Das Fotografieren eines Kuchens kann Kunst sein.

— Irving Penn

Am 27.5.

  • 1913: * Wols (Alfred Otto Wolfgang Schulze, + 1951); deutscher Fotograf, Maler und Grafiker
  • 1923: * Inge Morath (+ 2002); österreichische Fotografin

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Zu Besuch bei Zörk (aktualisiert)

Foto vom Rear-Shift-Adapter von ZörkSeit über 30 Jahren steht der Name „Zörk“ für so pfiffige wie präzise Lösungen für die fotografische Aufnahme; mit dem Schwerpunkt Nah- und Makro-Fotografie. photoscala hat die Zörk Film- und Fototechnik in München besucht. Gesehen haben wir nicht nur bewährte Produkte, die teils seit mehr als 30 Jahren im Programm sind, sondern auch Neues aus der Entwicklungsabteilung des Herwig W. Zörkendörfer:

Portraitfoto Herwig W. Zörkendörfer

In dem Häuserblock eines Gewerbehofs unweit der Donnersberger Brücke in Münchens Westend findet sich im 3 Stock der Westendstraße 125 die Firma Zörk Film- und Fototechnik, die seit Anfang der 1980er Jahre von Herwig W. Zörkendörfer betrieben wird.

Zörkendörfer war zuvor bei Heinz Kilfitt in Großhesselohe im Isartal bei München, beim Filmkamerahersteller Arnold und Richter (ARRI), als Tongerätetechniker beim Fernsehstudio München, und bei der deutschen Mamiya-Niederlassung beschäftigt. Als sich mit dem Niedergang des japanischen Handelshauses Osawa der Himmel über dem japanischen Kamerahersteller Mamiya verdunkelte, wagte Zörkendörfer 1975 den Sprung in die Selbständigkeit.

Zu den ersten Produkte des jungen Unternehmens zählte die noch heute lieferbare Mini-Macro-Schnecke (Mi-Ma). Kameraseitig mit dem jeweils spezifischen Adapter ausgestattet, lässt sie sich an praktisch alle Kleinbild-Kameras des Marktes anschließen und über das M39-(Leica)-Gewinde lassen sich Vergrößerungsobjektive direkt ansetzen.

Bald darauf kamen von Zörk dann verschiedene Lochblenden-Versionen als Schärfentiefendehner. Auch heute ist dieses Produkt noch als Schärfentiefen-Dehner-Set (ST-Dehner-Set) mit drei wahlweise einsetzbaren Lochblenden lieferbar.
 

Foto von Mini-Macro-Schnecke etc. von Zörk

Mini-Macro-Schnecke, Multi-Focus-System, Schärfentiefen-Dehner-Set

 
Mitte der 1980er Jahre kam der erste Shiftadapter, der heute als Panorama-Shift-Adapter (PSA) im Programm ist. Er ermöglicht einerseits, ein Mittelformatobjektiv mit einem entsprechend großen Bildkreis an einer Kleinbildkamera zur Vermeidung stürzender Linien vertikal zu verschieben, andererseits lassen sich bei Verschiebung aus zwei oder mehr Bildern Panoramaaufnahmen erstellen. Der Verstellweg beträgt ± 20 mm. Zusätzlich kann die Kamera in 30-Grad-Schritten gedreht werden.

Für Panoramaaufnahmen kann einerseits das Objektiv vor einer auf einem Stativ montierten Kamera verschoben werden, andererseits kann man auch das Objektiv über die angebaute Gondel auf einem Stativ befestigen und dann die Kamera verschieben. Dies bietet den Vorteil, dass die einzelnen Teilbilder danach ohne Parallaxenfehler montiert werden können. Diese werden bei einer Verschiebung des Objektivs vor allem im Nahbereich sichtbar.
 

Foto vom Rear-Shift-Adapter von Zörk

Rear-Shift-Adapter

 
Mit dem aktuell neu ins Sortiment aufgenommen Rear-Shift-Adapter wird die Kameraverschiebung für Shift-Tilt-Objektive von Canon ermöglicht. Dazu wird eine spezielle Gliederkette um den Objektivtubus gelegt, die mit einem Stativgewinde ausgestattet ist, an dem die Objektiv-Kamera-Kombination auf dem Stativ befestigt werden kann. Der Einsatz dieses Adapters benötigt keinerlei Modifikationen am Objektiv selbst.

Als weiteres Modul von Zörk kam Mitte der 1980er der Schwenkadapter auf den Markt. Kernelement dieses Adapters ist eine Kugel, die ein Verschwenken des Objektivs nach allen Seiten um bis zu 30 Grad ermöglicht. Zusammen mit der Mini-Macro-Schnecke entsteht daraus das Multi-Focus-System (MFS).

Foto Pro-Shift-Adapter von Zörk

Um 2000 begann Zörkendörfer mit dem Umbau der beiden Voigtländer-Heliare mit 12 bzw. 15 mm Brennweite für die Contax-G-Modelle von Kyocera. Dabei handelte es sich nicht um einen Objektivadapter, sondern um einen Umbau der Objektivfassung zur Nutzung der beiden Voigtländer-Objektive an den Contax-G-Kameras. Wie die Contax G ist dieser Umbau inzwischen Geschichte.

Der Pro-Shift-Adapter ermöglicht das Verschieben eines Objektivs nicht nur an Kleinbildkameras, sondern ist in speziellen Versionen auch für Mittelformatkameras verfügbar. Zu den zahlreichen weiteren Bauteilen von Zörk zählt der Fremdanschlussadapter (FA), der es, wie der Name nahelegt, ermöglicht, systemfremde Objektive an einer Kamera zu befestigen.

Foto vom Macroscope Typ 1 von Zörk

Handelt es sich bei den meisten Produkten von Zörk um vorwiegend mechanische Problemlösungen, so stellt der Objektivvorsatz Macroscope Typ 1 (MCS/1) eine Ausnahme im Firmenprogramm dar. Hier handelt es sich um ein optisches System mit den folgenden technische Daten:
 

Optischer Aufbau 2 Linsen, asphärisch, MC vergütet, 12 Dioptrien
Durchmesser 57 mm
Länge 18 mm
Gewinde 52 x 0,75
Gewicht 150 Gramm
Pupillendurchmesser 36,5 mm

 
Der Entwicklungsdrang von Herwig Zörkendörfer scheint kaum zu bändigen. Mit seinem neuen Produkt, dem Lichtschachtsucher für Canon-Kameras, kommt erstmals nicht die Aufnahme-, sondern die Sucherseite der Kamera in den Fokus des Münchener Tüftlers und Entwicklers, der auch heute noch jedes von ihm gelieferte Teil selbst montiert.
 

Foto vom Lichtschachtsucher von Zörk

 
Basis der Neuentwicklung ist der Hasselblad-Lichtschachtsucher, der über einen stabilen Adapter aus Metall vor dem Monitor der Kamera befestigt wird. Es gibt verschiedene Versionen dieses Adapters für den Einsatz mit oder ohne Batteriepack.

Erhältlich sind die Zörk-Produkte direkt beim Hersteller. Im Fotohandel sind diese Systeme inzwischen eher selten geworden. Fündig wurden wir jedoch bei Foto Brenner und Foto Mayr.

(CJ)
 

Foto vom Lichtschachtsucher von Zörk

 

Nachtrag (26.7.2010): Mit dem Rear-Shift-Adapter ist die Scharfstellung des Objektives ohne Einschränkungen möglich, da der Adapter nicht auf dem Entfernungseinstellring aufliegt, sondern nur auf dem – wenn auch schmalen – feststehenden Teil des Objektivgehäuses. Zum Zeitpunkt unseres Besuches bei Zörk war der Adapter noch in der Entwicklung, inzwischen steht der Preis für den Rear-Shift-Adapter fest: 180 Euro.

Der Lichtschachtsucher-Adapter wird aktuell weiter entwickelt, in dem Zuge werden auch Lichtschachtsucher und Lupen anderer Hersteller adaptierbar sein; welche Marken und Modelle in Frage kommen, wird derzeit untersucht. Je nach Nachfrage ist auch eine Erweiterung des Sortiments auf weitere Kameramodelle denkbar. Der Preis für diesen Adapter steht noch nicht fest.

Folgend noch zwei weitere Abbildungen von Zörk-Produkten:
 

Foto vom Panorama-Shift-Adapter von Zörk

Panorama-Shift-Adapter
 
 
Foto vom Panorama-Shift-Adapter und Multi-Focus-System von Zörk

Panorama-Shift-Adapter und Multi-Focus-System kombiniert

 

So ein Schwachsinn

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. Juli 2010 - 16:02

Wer diese Einstellmoeglichkeiten braucht, fummelt doch nicht mit Kleinbildmuell rum, sondern greift zu Mittel- und Grossformat.

So ein Schwachsinn

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. Juli 2010 - 17:57

Ja, Groß- oder Mittelformat wäre vielleicht, abgesehen von der fehlenden Handlichkeit und Preis, die technisch bessere Lösung. Ganz zu schweigen, was man tut wenn man schon viel Kohle in die Kleinformatausrüstung gesteckt hat, dann sind solche Erweiterungen sehr willkommen !

Nicht zuletzt auch

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. Juli 2010 - 20:17

weil das 17er TS-E eine extrafeine Optik ist.

So ein Schwachsinn

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 25. Juli 2010 - 16:29

Eine arme Sau ist, wer sich nur ums Kleinformat kuemmern kann.

Lichtschachtsucher

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Samstag, 24. Juli 2010 - 16:46

schöne Idee, das – aber warum ausgerechnet für den schweineteuren Hasselblad-Kram?
dafür würden auch Lichtschächte und Prismen von Kiew, Praktica, Exakta und alten Rolleiflexen reichen, die sicher noch massenhaft ungenutzt in Fotoschränken rumliegen.
Und warum nur für Canon? Die Idee ließe sich ausweiten.


"I love my job, it's the work, I hate."

Beim Rear-Shift-Adapter

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. Juli 2010 - 17:48

Beim Rear-Shift-Adapter fokussiert man, indem man die Kamera dreht? Oder wie soll das sonst funktionieren?

Es sieht so aus als ob bis

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. Juli 2010 - 23:57

Es sieht so aus als ob bis auf die drei sichtbaren Glieder jedes Glied ein eigenes Stativgewinde hat. Wenn man das Fotogenau anschaut sieht man das beim obersten sichtbatren Glied.

Lichtschacht

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. Juli 2010 - 22:21
Rumpi schrieb:

Und warum nur für Canon?

Für einige Sonys gibt es die auch direkt vom Hersteller.

Rumpelstilzken schrieb:

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 25. Juli 2010 - 14:33
Rumpelstilzken schrieb:

schöne Idee, das – aber warum ausgerechnet für den schweineteuren Hasselblad-Kram?
dafür würden auch Lichtschächte und Prismen von Kiew, Praktica, Exakta und alten Rolleiflexen reichen, die sicher noch massenhaft ungenutzt in Fotoschränken rumliegen.
Und warum nur für Canon? Die Idee ließe sich ausweiten.


"I love my job, it's the work, I hate."

geht doch auch auf andere objektive, oder herr zörk? zeiss 35 pc-distagon-umfang exakt 20cm! oder arsat shift 35 rsp 35 shift/tilt.

Und warum nur für Canon?

Bild von Christoph Jehle
Eingetragen von
Christoph Jehle
(Stammgast)
am Montag, 26. Juli 2010 - 12:41

Mit einem System musste Zörkendörfer beginnen. Je nach Nachfrage ist damit zu rechnen, dass auch Adapter für weitere Kameras verfügbar werden. Siehe Nachtrag zum Beitrag.

RearShitfAdapter + Hassi-Lichtschachtsucher

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 24. Juli 2010 - 18:00

Hallo,

Wissen Sie was zu den Preisen ? Verfügbarkeit ? Auf der Website der Herstellers sind die neuen Produkte noch nicht mal aufgeführt.

Rear Shift Adapter - kann man das 17er TSE dabei noch fokussieren ?? Für mich sieht es so aus als ob die Gliederkette auf dem Fokussierring festgemacht wird ... Habe mein 17er TSE gerade nicht zur Hand.

Danke. MfG, Vlad

Fokussieren

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 25. Juli 2010 - 11:45

Erst fokussieren, dann aufs Stativ? Das Motiv rennt ja vermutlich nicht weg...

Objektiv auf Unendlich

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 25. Juli 2010 - 12:39

Das dürfte für die meisten Architektur- und Panoramaaufnahmen, vor allem mit dieser Optik, ohnehin die Norm darstellen.

Die Gliederkette

Bild von Christoph Jehle
Eingetragen von
Christoph Jehle
(Stammgast)
am Montag, 26. Juli 2010 - 12:47

liegt nicht auf dem Fokussierring auf, der damit weiter uneingeschränkt nutzbar bleibt. Beim 17er TSE gibt es einen schmalen Ring, der als Auflagefläche nutzbar ist.

Dass Photoscala schneller ist, als die Webseite eines Herstellers, sollte doch kein Nachteil für die Leser von Photoscala sein.

Zeiss C/Y-PC-Distagon 35/2.8

Eingetragen von
Gast
am Montag, 26. Juli 2010 - 17:56
Christoph Jehle schrieb:

liegt nicht auf dem Fokussierring auf, der damit weiter uneingeschränkt nutzbar bleibt. Beim 17er TSE gibt es einen schmalen Ring, der als Auflagefläche nutzbar ist.

Dass Photoscala schneller ist, als die Webseite eines Herstellers, sollte doch kein Nachteil für die Leser von Photoscala sein.

Der shiftring beim Zeiss pc-distagon 35/2.8(C/Y)ist 10 rsp15x224mm(bei 10mm ist zumindest ein zeiger sichtbar),gross genug für die gliederkette.
Sollten beide zeiger(shift-und °verstellungen)verdeckt sein, so könnte man auf der gliederkette eine markierung machen, welche bei der montage dann automatisch ausgerichtet ist.

Spezialausführung

Eingetragen von
europanorama
(Neuankömmling)
am Montag, 26. Juli 2010 - 20:23

Nicht vergessen darf man die zahlreichen spezialausführungen, wie olympus 24 shift an andere kameras. 55mm mamyia an hasselblad.
Michael Przewrocki
www.3dmedia.ch
(zzt. im wiederaufbau)
3DSTEREO-Fotos/Panoramen/Videos
MARSPANORAMEN in 3DStereo

Besten Dank dem Erfinder

Eingetragen von
Gast
am Dienstag, 27. Juli 2010 - 01:33

Wer schon mal ernsthaft Makrofotografie betrieben hat ist mit Sicherheit über die Mini Makro Schnecke gestolpert.

Ich bedanke mich recht herzlich beim Erfinder. Hat mir doch das System viel Geld gespart. Nebenbei konnte ich gutes Geld damit verdienen. Selten hat sich eine Investition so schnell gerechnet.

Andere, wie zum Beispiel Novoflex haben ähnliche Systeme gebaut. Meine Hoffnung ist aber das sich ein Objektivhersteller mit Zörkendorfer zusammenschließt und für die Spiegellosen ein ausgebufftes einmaliges neues Objektiv System schafft.

Oder ein Sensorhersteller möchte zeigen was geht und lässt sich was schönes vom Zörkendorfer bauen. Auch damit könnte ich leben.

Alles was die Arbeit erleichtert, den Geldbeutel schont hat gute Voraussetzungen im Markt angenommen zu werden.