Es gibt nur dich und deine Kamera. Die Grenzen deiner Fotografie liegen in dir selbst, denn was wir sehen, das sind wir.

— Ernst Haas

photokina 2006: Rolleiflex Hy6

Hy6 - die moderne Mittelformatkamera mit Digitaloption - haben wir bereits vorgestellt: Als Sinar Hy6. Und eine Leaf Hy6 ward auch gesichtet. Wie denn nun? Hier das Original inklusive einer Klärung der Verhältnisse:

Die Hy6 ist eine komplette Neuentwicklung von Franke & Heidecke auf Basis der Rolleiflex-6000-Serie. An ihr können dementsprechend alle Objektive dieser Serie - beginnend mit denen der SLX - benutzt werden. Es wird zudem eine neue Objektivreihe geben, optisch optimiert für die Digitalfotografie, mechanisch abgespeckt um Bedienelemente (Einstellringe), die jetzt in die Kamera integriert und damit am Objektiv unnötig sind.

Die verschiedenen Varianten erklären sich so: Ursprünglich sollte die Rolleiflex Hy6 mit Digitalrückteil von Sinar vorgestellt werden; das ist jetzt die Sinar Hy6; wobei Sinar aber gerade von Leica gekauft wurde und vermeldet, dass Jenoptik sich künftig um die Hy6 kümmern wird. Leaf wiederum bekundete auf der photokina Interesse, und so gibt es jetzt auch eine Hy6 mit Leaf-Schriftzug.

Franke & Heidecke könne sich durchaus vorstellen, diese Kamera auch an andere Hersteller zu liefern, die dann eben ihren Schriftzug eingraviert bekommen, so Geschäftsführer Hans Hartje. Das mache auch durchaus Sinn, denn der Kunde sieht dann sofort, dass die Kombination aus Kamera und Digitalrückteil aus einer Hand kommt bzw. vom Hersteller getestet wurde. Ein Hersteller hätte zudem die Möglichkeit, die Verwendung bestimmter Digitalrückteile - etwa die der Konkurrenz - zu unterbinden, indem er die Kommunikation Kamera - Rückteil nur für die eigenen Modelle freischaltet.

Wie dem auch sei, eine Hy6 kommt immer aus Braunschweig von Franke & Heidecke. Und deshalb gibt es die Rolleiflex Hy6 als das Original, und zwar laut Marketingleiter Dietmar Kanzer definitiv ab April 2007. Der Preis steht noch nicht fest, wird sich aber, so Dietmar Kanzer, an der Konkurrenz (sprich: Hasselblad) orientieren. Womit wir in einem Preisbereich von um die 5000 Euro liegen.

Auf der photokina ist der Prototyp zu sehen; an der Farbgestaltung wird augenblicklich noch gefeilt - die Bedienelemente werden definitiv farblich etwas anders angelegt.

Hier noch die Rollei-Informationen zur Hy6:

Made in Germany by Franke & Heidecke

Spitze in beiden Welten: Analog und digital

Rolleiflex Hy6

Die neue Rolleiflex Hy6 – Synergie aus Universalität und hochklassiger Technologie

Fotografieren heißt „Gestalten mit Licht“. Die Frage, ob Film oder elektronischer Sensor ist für die Gestaltungsfrage unbedeutend. Entscheidend ist das Ergebnis.

Die digitale Bildaufzeichnung ist in der professionellen Fotografie zwingend geworden. Die digitalen Techniken erlauben es dem Fotografen schneller und sicherer zu hervorragenden Ausarbeitungen und Wiedergaben in Druckschriften zu gelangen.

Für die neue Rolleiflex Hy6 wurde der rasanten Entwicklung neuester Digital-Rückteile Rechnung getragen. Die Rolleiflex Hy6 erfüllt die hohen Voraussetzungen, die Digital-Rückteile an die Kamera stellen:
• absolute Erschütterungsfreiheit durch linearmotorgesteuerte Verschlusslamellen.
• integrierter RGB-Sensor für automatischen Weißabgleich.

Für den Anwender ergibt sich daraus eine hohe Investitionssicherheit der kameraseitigen Hardware.

Das „Sinarback eMotion75“ z. B. besticht besonders durch seine kompakten Abmessungen und sein geringes Gewicht von nur 600 g. Darüber hinaus ist es einfach und intuitiv zu bedienen und überzeugt durch Schnelligkeit – innerhalb von 2 Sek. nach dem Einschalten ist das Gerät bereits betriebsbereit. Auch die Menüführung ist praxisgerecht konzipiert, so dass sich der Fotograf voll auf sein Motiv konzentrieren kann, ohne sich mit umständlichen Bedienungsabläufen abmühen zu müssen.

Die Auflösung des 48 x 36 mm großen Rückteilsensors liefert dem Fotografen 6668 x 4992 Bildpunkte und bietet eine Farbtiefe von 16 Bit pro Farbe. So sind spätere Farbkorrekturen möglich, ohne dass Lücken im Histogramm auftreten. Die Empfindlichkeit des CCD- Sensors, der einen Dynamikumfang von 12 Blendenstufen aufweist, kann von ISO 50 bis 400 eingestellt werden. Die Aufnahmegeschwindigkeit liegt bei max. 1,5 Sek. bzw. 40 Bildern pro Minute bei digitalem Rückteil.

Leistungsmerkmale, die überzeugen
• Messinstrument inklusive
• Im Kamerakörper integrierte TTL-Belichtungsmessung. Nur bei dieser Lösung bleibt die Messung mit allen Sucheraufsätzen und Objektivvorsätzen voll erhalten.
• Drei Methoden der Belichtungsmessung: mittenbetonte Mehrzonenmessung, Spot und Multi-Spot.
• Wahl zwischen Zeit-, Blenden- und Programmautomatik, sowie einer manuellen Nachführbelichtungsmessung.
• Messcharakteristik bleibt unabhängig von Sucheroder Einstellscheibenwechsel erhalten.
• Moderne TTL-Blitzlichtmessung in der Filmebene.
• RGB-Scanner für Weißabgleich . Der hohe Qualitätsanspruch der digitalen Bildaufzeichnung bedingt ein ebensolches Kamera-System. Die Rolleiflex Hy6 erfüllt alle Voraussetzungen dafür. Die Kombination aus Mittelformatkamera und Hochleistungsrückteil ist die ideale Aufnahmeeinheit für alle Fotografen, die auf höchste Mobilität setzen, ganz gleich, ob im Studio oder „on location“.
• Elektronisch gesteuerter Zentralverschluss mit blitzsynchronisierten Zeiten von 1/1000 bis 30 Sekunden.
• Hochwertige Direct-Drive-Linearmotoren steuern Blende und Verschluss in 1/3 Stufen präzise an.
• Bei PQS-Objektiven liefern Verschlusslamellen aus Karbonfasern in Verbindung mit Neodym-Hochleistungsmagneten in den Linearmotoren bis zu 1/1000 s Belichtungszeit.
• Weiterverwendung sämtlicher Wechselobjektive des Rolleiflex 6000-Systems ohne Adapter seit 1974.
• Im Filmmagazin eingebauter motorischer Filmtransport für Einzelaufnahmen und Serie mit einmaligen 1,5 Bildern pro Sekunde.
• Bei Serienaufnahmen wird die Belichtung zwischen den einzelnen Aufnahmen automatisch überprüft und ggf. korrigiert.
• Selbst bei Einzelaufnahmen zahlt sich der Motor aus: nichts stört die Konzentration des Fotografen, kein Handgriff zwischendurch, keine Standpunktänderung oder ungewollter Bildausschnitt. Die Kamera liegt stets ruhig in der Hand.



Technische Daten Rolleiflex Hy6 (vorläufig)

Kameratyp: Einäugige Spiegelreflexkamera mit automatischer Mehrfach-Belichtungssteuerung, variabler Messcharakteristik, TTL-Blitzautomatik (SCA 3000), motorischem Filmtransport über Filmmagazin.
AF-Funktion: AF-Kreuz-Sensor (Mehrfeld). Integrierter Rotlicht-Gitterprojektor für AF-Messung bei schlechten Lichtverhältnissen. Verwendung von älteren 6000-Objektiven mit Fokusindikation möglich
Aufnahmeformate auf Film: 6 x 6 cm und 4,5 x 6 cm
Filmsorten: 120er und 220er Rollfilm für 16 bzw. 32 Aufnahmen 4,5 x 6 cm (6 x 6 cm in Vorbereitung)
Filmempfindlichkeit: ISO 25/15° bis 6400/39° in Drittelstufen; an Wechselmagazin einstellbar
Verschluss: Elektronisch gesteuerter Zentralverschluss von 1/1000 (PQS-Objektive) bis 30 Sekunden und B
Belichtungsmessung: 1. Mittenbetonte Mehrzonenmessung; 2. Spotmessung über Fotodiode in Bildmitte (ca. 1 % der Filmbildfläche); 3. Multi-Spot-Messung durch Messen
und Speicherung von bis zu fünf Einzelwerten; 4. Automatische Fremdlichtkompensation bei Messung und Auslösung; 5. Integrierter RGB-Sensor für automatischen Weißabgleich bei Digitalfotografie
Belichtungsfunktionen:
1. Blendenautomatik mit Zeitvorwahl; 2. Zeitautomatik mit Blendenvorwahl; 3. Programmautomatik mit Kurzzeit-Priorität; 4. Manuelle Nachführmessung in Drittelstufen
Messbereiche: 1. Belichtungsmessung LW 0 bis LW 19 bei ISO 100/21°, f2,8/80 mm; 2. AF-Bereich LW 1 bis LW 19 bei ISO 100/21°, f2,8/80 mm; 3. TTL-Blitz 25 – 1600 ISO
Messwertspeicher: Arbeitet bei allen AutomatikProgrammen, speichert Zeit und Blende (Lichtwert)
Belichtungskorrektur: 1. Von -42/3 bis +2 LW in Drittelstufen manuell einstellbar; 2. Über Belichtungsreihenautomatik (S±Pos.) (mit 1/3 LW o. 2/3 LW Abstufung)
Blitzautomatik: TTL-Blitzlichtsteuerung in der Filmebene. Anzeige von Blitzbereitschaft und Belichtungskontrolle im Sucher. Automatische Blitzzuschaltung mit Metz-Systemblitzen bei geringem Umgebungslicht möglich, additive Blitzaufhellung
TTL-Studio-Vorblitz-Belichtungsmessung: In Verbindung mit Studioblitzanlagen
Blitzsynchronisation: Bei allen Verschlusszeiten von 1/1000 bis 30 Sekunden, Blitzschuh mit Synchronmittenkontakt und Kontakten für Systemblitzgeräte der Fa. Metz. SCA-Schnittstelle über Adapter SCA 3562
Mehrfachbelichtung: 1. Über entkuppelbaren Filmtransport bei Schalterstellung ME an der Kamera und konstanter Bildkontrolle im Sucher; 2. Über elektronische Transportunterdrückung ohne Bildkontrolle z. B. für Digitalrückteile
Reflexspiegel: Vorauslösbarer und direkt angetriebener Rückschwingspiegel mit teildurchlässiger Vielfachbeschichtung, Eingriffsmöglichkeit auch nach Vorauslösung
Suchersystem: Serienmäßiger Faltlichtschacht mit herausklappbarer Lupe, auswechselbar gegen 90° High-Eyepoint Fernrohrsucher, wechselbare Einstellscheiben. Super-Helle High-D-Screen-Einstellscheibe im Lieferumfang enthalten
Sucherinformation: Beleuchtete LC-Sucheranzeige für Fokussierzustand, Verschlusszeit und Blende (mit Drittelstufen-Anzeige), Belichtungsabgleich bei manueller Nachführmessung, Belichtungskorrektur, Spot-/ Multi-Spot, Blitzbereitschaft, Blitzbelichtungskontrolle, Filmempfindlichkeit, Sonderfunktionen, Bildzähler, Hoch- oder Querformat bei 4,5 x 6 cm, Akkukontrolle.
Filmtransport: Automatisch durch im Magazin integrierten Hochleistungsmotor, Einzel- und Serienschaltung mit bis zu 1,5 B/s. Filmvorspulautomatik mit Transport bis Bild 1, automatische Filmaufspulung nach Belichtung des letzten Bildes
Energieversorgung: Über Hochleistungs-Lithium-Ionen-Akku 7,2 V
Handgriff: In drei Stufen rastbar (für Lichtschacht bzw. 90o-Sucherbetrieb), Leder-Handschlaufe abnehmbar
Wechselmagazine: Magazin 4560 mit integriertem Laminar-Rollo, Bildzählwerk, Eingabe der Filmempfindlichkeit, Filmsortenanzeige und vorladbarem Filmeinsatz.
Digitalrückteile: Wählbare Sonderfunktionen und Grundeinstellungen
Über Menüfunktion: 1. Blitzsynchronzeitpunkt; 2. Vorblitz-Messung; 3. Selbstauslöser; 4. Leiselauf an/aus; 5. Transportunterdrückung an/aus; 6. Mittenbetonung der Belichtungsmessung an/aus; 8. AF-Feldwahl; 9. Belichtungsreihenautomatik, in Stufen wählbar, ±1/3 / ±2/3 LW; 10. Bildzähleranzeige
Anschlüsse: 1. 8-poliger verschraubbarer Universal-Steckeranschluss für elektrischen Kabelauslöser und weitere elektronische Zusatzgeräte; 2. Schnittstelle zu Digitalrückteilen und PC (MasterWare); 3. USB-Buchse
PC-Anbindung: Individuelle Programmierung und Steuerung sämtlicher Kamerafunktionen mit der Software „MasterWare“ (optional) für Windows möglich. PC-Anschluss an 8-poligen Universal-Steckeranschluss der Kamera
Stativ-Schnellkupplung: Mit 1/4 und 3/8-Zoll-Stativgewinde
Abmessungen, Gewicht: 1. Ohne Objektiv, ohne Magazin: 157 x 112 x 78 mm; 2. Ohne Objektiv: 900 g, Kpl. mit Standard-Objektiv 2,8/80 mm und Magazin 4560: 1700 g

Technische Änderungen vorbehalten.

(thoMas)

Kennt jemand den Grund,

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 29. September 2006 - 18:44

Kennt jemand den Grund, warum Jenoptik Sinar an Leica verkauft hat?

Irgendwie blicke ich da nicht ganz durch.

Grund?

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 30. September 2006 - 00:03
Gast schrieb:

Kennt jemand den Grund, warum Jenoptik Sinar an Leica verkauft hat?

Irgendwie blicke ich da nicht ganz durch.

Jenoptik geht einen Vertrag mit LEAF ein und verschiebt seine SINAR- Anteile an LEICA. Ergo: LEAF scheint attraktiver für Jenoptik zu sein und Leica ist froh, ein Bein im Digibereich zu haben. Siehe auch Hasselblad und Imacon. Die Gigispezis sind heißbegehrt und haben letztendlich das Sagen.

ganz einfach

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Montag, 02. Oktober 2006 - 12:30

wegen Geld.

Warum will Sinar überhaupt

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 29. September 2006 - 18:47

Warum will Sinar überhaupt ein weiteres Mittelformatsystem lancieren? Mit der Sinar M verfügt das Unternehmen ja bereits über eine Autofocus Kamera, an der sich Digibacks anschliessen lassen.

Nehmen Sie doch ...

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Montag, 02. Oktober 2006 - 12:32

... den dicken Sinar-M-Brummer mal in die Hand, und dagegen die Hy6, dann wissen Sie, warum.

Sinar?

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 29. September 2006 - 20:47

Mal ganz was anderes: Wer braucht eigentlich noch Sinar?

Sinar?

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 30. September 2006 - 10:53
Gast schrieb:

Mal ganz was anderes: Wer braucht eigentlich noch Sinar?

Na LEICA! Aber für was?

Für was? Für das!

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Montag, 02. Oktober 2006 - 12:28

– den Einstieg ins Mittelformat.

Jeder, der...

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 04. November 2006 - 17:07

...einen MF-Würfel und umfangreichen Objektivfuhrpark hat und mittels Adapter, der für fast jedes Modell und jede Generation verfügbar ist, ins digitale Genre einsteigen will. Wozu sollte jemand, der oft für über 10.000 Euro Material zu liegen hat, nochmal neu einsteigen?

Jenoptik verkauft Sinar an Leica

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 01. November 2006 - 22:46

Kennt jemand den Grund, warum Jenoptik Sinar an Leica verkauft hat?

Irgendwie blicke ich da nicht ganz durch.

Also ich habe gehöhrt das Leica schon lange RedBull gehöhrt und da
gibt es eine Person die Sinar schon immer toll fand und da hat er die gekauft.

Aber wirklich wer braucht heute den noch eine Sinar?

Mal ganz was anderes: Wer

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 16. Oktober 2008 - 02:10

Mal ganz was anderes: Wer braucht eigentlich noch Sinar? قصص