Bedeu­tungs­volle Orte“ war das Thema des Zeiss Photo­graphy Award 2017, den Zeiss zusammen mit der World Photo­graphy Organi­sation ausrichtet. 4.677 Fotografen haben sich daran beteiligt, jetzt steht der Gewinner fest: Kevin Faingnaert aus Belgien. Der 30jährige zeichnet mit seiner Fotostrecke Føroyar das Leben auf den Färöer-Inseln nach.

Verliehen wird der Preis am 20. April 2017 in London, anschließend wird die Bildserie bei der Ausstellung der Sony World Photo­graphy Awards – Martin Parr 2017 vom 21. April bis 7. Mai 2017 im Londoner Somerset House präsen­tiert.

Pressemitteilung des Zeiss Photography Award:

Der Gewinner des ZEISS Photography Awards 2017 steht fest

Kevin Faingnaert aus Belgien dokumen­tiert das Leben auf den Färöern und zeichnet das Bild einer Kultur, die es womöglich nicht mehr lange geben wird.

OBERKOCHEN, 14/03/2017.

Der Gewinner des ZEISS Photo­graphy Awards steht fest: Kevin Faingnaert aus Belgien begeis­terte die inter­na­tionale Jury mit seiner Fotostrecke Føroyar, in der er ein Bild des Lebens auf den Färöer-Inseln zwischen Schottland und Island zeichnet. „Kevins Serie ist auf wundersame Art perfekt“, sagt Jury-Mitglied Claire Richardson, Bildre­dak­teurin beim Lonely Planet. „Drama­tische Landschaften wechseln sich mit einfühl­samen Portraits ab. Zusam­men­ge­halten wird alles durch sanfte Farben, die den Betrachter sofort in das Geschehen ziehen. Das Objektiv hält den Alltag in diesen abgele­genen Dorfge­mein­schaften fest, zeigt das Fußball­spiel im Ort genauso wie einen Mann, der allein in der Kirche Besinnung sucht. Wer sich dann die unerbitt­liche, wilde Umgebung anschaut, versteht, dass es sich um gewöhn­liche Menschen handelt, die unter außer­ge­wöhn­lichen Bedin­gungen leben; die sich festklammern am Ende der Welt.“

Kevin Faingnaert Belgium 2017 ZEISS Photography Award

Drama­tische Landschaften: Der Belgier Kevin Faingnaert zeichnet in seiner Fotore­portage Føroyar das Bild einer abgele­genen Kultur. © Kevin Faingnaert, Belgium, 2017 ZEISS Photo­graphy Award

Früher lebten dort hunderte Menschen, heute sind es nur noch fünf oder zehn“

Einen Monat lang lebt Kevin Faingnaert auf den Färöern, mitten unter den Einhei­mi­schen. Er macht Couchsurfing und reist per Anhalter. „Die Färöer sind mir sehr offen und neugierig begegnet“, erzählt er. Zum Dank macht er ihnen Frühstück, hilft beim Schnee­schippen und fährt mit den Fischern hinaus aufs Meer. Auf seinen Streif­zügen kommt er an kleinen Dörfern vorbei. „Vor einigen Jahrzehnten lebten dort hunderte Menschen, heute sind es oft nur noch fünf oder zehn, weil die jungen Leute in die Städte ziehen, wo sie sich bessere Chancen erhoffen. In ihrer Heimat sehen sie keine Zukunft mehr.“

Über seinen Sieg freut sich der 30-Jährige sehr: „Ich fühle mich unglaublich geehrt, dass ich den ZEISS Photo­graphy Award gewonnen habe und dass meine Fotos zwischen all den anderen großar­tigen Einsen­dungen wahrge­nommen wurden. Das motiviert mich und gibt mir Kraft, weiter­zu­machen und neue Ideen aufzu­greifen, die mir durch den Kopf schwirren, seit ich denken kann.“ Als Gewinn erhält Faingnaert Foto-Objektive von ZEISS im Gesamtwert von 12.000 Euro, außerdem 3.000 Euro für eine Fotoreise. Die feier­liche Preis­ver­leihung findet am 20. April 2017 in London statt.

Kevin Faingnaert Belgium 2017 ZEISS Photography Award 2017

Einfühlsame Portraits: Einen Monat lang lebte Faingnaert unter den Einhei­mi­schen. „Die Färöer haben mich offen und neugierig aufge­nommen“, sagt er. © Kevin Faingnaert, Belgium, 2017 ZEISS Photo­graphy Award

30.000 Einreichungen aus 130 Ländern

Bedeu­tungs­volle Orte“ („Meaningful Places“) war das Thema des ZEISS Photo­graphy Awards 2017, den ZEISS zusammen mit der World Photo­graphy Organi­sation ausrichtet. Mehr als 30.000 Fotos von 4.677 Fotografen aus mehr als 130 Ländern wurden einge­reicht. Die inter­na­tionale Jury war mit Experten aus der Fotoin­dustrie besetzt: Neben Claire Richardson bewer­teten Sarah Toplis vom Online-Kunst­händler The Space und der Fotograf Jürgen Schadeberg alle Einsen­dungen. Folgende Fotografen haben es auf die Shortlist geschafft:

  • Anna Filipova, Großbri­tannien
  • Mario Adario, Italien
  • Chris­topher Roche, Großbri­tannien
  • Sonja Hamad, Deutschland
  • Ben Bond Obiri Asamoah, Ghana
  • Frederik Buyckx, Belgien
  • Nicholas White, Großbri­tannien
  • Fabian Muir, Australien
  • Nicky Newman, Südafrika

Faingnaerts Gewin­ner­serie und ausge­wählte Fotos aus dem Wettbewerb werden bei der Ausstellung der Sony World Photo­graphy Awards – Martin Parr 2017 im Londoner Wahrzeichen Somerset House vom 21. April bis 7. Mai 2017 gezeigt.

Die Fotos der Gewin­ner­serie Føroyar von Kevin Faingnaert können Sie sich hier anschauen, eine Übersicht über die Shortlist finden Sie hier.