Zu viele Fotografen kritisieren andere, anstatt an sich selbst zu arbeiten!

— Unbekannt

Am 30.9.

  • 1880: Henry Draper gelingt die erste Fotografie des Orionnebels

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Uni-Loc - Stative in zweiter Generation (aktualisiert)

Detailfoto Uni-Loc-StativEinlassungen zu Geschichte und Gegenwart der Uni-Loc-Stative, die immer noch ein Geheimtipp sind, weil sich deren Hersteller mehr um Entwicklung und Fertigung kümmerte, als um den Vertrieb hierzulande:

Porträtfoto von Ken Brett Uni-Loc, das sind die Stative, die auf den ersten Blick aussehen, als kämen sie von Benbo. Das stimmt sogar, irgendwie: Die von Ken Brett (links im Bild) in England entwickelten Benbo-Stative waren durch ihr besonderes Konstruktionsprinzip bekannt geworden: Im Gegensatz zu den meisten anderen Stativkonstruktionen (eine Ausnahme war das in den 1990er Jahren in Deutschland gebaute Doppelrohrstativ von Groschupp) hat das untere Segment den größten Rohrdurchmesser und ist gegen das Eindringen von Wasser an der Fußseite versiegelt. Darüber hinaus verfügen diese Stative über ein Gelenk, das alle drei Beine und die Mittelsäule verbindet. Zahlreiche Nutzer lieben diese Stative wegen ihrer Flexibilität. Andere verwünschen sie, weil sie beim Lösen des Zentralgelenkes ihre auf der Mittelsäule befestigte Kamera nicht festgehalten hatten und die Mittelsäule mit der Kamera dann krachend zu Boden ging.

Foto eines Uni-Loc-Stativs im Einsatz Die Stative fanden zahlreiche Anwender und die Gesellschafter von Benbo verkauften in der Folge nicht nur die Stative, sondern die ganze Firma an die damals in Großbritannien zu den führenden Photohandelsunternehmen zählende Patterson Group. Der Verkauf erfolgte nicht gegen Geld, sondern im Tausch gegen Aktien der Patterson Group. Als Patterson bald darauf in die Insolvenz rauschte, waren diese Aktien plötzlich wertlos. Die Reste von Patterson, einschließlich der Benbo Stative, wurden in der Folge an neue Investoren verkauft. Die ursprünglichen Benbo-Stative werden in diesem Umfeld weiterhin gefertigt und vermarktet.

Uni-Loc Logo Nach dem Verlust der Benbo-Stative durch die Patterson-Insolvenz sagte sich Ken Brett, der Erfinder und Entwickler der Stative: „Was ich einmal kann, kann ich auch zweimal und dann sogar noch besser“ und entwickelte die heute unter dem Namen Uni-Loc bekannten neuen Stativ-Serien.

Bei der Neukonstruktion wurden das alte Prinzip mit den heute pulverbeschichteten Aluminiumrohren und den spezifischen Bein-Arretierungen beibehalten, aber zahlreiche Bauteile durch inzwischen verfügbare neue Materialien wie High-Impact-Nylon für die Führungshülsen oder Druckguss für Metallkomponenten der Gelenke ersetzt.

Logo Envoy Uni-Loc Ab 1991 wurden diese Stative dann unter dem Namen Uni-Loc wieder produziert. Der Hersteller der Stative ist die im 5. Jahrzehnt bestehende, in Leighton Buzzard, Bedfordshire / England angesiedelte Firma Envoy Uni-Loc von Dante Mody, einem Briten mit indischen Wurzeln. (Envoy Uni-Loc handelt in Indien auch mit zahlreichen anderen Photoprodukten und ist offizieller Vertrieb für Carl-Zeiss-Objektive für Nikon- und Pentax-Kameras.)

Nach der Neuauflage der Stative wurden weitere Verbesserungen und Ergänzungen entwickelt. So hat Uni-Loc eine praktische Lösung gegen die abkippende Mittelsäule gefunden: Das an und für sich geniale Zentralgelenk wurde optional um ein Zusatzgelenk ergänzt, das es ermöglicht, wie gehabt alle drei Beine und die Mittelsäule gemeinsam zu verstellen, aber dann, nach dem Fixieren der Beine. die Mittelsäule nochmals getrennt einzustellen, ohne den gesamten Aufbau wieder lösen zu müssen.

Darüber hinaus wurden pfiffige Elemente entwickelt, die heute als Zubehör für die Stative verfügbar sind. Die Universalität dieser kleinen Problemlöser macht sie dabei auch für Stative anderer Marken nutzbar.

Foto des DuoPod von Uni-Loc So hat Uni-Loc mit dem DuoPod eine vor etwa 20 Jahren schon einmal von einem anderen Hersteller verfügbare kompakte Ergänzung für Einbeinstative neu durchkonstruiert und als Ergänzung der eigenen Einbeine (Mono Pods) auf den Markt gebracht.

Foto der Tischklemme von Uni-Loc Eine clevere Lösung ist auch die universelle Tischklemme, mit der sich praktisch alle Module des Uni-Loc-Systems verknüpfen lassen. Hierbei erweist sich die konsequente Modularisierung der Stative als eindeutiger Vorteil.

Neben fest montierten Stativen in der Standard-Version bietet Uni-Loc mit der System-Variante auch vollständig zerlegbare Stative an, die sich einerseits besser transportieren lassen, andererseits einen individuellen Aufbau ermöglichen, der sich optimal dem jeweiligen Einsatzzweck anpasst.

Über die Jahre konsequent verbessert, haben die Uni-Loc Stative inzwischen nicht nur Kultstatus erworben, sondern sind für viele Photographen zum kaum verzichtbaren, zuverlässigen Werkzeug geworden. Über viele Jahre galten die Uni-Loc-Stative als Geheimtipp, weil sich der Hersteller mehr um die Entwicklung und Fertigung der Stative kümmerte, als um deren Vertrieb außerhalb von Großbritannien und Indien. Mit der Vertriebsübernahme durch kocktrade hat diese Durststrecke zumindest für den deutschen Markt inzwischen ein Ende gefunden.

(CJ)
 

Nachtrag (20.10.2008): Oben ein Porträtfoto von Ken Brett eingefügt.
 

Sehr gewöhnungsbedürftig......

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 01. Juni 2011 - 11:00

Das Stativ ist wie die Meinung eines Journalisten, nämlich total verbogen und von bestechender Logik. Wer sich das Leben zusätzlich spannend machen möchte sollte dieses britische Wunderding jeden Tag mindestens einmal aufstellen. Um bei seinen Nachkommen ewig in Erinnerung zu bleiben kann man es auch vererben.