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Die Fotografie veranlasst uns, die Welt zu erkennen statt nur zu sehen. Und mit der Erkenntnis beginnen wir, uns selbst zu verstehen.
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Neue Helden
Schonungslos sind sie, die Fotos des ukrainischen Dokumentarfotografen Sergey Bratkov, die den post-sowjetischen Alltag dokumentieren. Sie zeigen Armut, Drogensucht, Obdachlosigkeit und Prostitution:
In der Frankfurter Galerie Anita Beckers waren sie schon vor einigen Jahren zu sehen, die „Birds“ des 1960 geborenen ukrainischen Dokumentarfotografen Sergey Bratkov: Bilder aus seiner Heimat Kharkov der zweitgrößten Stadt in der Ukraine. Seine „Vögel“, das waren nach Klebstoff süchtige Kinder, Jugendliche in Gefängnissen, Mädchen und Jungen aus Waisenhäusern.

Sergey Bratkov. Aus der Serie «My Moscow», 2003 (Mein Moskau). Lambda Print, 28 x 72 cm. Courtesy Regina Gallery, Moskau. © Sergey Bratkov
Vom 7. Juni bis zum 24. August ist im Fotomuseum in Winterthur nun die Ausstellung „Sergey Bratkov Heldenzeiten“ zu sehen, eine erste große Retrospektive mit etwa 130 Werken, die einen umfassenden Blick auf Bratkovs fotografisches Schaffen ermöglicht. Schonungslos sind diese Bilder, die den post-sowjetischen Alltag dokumentieren. Sie zeigen Armut, Drogensucht, Obdachlosigkeit und Prostitution, Bilder aus einer, wie es die Ausstellungsmacher formulieren, „noch nicht geborenen neuen Zeit“.

Sergey Bratkov. Aus der Serie «Secretaries», 2001 (Sekretärinnen). C-Print, 80 x 60 cm / Aus der Serie «Sailors», 2001 (Seeleute). C-Print, 85 x 61,5 cm
Courtesy Regina Gallery, Moskau. © Sergey Bratkov
Porträts von Sekretärinnen, Stahlarbeitern, Boxern, Matrosen oder Soldatinnen sind zu sehen. „Helden“ sind sie nicht wirklich, zumindest nicht im klassischen Sinn, wohl aber Exponenten einer neuen Zeit, die Bratkov auf provozierende Weise, überspitzt, ironisch und durch und durch subjektiv inszeniert. Ist das die neue sowjetische Wirklichkeit? Wer mehr erfahren will, dem sei das Buch empfohlen: Ein Katalog mit verschiedenen Texten erscheint im Zürcher Verlag Scheidegger & Spiess.
(Marc Peschke)

Ausstellung:
Sergey Bratkov Heldenzeiten
7. Juni bis 24. August 2008
Fotomuseum Winterthur
Grüzenstrasse 44 und 45
8400 Winterthur
Telefon 0041 (0)52 234 10 34
Di bis So 11 bis 18 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr
Buch:
Thomas Selig (Hrsg.)
Sergey Bratkov. Eine ausgewählte Werkübersicht 1989-2008 (bei amazon.de)
Gebundene Ausgabe. 208 Seiten. Etwa 240 Abbildungen
Verlag Scheidegger & Spiess 2008
ISBN-13: 978-3-85881-218-6
40 Euro
Sergey Bratkov. Sasha, aus der Serie «Kids», 2000 (Kinder). C-Print, 40 x 27 cm. Courtesy Regina Gallery, Moskau. © Sergey Bratkov
Zum Thema:
- Sergey Bratkov - Heldenzeiten; Winterthur
- Heldenzeiten in Hamburg
- Sergey Bratkov – Heldenzeiten; Hamburg
- Internationales Naturfoto-Festival 2008
- Tiefschwarze Schatten: „Deep Black“ von Peter Schlör
- Verliebt in die Schönheit: Der Zürcher Fotograf Walter Pfeiffer
- Nachschlag: 2. Lumix Festival für jungen Fotojournalismus
- Schweizer Klassiker: Theo Frey
- Where Three Dreams Cross - 150 Jahre Fotografie aus Indien, Pakistan und Bangladesch
- Radierer und Fotograf: Ferdinand Schmutzer
- Heimat und Abstraktion: Drei neue Bücher im Kehrer-Verlag
- Ewige Maskerade - die Schweizer Künstlerin Manon (aktualisiert)





paßt überhaupt nicht zu den Bildern
Dieser Beitrag paßt überhaupt nicht zu den Bildern! Einfach nur die übliche Runtermache allen sowjetischen?
Na jedenfalls kann der darin Geübte es unbesehen schlucken.
Vielleicht hätte Herr Peschke etwas mehr Bilder aussuchen sollen, die dem Tenor seines Kommentars entsprechen.
hm
Sekretärinnen, Stahlarbeitern, Boxern, Matrosen oder Soldatinnen sind keine Helden. Finanzspekulanten, Banker und Politiker etwa? Oder kommt da nur noch Superman in Frage?