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Ein echtes Foto muss nicht erklärt werden; noch kann es mit Worten beschrieben werden.
Am 24.5.
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Nachdenkliche Fotografie. André-Kertész-Retrospektive in Winterthur
Im Fotomuseum Winterthur ist mal wieder ein echter Klassiker der Fotokunst neu zu entdecken: André Kertész. Die Retrospektive stellt den 1894 in Ungarn geborenen Fotografen umfassend vor:
Beinahe ein ganzes Jahrhundert lebte der 1894 in Budapest geborene André Kertész. Ein langes Schaffensleben in den drei Städten Budapest, Paris, New York, das in der Ausstellung im Fotomuseum Winterthur wieder lebendig wird. Roland Barthes hat Kertészs Kunst „nachdenkliche Fotografie“ genannt und tatsächlich sind die Momente der Melancholie, der nachdenklichen Einsamkeit nicht selten in diesem Werk.
250 Fotografien sind in Winterthur zu sehen, chronologisch angeordnet. Kertészs Karriere als Fotograf beginnt mit dem Umzug nach Paris im Jahr 1925. Hier fertigt er Porträts der Künstler-Bohème der Zeit an und arbeitet für viele Magazine und Zeitungen. 1934 erscheint sein bekanntestes Fotobuch „Paris vu par André Kertész“.
André Kertész: Distorsion n° 41, 1933 (Verzerrung Nr. 41) [mit Selbstporträt von André Kertész]
Silbergelatine-Abzug, späterer Abzug, 18,5 x 24,7 cm
Collection Maison Européenne de la Photographie, Paris

André Kertész: Unterwasserschwimmer, Esztergom, 1917
Silbergelatine-Abzug, Abzug von 1980, 19 x 27 cm
Bibliothèque nationale de France
Bestimmte fotografische Techniken hat Kertész perfektioniert, wie etwa die Verzerrung mit Spiegeln, jene „Distortions“, mit denen er zum Vorläufer der surrealistischen Fotografie wurde. Kertész war dem Experiment nicht abgeneigt, im Gegenteil: Der „ewige Amateur“, wie er sich selbst nannte, spielte mit Licht und Schatten.
1927 zeigte er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Sacre-du-Printemps in Paris, später arbeitete er in den USA für Magazine wie Vogue oder Harpers Bazaar. Sein Feld, das war die „Poesie des Alltäglichen“, wie seine Pariser Ansichten oder auch seine Sachfotografien zeigen. Oft waren seine Sujets von größer Einfachheit: Fahrzeugspuren im Schnee, ein Bordstein, mehr brauchte Kertész nicht für eine gute Fotografie. Er ließ sich nicht auf einen Stil festlegen und gilt heute manchen als Surrealist, anderen als neusachlicher Fotograf. In gewisser Weise heben sich in seinem Werk diese Kategorien auf Kertész war zu frei, zu ungebunden, um sich in Stil-Schubladen zwängen zu lassen.
André Kertész: Elizabeth und ich, 1933
Silbergelatine-Abzug, Abzug aus den 1960er Jahren, 25,3 x 17,5 cm
Sammlung Sarah Morthland, New York

André Kertész: Satiric Dancer, 1926 (Satirische Tänzerin)
Silbergelatine-Abzug, Abzug aus den 1970er Jahren, 25,4 x 20,3 cm
Courtesy Estate of André Kertész, New York
„Ich habe nie einfach Fotos gemacht, ich drücke fotografisch mich selbst aus“, hat Kertész einmal gesagt. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Die vom Pariser Jeu de Paume zusammengestellte Schau wird von einem bei Hatje Cantz erschienenen Katalog begleitet. Die Ausstellung wird anschließend im Martin-Gropius-Bau in Berlin und im Magyar Nemzeti Múzeum in Budapest gezeigt.
(Marc Peschke)
Ausstellung:
André Kertész Retrospektive
26. Februar bis 15. Mai
Fotomuseum Winterthur
Grüzenstrasse 44 + 45
CH - 8400 Winterthur
Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr
Katalog:
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hatje Cantz Verlag.
André Kertész: Verlorene Wolke, New York, 1937
Silbergelatine-Abzug, Abzug aus den 1970er Jahren, 25,2 x 20,3 cm
Courtesy Sarah Morthland Gallery, New York
Zum Thema:
- Sagenhaft: Andréas Langs Fotobuch „Eclipse“
- Knallbunter Abgesang: Ein Amerika-Buch von André Lützen
- Eyes on Paris; Hamburg
- In Urwäldern: Fotografien von André Wagner
- Ré Soupault - Eine Künstlerin im Zentrum der Avantgarde; Regensburg
- Ré Soupault – Wiederentdeckung einer Wegbereiterin der Avantgarde, Retrospektive; Mannheim
- René-Burri-Retrospektive in Hamburg
- Karin Székessy – Les filles dans l‘atelier; Berlin
- Aufbruch zu Neuem: Die Avantgarde-Künstlerin Ré Soupault
- Ein Bild von Paris
- Mädchen im Atelier
- Dr.-Erich-Salomon-Preis 2009 geht an Sylvia Plachy





Den lieb ich
immer noch. Hat die Zeit gut überstanden.
sorry
aber ich bekomme von solchen Fotos eher Depressionen.
Manisch Depressiv
Die Fotografie ist in gewissem Sinne manisch depressiv. Entweder manisch wie in den Stockfotos, wo jeder positiv lächelt oder sowieso super sauber ist - oder alte SW-Fotos wie die von Kertesz mit einer gewissen depressiven Note...
Darum ist für mich die schönste Fotografie die "coole" Fotografie, wenn es so etwas überhaupt gibt. So etwas wie der >>cool jazz<< :-)