgetäuscht wird. Die Banalität der Fotos wird mit der Beliebigkeit des Kommentars begründet. Jene folgt aber keinesfalls aus dieser.

Ein Knipser

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. November 2010 - 11:49

Wo Du recht hast, hast Du recht - Du wirst sicher auch ein normaler Knipser bleiben.

amüsiert mich

Bild von schmittikin
Eingetragen von
schmittikin
(Stammgast)
am Sonntag, 21. November 2010 - 14:16

die nachfolgende Diskussion auf meinen Beitrag. Hätte ich besser dazu zitieren sollen: "Vorsicht, die Äußerung kann Ironie enthalten"?
Ich schreibe hier sehr selten, will aber ein bisschen was von mir preisgeben: Ich habe schon mehrere Bildbände (von regionalem Interesse) veröffentlicht, die meisten waren rasch vergriffen, hatte schon einige Ausstellungen, arbeite viel mit anderen Künstlern, v.a. Musikern zusammen. Was mir indessen ein Greuel (alte RS) ist, ist das Blabla zu Banalem, um dieses in den Kunststatus zu glorifizieren; auch wenn ich der Moderne sehr aufgeschlossen gegenüber stehe: manchmal sind "des Kaisers neue Kleider" top-aktuell...

Man kann und darf

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. November 2010 - 18:44

über Nan Goldin denken was man will. Aber um im Bild zu bleiben: vielleicht ist nicht die Kaiserin nackt, sondern der Rufer am Wegesrand hat eine Fabel von Hans-Christian-Andersen gelesen und wähnt seither überall Nackerte.

So dreht man sich im Kreis. Mir gefallen die Bilder von Nan Goldin und deshalb halte ich Sie für eine Andersen-Leser. Sie mögen die Bilder nicht und halten Nan Golding für die nackerte Kaiserin.

Ihr Ironie-Disclaimer ist im übrigen beachtlich. Wird ähnliches auch auf Ihre Fotos gestempelt?

Es entstehen neue, ungewöhnliche Aufnahmen

Bild von Plaubel
Eingetragen von
Plaubel
(Ehrengast)
am Sonntag, 21. November 2010 - 00:33

Goldins wichtiger Beitrag zur Fotografie besteht auch darin, daß uns diese Aufnahmen heute selbstverständlich erscheinen.

Ja

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. November 2010 - 13:55
Plaubel schrieb:

Goldins wichtiger Beitrag zur Fotografie besteht auch darin, daß uns diese Aufnahmen heute selbstverständlich erscheinen.

leider ...

Wertvoll

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. November 2010 - 13:11

Die Bilder sind deswegen so Wertvoll, weil sie einen sehr intimen dokumentarischen Einblick in eine gewisse Lebensart geben.
Und zwar nicht - wie sonst üblich - aus der Aussenperspektive, sondern aus der Innenperspektive.
Ähnlich wie Larry Clark, Ryan McGinley, Wolfgang Tilmans und andere.
Dass das die meisten Technik-Nerds hier nicht verstehen verwundert nicht, aber der Erfolg von Nan Goldin scheint ihr Recht zu geben.
Und übrigens ist sie durch diese Bilder berühmt geworden und war es nicht vorher schon (wie hier behauptet wird).

Langweilig

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. November 2010 - 15:59

Ach so einer sind Sie.

Selber langweilig.

Eingetragen von
Gast
am Montag, 22. November 2010 - 15:29
Gast schrieb:

Ach so einer sind Sie.

Schön

Eingetragen von
Gast
am Montag, 22. November 2010 - 15:27

auf den Punkt gebracht.

Ja das finde ich auch

Eingetragen von
Gast
am Montag, 22. November 2010 - 22:34

Ja, ich kann auch nicht so recht verstehen, wo der Reiz dieser steinalten Bilder liegt.
Sowas mach ich doch heute mit links in nem Bildband mit Musikbegleitung (lege aber Wert drauf Knipser zu sein , ja kein so verschnöselter Künstler wie der Goldin, der kriegt auch noch Geld für den Unfug BUähhhh)

Sowas würd ich doch in die Tonne treten.

Eine Bitte, könnt Ihr Kunstsachverständigen nicht beim Guggengeim- Museum oder beim San Francisco Museum of Modern Art anrufen, das die den Uraltquatsch von der Frau Goldin nicht mal endlich auf den Müll werfen ?

Achja und Rotterdam nicht vergessen.

So und jetzt ab zum Fotohandydrucker ap456, 58thUpdate nr 321 , da seit Ihr besser aufgehoben.