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Konica Minolta gibt Kamerageschäft auf - Sony übernimmt (2x aktualisiert)
Wie erst heute morgen bekannt wurde, wird sich Konica Minolta - völlig überraschend - zum 31. März 2006 aus dem Kamerageschäft zurückziehen. Als einer der Gründe wird die Schwierigkeit genannt, rechtzeitig konkurrenzfähige Bildsensoren zu bekommen. Sony wiederum scheint das Ganze mehr oder weniger komplett zu übernehmen
In der englischen Pressemeldung von Konica Minolta würdigt die Firma noch einmal recht ausführlich die technischen Höhepunkte der Vergangenheit (erste Autofokuskamera usw.), um dann auf den Punkt zu kommen: In den heutigen Zeiten der Digitalkameras, wo Bildsensortechnolgien wie CCDs unverzichtbar sind, sei es schwierig geworden, rechtzeitig wettbewerbsfähige Produkte vorzustellen - und das trotz der optischen, mechanischen und elektronischen Technologien, auf die Konica Minolta zugreifen könne.
Weiter teilt Konica Minolta mit, dass zwar eine Übereinkunft zur Zusammenarbeit mit der Sony Corporation getroffen werden konnte (Konica Minolta und Sony entwickeln gemeinsam(e) digitale Spiegelreflexkameras), die die Sensortechnologien bei CCD wie CMOS beherrsche, dass das Unternehmen aber dennoch zu dem Schluss gekommen sei, dass es das Beste sei, Unternehmensteile, die das Kamerageschäft betreffen, an Sony zu übertragen. Im Zuge dessen wurde mit Sony verhandelt und eine Übereinkunft getroffen, nach der Teilbereiche der Vermögenswerte, die das digitale Kamerageschäft betreffen an Sony übertragen werden. In diesem Zusammenhang sei dann der Entschluss gefallen, sich zum 31. März 2006 gänzlich aus dem Kamerageschäft mit Analog- und Digitalkameras zurückzuziehen. Konica Minolta merkt aber in einer Fußnote an, dass dies nicht jene Kameras und Objektive betreffe, die für Sony gefertigt würden.
Sony wiederum teilt ergänzend mit, dass die Firma ab 31. März 2006 bestimmte Vermögenswerte von Konica Minolta erhalten wird, die für die Entwicklung, Gestaltung, Produktion usw. digitaler Spiegelreflexkameras mit Minolta-Bajonett notwendig sind. Demnach will Sony die Entwicklung neuer DSLRs in der Absicht beschleunigen, bereits im Sommer dieses Jahres neue digitale Spiegelreflexkameras mit Minolta-Bajonett vorzustellen.
Auch der Service für die Fotogeräte der Marken Konica, Minolta und Konica Minolta soll von Konica Minolta zu Sony wandern.
Konica Minolta will sich zudem auch schrittweise aus Fotogeschäft zurückziehen und meint damit:
Farbfilme und -papiere, deren Produktion und Verkauf bis zum 31. März 2007 endgültig eingestellt werden sollen.
Minlabs sollen zum 31. März 2006 auslaufen, Firmen wie Noritsu Koki Co., Ltd sollen künftig Wartung und Service übernehmen.
Bis zum 30. September 2007 will sich Konica Minolta dann endgültig aus allen Verkaufsaktivitäten im Fotobereich zurückgezogen haben.
Im Zuge dieser Maßnahmen soll die weltweit 33.000 Mitarbeiter zählende Belegschaft von Konica Minolta um 3.700 reduziert werden.
Konica Minolta will sich künftig ganz im Sinne von Auswahl und Konzentration auf Geschäftskunden konzentrieren und Endkunden außen vor lassen. In den Bereiche Optik, Displays, sowie medizinische Bildbearbeitung und Sensorenbereiche erwartet sich das Unternehmen künftig großes Wachstum.
Bleibt die Frage, was Konica Minolta bewogen hat, sich so urplötzlich aus dem Kamerageschäft zu verabschieden. Ermüdung ob des ewigen Ringens um bessere Sensoren? Mit Sony wäre doch ein Partner vorhanden gewesen, das Dilemma endlich zu beenden. Doch Konica Minolta war wohl nicht nur müde, sondern die Unternehmensleitung hat den grundsätzlichen Entschluss gefasst, sich gänzlich aus dem Endkundengeschäft zurückzuziehen. Da ist es nur logisch, das auch auf den Kamerabereich auszudehnen. Der Meldung ist ja auch zu entnehmen, dass Konica Minolta sehr wohl Kameras und Objektive fertigen darf (und wohl auch wird) - nur das Geschäft an der Ladentheke ist dem Unternehmen wohl zu mühselig bzw. passt nicht in die neue Unternehmensstrategie: Das wird künftig Sony übernehmen.
Das ist das Ende für Kameras mit der Aufschrift Konica Minolta; nicht aber für Kameras, gefertigt von Konica Minolta. Es ist sogar anzunehmen, dass noch eine ganze Zeit lang Sensoren von Sony bei Konica Minolta in Kameras eingebaut werden, die von Konica Minolta nach Sony-Vorgaben gefertigt werden.
Wie dem auch sei. Minolta-Fotografen müssen sich keine Sorgen machen, sondern können ganz im Gegenteil darauf hoffen, dass sie in absehbarer Zeit wirklich interessante digitale Spiegelreflexkameras zu sehen bekommen. Da steht dann zwar wahrscheinlich nicht Dynax 9D drauf, aber die Kamera dürfte all das und mehr erfüllen, was von einer Dynax 9D erwartet werden konnte.
(thoMas)
Nachtrag (19.1.2006; 11:50 Uhr): Auch Konica Minolta Deutschland (und wohl auch Europa) hat erst heute morgen durch das Internet von dieser Entwicklung erfahren. Vorher gab es keinerlei Anzeichen für diesen Schritt; selbst die Führungsriege - inklusive der Japaner hier in Europa - wusste von nichts. Wie es mit Konica Minolta Foto weitergeht, will die regionale Niederlassung jetzt erfragen und bedenken; mit einer offiziellen Äußerung dazu ist kommenden Dienstag zu rechnen.
Nachtrag (20.1.2006): Die Informationen aus Nachtrag #1 stammen aus einem Telefongespräch mit Konica Minolta Deutschland.
Zum Thema:
- Konica Minoltas Kamerageschäft - das Aus zum 31. März
- Sonys neue Spiegelreflex-Marke: α (alpha)
- Neue Firmware für Konica Minolta DiMAGE A1, A2, A200, Z3
- Konica Minolta AF 1,4/35mm G (D)
- Weihnachtsaktion: Dynax 7D plus 1-GB-Speicherkarte
- Konica Minolta ruft digitale Kameras zurück
- Aus für Konica Minolta Systemclub
- Konica Minolta zieht (wieder mal) um
- Wohin steuert Konica Minolta? (aktualisiert)
- Canon feiert die 40 Millionen Wechselobjektive
- Konica Minolta Holding - Erfolgsmeldung mit Schönheitsfehlern
- Neuauflage: Minolta-Belichtungsmesser kommen wieder





Japaner wussten nicht bescheid.
Die Japaner die in Deutschland für Konica-Minolta tätig sind, wussten sehr wohl das die Arbeit bald zu Ende ist. Sie mussten jedoch ein Geheimhaltungsabkommen unterschreiben indem sie versicherten nichts nach außen sickern zu lassen. Außerdem tauchen im letzten Geschäftsbericht 2005 bereits einige markante Punkte auf (außerordentliche Leistungen) die die Abfindungen decken sollen.
Konica Minolta
Ich bin überrascht. Das Zeiss - Kasperletheater provozierte jede Menge und diese Tragödie erst einen Kommentar ? Rumpelstizken hat mal so ähnlich bei einer Leica - Info reagiert. Bleiben wir also beim Thema. Kein Abschiedsapplaus für Minolta, die Leica wenigstens ein paar Jährchen mit Objektiv - und Kameratechnologie das Überleben sicherten. Auch wenn es Leica ein paar Mäuse kostete, das dadurch erlangte Knowhow war für Traditionalisten aus Solms eigentlich unbezahlbar. Farewell Minolta, auch mit Sony - Label wirst du nie wieder das sein, was du mal warst. Nicht lachen, ernst gemeint. Aber nur bei Leutchen so ab fünzig hoffe ich auf Verständnis. Vielleicht bei Scheibel oder Gabler (falls es den noch gibt) .
SRT - 101
ein trauriger Tag
Mich hat es heute ganz schön erschreckt, diese Nachricht. Ich hatte schon so ein komisches Gefühl, als die Kanada-Dependence vor einigen Monaten geschlossen wurde.
Auch ich bin immer noch ein begeisterter Anhänger des alten MD-Systems (Manuel-Focus).
Habe viele schöne Fotos damit gemacht - und manchmal hole ich die Kameras und Objektive aus der Fototasche und belichte ein oder zwei Filme.
Viele schöne und gute Kameras - die gute alte und schwere SR-T-Serie, die XE (in Kooperation mit Leica) sowie eine der besten Kameras für mich immer noch, und zwar die beiden XDs - ein Traum, wer diese Kamera (die XD 7 in schwarz, mattschwarz pulverisiert, nicht so "billig" und abblätternd lackiert wie die Konkurenz) in den Händen hat und auslöst; butterweich und einfach nur geil. Leider fehlte der Nachfolger, mit einer Spotbelichtung à la Leica, einem Meßwertspeicher, einem Motor (anstatt Winder) und ein Verschluss mit kürzeren Belichtungszeiten - danach drohten sich schon die Plastikbomber an - technisch im Rückblick sicher ein guter Schritt - aber im Vergleich mit einer XD 7 im Metallgehäuse ein Trauerspiel! Und auch nicht zu vergessen die XG-Serie (die XG1 habe ich mal für 29,-DM gekauft - die Kamera macht heute noch Top-Aufnahmen), eine schöne XG-M habe ich auch noch; und nicht zu vergessen die nachfolgende X-Serie mit 700, 500 etc. Auch hier gab es keine X 900 - haben eine Menge Leute damals drauf gewartet - mit einer richtigen Blendenautomatik z.B.
Ein Lobgesang noch auf die Objektive - mit optischen wie mechanischen Leckerbissen wie 2,0/35, 2,0/85, 2,8/200, 5,6/250 mm Spielgellinsen, das 24 VFC WW, das toll gebaute 16er Fischeye mit eingebautem 4er Revolver für die Filter, und so weiter natürlich. Wirklich hochwertiger Objektivbau!
Dann kam die AF-Serie, und ich blieb noch lange meiner Manuel-Focus-Serie treu - bis ich dann doch erst Mitte der 90er den Wechsel vollzog - aber nicht zu den Plastikkameras von Minolta; man verzeihe mir, das ging gar nicht.
Seit der Dynax 7 fiel mir die Marke wieder an zu gefallen - jetzt ist sie gefallen!
Ich glaube, ich zünde heute Abend mal eine Kerze an - irgendwie ist mir danach - macht mich schon sehr traurig.
Mal sehen, was da alles kommt - hoffentlich stolpern nicht noch weitere Kameramarken. Der Wandel ist schon längst da, das ist klar, so war es schon immer und es wird immer wieder passieren - aber da bin ich doch ein wenig konservativ und stehe mehr auf eine gewisse Konstanz.
Bleibt zu wünschen, dass Nikon nicht auch noch die Luft ausgeht, andere große Geschäftsbereiche, die das Fotogeschäft eine Zeitlang mitschleifen könnten, haben sie glaube ich nicht. Und den Pentax-Leuten drücke ich auch die Daumen - für diese Marke hätte ich mich beinahe entschieden (und Ricoh mit ihrer KR10); anstatt meiner ersten Minolta damals, vor über zwanzig Jahren (Mann, klingt das alt und lange her)!!!
Und wo ich gerade dran bin, den tollen Contax/Yashica-Kameras und der Olympus OM-Serie möchte ich auch noch mal gedenken. Leica natürlich auch, obwohl die preislich nie in meiner Liga spielten - aber durch die Liason mit Minolta in den 70ern für mich und auch heute mit den aktuellen Kameras - Daumen nach oben, vielleicht klappt es ja.
J aus Düsseldorf
Nikon
Doch, Nikon hat andere lukrative Geschäftsfelder. Ist halt immer die grosse Frage, ob die allmächtigen Banken und Aktionäre eine Quersubvention zur Stützung des Kamerasegmentes erlauben. Meinem Vorkommentator Dank für den schönen, nostalgischen Artikel.
L. S.
@SRT 101
Ich bin noch nicht ganz 50, kann die Trauer aber gut nachvollziehen. Bevor ich (abgesehen von einem kurzen Ausflug zu LEICA) bei meiner Stamm-Marke Canon gelandet bin, waren meine ersten ernstzunehmenden SLRs auch die XE-1 und XD-7. Die Kameras sind zwar leichter ersetzbar, als die teilweise exzellenten Objektive aber das fällt sicherlich nicht weiter auf.
Ich konnte mich eigentlich schon nicht an den neuen Namen "Konika-Minolta" gewöhnen und jetzt soll dann Sony draufstehen? Na ja, so ist das heute wohl. Man wird schon irgendwelche Objektive finden, wo man "Sony" draufschreiben kann. "Samsung" schreibt man jetzt auf "Pentax" und "Schneider-Kreuznach" auf deren Objektive...
...Auf zugekauften Panasonics, die man in "Leica" umlabelte, stand ja eben auch "Leica" und angeblich hatte eine Zeit lang auch jede "Panasonic" ein "LEICA-Objektiv". Heute steht da wieder "LUMIX" drauf und es fällt wohl auch nicht wieiter auf. Vielleicht ist "Leica" jetzt schon ein "Looser-Name"?
Die Marke ist alles und die Wirklichkeit interessiert kaum noch jemanden. Wieso gibt´s eigentlich noch keine Fotohandys mit LEICA-Objektiven? Mit Zeiss gibt´s doch angeblich schon welche...
...Der Konsument schreit anscheinend förmlich danach, verarscht zu werden!
Gruß 1958
Minolta zu Sony
Also ich bin schon sehr gespannt auf die ersten Sony D-SLRs. Zwar besteht bei den allerersten Geräten wohl noch die Gefahr, dass es sich zu weiten Teilen nur um umgelabelte Minoltas handelt, aber wer, wenn nicht Sony, sollte wohl genug Ressourcen haben, um wirklich eigenständige und vor allem innovative neue SLRs zu entwickeln? Nikon etwa? Denen mag es ja, Konzernweit gesehen, finanziell noch ganz gut gehen, aber Entwicklungs- und Innovationstechnisch kriechen die doch immer nur dem Marktführer hinterher.
Sony könnte durchaus in der Lage sein, Bewegung in den SLR Markt zu bringen. Die R1 war da nur ein Warnschuss. Vielleicht wird die erste Sony SLR ja die erste mit echtem Life-View sein. Wer weiss? (Ja, ich weiss, dass die R1 nicht mit SLR vergleichbar ist.)
Jedenfalls zähle ich mich nicht zu denjenigen, die Sony für den Teufel halten und schon jetzt alles verdammen, was vielleicht von denen kommen wird. Ich denke, mit Sony betritt ein Global Player die Spiegelreflex-Bühne, der das Zeug dazu hat, die Dinge wieder in Schwung zu bringen. Und wenn auch nur in sofern, das Canon mit der nächsten oder übernächsten Generation seiner Modelle mal wieder alle anderen in den dunkelsten Schatten stellt und die richtig interessanten Sachen aus dem Sack holt. Im Augenblick braucht Canon doch nur die Wettbewerber am ausgestreckten Arm verhungern zu lassen.
Könnte spannend werden
So traurig die Sache subjektiv auch scheint, als Trost bleibt, dass die Übernahme der KoMiCa-SLR-Division durch Sony wohl mit das Beste ist, was ihr passieren konnte.
Sony will in dem Markt erst noch was werden, muss also powern. Und wenn sie was werden wollen, hängen sich die Japaner rein – siehe Panasonic mit Lumix. Bis schon gespannt auf den Zweikampf Cyber-shot- vs. Lumix-SLR.
Da kommt hoffentlich Leben in die Bude und Canon kriegt etwas Feuer unter’m breiten Hintern, aus dem sie mit ihrer Modellflut Regale und Paletten des Handels zuscheissen.
Während die KoMiCa-Beschäftigten in der Produktion vermutlich weitermachen können, sind Leute aus Organisation und Vertrieb die Dummen. Die durften in D erst von Ahrensburg nach Langenhagen ziehen und von dort nach München. Und wer das brav alles mitgemacht hat, kriegt jetzt die A-Karte. Sony selbst ist mit seinem Umzug nach Berlin auch gerade am Leute loswerden.
Halten wir den Mitarbeitern die Daumen, dass wenigstens der Sozialplan einigermaßen erträglich ausfällt.
aktueller Nachtrag frisch aus Tokyo:
TOKYO, Jan 20 - Sony Corp. (6758.T: Quote, Profile, Research) said on Friday it would aim for 20-25 percent of the digital single lens reflex (SLR) camera market.
The company reiterated its digital camera shipment forecast of 13.5 million units for the current year to March.
J aus Düsseldorf
bringt es auf den Punkt. Mit Minolta verabschiedet sich eine tolle Marke, deren Highlight unter anderem die XD-7 (bis heute) war. Ich besitze acht komplette Minolta-Ausrüstungen, was insbesondere den guten Objektiven und einem guten und schnellen Service zu verdanken war. Die Partnerwahl kann u.U. noch eine gute sein, wenn Sony den Fachbereich Kundenservice umstrukturiert und wesentlich (!) verbessert - ansonsten kann Sony kaufen wer will! Merke: Das erste Produkt verkauft das Marketing, alle weiteren der Service! Ich wünsche uns und mir für die Zukunft schon Sony-Digital-SLR-Kameras mit Minolta-Bajonett, die ohne jeglichen Firlefanz für ein gut belichtetes Endergebnis stehen.
Dennoch befürchte ich, dass es noch mehrere wie Minolta treffen wird. Ganz oben auf dem Treppchen analoger Kameratechnik steht Olympus: Die OM-1, 2, 3 und vier waren und bleiben Highlights, die auch heute und morgen noch den Zuschlag bekämen, wären sie nicht schon gestorben und beerdigt. Dritter im Bunde ist Pentax, die aber bedauerlicherweise nach Erfindung der Asahi Spotmatic (unvergessen das M42-Schraubgewinde und der Lego-Knopf zum Einschalten der Belichtungsmessung) eher dachten, eine Grunderfindung reiche dann erstmals für ein paar Jahrzehnte.
Es ist wie mit dem Tod eines Menschen: Sind die Augen zu, müssen die noch Lebenden damit fertig werden. Der eine trauert mehr, der andere weniger, die Zeit heilt dann irgendwann mal die Wunden (oder auch nicht). Der Blick geht nach vorn, auch wenn man da noch nicht besseres kommen sieht, und der Kartoffel nützt es nichts, wenn sie über den Tellerrand blickt und sieht dort nur Messer und Gabel.
Bis hier die letzte Minolta ihren Geist aufgibt, dauert es hoffentlich noch lange, und ausserdem stehen ggf. Modelle zum Ausschlachten bereit. Jedenfalls bleibt die MARKE MINOLTA in Ehren.
Was keineswegs für die ZEISS-, LEITZ-, ROLL-EIER gilt. M42-Schraubgewinde: Vorwärts, wir müssen zurück! Nikon-Bajonett: Plötzlich liest man in einer Zeiss-Publikation, dass Zeiss-Obere ausgesprochen gerne mit Nikon-Kameras arbeiten (und das seit Jahr und Tag). Da muss man aufpassen, dass der Anbiederungsschleim nicht aus dem Computer läuft. Aber Nikon-Bajonett kommt an Objektiven deutscher Produktion Jahrzehnte zu spät. Dann soll Zeiss bei Cosina in Nord-Japan produzieren, und hier gibt es noch Alt-Traumtänzer, die meinen, man solle so ein rein deutsches Produkt kaufen, weil hier Arbeitsplätze geschaffen werden.
Nächste Woche werden wir sehen, ob der Standort in Unterföhrung von Konica-Minolta geschlossen wird oder noch eine Weile dahinsiechen darf. Die Mitarbeiter/innen dürfen sich wohl warm aziehen, denn vor dem Münchner Arbeitsamt stehen schon die nächsten Vierrerreihen.
(Wen es interessiert: Die ganze Entwicklung war absehbar. Lese oder lass vorlesen: Gabor Steingart: Deutschland, Der Absteig eines Superstars, Piper-Verlag, München + Audiobuch Verlag, Freiburg, ISBN 3-89964-080-2 des AudioBuches). So long, BB
Ende einer langen Tradition
Der Rückzug von Minolta aus dem Kamerageschäft ist letztendlich die logische Schlussfolgerung aus einem sich seit Jahren abzeichnenden Prozess. Es gibt seit langem schon fast keinen qualifizierten und flächendeckenden Fotofachhandel mehr, da alles nur dem Mainstream geopfert wird nach dem Motto "Scheisse muss gut schmecken, denn Millionen von Fliegen können sich nicht irren!". Man bekommt seit Jahren fast keine Festbrennweiten mehr. Fotografieren soll unkompliziert mit Motivklingel, Vollautomatik und Ergebnissen wie vom professionellen Fotografen geschehen. Wenn ein Fotofachhändler noch nicht einmal mehr weiß, was z. B. ein Vorsatzachromat ist, hat er sich selbst disqualifiziert. Ein übriges tragen die selbsternannten Fotofachmagazine mit gesponserten Testberichten und tendenziell gefärbten Ergebnissen zum Sterben renommierter Marken bei.
Mein Fazit lautet: Konsumverwigerung und "back to the roots", d. h. ich bin froh, noch über eine umfangreiche analoge Ausrüstung von Pentax und Ricoh zu verfügen, die mich bisher noch nie im Stich gelassen hat und Reparaturwerkstätten nur vom hörensagen kennt. So werde ich auch die nächsten 30 Jahre damit glücklich sein.
Zu: Ende einer langen Tradition
Das kann ich / man nur unterschreiben. Konsumverzicht ist zumindest solange dringend notwendig, bis die Fotoindustrie das liefert, was der Kunde will, und nicht das, von dem sie meint, dass der Kunde solches will. Auch ich bin für umfangreiches analoges Equipment dankbar, das mir - zusammen mit einem Filmscanner und einer Jabo-Entwicklungsmaschine - die Zeit digitaler Fingerübungen einer kopflosen und beidseitig linkshändigen Fotoindustrie hinweg hilft. Ich lasse mir jedenfalls keine Bananenware ins Haus liefern, die bei mir reifen soll, es aber nicht kann. Die Zielrichtung in Sachen D-SLR weist ohne Zweifel in Richtung back to the roots (wobei es aber auch nicht unbedingt M42-Schraubgewinde und Arbeitsblendenmessung sein muss, schliesslich trägt der moderne Fotograf auch keine Ritterrüstung): Solide Kameragehäuse, Realbildsucher und Monitor auf der Rückseite, Anschluss für externe Blitzgeräte, funktionierende Belichtungsprogramme zur Erreichung exzellenter Bildergebnisse, eine kleine - aber feine - Auswahl exzellenter Objektive, einen schnellen und effektiven Service und die fachgerechte Betreuung der zu gewinnenden und der bereits vorhandenen Kunden sind gruindvoraussetzungen. Wer 'Angst' vor seiner eigenen Klientel hat und wer selbst nicht hinter seinen eigenen Produkten steht sollte sich tatsächlich schnell vom Acker machen oder in die Wüste geschickt werden.
Zu allem muss noch eine Beständigkeit kommen, damit der Nutzer nicht bereits 24 Stunden nach Erwerb einer Kamera die erste neue Firmware programmieren muss und dies dann in Folge möglichst alle zwei Wochen.
Da sind wir doch alle mal gespannt, wer von den drei Einzelkämpfern oder Teams das Rennen macht: Sony? Samsung/Pentax? Panasonic/Olympus?
So long, BB
MINOLTA Service bleibt hoffentlich erhalten
Ich hoffe das wenigstens der gute und schnelle Service von Konica Minolta auch bei Sony erhalten bleibt. Ich besitze und eine Dynax 9 und eine Dynax 7D und lasse die Kameras regelmäßig prüfen und reinigen, da ich beruflich darauf angewiesen bin. Ich war und bin mit dem Service sehr zufrieden. Bei der Justage des Back Focus der 7D konnte ich vor Ort bei Konica Minolta auf mein Gerät warten!Gerade der Service, den ich von keiner anderen Marke in den Maßen bekommen habe, war für mich ein Grund MINOLTA treu zu bleiben. Da ich schon von wochenlangen Wartezeiten und großer Unkulantheit bei Sony gehört habe, bin ich gespannt was Sony aus dem zugekauftem "Schatz" macht und ob die Firma bereit ist für "gehobene" Digital Kameras und deren Kunden.
Übernahme von Minolta durch Sony
Was wird denn noch so alles für zukünftige Neuentwicklungen übernommen? Neben den Objektiven auch die Anschlüsse für die Blitzgeräte mit der ADI Steuerung?