Es ist bloß gut, dass die Fotos nicht noch schlechter werden können, als es die optischen Gesetze erlauben!

— Erich Kahlmeyer

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Mein Vater ist Chef: Christoph Burtschers fotografische Erinnerungen

Foto Christoph BurtscherDie eigenen, als Kind angefertigten Fotografien sind Gegenstand eines ungewöhnlichen Fotobuchs. Der in Berlin lebende Künstler Christoph Burtscher hat seine „Frühen Fotografien“ gesichtet, neu zusammengestellt, mit alten Schulaufsätzen kombiniert und daraus ein faszinierendes Buch gemacht:

Foto Christoph Burtscher Schon das Buchcover überrascht. Ein Junge im gelben Schlafanzug macht ein Selbstporträt, fotografiert in einen Spiegel. Und weil es dunkel ist, blitzt es. Der helle Leuchtpunkt reflektiert im Glas – und das Gesicht ist nicht mehr zu erkennen. Jeder Fotograf hat schon einmal so ein Bild gemacht, hat sich selbst im Spiegel gesehen, hat ausgelöst und sich dann über den Blitz geärgert. Oder sich gefreut, gewundert über das gleißend helle Licht.

Auch Christoph Burtscher hat so ein Bild gemacht. Es ziert sein Fotobuch „Mein Vater ist Chef“, das gerade erschienen ist. Dieses Buch ist etwas ganz Ungewöhnliches, weil es Fotografien mit Texten aus alten Schulaufsätzen kombiniert, Bilder und Texte, die der heute erwachsene Fotokünstler als Kind angefertigt hat. Über Jahre, Jahrzehnte lagerten sie in Mappen im Keller. Jetzt hat Burtscher die alten Schätze gesichtet, geordnet, neu zusammengestellt und zu einem Buch verdichtet. Es gehört zu den schönsten Veröffentlichungen dieses Jahres.

Foto Christoph Burtscher Das kleine, in Leinen gebundene Büchlein birgt Schätze der Schnappschussfotografie. Bilder, die zeigen, wie sich ein Kind mit einem Fotoapparat der Welt nähert. Seine Welt, das ist die Familie, die Schulfreunde, Ausflüge in die nähere Umgebung, Urlaube im Ausland – eine Welt, die Burtscher als Kind mit großem Eifer fotografiert hat. Was diese Bilder zu etwas Besonderem macht, ist der unverstellte Blick auf den Alltag. Wir sehen „Papa morgens nach dem Aufstehen“ oder „Tante Linda abends vor dem Ausgehen“, beide aus dem Jahr 1976.

Noch früher und in Schwarzweiß hat der 1965 in Bludenz in Österreich geborene Burtscher seine „Ebinger Oma“ fotografiert – oder auch „Tante Linde und Michi (Cousin)“, doch diese ganz frühen Bilder rühren noch nicht so stark an. Erst mit der Farbe zieht ein besonderer Stil, eine besondere Kraft in das Werk des Kinderfotografen ein. Lakonisch werden jetzt ganz einfache Tätigkeiten dargestellt: Wir sehen etwa wieder Tante Linde, Geld zählend – oder die eigene Mutter in einem Taxi in London.

Foto Christoph Burtscher Immer betörender werden die Bilder nun. „Susi (Cousine) auf der Fähre von Calais nach Dover“ ist eine Fotografie, die man immer wieder anschauen möchte: das kleine Mädchen mit den roten Haaren, wie sie über die Reling blickt. Oder „Katharina fliegt“: ein Kind, das in der Luft zu schweben scheint. Im Hintergrund die Bludenzer Berge. Ein zärtliches Porträt hat Burtscher an einem Sonntag im Internat von seinem Freund Michael angefertigt, ein ganz und gar skurriles von dem sich kämmenden Cousin Walter. Seinen Cousin Michi zeigt er in einen grotesken schwarzen Mantel gehüllt – allesamt Bilder, die man gerne lange betrachtet.

Was bedeutet es, wenn ein erwachsener Künstler seine Kinderbilder ordnet und neu zusammenstellt? Anton Holzer hat es in seinem Buchbeitrag auf den Punkt gebracht: „Er hebt in seinem Fotoprojekt 'Mein Vater ist Chef' die Trennung zwischen kindlicher und künstlerischer Wahrnehmung ein Stück weit auf, macht sie durchlässig. Und er beobachtet, was passiert, wenn Erinnerung und Kunst aneinander geraten.“

(Marc Peschke)
 
 
Titelabbildung Mein Vater ist Chef. Frühe Fotografien von Christoph Burtscher  
 
Künstler:
Christoph Burtscher

Buch:
Christoph Burtscher
Mein Vater ist Chef. Frühe Fotografien (bei amazon.de)
Gebunden. Deutsch. 112 Seiten
Verlag Fotohof
Salzburg 2009
ISBN 978-3-902675-20-0
25 Euro
 

Kann, nein MUSS...

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 20. Juni 2009 - 23:07

...man wirklich alles veröffentlichen?

.. das ist noch lange nicht

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 09:20

.. das ist noch lange nicht alles!

Kann, nein MUSS...

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 11:33

...man wirklich alles kommentieren?

Mal nichts sagen.

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 11:39

Kann, nein muss man alles kommentieren?
Kann man Projekte und Kunstwerke, die einen nicht ansprechen, nicht einfach unkommentiert stehen lassen?

Gast schrieb:

...man wirklich alles veröffentlichen?

Man kann machen was man will ...

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 19:15
Gast schrieb:

Kann, nein muss man alles kommentieren?
Kann man Projekte und Kunstwerke, die einen nicht ansprechen, nicht einfach unkommentiert stehen lassen?

Gast schrieb:

...man wirklich alles veröffentlichen?

Man kann scheinbar wirklich machen was man will,
es wird immer jemanden geben der das für Kunst hält,

hurtz.

Stimmt...

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 13:18

...in diesem Fall war es wohl nicht wirklich notwendig.

Stilbruch

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 09:46

Erst so schöne Analog-Aufnahmen und zum Abschluss ein hässlicher HDR-Alptraum? http://www.ch-burtscher.de/jerusalem.html

: : :

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 11:37

"Immer betörender werden die Bilder nun." das sagt doch schon alles.

....

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 19:50

Mein Gott... also langsam... unter jedem Photoscala Artikel der sich mit Fotografie weitergehend als nur auf einer Ebene von Technik, Optik und Verwandtem auseinandersetzt immer wieder das gleiche Genoergel, Gesabbel und Nasengeruempfe von Menschen die augenscheinlich keinerlei Bezug zum Medium als Solchem haben. Ein Buch wie die im Artikel beschriebene ist vom Ansatz selbstverstaendlich veroeffentlichungswuerdig und hier heisse Luft abzulassen ohne das Ding in die Hand genommen zu haben und festzustellen ob Layout, Editing etc. das Konzept tragen ist einfach nur kleinbuergerlich und verdient die khaki-farbene Fotoweste am Bande ersten Grades.

Genau,

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 21:30

Genau, wer von Kunst auch nur im Entferntesten etwas wie Können erwartet ist ja dermasen spießbürgerlich,
über so etwas stehen Sie natürlich drüber.

Wie,

Eingetragen von
Gast
am Montag, 22. Juni 2009 - 10:34

definiert sich denn bitte fuer sie 'Koennen' in der Fotografie? Interessiert mich, ehrlich!

Das Wort "Künstler"...

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 22:50

...sollte neu definiert werden!
Es wirkt geradezu beängstigend, daß sich ein paar Spaßgesellschaftsmitglieder mit dem gleichen anspruchsvollen Titel versehen, wie wirkliche einmalige Könner auf ihrem Gebiet.

Was Sch**** ist,...

Eingetragen von
Gast
am Sonntag, 21. Juni 2009 - 23:16

...ist eben Schnappschußfotografie. Ist doch ganz klar! Noch besser, wenn das Zeugs schon 30 Jahre auf dem Buckel hat. Gute Fotos sind eben Glückssache. Wichtiger erscheint, "die Trennung zwischen kindlicher und künstlerischer Wahrnehmung ein Stück weit aufzuheben". Was will man mehr...?!

Notiz an mich selber

Bild von Die Faust
Eingetragen von
Die Faust
(Hausfreund)
am Montag, 22. Juni 2009 - 10:15

*Fotoempfehlungen von Photoscala dankend annehmen, Kommentare dazu nicht mehr lesen*

Und...

Eingetragen von
Gast
am Montag, 22. Juni 2009 - 11:47

...vor allem keine Kommentare zu nichtgelesenen Kommentaren abgeben!

Schön ist es auf der Welt zu sein.

Bild von Die Faust
Eingetragen von
Die Faust
(Hausfreund)
am Montag, 22. Juni 2009 - 12:04
Gast schrieb:

...vor allem keine Kommentare zu nichtgelesenen Kommentaren abgeben!

War ich jetzt gemeint? Hach, Aufmerksamkeit!

=)

Betonung liegt auf "nicht", also nicht mehr. Die Essenz aus dem, was ich eben alles hier lesen musste. Ich verstehe auch nicht, was die ganzen Leica-User hier verloren haben, sollen die doch weiter ihre Enkel knipsen un sich im eigenen Forum gehackt legen, statt hier rumzutrollen.

Gott sei Dank ist die Lebenserwartung dieser Spezies nicht mehr die Höchste.

Darf man so etwas so sagen? Ich denke schon, alles andere wäre ja Outing ;)

Wer sind eigentlich Idioten,

Eingetragen von
Gast
am Montag, 22. Juni 2009 - 12:08

die hier blöde Kommentare machen, oder die sie nicht ausfiltern?

Gelle, mehr Mitgefühl für die Leser wär schon was feines.