Eine Hunderstelsekunde hier, eine Hunderstelsekunde da - selbst wenn man sie aneinanderreiht, addieren sie sich nur zu ein, zwei, vielleicht drei Sekunden; aus der Ewigkeit erhascht.

— Robert Doisneau

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Unvergessene Vergangenheit: China. Porträt eines Landes

Foto Liu Heung ShingEs ist, im wahrsten Sinne des Wortes, ein gewichtiges Buch, dieser neue, bei Taschen erschienene China-Band. „China. Porträt eines Landes“ heißt er, ist über 400 Seiten dick – und will weit mehr sein als ein Bilderbuch:

 
 
 

Foto Zheng Pingping

China startet sein erstes Raumschiff, die Shenzou No. 6, vom Raumfahrtzentrum Jiuquan in der Wüste Gobi. Foto: Zheng Pingping, 2005

 
Es ist ein Landesporträt, eine visuelle Zeitreise durch ein Riesenland, das sich in den vergangenen Jahren so grundlegend verändert hat. Es ist eine enorme Bildersammlung: Die Größen des politischen Lebens sind hier zu betrachten, genauso wie Arbeiter, Bauern und die Neureichen, die der chinesische Staat seit einigen Jahren hervorbringt – die ganze Geschichte des Landes seit 1949.

Der Band beginnt in der Ära Mao Zedongs, des Führers der Kommunistischen Partei Chinas. Da gibt es etwa jenes Bild, das Maos Leib-Fotografin Hou Bo gemacht hat – Mao nach einem rituellen Bad im Jangtse. Oder am Strand von Beidaihe. Ein netter Herr – und Vorsteher eines Schreckensregimes. „Dass ein Land dieser Größe so geschunden wurde, dass so viele Menschen gelitten haben, macht mich ungeheuer wütend“, so der Politikwissenschaftler und Herausgeber Liu Heung Shing, der selbst als Fotoreporter arbeitet und einige Bilder beigesteuert hat.
 

Foto Liu Heung Shing

Ein junges Paar wartet am 5. Juni 1989 unter einer Brücke, während die Panzer darüberrollen. Foto: Liu Heung Shing, 1989

 
Den Tod Maos, die Studentenunruhen im Jahr 1989, das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens, den Bruder des letzten Kaisers, den Shing in der Verbotenen Stadt porträtiert hat – all das fotografierte Shing, doch die Hauptarbeit an diesem monumentalen Werk war die Sichtung der Archive der anderen Fotografen. 88 sind in diesem Band versammelt, mit Hunderten von Bildern. Da gibt es etwa die erniedrigenden Fotografien von Demütigungen der „Konterrevolutionäre“, die Jiang Shaowu in den Jahren der Kulturrevolution gemacht hat: wichtige visuelle Zeugnisse der Geschichte des Landes, die bisher kaum bekannt sind.
 

Foto Qin Wen

Arbeiter ziehen am Yangtse-Fluss ein Boot flussaufwärts. Sie sind nackt, um die wenigen Kleidungsstücke, die sie besitzen, zu schonen. Foto Qin Wen, 2005

 
Wir sehen die Heerscharen von Zwangsarbeitern, die Hungerleider, all das Elend, all die Schwermut, all den verordneten Heroismus, das ganze hohle Pathos der Propaganda. „Mein Land hat sich bis zur Unkenntlichkeit verändert“, sagt der Herausgeber heute. Man merkt es beim Betrachten der neuen Bilder: Werbeplakate, Bilder aus Discotheken, Bilder eines Booms, der dennoch nicht vergessen lassen sollte: „Unvergessene Vergangenheit ist eine Anleitung für die Zukunft.“ So lautet ein chinesisches Sprichwort, das am Ende des (in diesem Umfang erstaunlich preisgünstigen) Bandes steht.

(Marc Peschke)
 
 

Titelabbildung China. Porträt eines Landes

Buch:

Liu Heung Shing (Hrsg.)
China. Porträt eines Landes (bei amazon.de)
Taschen Verlag, Köln 2008
424 Seiten. Gebunden
ISBN-10: 383650569X
ISBN-13: 978-3836505697
39,99 Euro
 
 
Alle Fotografen und Fotografinnen:

Cai Shangxiong, Chen Changfen, Chen Ling, Ricky Chung, Cui Xinhua, Du Xiuxian, Feng Jianguo, Ge Xin , Gu Shoukang, Guo Gai, Guo Tieliu, Han Lei, He Yanguang, Hong Ke, Hou Bo, Hu Yang, Huang Yimin, Ji Lianbo, Jiang Jian, Jiang Shaowu, Jin Cheng, Kou Shanqin, Jason Lee, Lei Yu, Li Lang, Li Nan, Li Zhensheng, Liu Heung Shing, Liu Zheng, Lu Beifeng, Lu Guang, Lü Nan, Lü Xiangyou, Luo Xiaoyun, Meng Zhaorui, Peng Xiangjie, Qin Wen, Qiu Haiying, Qiu Yan, Ren Wen, Rong Rong & inri, Ru Suichu, Shi Xunfeng, Tang Desheng, Wang Fuchun, Wang Jie, Wang Jinsong, Wang Shilong, Wang Wenlan, Wang Jing, Wei Dezhong, Wei Ruoxun, Wen Jianping, Weng Naiqiang, Wu Jialin, Xiao Quan, Xiao Ye, Xiao Zhuang, Xie Guanghui, Xie Hailong, Xing Danwen, Xu Haifeng, Xu Xiaobing, Yang Shaoming, Yang Shizhong, Yang Yankang, Ying Fukan, Yong He, Yu Deshui, Yu Haibo, Yuan Kezhong, Zeng Nian, Zhang Dali, Zhang Peng, Zhang Xinmin, Zhang Yaxin, Zhao Qunying, Zheng Pingping, Zhou Cao, Zhou Chao, Zhou Yue, Zhu Yan und Zuo Jiazhong
 

Wenn das Buch …

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Sonntag, 27. Juli 2008 - 13:24
Peschke schrieb:

die ganze Geschichte des Landes seit 1949

auf negative Aspekte reduziert, wie es der Rezensent tut, kann man es sich nicht mal schenken.
Was China in den letzten 60 Jahren geleistet hat, dürfte schwerlich mit Zwangsarbeitern zu machen gewesen sein, selbst mit Heerscharen nicht. Ein paar Chinesen scheinen Mao doch tatsächlich freiwillig unterstützt zu haben. Und auch nicht alle Tibeter waren unglücklich, als sie Anfang der 50er Jahre mit Maos Hilfe vom mittelalterlichen Schreckensregime der Gelbmützen-Mönche befreit wurden.

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Mooooommennt mal!

Eingetragen von
DingDongDilli
(Inventar)
am Sonntag, 27. Juli 2008 - 19:43
Rumpelstilzken schrieb:

auf negative Aspekte reduziert, wie es der Rezensent tut, kann man es sich nicht mal schenken. Was China in den letzten 60 Jahren geleistet hat, dürfte schwerlich mit Zwangsarbeitern zu machen gewesen sein, selbst mit Heerscharen nicht. Ein paar Chinesen scheinen Mao doch tatsächlich freiwillig unterstützt zu haben. Und auch nicht alle Tibeter waren unglücklich, als sie Anfang der 50er Jahre mit Maos Hilfe vom mittelalterlichen Schreckensregime der Gelbmützen-Mönche befreit wurden.

Wenn jemand hier in Deutschland auf ähnliche Weise darauf pochen würde, dass man das Nazi- und/oder DDR-Regime nicht alleine auf die negativen Aspekte reduzieren dürfe, gäbe es ein Riesen-Aufschrei der Empörung. Schliesslich gibt es auch "ein paar" Deutsche, die Hitler bzw. die NSDAP und/oder Honecker bzw. die SED doch tatsächlich freiwillig unterstützt haben...

Damit will ich nicht sagen, dass ich irgendwelche Sympathien für das Nazi- oder DDR-Regime habe, aber gerade in Deutschland sollte man IMHO so sensibel sein, solche relativierenden Bemerkungen wie die Ihren gegenüber irgendwelchen Unrechtsregimes besser zu unterlassen!

Ja natürlich

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 27. Juli 2008 - 21:27

sind Chinas Arbeiter nackt tätig. Wegen der Armut.

Wessen Armut? Die des Schreibers oder Kommentatoren.

Noch blöder geht nicht!

Pawlowscher Reflex?!?

Eingetragen von
DingDongDilli
(Inventar)
am Sonntag, 27. Juli 2008 - 22:56
Gast schrieb:

sind Chinas Arbeiter nackt tätig. Wegen der Armut.
Wessen Armut? Die des Schreibers oder Kommentatoren.
Noch blöder geht nicht!

Was ist denn so blöd an meiner Aussage?!? Wenn Ihnen wirklich an einer sachlichen Diskussion gelegen ist, wird es Ihnen wohl nicht schwer fallen, meine – durchaus ernst gemeinte – Frage zu beantworten...

Wo ist Ihre Frage?

Eingetragen von
Gast
am Montag, 28. Juli 2008 - 09:15

Ich sehe in Ihrem Kommentar kein Fragezeichen, nur einen Punkt am Satzende und sogar ein Ausrufezeichen.
Bitte stellen Sie doch Ihre Frage nochmal ganz deutlich.

richtig hübsch,

Eingetragen von
Gast
am Montag, 28. Juli 2008 - 17:27

diese jungen Ärsche. Wow, da steigen die Zahlen für die photoscala. Und jetzt bald auch auf dem Pornoindex.

Na da sheint der Abend für sie wohl

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 29. Juli 2008 - 02:19

gerettet

:-)

Was ist daran so blöd?

Eingetragen von
Gast
am Montag, 28. Juli 2008 - 10:44

siehe meinen vorigen Kommentar: die Unglaubwürdigkeit!
Man kann zu jedem Foto einen wunderschönen Kommentar schreiben um damit die Wirklichkeit zu entstellen. Das brachte schon ein Goebbels vortrefflich.
Dabei ist es einfach lächerlich in der augenblicklichen Zeit, China so dermaßen herunterzuziehen, wo sich alle Welt nur angesichts des Wirtschaftswachstums dieses Landes die Augen reibt. Manchem westlichen land wären 10 Prozent davon schon genug!

Schlafen Sie weiter in Ihrer rosa Wolke!

Zum Thema Unglaubwürdigkeit

Eingetragen von
DingDongDilli
(Inventar)
am Montag, 28. Juli 2008 - 15:25
Gast schrieb:

Dabei ist es einfach lächerlich in der augenblicklichen Zeit, China so dermaßen herunterzuziehen, wo sich alle Welt nur angesichts des Wirtschaftswachstums dieses Landes die Augen reibt. Manchem westlichen land wären 10 Prozent davon schon genug!
Schlafen Sie weiter in Ihrer rosa Wolke!

Niemand will hier "China so dermaßen herunterziehen"! Aber es ist IMO heuchlerisch bzw. höchst inkonsequent, auf der einen Seite einen kollektiven Schrei der Empörung auszustossen, wenn zum Beispiel eine Eva Hermann dem deutschen Erziehungssystem während der Nazi-Zeit auch positive Seiten abgewinnen kann, aber auf der anderen Seite von manchen Personen krampfhaft versucht wird, die menschenfeindlichen Aspekte des kommunistischen Regimes in China schönzureden bzw. zu relativieren.

Es ist nun mal eine Tatsache, dass in China nicht gerade das demokratischste Regime herrscht und Menschenrechtsverletzungen an der Tagesordnung stehen. Das kann man nicht einfach so ausblenden bzw. so tun, als ob das nur "Nebensächlichkeiten" wären. Das Wirtschaftswachstum in China ist auch kritisch zu betrachten – geht es nämlich auch z.T. auf Kosten der Menschenrechte (und ganz "nebenbei" auch der Umwelt). Mag sein, dass China auf dem Weg der Besserung ist, aber so lange das kommunistische Regime dort noch herrscht, Menschenrechte verletzt und zum Beispiel Taiwan weiterhin als abtrünnige Provinz ansieht, sollten IMO noch viel mehr solcher Bilder gezeigt werden, damit auch jedem klar wird, dass das (wirtschaftliche) Wunderkind China nicht in jeder Hinsicht "der nette Junge von nebenan" ist...

Klasse Replik

Eingetragen von
Gast
am Montag, 28. Juli 2008 - 09:19

Sehe ich genau so.
Tom Hopfgarten

Mein Eindruck

Bild von Max Rheub
Eingetragen von
Max Rheub
(Inventar)
am Montag, 28. Juli 2008 - 09:35

Wenn das Buch tatäschlich in jedem Foto staatliche Repressionsmittel zeigt, dann denke ich in der Tat ähnlich wie Rumpelstilzken, daß dann das Buch seinem Anspruch nicht gerecht wird.
Es gibt die Panzer und die Uniformen im Straßenbild - das gab es auch in Europa und so lange ist das gar nicht her. Aber wenn man sich zB Tschechien (kenne ich nunmal besser als die DDR oder Rumänien; die Nazizeit habe ich nicht erlebt) anschaut: Dann gab es gerade dort eine ganze Menge Leben neben dem Regime - nicht UNTER, sondern NEBEN bzw. TROTZ. Da gab es nicht nur das private Leben, da gab es auch Literatur und Kunst, die nicht vom Regime geleitet wurden! Und da gibt es auch Fotobände, die diese Seite des Landes zeigten (auch schon vor 1989).
Und genauso wird es wohl auch in China sein - wenn dieser Apekt im Buch tatsächlich nicht angesprochen werden sollte, dann zeigt das Buch eben nur einen kleinen Teilaspekt des großen China.

Einen Teilaspekt, den man nicht übersehen darf - und der in ein "Porträt eines Landes" hineingehört!

Aber wenn man, wie der Herausgeber das ja sagt, ein "Porträt eines Landes" darstellen will, dann darf man eben nicht so stark auf diesen Teilaspekt reduzieren - insbesondere wenn das Buch dann auch noch "Unvergessene Vergangenheit" heißt.

Es muß kein schlechtes Fotobuch sein - ein anderer Titel, ein anderer Anspruch, ein neues Vorwort - und dann mags wieder passen.

(Alle Anmerkungen unter dem Eindruck der hier gezeigten Bilder - ich kenne das Buch nicht und weiß nicht, ob es tatsächlich derart reduziert. Der Verdacht liegt aber nahe, wenn man das Zitat des Herausgebers liest.).

Bildunterschirft

Eingetragen von
Gast
am Montag, 28. Juli 2008 - 10:39

"Arbeiter ziehen am Yangtse-Fluss ein Boot flussaufwärts. Sie sind nackt, um die wenigen Kleidungsstücke, die sie besitzen, zu schonen."

das ist die Bildunterschrift, alá Blöd.
Das sind relativ junge Männer, diese angeblichen Arbeiter, und wahrscheinlich einfach junge Kerle, die ihr Boot wieder hochziehen, nachdem sie eine Spaßfahrt gemacht haben. Ohne Lederschutz am Rücken, den sich jeder, der eine solche Tätigkeit häufiger macht, schon längst umgelegt hätte. Sie wären mit Sicherheit auch muskulöser, weniger feminin, würden sie dieser Tätigkeit häufiger nachgehen.
Nein, der Kommentar ist einfach Blöd-Niveau! Sich selbstentlarvend!

Bestreiten für Dummies

Eingetragen von
DingDongDilli
(Inventar)
am Montag, 28. Juli 2008 - 15:32
Gast schrieb:

das ist die Bildunterschrift, alá Blöd.

Da haben Sie sich die Sache aber sehr einfach gemacht. Stellen die Glaubwürdigkeit der Aussage in der Bildunterschrift in Frage, widerlegen sie aber nicht mit irgendwelchen Fakten bzw. stichhaltigen Gegenargumenten, sondern einfach nur mit wilden Hypothesen ("Das sind wahrscheinlich einfach junge Kerle...")!

KingKongKillie

Eingetragen von
Gast
am Montag, 28. Juli 2008 - 17:18

Nicht ich habe mir die Sache einfach gemacht, sondern diejenigen, die die Bildunterschrift gesetzt haben! Behauptungen aufstellen kann jeder, und Fotos lügen bekanntlich (nicht)! Sie wissen doch selbst, was unter ein Foto alles gesetzt werden kann. Das ist doch schon nen alter Hut, und seit Bestehen der Fotografie geübt. Gehen Sie doch mit solchem Killefick zum Teufel.

Oder meinetwegen titeln Sie doch:
photoscala mit Nacktmenschen auf Safari in China.
10 Jungen Männer sitzen mit photoscala in einem Boot. Leider fuhr es auf ein altes koreaniches Uboot auf, und mußte von den jungen Männern wieder freigezogen werden.
Da sie keine Seile dabei hatten, drehten sie sich diese flugs aus ihren Kleidern.
Und mit dieser praktischen Herangehensweise retteten sie ihr Leben...
Angekommen in Peking wurden sie vom Volkskongreß als die glorreichen Fkk-ler hochdekoriert. Ohne Bekleidung versteht sich, die haben sie bislang noch nicht wieder ersetzt bekommen. Aber nach der großen Dürre im nächsten Februar wird der chinesische Volkskongreß in Amerika um Unterstützung bitten, um diese mutigen jungen Männern nicht im Regen stehen zu lassen.

Schon ein Göbbels wußte: diffamieren, diffamieren, irgendwas wird schon hängenbleiben. Und weil das Schnittmuster eben so bekannt ist, glauben solchen Lügendreschern nicht mal die eigenen Kinder.

*gähn*

Eingetragen von
DingDongDilli
(Inventar)
am Montag, 28. Juli 2008 - 22:38
Gast schrieb:

Nicht ich habe mir die Sache einfach gemacht

Doch. Genau das haben Sie gemacht. Hierzulande und in den meisten kultivierten Ländern gilt das ungeschriebene Prinzip, dass eine Aussage so lange als wahr gilt, bis das Gegenteil bewiesen wurde. Diesen Beweis sind Sie schuldig geblieben!

Zitat:

Behauptungen aufstellen kann jeder

Argumentieren ganz offenbar nicht jeder...

Zitat:

Gehen Sie doch mit solchem Killefick zum Teufel.

Das würde Ihnen so passen...

Hierzulande

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 29. Juli 2008 - 00:49

"und in den meisten kultivierten Ländern gilt das ungeschriebene Prinzip, dass eine Aussage so lange als wahr gilt, bis das Gegenteil bewiesen wurde."

Na, das ist ja ne dolle Theorie! Wie kommt denn SchingSchongChillie auf diese These? Dann behaupte ich jetzt mal, DingDongDillie ist ein Taliban.

Gast schrieb: Na, das ist

Eingetragen von
DingDongDilli
(Inventar)
am Dienstag, 29. Juli 2008 - 13:53
Gast schrieb:

Na, das ist ja ne dolle Theorie! Wie kommt denn SchingSchongChillie auf diese These? Dann behaupte ich jetzt mal, DingDongDillie ist ein Taliban.

Sorry, aber auf solch eine billige Provokation werde ich hier jetzt nicht eingehen. Aber wenn Sie an einem sachlichen Verlauf der Diskussion interessiert sind, können Sie uns ja allen hier verraten, warum die Bildunterschrift des Bildes mit den jungen Männern Ihrer Meinung nach falsch ist. Oder um noch konkreter zu werden: Warum ist das Ihrer Meinung nach sooooo undenkbar, dass junge Chinesen sich ausziehen, um beim Transportieren ihres Bootes ihre Kleider nicht zu beschädigen? Warum sollte der Autor die Bildunterschrift erfunden bzw. die Wahrheit verfälscht haben? Welche Wahrheit steckt denn hinter diesem Bild? Alles Fragen, die man eigentlich beantworten sollen könnte, wenn man die Glaubwürdigkeit der Bildunterschrift schon in Frage stellt...

Es scheint was dran zu sein -

Bild von Max Rheub
Eingetragen von
Max Rheub
(Inventar)
am Dienstag, 29. Juli 2008 - 14:49

an den nackten Bootsziehern: Hatte in Erinnerung sowas auch schon gelesen zu haben. Hier: http://www.sandraundfrieder.de/Unterwegs_in_China/Yangtze/yangtze.html kann man folgendes lesen:

"Eine Exkursion ging in ein Seitental zu den “Drei kleinen Schluchten”. Dorthin wurden wir tatsächlich in 15-Personen Holztreidelkähnen von vier Männern am Ufer an Bambusseilen gegen die Strömung gezogen. Die Männer am Ufer waren bis auf ein Regencape fast nackt, und zitterten sich keuchend in Bastsandalen durch den vom Regen glatten und aufgeweichten Lehmboden. Hing ein Boot, mussten ein oder zwei Crewmitglieder ins Wasser. Direkt neben uns am Ufer liefen immer die “Zieher” des nächsten Bootes - man fühlte sich unwillkürlich an Bilder vom Pyramidenbau erinnert, sehr eigentümlich. Letztlich war es uns persönlich dann gar nicht so unrecht, dass diese Tour wegen drohender Regenfluten abgebrochen werden musste. ABER, bevor man jetzt zu schnell in die Unmenschlichkeitsschiene einhakt: Diese Transportmethode hat am Jangtze Jahrhunderte Tradition und wurde nicht für die Touristen erfunden. Einige dieser Männer üben ihren Beruf seit Jahrzehnten, von Kindesbeinen an aus. Ein gutes Beispiel zur Sensibilisierung, in der Drei-Schluchten-Diskussion von westlicher Seite darauf zu achten, dass “Ursprünglichkeit” und “Tradition” nicht immer zwingend bewahrenswert sind."

Ob die abgebildeten Männer aber extra für das Foto aus der Parteizentrale herangekarrte regimetreue Fotomodelle sind oder ob das die Original-Treidler sind .... (Scherz!)

dann ist also wahr, daß die

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 29. Juli 2008 - 00:53

dann ist also wahr, daß die Sonne immer scheinen wird.
Denn es hat bislang noch keiner zeigen können, daß sie nicht scheint. Außer Hume, der aber auch von Hierzulande ist und aus einem der meisten kultivierten Länder. Der hat daraus sogar eine Philosophie entwickelt, und die ist wichtig.
Hat KingKong da was nicht begriffen?

Kollateralschäden

Eingetragen von
Gast
am Montag, 28. Juli 2008 - 10:44

Zu Rumpi: »Was China in den letzten 60 Jahren geleistet hat, dürfte schwerlich mit Zwangsarbeitern zu machen gewesen sein, selbst mit Heerscharen nicht. Ein paar Chinesen scheinen Mao doch tatsächlich freiwillig unterstützt zu haben. Und auch nicht alle Tibeter waren unglücklich, als sie Anfang der 50er Jahre mit Maos Hilfe vom mittelalterlichen Schreckensregime der Gelbmützen-Mönche befreit wurden.«

Die Millionen Opfer hatten eben das Pech, auf der falschen Seite zu stehen. Du bist nichts, Dein Staat ist alles... Kommt mir bekannt vor...
T.H.

Schwielen

Eingetragen von
Gast
am Montag, 28. Juli 2008 - 17:25

Schwielen hätten die Jungs am Rücken, dicke Schwielen, würden Sie ein Schiff oder was anderes derart mit Seilen schleppen. Einfach eine blöde Fälschung. Zu doof zum fälschen! Da hätten Sie mit Sicherheit nicht Tücher auf dem Kopf, sondern unter den Seilen.

Bedauerlich, wie gutgläubig Sie sind, Herr WingFongVillie. Nahezu schon sträflich unkritisch.

Haben Sie sich eingentlich auch schon einmal überlegt:
AlKaida wird von China gesteuert. Ganz bestimmt. Muß, denn wo sonst soll der BinLaden hin sein, daß man ihn nicht findet. Nur im großen China kann sich so einer verstecken.
Glauben Sie mir, ich habe ihn da gesehen! Aber natürlich sage ich das nur Ihnen, weil ich so viel Respekt vor Ihrer hohen Intelligenz habe. Sie werden schon einen Weg finden, dem Bush davon unbemerkt Mitteilung zu machen. Wo? Na ganz klar: im chinesischen Volkskongreß. Reihe 7, Platz 8. Achten Sie mal drauf, ist ja bald wieder. Da sehen Sie ihn dann auch.

Beeindruckend - aber wirklich die "ganze" Geschichte?

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 20. August 2008 - 12:19

Nachdem ich zitiert werde, melde ich mich dann doch gerne noch selbst zu Wort.

Vorweg: Sowohl das Foto, als auch der gezeigte Sachverhalt sind von geradezu erschreckender Nichtigkeit, betrachtet man die Gesamtspanne des Buches, das hier eigentlich diskutiert wird. Fakt ist: Es gibt die Treidler, und Sie sind fast nackt, aber nicht wie in einem Kommentar quasi gefordert, "schwielenübersäht". Dass sie nackt sind, hängt zwar auch mit der wenigen Kleidung zusammen, die sie haben, primär aber damit, dass die Treidler an verschiedenen Furten mit hoher Regelmäßigkeit nass werden, und dann Kleidung unangenehm wäre. Die Treidler sind ein Zeugnis der Tatsache, dass China nach wie vor eine Breite an Lebenswelten abdeckt, die aus mitteleuropäischer Sicht kaum zu begreifen ist.

Das Buch selbst ist meiner Meinung nach kein Portrait im umfassenden Sinne, sondern eine Aspekteschau.

Das entstehende Bild ist für mein Empfinden, zu düster, zu aggressiv, zu kalt. Höchst eindrucksvoll werden dabei die Folgen, um nicht zu sagen Auswüchse der politischen Wandlungen eingefangen. Ein verständlicher Fokus, nimmt man die Lebensgeschichte des Herausgebers.

So gut wie garnicht spiegelt das Buch in diesem Sinne die Lebensenergie und vor allen Dingen schier unbezwingbare Lebensfreude der chinesischen Bevölkerung wieder. Welches Volk sonst wäre durch diese Geschichte so gegangen, welches Volk sonst hätte ohne erneuten Krieg und Zerfall die Wende in die Öffnung zu Stande gebracht?

Wer selbst in China war, dem bietet das Buch Zeugnisse geschichtlicher Epochen, die für uns außer in Gesprächen mit Zeitzeugen bisher kaum greifbar waren - in diesem Sinne empfinde ich es als echten Schatz, ein großes Werk, ein Stück Vergangenheitsbewältigung.

Für den, der sich China von Außen nähert entsteht für meine Begriffe ein gefährlich abstoßendes Zerrbild. Man bekommt zwar eine Ahnung, was die aufmerksamen Augen in den wettergegerbten Gesichtern alter Chinesen alles gesehen haben - Dinge, die viele heute noch verzweifelt in Kammern des Schweigens schließen, weil sie nichtmals vor dem geistigen Auge noch einmal sehen wollen, was sie dereinst erlebt haben.

Aber man spürt für mich in diesem Buch zu wenig von der ungeheueren positiven Energie, die die Chinesen immer wieder aufstehen lässt, die es höchsten Würdenträgern erlaubt, in Bade- oder gar Unterhose aufzutreten, die Chinesen beim Karaoke so viel unverkrampfter singen lässt, die für sie aus jedem flachen Stein ein Bett werden lässt.

Meine Befürchtung: Wer viel Kontakt mit Chinesen hat, bei dem wird dieses Buch den Respekt steigern, bei solchen, bei denen der Kontakt fehlt, wird es eher Ängste schüren, vor diesem doch dann immer wieder so unbekannten Riesen.

Frieder Demmer