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Die Fotografie hat noch viele andere Aufgaben als nur Armut, Hässlichkeit und Sensation festzuhalten.
Am 24.5.
- 1941: * Wolfgang Cullmann (Cullmann Foto Audio Video GmbH)
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Konica Minoltas Kamerageschäft - das Aus zum 31. März
Konica Minolta Japan hat ja bereits Mitte Januar 2006 verkündet, dass sich das Unternehmen zum 31. März 2006 aus dem Geschäft mit Fotoprodukten zurückziehen wird. Was aber passiert mit den betroffenen Mitarbeitern? Und was ist mit dem Service?
Der aktuelle Stand, was die Mitarbeiter in Deutschland angeht - die wie alle völlig unvorbereitet von der Entscheidung überrascht wurden -, ist der blanke Hohn - so jedenfalls titelt Merkur online. Danach sind die Verhandlungen über einen Sozialplan für die 115 Minolta-Mitarbeiter (90 in München, 25 in Bremen) vorerst gescheitert. Dennoch hoffen sie, einen Teil des (nichtsdestotrotz bitteren) Kuchens abzubekommen, wenn die Kamerasparte zum 30. September 2006 endgültig geschlossen wird: Für die weltweit rund 3500 betroffenen Mitarbeiter hat der Konzern rund 645 Millionen Euro für Restrukturierungsmaßnahmen bereitgestellt.
Wie das Unternehmen in einem Wichtigen Service- und Garantie-Hinweis für Besitzer von Kameras, Filmscannern und Zubehör mitteilt, gilt bezüglich des Service folgende Regelung:
Bis zum 30. Juni 2006 wird der Kamera- und Zubehörreparaturservice in gewohnter Weise von Konica Minolta durchgeführt.
Ab dem 01. Juli 2006 wird Sony Deutschland Service und Reparaturen für Konica-Minolta-, Minolta- und Konica-Kameras und deren Zubehör in Deutschland wahrnehmen.
Letztlich bleibt zu vermelden, dass es von Konica Minolta Deutschland keine offizielles Statement zu dem Rückzug gegeben hat und nach unseren Informationen auch nie geben wird. Alles Weitere demnach hier bei photoscala: Konica Minolta gibt Kamerageschäft auf - Sony übernimmt.
(thoMas)
Zum Thema:
- Offener Brief an Konica Minolta
- Konica Minolta gibt Kamerageschäft auf - Sony übernimmt (2x aktualisiert)
- Neuauflage: Minolta-Belichtungsmesser kommen wieder
- Aus für Konica Minolta Systemclub
- Konica Minolta AF 1,4/35mm G (D)
- Neue Firmware für Konica Minolta DiMAGE A1, A2, A200, Z3
- Sonys neue Spiegelreflex-Marke: α (alpha)
- Konica Minolta zieht (wieder mal) um
- Konica Minolta ruft digitale Kameras zurück
- Konica Minolta Holding - Erfolgsmeldung mit Schönheitsfehlern
- Wohin steuert Konica Minolta? (aktualisiert)
- Weihnachtsaktion: Dynax 7D plus 1-GB-Speicherkarte





Andere sind auch nicht besser, ...
...im Gegenteil, z.b. Philips und LG Electronics.
Aus der Welt am Sonntag vom 19.3.06:
Profite aus der Pleite
Das Aachener Werk des Elektronikkonzerns LG Philips Displays ist insolvent, trotzdem bauen die Arbeiter weiter Bildröhren. Und zwar für ihren alten Brötchengeber. Den Lohn bezahlt später das Arbeitsamt.
..Die Tochter des holländischen Elektronikunternehmens Philips und des 37 Milliarden Euro schweren LG- Konzerns aus Südkorea ist zahlungsunfähig. Ein Insolvenzverwalter führt die Firma.
80 der ehemals 380 Beschäftigten arbeiten trotzdem noch. Sie bauen nach wie vor Glasteile für Bildröhren, die dann anderswo zusammengesetzt werden. Was für die Arbeiter eine Katastrophe war, ist für LG Philips damit eine profitable Angelegenheit. Weil das deutsche Insolvenzrecht es zuläßt, spart das Unternehmen die Löhne, bekommt aber weiter Produkte aus Aachen. Die Rechnung begleicht am Ende die Allgemeinheit. ...
...LG ist einer der Hauptsponsoren der Fußball-Weltmeisterschaft. Der Deutsche Fußballbund kassierte angeblich rund fünf Millionen Euro Sponsorengelder von LG.
mehr siehe
http://www.wams.de/data/2006/03/19/862023.html
So ist er halt, der real existierende Kapitalismus.
180.000 für jeden?
645 Millionen Euro für 3500 Mitarbeiter? Das wären über 180.000 Euro pro Nase. Davon könnten wir als 3-Personen-Haushalt fast 10 Jahre lang (bescheiden aber gut) leben.
180.000 für jeden ?
...ist eine Milchmädchenrechnung. Die Abwicklung kostet Geld und je höher in der Geschäftsleitung um so mehr wird sich in die Tasche gesteckt. Der Verhandler ist Anwalt, die Geschäftsführung ist in Lauerstellung und kassiert umso mehr.
Für das täglich grösser werdende Heer ...
von Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern muss es wie glatter Hohn vorkommen, wenn lapidar hingepinselt wird, dass andere nicht besser sein sollen oder dass der real existierende Kapitalismus halt so ist. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Menschen, die solche Abfindungserklärungen absondern am lautesten jammern, sollten sie denn selbst betroffen sein.
Wie naiv muss man eigentlich sein, um obige Milchmädchenrechnung auf zu machen? Wenn eine Familie von Hartz IV leben muss, kann sie keineswegs bescheiden leben, sondern allenfalls bescheiden überleben. Und wenn eine mehr oder weniger kümmerliche Abfindung gezahlt wird, wird die erst mal angerechnet (was ok ist). Nicht ok ist, dass sich die das Desaster-Verursachenden die bereits dick gefüllten Taschen noch einmal satt überfüllen (der Teufel scheisst im übrigen immer auf den grössten Haufen) und sich - dank Seilschaften - nicht beim Arbeitsamt, sondern im nächsten bestens bezahlten Job wiederfinden, während die, die die Arbeit verloren, noch mal kräftig ausgebeutet werden - und mit diesen auch die Volksgemeinschaft.
Hier ist jeder aufgerufen, das seine zu tut, dass der real existierende Kapitalismus eben nicht so bleibt, wie er ist.