Logo JPEG 9Mit dem Update auf Version 9.1 unterstützt die Softwarebibliothek „libjpeg“ Farbräume mit größerem Farbumfang sowie erweiterte Farbtiefen:

Pressemitteilung des Instituts für Angewandte Informatik e.V.:

Fortschritte in der Bildkomprimierung:
- JPEG 9.1 mit erweitertem Farbbereich ab sofort für professionelle Anwender weltweit verfügbar
- Institut für Angewandte Informatik veröffentlicht neueste Version der JPEG-Bibliothek

Leipzig, 20. Januar 2014 - Die Independent JPEG Group (IJG) am Leipziger Institut für Angewandte Informatik (InfAI, www.infai.org) hat ein Update der Softwarebibliothek „libjpeg“ veröffentlicht. Im Zuge der kontinuierlichen Weiterentwicklung werden mit dem Update auf Version 9.1 erstmals Farbräume mit größerem Farbumfang sowie erweiterten Farbtiefen unterstützt. Endnutzern wie professionellen Anwendern eröffnen sich damit weit anspruchsvollere Anwendungsbereiche, so etwa für die Druckausgabe, moderne digitale Farbdisplays oder Projektoren.

Die Software ist die Basis zur Verarbeitung von Bildern im JPEG-Format und wird weltweit in unzähligen Anwendungen etwa von Softwareherstellern oder in der Fotoindustrie unter kostenfreier Lizenz verwendet. Für Hersteller von Geräten wie Mobiltelefonen, Smartphones und Fotokameras dient die Software als Referenz zur kompatiblen Umsetzung in Hardwarekomponenten.

Die JPEG Version 9.1 der Softwarebibliothek „libjpeg“ realisiert erstmals die Unterstützung von größeren Farbräumen (Wide Gamut Color). Im Vergleich zu anderen bisher verfügbaren Verfahren wie etwa Adobe RGB ist JPEG 9.1 besser mit den herkömmlichen Farbräumen kompatibel und daher auch abseits von komplizierten Farbmanagementsystemen einfacher einsetzbar. Der erweiterte Farbumfang lässt sich dabei teilweise schon mit der normalen 8-Bit-Farbtiefe in der herkömmlichen Implementierung des Codecs in den vorhandenen Anwendungen nutzen. Für höhere Ansprüche wurde der unterstützte Farbtiefenbereich auf alle Werte von 8 bis 12 erweitert, wobei sich die höheren Farbtiefen derzeit nur für Spezialanwendungen nutzen lassen. Eine weitreichende Nutzung höherer Farbtiefen für normale Anwendungen erfordert einen größeren Implementierungsaufwand. Er ist bei Bedarf für zukünftige Versionen vorgesehen.

Mit den Erweiterungen im Bereich der Farbraumverarbeitung sowie weiteren Verbesserungen der Datenverarbeitung im Kernbereich des Codecs (Kosinustransformation) stellt die neue Version 9.1 auch erstmals eine vollständige Referenz auf Quellbasis für einen JPEG Codec dar.

Die erste Version der Software wurde vor 23 Jahren (1991) zusammen mit der Einführung des JPEG-Standards vorgestellt. Die Softwarebibliothek „libjpeg“ (http://en.wikipedia.org/wiki/Libjpeg) wird seitdem als Grundlage zur Verarbeitung von Bildern im JPEG-Format in unzähligen Applikationen verwendet. Die neue am InfAI entwickelte Version JPEG/libjpeg 9.1 rundet eine Gruppe von Format- und Funktions-Erweiterungen ab, die in den Jahren zuvor schrittweise eingeführt wurden. Neu hinzugekommen sind Funktionen zur verbesserten Komprimierung (arithmetische Kodierung), vielfältig nutzbare neue Skalierungsfunktionen („SmartScale“), sowie Optionen zur völlig verlustfreien Komprimierung.

Für zukünftige Versionen sind unter anderem Erweiterungen geplant, welche die Unterstützung von Anwendungen in den Bereichen „High Dynamic Range“ (HDR) Bildverarbeitung sowie „Augmented Reality“ ermöglichen.
 
 
Über das InfAI:
Das Institut für Angewandte Informatik e.V. fördert als An-Institut der Universität Leipzig Wissenschaft und Forschung auf den Gebieten der Informatik und Wirtschaftsinformatik. Derzeit forschen dort 50 Mitarbeiter. Die Independent JPEG Group (http://infai.org/jpeg/) ist am InfAI angesiedelt und profitiert von dessen Know-how. Das InfAI verfügt über ein exzellentes Netzwerk und realisierte seit der Gründung 2006 zahlreiche Forschungs- und Industrieprojekte.

 

(thoMas)