Die beste Kamera ist immer nur so gut wie der Kopf dahinter: Fotografie findet im Kopf statt.

— thoMas

Am 24.5.

  • 1941: * Wolfgang Cullmann (Cullmann Foto Audio Video GmbH)

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Neue Sofortbildfilme - Impossible?

Logo ImpossibleBleibt die neue Sofortbildchemie, die von The Impossible Project im alten Polaroid-Werk in Enschede entwickelt werden sollte, eine Idee verträumter Sofortbildanhänger oder besteht doch eine reale Chance für eine Wiederbelebung des 600er Filmformats? Mit der Verschiebung des Vorstellungstermins werden die Fragezeichen größer:

Nachdem die Vorräte an Polaroidfilmen für das Format 600 nach dem Stop der letzten Produktionsstätte in Enschede, Niederlande, kontinuierlich schrumpften, hatte sich eine Gruppe von ehemaligen Polaroid-Mitarbeitern samt Dr. Florian Kaps vom Wiener Polapremium-Vertrieb daran gemacht, eine neue Version des Sofortbildfilms für die 600er Kameras zu entwickeln; The Impossible Project war geboren. Sie übernahmen die alten Maschinen in Enschede und begannen, neue Chemie zu entwickeln. Die alte Prozesschemie war seit 1972 weitgehend unverändert von Polaroid benutzt worden und ist heute nicht mehr verfügbar. Teils bestehen die Produktionsstätten nicht mehr, teils ist eine Produktion aus Umweltschutzgründen heute nicht mehr erlaubt und teilweise sind die patentrechtlichen und sonstigen vertraglichen Bedingungen nach zwei Insolvenzen von Polaroid heute kaum noch zu entwirren.

Bis zum 22. Februar 2010 sollte eine erste schwarzweiße Variante des neuen Films verfügbar sein. Wie anhand von kurzen Filmschnipseln bei Youtube gezeigt, drehten sich die einzelnen Komponenten der Konfektionierung in den Niederlanden noch. Mit letzten Resten alter Materialien schien eine Produktion auch noch möglich: soweit dies anhand des publizierten Materials erkennbar war, warf die Maschine einzelne Filmpacks aus. Filmpacks, die mit der neuen Chemie produziert waren, konnten nicht entdeckt werden. Es gibt sie wohl bislang auch nicht.

Wie am 8. Februar 2010 via Pressemeldung mitgeteilt, kam der Entwicklungsprozess für den neuen Schwarzweißfilm am 6. Februar aufgrund eines nicht näher spezifizierten Problems ins Stocken, so dass der Termin 22. Februar 2010 für die geplante Präsentation in New York nicht zu halten war und abgesagt wurde. Bis zum 22. März soll jetzt entschieden werden, ob das Projekt Impossible noch zu retten ist, oder ob es dem Projektnamen folgend für die jetzigen Entwickler unmöglich ist, die Entwicklung erfolgreich abzuschließen und neues Filmmaterial zu produzieren.

War also das ganze Projekt nur eine pfiffige Inszenierung von Leuten, die dem Rausch der alten Fertigungstechnik in Enschede erlegen sind? Oder gibt es noch berechtigte Hoffnung, dass das Sofortbild für die 600er Kameras mit neuer Chemie überlebt? Für Antwort werden wir uns wohl mindestens bis zum 22. März gedulden müssen. Jede Aussage zur Verfügbarkeit wäre im Augenblick reine Spekulation; Konkretes aus dem unmöglichen Haus war auch nicht zu erfahren. Immerhin: Filme des Typs 100 gibt es ja noch von Fujifilm aus Japan.

(CJ)
 

Schon lustig

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 10. Februar 2010 - 22:18

schon lustig, dass es im Jahr 2010 so extrem schwierig scheint, mit heutzutage verfügbarer Chemie und chemischem know-how, etwas zu fabrizieren, was im Jahre 1972 kein Problem war.

Knapp 40 Jahre weiter und man bekommt nichts vergleichbares zustande?

Damals

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 11. Februar 2010 - 05:46

saß je auch noch Keinem die "Krise" im Nacken. Da hat man halt einfach mal drauflos gemacht. Die Chemie dürfte nicht das eigentliche Problem sein ...

Die "Krise" dürfte nicht das wirkliche Problem sein.

Bild von Shitop
Eingetragen von
Shitop
(Inventar)
am Donnerstag, 11. Februar 2010 - 08:55

Ein Grund der zur Krise führte, war, dass es seit vielen Jahren kaum noch reale Projekte für sinnvolle Investitionen gab, die so viel Rendite versprechen konnten wie die "Bankprodukte", die faktisch eher irgendwo zwischen Schneeball und Glücksspiel angesiedelt waren.
Ein ganz essentielles Problem für eine so kleine Mannschaft wie bei Impossible dürfte in den inzwischen bestehenden Beschränkungen und Dokumentationspflichten bestehen wie sie REACH mit sich bringt (http://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_(EG)_Nr._1907/2006_(REACH-Verordnung).

Bliebe nur noch die Frage

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 11. Februar 2010 - 09:42

inwieweit man die klassische Sofortbildfotografie heute als "sinnvolle" Investition beurteilt - die mit Sicherheit so gut wie keine Rendite bieten wird (zumindest nicht annähernd eine solche, wie die richtig bezeichneten "Bankprodukte") ...

(Farb-)Fotomaterial: nichts für den Hobbykeller

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 11. Februar 2010 - 07:21

Wenn die Spezialisten mit ihrer Erfahrung nicht mehr zur Verfügung stehen und das über die offengelegten Patente hinausgehende Detailwissen fehlt, kommt bestenfalls so etwas wie einst Orwo heraus. Auch bei den großen und qualitätsbewußten Herstellern dürfte so manche Charge wieder im Silberrecycling enden. Und selbst ein gut eingespielter Produktionsprozeß läßt sich nicht immer auf neue Anlagen übertragen - so soll Kodak nach Angaben von Kodak-Veteranen mit einer neuen Begießmaschine beim Kodachrome 25 zur Hälfte nur noch Ausschuß produziert haben, was das Aus bedeutete.

Für qualitativ hochwertige Sofortbilder gibt es nach wie vor die Fuji-Materialien. Um das Kinderspielzeug Polaroid ist es nicht schade.

Nicht Lustig

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 11. Februar 2010 - 08:17
Gast schrieb:

schon lustig, dass es im Jahr 2010 so extrem schwierig scheint, mit heutzutage verfügbarer Chemie und chemischem know-how, etwas zu fabrizieren, was im Jahre 1972 kein Problem war.

Knapp 40 Jahre weiter und man bekommt nichts vergleichbares zustande?

Damals hatte Polaroid alle Patente und Rechte. Heute hat sich das Thema extrem Verschärft. Das ganze Patentrecht dient längst nicht mehr dem Fortschritt, sondern verhindert sehr viele Weiterentwicklungen und sichtert nicht dem Erfinder die Entwicklungskosten, sondern ist eine Gelddruckmaschine für windige Spekulanten.

Nebenbei ist man auch im Umgang mit Chemie umweltbewuster. Nach den vielen Toten durch Lindan, PCP, Asbest usw gibt es doch ein gewisses Bewustsein für gesundheitsschädliche Produkte.

Haha... Analog ist echt tot (kT)

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 11. Februar 2010 - 08:38

kein text

Und digital bekommen wir auch noch unter den Boden

Bild von Shitop
Eingetragen von
Shitop
(Inventar)
am Donnerstag, 11. Februar 2010 - 17:46

Und das wird noch viel schneller gehen, als der Niedergang der analogen Technik, da der Energiebedarf für die digitale Infrastruktur so groß wird, dass die Kosten für zivile/private Anwendungen nicht mehr bezahlbar sein wird.

Shitop schrieb: Und das

Eingetragen von
Gast
am Donnerstag, 11. Februar 2010 - 23:56
Shitop schrieb:

Und das wird noch viel schneller gehen, als der Niedergang der analogen Technik, da der Energiebedarf für die digitale Infrastruktur so groß wird, dass die Kosten für zivile/private Anwendungen nicht mehr bezahlbar sein wird.

Ne, ist klar. Deshalb sammle ich schon Batterien. Die werden in 30 Jahren in Gold aufgewogen. Oder Diamanten (aber dicke)!!!

Ihr

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 12. Februar 2010 - 04:42

Vorredner übertreibt zwar etwas, dennoch kostet Ihr Posting hier einige Wattstunden um es zu schreiben, nicht zu schweigen vom Energieaufwand der Leser. Das Internet ist schon längst die größte und energiehungrigste Maschiene der Welt. Mal schauen wie lange wir sie noch füttern können!

So lange

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 12. Februar 2010 - 22:14

Sie (wir) wollen ... von einem Muss kann ohnehin keine Rede sein (ausser man "muss" davon leben).