Nicht selten sind Frauen die besseren Fotografen: Sie interessieren sich weniger für die Technik und mehr für die Motive.

— thoMas

Am 25.7.

  • 1917: Drei japanische Optikfirmen schließen sich zur Nippon Kogaku K.K. (heute Nikon) zusammen

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Positionspapier: Schneider Kreuznach - High-End-Qualität für Endverbraucher

Über die Kooperation von Schneider Kreuznach mit Kodak und Samsung findet sich nur wenig Konkretes. Wir wollten gerne wissen, wie diese Kooperationen exakt gestaltet sind. Was im Ergebnis dazu führte, dass sich die Firma ein paar grundsätzliche Gedanken machte und uns zur Verfügung stellte:

Vorbemerkung: Während es die Kooperationspartner Panasonic / Leica und Sony / Zeiss recht gut verstehen, zu vermitteln, wie die Kooperationen angelegt sind und dass ein Objektiv, auf dem „Leica“ oder „Zeiss“ steht, einem gewissen Qualitätsanspruch genügen muss, haben Schneider Kreuznach und auch die Kooperationspartner Kodak und Samsung bislang nur wenig Konkretes zu den Kooperationen verlauten lassen.

Unsere Nachfrage bei Schneider Kreuznach wurde gewissermaßen doppelt belohnt: Einerseits wurden unsere Fragen beantwortet (siehe Im Interview: Schneider Kreuznach), zum Anderen war die Anfrage der Firma Schneider Kreuznach Anlass, eine Art Positionspapier zu verfassen und uns zur Verfügung zu stellen, das wir hier nur zu gerne veröffentlichen:


High-End-Qualität für Endverbraucher

Schneider Kreuznach setzt auf Kooperationen mit Technologiekonzernen

Die Jos. Schneider Optische Werke GmbH (kurz: Schneider Kreuznach) zählt zu den Weltmarktführern im Bereich der Hochleistungsobjektive. Das 1913 gegründete Unternehmen ist international anerkannter Spezialist in seinen Geschäftsfeldern Fotografie, Kino/Projektion, Industrieoptik, Augenoptik und Servohydraulik. Entwickelt und produziert werden die High-End-Produkte in Bad Kreuznach oder im US-amerikanischen Tochterunternehmen. Kernkompetenzen der Schneider-Gruppe sind Optik- und Mechanik-Design sowie Messtechnik für optische Systeme, hochwertige Optik-Fertigung und Dünnschicht-Systeme.

Mit dem Ziel, seine professionellen Objektive auch dem Endverbraucher zugänglich zu machen, arbeitet Schneider Kreuznach seit vielen Jahren mit renommierten Kooperationspartnern der Foto- und Elektronik-Branche zusammen: Als geradezu „historisch“ lässt sich die Verbindung zu Kodak bezeichnen, deren Anfänge bis in die 1960er Jahre zurückreichen. Bereits für analoge Kodak-Kameras wurden Objektive entwickelt, von denen mehrere Millionen Stück in Kameras verbaut wurden, u.a. in den Retina-Kleinbildkameras. Seit 2002 arbeiten Kodak und Schneider Kreuznach im Bereich der digitalen Fotografie zusammen: Ziel ist es, gemeinsam neue Konzepte und innovative Produkte für die Zukunft zu entwickeln. Eine weitere erfolgreiche Partnerschaft besteht seit 1995 mit dem Technologiekonzern Samsung. Darüber hinaus kooperiert Schneider Kreuznach mit renommierten Herstellern von Kleinbild-, Mittelformat- und Großbild-Kameras wie Alpa, Cambo, Leica, Linhof und Plaubel. Auch mit Hasselblad wurde in der Vergangenheit bereits erfolgreich zusammengearbeitet.

Gemeinsam ist den Kooperationen, dass es sich um eine „echte“ Zusammenarbeit von Partnern im Sinne einer „mutual cooperation“ handelt. Hier bringt jeder Partner sein spezielles Know-how mit ein: Schneider Kreuznach seine über 90-jährige Erfahrung in der Entwicklung von (Hochleistungs-)Objektiven für den High-End-Bereich. Das Unternehmen generiert hier Ideen aus der professionellen Optik-Welt und adaptiert sie auf den Endverbraucherbereich. Die Partner liefern das technische Know-how für den Bau der (Digital-)Kameras. Beide gemeinsam entwickeln zukunftsweisende Kamera-Konzepte und innovative Produkte für den Endverbraucher. Ein Ergebnis ist z. B. die erste zweiäugige Digitalkamera (CES 2006: Die Doppeläugige - Kodak EasyShare V570; und ganz neu: Kodak EasyShare V610).

Der Ablauf dieser Zusammenarbeit lässt sich allgemein wie folgt skizzieren:
1. Geleitet von den Fragestellungen „Wie sieht die Kamera der Zukunft aus? Welche technischen und optischen Features setzen in einigen Jahren Trends auf dem Fotografie-Markt?“ entwickeln Mitarbeiter der Abteilungen Marketing, Entwicklung und Technik beider Partner das Konzept für eine neue Kamera oder die Weiterentwicklung eines bereits eingeführten Produktes (z. B. ein Weitwinkelobjektiv für eine Digitalkamera). In diesem Konzept werden die optischen und technischen Details sowie das spätere Design definiert. Ziel und Anspruch ist es, wegweisende und innovative Kameras auf den Markt zu bringen.
2. Schneider Kreuznach entwickelt das entsprechende Objektiv - und zwar in enger Abstimmung mit dem Partner, denn Objektiv und Kamera müssen letztlich kompatibel sein. Hier gilt der Grundsatz: „Schneider steht nur dort drauf, wo auch Schneider drin ist“. Maßstab für die Objektiv-Entwicklung sind die Erfahrungen von Schneider Kreuznach im professionellen Bereich sowie die dort angewandten hohen Qualitätskriterien.
3. Der Partner integriert das Objektiv in die von ihm gebaute Kamera. Das Design des Objektivs orientiert sich an den Vorgaben des Kamera-Konzepts.
4. Die anschließenden Messungen der Prototypen sowie das ständige Überprüfen der Serienproduktion durch Schneider Kreuznach garantiert die Qualität der Objektive. Die Messtechnik der Tests entspricht dabei derjenigen der High-End-Produkte des Unternehmens.

Von den Kooperationen zwischen Schneider Kreuznach und den Technologiekonzernen profitieren alle Seiten, insbesondere der Kunde.
• Schneider Kreuznach bieten sie die Chance, seine hochwertigen Objektive im Zukunftsmarkt der digitalen Fotografie zu positionieren und für seine Produkte so auch den Endverbraucher-Markt zu erschließen.
• Die Kooperationspartner profitieren vom Imagetransfer der Marke „Schneider Kreuznach“ auf die eigenen Kameras. Schneider Kreuznach steht in der Branche international für Qualität. Und so garantiert der Name als Gütesiegel auch die Qualität der Objektive in den gemeinsam mit den Partnern entwickelten Kameras.
• Last but not least ist die Kooperation zum Vorteil der Kunden: Der Endverbraucher erwirbt eine Digitalkamera mit einem Objektiv in Profi-Qualität.

Für Schneider Kreuznach sind im Hinblick auf die Kooperationen folgende Punkte von zentraler Bedeutung:
• Als einer der Weltmarktführer im Bereich Hochleistungsobjektive arbeitet Schneider Kreuznach mit Partnern zusammen, die ebenfalls in ihrer Branche zu den Top-Herstellern zählen. Beide Namen stehen für Qualität und Innovation in ihrem Bereich.
• Win-Win-Situation: Die Kooperation ist so angelegt, dass beide Partner von ihr profitieren. Schneider Kreuznach, indem neue Zukunfts- und Absatzmärkte für die Objektive erschlossen werden. Die Partner, indem sie ihre technisch ausgefeilten Kameras mit einem hochwertigen Schneider-Objektiv ausstatten.
• Langfristigkeit: Entscheidend ist auch der Wille beider Seiten, die Partnerschaft langfristig anzulegen.

Schneider Kreuznach und seine Partner ziehen eine eindeutige Erfolgsbilanz ihrer jeweiligen Kooperationen: Einige der gemeinsam entwickelten Produkte sind in einzelnen Ländern sogar Marktführer.


Siehe auch: Jos. Schneider Optische Werke GmbH

(thoMas)

? Wie kommt es dann, ....

Bild von Rumpelstilzken
Eingetragen von
Rumpelstilzken
(Ehrengast)
am Freitag, 28. April 2006 - 17:30

... dass auf dem Objektiv der Samsung Digimax L85 erst Mal "Samsung Lens" steht (siehe http://www.photoscala.de/node/view/1514), bevor es dann schwuppdiwupp auf dem Weg von Korea in die weite Welt als "Schneider-Kreuznach" umgelabelt und verkauft wird?
Steckt in dem neuen Frontring das High-End-Knowhow?
Ob Herr Laberda, Leiter Public Relation / Communication bei Schneider Kreuznach, uns das kommuniziert?

Schneider

Eingetragen von
Gast
am Freitag, 28. April 2006 - 18:01

Auf der gesamten Schneider- Website ist kein einziger Hinweis auf die Kooperationen mit Kodak bzw. Samsung zu finden. Das bringt ja sogar Zeiss im Hinblick auf Sony fertig. Sind ja eigentlich alles berühmte Namen, auf die man stolz verweisen kann. Kurz und bündig - Schneider hält sich wohl aus gutem Grund bedeckt. Der Verdacht des lukrativen Objektivringes bleibt. Auf die Retina in den 60er- Jahren zu verweisen ist ziemlich frech.

Objektivringe

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 29. April 2006 - 12:17

zu fertigen, ist eine Kunst, die der Koreaner nicht in der Qualität beherrscht, die in Europa verlangt wird ....

Ich möchte mal bei aller ber

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 30. April 2006 - 23:19

Ich möchte mal bei aller berechtigten Kritik noch was anderes sagen.
(Süd-)Korea , genau wie das demokratische Taiwan - das vom Westen - gerade von Schröder/Fischer und Genossen -tagtäglich politisch verraten wurde - ,ist ein klasse Land mit lauter sehr gebildeten (siehe Pisa-Studie) freundlichen Menschen. Ich war schon in Korea. Die brauchen n i e m a n d en der Ihnen zeigt wie man Objektive fertigt - auch uns Deutsche nicht. Es gibt koreanische Firmen die sind technisch Weltspitze (siehe Samsung Fernsehflachbildschirme). Es ist leider Wahrheit, daß auch Schneider-Kreuznach, eine Firma die ich sehr mag und in deren Nähe ich wohne, wohl nur überleben kann wenn sie zumindest ihren Namen via Samsung vermarktet. Man sollte Schneider-Kreuznach nicht zu sehr zum Buhmann machen; die handeln nur nach globalisierten Marktzwängen. Ohne Koreaner wären dort sicher die Lichter längst aus. Für Rollei gilt dasselbe. Unserer Probleme sollten schon hier in Deutschland gelöst werden.
Hans-Werner Bernhart

HWB bringt es auf den Punkt:

Eingetragen von
Gast
am Montag, 01. Mai 2006 - 16:03

Unsere Probleme müssen hier im Lande gelöst werden und man sollte schnellstmöglichst damit anfangen. Nur wer sich ändert, wird hier bestehen bleiben (Friedhelm Merz). Änderungen sind aber genau das, was der Deutsche in seiner Überheblichkeit und seinem in der Welt einzigartigen Schubladendenken überhaupt nicht will. Meist ist er nicht in der Lage, die ... Milliarden feiner Abstufungen zwischen Schwarz und Weiss zu erkennen (und da haben wir von Farbe noch nicht einmal gesprochen). Am liebsten ist ihm die totale Absicherung von der Wiege bis zum Sarg und das möglichst als Beamter. Und, wenn das schon nicht möglich ist, wird die Bürokratie in einen nicht mehr durchdringbaren Dschungel verwandelt. Weltweit gesehen dürfte ein deutsches Unternehmen für ein ausländisches einer der schwierigsten Partner sein. Durch ewige Besserwisserei sind schon tolle Kooperationen gescheitert. Und am Ende sind alle froh, wenn Deutsche nur die Frontringe liefern und sich ansonsten raushalten. So long, BB