Auf dieser Welt halte ich zwei Beschäftigungen für besonders nutzlos: Laubsägearbeiten und die Fotografie.

— Anton Tschechow

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Wer hat's erfunden? - Martin Schadt!

FotoDer Schweizer Martin Schadt, Erfinder der flachen Flüssigkristall- Anzeige (LCD), wurde für sein Lebenswerk jetzt mit dem Europäischen Erfinderpreis 2013 ausgezeichnet:

Martin Schadt (Schweiz), Erfinder der weltweit ersten flachen Flüssigkristall-Anzeige, die heute besser bekannt ist als „LCD“ (liquid crystal display), wurde jetzt für sein Lebenswerk mit dem Europäischen Erfinderpreis 2013 ausgezeichnet. Schadts Technologie hat den Weg für Niedrigenergie-Geräte wie Tablet-Computer, Mobiltelefone und Flachbildschirme geebnet, die inzwischen von Millionen Menschen auf der ganzen Welt genutzt werden.
 

Foto von Martin Schadt

Martin Schadt mit einem ersten Prototypen des von ihm erfundenen LCDs

 
Schadt fand als Erster heraus, welches Potenzial in Flüssigkristallen vorhanden ist, die ja sowohl die Eigenschaften von Flüssigkeiten als auch jene von Festkörpern haben. Als Physiker bei F. Hoffmann-La Roche meldete er mit seinem Kollegen Wolfgang Helfrich 1970 das erste Patent für Flüssigkristalle an, das dieser Technologie zum wirtschaftlichen Durchbruch verhalf und die Firma zum Weltmarktführer machte: Heute finden sich Flüssigkristall-Anzeigen in nahezu allen Geräten für alle Bereiche des täglichen Lebens.

Hier des Interesses halber die weiteren Preisträger 2013:

• Industrie: Claus Hämmerle und Klaus Brüstle (Österreich) vom Vorarlberger Möbelzulieferer Julius Blum GmbH für ein Dämpfungssystem zum sanften Schließen von Klappen, Türen und Auszügen bei Möbeln (Blumotion).

• Kleine und mittelständische Unternehmen: Pål Nyrén (Schweden) für die Erfindung der Pyrosequenzierung - ein wesentlich schnelleres, einfacheres und kostengünstigeres Verfahren zur Sequenzierung von DNA-Strängen.

• Forschung: Patrick Couvreur, Barbara Stella, Véronique Rosilio und Luigi Cattel (Frankreich, Italien), ein Team an der Universität Paris-Sud, für die von ihnen entwickelten Nanokapseln, die 70-mal kleiner als rote Blutkörperchen und biologisch abbaubar sind und Krebszellen vernichten, ohne gesundes Gewebe zu schädigen.

• Außereuropäische Staaten: Ajay V. Bhatt, Bala Sudarshan Cadambi, Jeff Morriss, Shaun Knoll und Shelagh Callahan (USA) für die Schaffung und Entwicklung der USB-Technologie (Universal Serial Bus).

• Der Gewinner des Publikumspreises ist José Luis López Gómez (Spanien), dessen Erfindung, bei Hochgeschwindigkeitszügen statt einer Standardachse eine „unabhängig geführte" Radkonstruktion zu verwenden, diese Züge zu den bequemsten und sichersten im Eisenbahnverkehr gemacht hat.
 
Der Europäische Erfinderpreis wird seit 2006 jährlich durch das Europäische Patentamt verliehen. Mit ihm sollen Erfinder und Erfinderteams ausgezeichnet werden, die mit bahnbrechenden Arbeiten Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit geben und so zu sozialem Fortschritt, Wirtschaftswachstum und Wohlstand beitragen. Nominierungen können von der Öffentlichkeit sowie von den Patentprüfern des Europäischen Patentamts und der nationalen Patentämter Europas eingereicht werden. Aus den Nominierten werden fünfzehn Finalisten und - in einem späteren Schritt - die Preisträger von einer internationalen Jury ausgewählt, der Experten aus Wirtschaft, Politik, Medien, Wissenschaft und Forschung angehören. Der Preis wird in fünf Kategorien verliehen: Industrie, Forschung, Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), Außereuropäische Staaten und Lebenswerk. In diesem Jahr war erstmals die breite Öffentlichkeit aufgerufen, aus den 15 Finalisten den Gewinner des Publikumspreises zu küren.

Selbstdarstellung des EPA:
Das Europäische Patentamt (EPA) mit Sitz in München und Dienststellen in Berlin, Brüssel, Den Haag und Wien ist mit fast 7.000 Mitarbeitern eine der größten Behörden in Europa. Das EPA wurde mit dem Ziel gegründet, die Zusammenarbeit zwischen den Staaten Europas auf dem Gebiet des Patentwesens zu stärken. Über das zentralisierte Anmeldeverfahren vor dem EPA können Erfinder Patentschutz in den 38 Mitgliedstaaten der Europäischen Patentorganisation erlangen. Darüber hinaus ist das EPA in Sachen Patentinformation und Patentrecherche weltweit führend.
 
 
Für weiteres Material und Videos siehe: European Inventor Award – Press Chanel

(thoMas)
 

Traurig nur

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 29. Mai 2013 - 15:17

dass die Erfinder im eigenen Land wenig gelten ... weswegen wir die LCD-Technik heute fast nur noch aus Asien beziehen.

immerhin gelten sie noch in dieser

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 29. Mai 2013 - 21:42

Oma-Site.

Passt wohl

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Mai 2013 - 09:10

zu einem saturierten Kontinent, der inzwischen am Stock geht ...

Recht so! Laßt ruhig mal

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 30. Mai 2013 - 20:04

Recht so! Laßt ruhig mal die anderen arbeiten!
Die Teile Europas, die aufgrund ihrer gloriosen Industriegeschichte satt sind, sollten ruhig die Leute in Fernost, die noch hungriger sind, schuften lassen und die Werte erschaffen lassen.
Das könnte noch jahrzehntelang gut gehen, falls die Finanzoligarchen dieser Welt Europa nicht zeitnah mithilfe der europäischen Regierungen ausplündern.

Der Rolleiflexer

Das ist

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 31. Mai 2013 - 11:30

höhere Wirtschaftsmathematik. Sowas ist dem gemeinen Poster nicht zumutbar. Schon gar nicht in einem europäischen Umfeld, wo Arbeitslosenraten bis zu 50% inzwischen als "selbstverständlich" angesehen werden.
Mit dem Einzug des Ungeists des Neoliberalismus ist, nebst den Arbeitsplätzen, ganz offensichtlich auch der Hausverstand gründlich ausgelagert worden.