Bei Aufnahmen geht es nicht um Schärfe oder Qualität, auch nicht um Farbe. Es geht um den Inhalt. Ohne Inhalt sind sie nichts.

— Fred Herzog

Am 29.6.

  • 1844: William Henry Fox Talbot veröffentlicht „The Pencil of Nature“, das erste Buch mit Fotografien

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Kult-Kalender Pirelli 2013

Foto: Steve McCurryHeiß ersehnt und heiß begehrt: Jedes Jahr im November wird der neueste Pirelli-Kalender – „The Cal“ – vorgestellt. Die Ausgabe fürs Jahr 2013 dieses berühmten Kalenders, der an Auserwählte verschenkt, aber nicht an jeden verkauft wird, wurde jetzt in Rio de Janeiro präsentiert. Nicht die Erotik schöner Frauen steht diesmal im Vordergrund, sondern deren soziales Engagement. Fotografiert hat Steve McCurry:

Seit dem Jahr 1964 gibt es jedes Jahr einen Pirelli-Kalender (mit Unterbrechungen 1967, sowie 1975 bis 1983 einschließlich) und seit Anbeginn ist Tradition, dass die Kalender nicht gekauft werden können, sondern ausschließlich an Freunde und Kunden des Hauses verschenkt werden. Die Auflage liegt bei 35.000 Stück. Alle, die nicht zu den Auserwählten gehören, können die Kalenderblätter (auch vergangener Jahre) unter Pirelli Calender Club – nach einer Registrierung bzw. Code-Eingabe (auf dem Kalender zu finden) – einsehen oder sich überlegen, eins der Exemplare käuflich zu ergattern. Billig wird das nicht: für einen Kalender werden bis zu 6000 Euro geboten.

Die 40. Ausgabe hat Steve McCurry fotografiert, der mit seinen Aufnahmen auch die jüngste soziale und wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens dokumentieren will.
 

Foto: Steve McCurry
 
 
Foto: Steve McCurry

© Pirelli Kalender 2013, Steve McCurry

 
Neben den Gesichtern, die als Graffiti auf Wände gemalt wurden, und jenen, die dem Fotografen auf der Straße begegneten, lichtete McCurry auch besondere Models ab, die ein starkes persönliches Engagement für Stiftungen, humanitäre Projekte und nichtstaatliche Hilfsorganisationen eint.
 

Foto: Steve McCurry

Sonia Braga
© Pirelli Kalender 2013, Steve McCurry

 
 
Foto: Steve McCurry

Adriana Lima
© Pirelli Kalender 2013, Steve McCurry

 
 
Foto: Steve McCurry

Summer Rayne Oakes
© Pirelli Kalender 2013, Steve McCurry

 
„Mein Ziel war es, Brasilien, seine Landschaft, seine Wirtschaft und seine Kultur zu porträtieren und dabei das menschlichen Element zu berücksichtigen“, erläutert McCurry seinen Ansatz. „Diese Geschichte wollte ich mit meiner Kamera erzählen. Für mich ist die Fotografie ein bedeutendes und ausdrucksstarkes Mittel, um die großen und kleinen Geschichten des täglichen Lebens zu erzählen.“
 

Foto: Steve McCurry

© Pirelli Kalender 2013, Steve McCurry

 
Der Pirelli Kalender 2013 enthält 34 farbige Aufnahmen und ist zu einem Bildband gebunden: Er präsentiert 23 Porträts von Schauspielerinnen und Models, neun Aufnahmen von Szenen des täglichen Lebens, sowie zwei Bilder, zusammengesetzt aus Graffitis und Wandmalereien.

(thoMas)
 
 
Anhang #1:

Die Akteurinnen (Beschreibungen aus der Pirelli-Pressemappe):

Kyleigh Kuhn
Als dreizehnjähriges Mädchen reiste Kyleigh Kuhn mit ihrer Mutter nach Afghanistan. Dort sah sie die Zerstörungen und das Elend, die der Krieg verursacht hatte. Kurz nach dieser Reise entwickelte Kyleigh die Penny-Kampagne. Im Rahmen dieses Projektes forderte sie ihre Mitschüler in der Bay Area dazu auf, Pennies zu sammeln und unterstützte dadurch Roots of Peace, die Stiftung ihrer Mutter. Seither haben Kyleigh und ihre Familie unermüdlich dazu beigetragen, dass in Afghanistan Schulen, Spielplätze und Fußballfelder errichtet werden konnten. Ihr Studium in Berkeley schloss Kyleigh mit einer Diplomarbeit über Friedens- und Konfliktstudien ab und konnte seither Ausbildung und Beruf erfolgreich miteinander verbinden. Seit sie als Model arbeitet, hat Kyleigh die Mode-Industrie immer wieder als Plattform für ihr karitatives Engagement genutzt. Derzeit arbeitet sie mit afghanischen Kriegswitwen, um ihnen durch kunstgewerbliche Projekte eine gewisse Unabhängigkeit zu ermöglichen. Diese Projekte mündeten in Kooperationen mit US-amerikanischen Designern. Vom Verkauf der Produkte werden die Ausbildung und der Lebensunterhalt der Frauen bestritten. Im Dezember 2012 erscheint ein hochwertiger Kunstband, in dem die Arbeit der Stiftung ihrer Familie ausführlich dargestellt wird.

Sonia Braga
Die brasilianische Schönheit Sonia Braga gilt als unermüdliche Verfechterin der Rechte von Kindern, wobei sie insbesondere für deren Recht auf eine solide Ausbildung eintritt. „Wir, die Menschen in der Ersten Welt, stellen die Ausbildung oft nicht auf eine Stufe mit Grundbedürfnis wie genügend zu essen und einen guten Schlafplatz zu haben.“ 1997 gründete Sonia Braga mit Jimmy Smits, Merel Julia, Esai Moral und Felix Sanchez The national hispanic Foundation for the Arts mit dem Ziel, junge lateinamerikanische Künstler vor und hinter der Kamera zu fördern. An renommierten amerikanischen Universitäten, darunter die New Yorker Universität, die Columbia Universität, Harvard und Yale, organisiert die Stiftung Workshops für Studenten im Aufbaustudium, die eine Karrieren in der Unterhaltungs- oder in der Telekommunikations-Branche anstreben, und vergibt Stipendien.

Isabeli Fontana
Isabeli wurde in der brasilianischen Stadt Curitiba als Kind einer armen Familie geboren. Da sie Armut aus eigener Erfahrung kennt, hat sie sich ein großes Herz für Menschen bewahrt, die im Leben weniger Glück haben als sie selbst. Kaum stellten sich berufliche Erfolge ein, unterstützte Isabeli über viele Jahre ein Waisenhaus in Florianopolis mit großzügigen Geldspenden. Jetzt selbst Mutter von zwei Söhnen, engagiert sie sich leidenschaftlicher denn je für bedürftige Kinder. Isabeli ist Brasiliens Botschafterin von www.1love.org, eine Organisation, die mit Save the Children kooperiert. Kürzlich engagierte sich 1love bei einem Projekt, das den Schülern finanziell benachteiligter Schulen Musikinstrumente zur Verfügung stellt. Im vergangenen Jahr investierte sie viel Zeit und Geld, um die Gründungsgala von Amfar, eine der größten Non-Profit-Organisationen der Welt, zu unterstützen. Dabei half sie, Spendengelder in Höhe von rund 580.000 € für das AIDS-Forschungsprogramm der Stiftung zu sammeln.

Elisa Sednaoui
Elisa Sednaoui ist nicht nur ein Topmodel, sondern auch eine facettenreiche Persönlichkeit mit einem großen humanitären Engagement. Ihr neuer Dokumentarfilm Kullu Tamam (Alles ist gut), den sie mit Martina Gili produzierte, erzählt die Geschichten der Menschen in einem kleinen Dorf im Süden Ägyptens, die nach dem Fall des Mubarak-Regimes die Meinungsfreiheit entdecken. Die Filmemacherinnen wollten Ägypten aus einer anderen Perspektive zeigen. Dazu wählten sie das schlichte Leben der Menschen in einem ländlichen Gebiet. Elisa Sednaoui: „Die Ägypter und ihre Art, das Leben zu betrachten, haben mein Herz berührt und mich tief beeinflusst. Diese Erfahrung wollte ich mit anderen teilen.“ Elisa ist sehr stolz auf das ägyptische Volk, dessen Stärke und Entschlusskraft: „Ihnen ist tatsächlich eine Revolution gelungen.“ Sie weiß aber auch, dass die Menschen erst von Grund auf lernen müssen, wie eine Demokratie funktioniert. „Genau das tun sie jetzt. Und sie sagen: Wir hören nicht eher auf, bis wir das bekommen, was wir wollen.“

Marisa Monte
Die in Rio geborene Marisa Monte ist ein brasilianische Sängerin, Songschreiberin und Produzentin, deren Karriere bereits 25 Jahre währt. Sie ist eine echte Carioca, wie die Einwohner der brasilianischen Stadt Rio de Janeiro genannt werden. Sie fördert die Musik und die Kultur ihres Landes sowie einige brasilianische Künstler. Monte produzierte die Alben Tudo Azul (2000) und Argemiro Patrocínio (2002) von Velha guarda da Portela, einer Gruppe von Samba-Veteranen aus einer der traditionsreichsten Samba-Schulen in Rio de Janeiro. 2008 war sie Koproduzentin des Films O Mistério tut Samba (Das Mysterium der Samba), inspiriert durch die Geschichte dieser faszinierenden Musikrichtung. Monte ist darüber hinaus an vielen sozialen Projekten beteiligt. So unterstützt sie als Patin die Portela Filhos da Águia, die Jugendgruppe der Samba-Schule von Portela. Zudem beteiligt sie sich an den Kampagnen Rio com entileza (Gütiges Rio) und Eu Sou da Paz (Ich bin für den Frieden).

Petra Nemcova
Das tschechische Model Petra Nemcova, die auch als Autorin tätig ist, gründete 2006 den Happy Hearts Fund HHF. Zwei Jahre zuvor hatte sie den Tsunami im Indischen Ozean überlebt, der fast 280.000 Menschen das Leben kostete. Als Zeugin dieser unglaublichen Zerstörung beschloss Petra bei ihrer Rückkehr nach Indonesien, HHF ins Leben zu rufen. Denn sie hatte eine Lücke im Katastrophen-Bewältigungsprogramm entdeckt, die mit Hilfe ihrer Organisation geschlossen werden kann. Der Happy Hearts Fund will Kindern helfen, die Naturkatastrophen überlebt haben. Dazu gehört der schnelle Wiederaufbau von Heimen und Schulen. HHF hat bereits in 14 Ländern unschätzbare Hilfe geleistet und engagiert sich derzeit in sechs weiteren Ländern. Bislang hat die Organisation 67 Schulen gebaut und dazu beigetragen, dass über 40.000 Kinder wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben können.

Hanaa Ben Abdesslem
Die Tunesierin unterstützte die Revolution in ihrem Land und ist Sprecherin der Organisation Ngo Esmâani. Deren Ziel ist es, die Bedingungen für Kranke und Bedürftige zu verbessern. Freiwilligen-Teams von Ngo Esmâani organisieren Ausstellungen und Konzerte und besuchen regelmäßig Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäuser, um den Bedürftigen Hilfe, Zuwendung und finanzielle Unterstützung anzubieten. Hanaa nimmt an diesen Aktionen teil, wann immer es ihre Zeit erlaubt. Zudem finanziert sie den Kauf von Spielsachen, Fernsehern und Computern und hilft, in Krankenhäusern die Spielplätze zu renovieren.

Summer Rayne Oakes
Summer Rayne Oakes ist Absolventin der Universität von Cornell mit Diplom-Abschlüssen in Umweltwissenschaft und Insektenkunde. Sie ist Bestseller-Autorin, deren Buch über Stilkunde sich blendend verkauft, und Mitbegründerin von Source4Style. Dieser B2B-Marktplatz verbindet Designer weltweit mit Lieferanten umweltverträglich gefertigter Materialien. Für Marken wie MoDo eco eyewear, Aveeno und Portico home entwarf Summer Rayne Oakes umweltfreundliche Kollektionen. Sie ist zudem freie Mitarbeiterin des Above Magazines und hat kürzlich das Drehbuch für ihren ersten Film geschrieben und diesen produziert: einen Enviroment-Kurzfilm mit dem Titel Aussterben. Ihre Umweltaktivitäten finden weithin Anerkennung und wurden unter anderem von Vanity Fair, CnBC und Outside Magazine gelobt.

Karlie Kloss
Der Vater der US-Amerikanerin ist Arzt. So wuchs sie in der Welt der Medizin auf und lernte dabei schnell die Wohltaten und die Härten kennen, die das Leben mit sich bringen kann. Tief berührt von dem schweren Erdbeben auf Haiti im Jahr 2010, engagierte sie sich mit ihrer Freundin Petra Nemcova für die Initiative Tents Today Homes Tomorrow der Designerin Donna Karan. Die Initiative wird auch von der The Happy Hearts Foundation unterstützt. Karlie beabsichtigt, sich im Bereich der Kindermedizin zu engagieren. Dabei will sie sich auf Kinder konzentrieren, deren Familien von Drogen zerrüttet wurden. Als Karlie von einem Foto-Shooting für Vogue aus China zurückkehrte, schrieb Anna Wintour in ihrem Editorial: „Sollte sich Karlie je dafür entscheiden, ihre Ambitionen in der Medizin aufzugeben, wäre sie eine großartige Botschafterin.“

Adriana Lima
Die Brasilianerin arbeitet für das Bill Clinton’s Global Initiative Program auf Haiti. Ziel ist es, die haitianische Wirtschaft zu unterstützen und zu entwickeln. Vor Ort sprach sie mit Vertretern der Wirtschaft und erhielt einen Eindruck von den enormen sozialen und ökonomischen Problemen, mit denen die Menschen konfrontiert sind. Adriana, die kürzlich ihr zweites Kind zur Welt brachte, ist begeistert von dem Vorhaben, das Mutterschafts-Programm im katholischen Krankenhaus von Port Au Prince zu erweitern. Dort sollen Mütter und Säuglinge mit Komplikationen künftig die medizinische Versorgung erhalten, die es in dem Land bislang nicht gibt. In naher Zukunft will Adriana ihren Status als Topmodel dafür nutzen, um auf Facebook eine Social Media-Kampagne zu unterstützen. Mit deren Hilfe sollen genügend Spenden gesammelt werden, um die Baukosten der Entbindungsstation in Port Au Prince finanzieren zu können.

Liya Kebede
Liya Kebede ist ein Top-Model, Schauspielerin und Designerin. Darüber hinaus ist sie Gründerin der Liya Kebede Stiftung, Beirats-Mitglied der Kampagne Mother?s Day Every Day und war zudem ehrenamtliche Botschafterin des Mutter und Kind-Gesundheitsprogramms der Weltgesundheitsorganisation. Die nach ihr benannte Stiftung will sicherstellen, dass jede Frau Zugang zu lebensrettenden medizinischen Maßnahmen erhält. Das Programm von Liya Kebede sieht vor, politische Entscheider mit Informationen zu versorgen und gemeinsam mit der Regierung, alternativen Organisationen und den Gemeinden die Entwicklung medizinischer Einrichtungen zu unterstützen. Der Fokus liegt auf der strategischen Koordination und der Entwicklung aller Ressourcen, von Fachärzten und Geburtshelferinnen über Krankenwagen und keimfreien Tüchern bis zu medizinischen Instrumenten. „Unsere Aufgabe ist es, die kommende Generation der Mütter zu retten“, betont Liya.
 
 
Anhang #2:

Übersicht der bislang erschienenen Pirelli-Kalender:

1964 Robert Freeman auf Mallorca
1965 Brian Duffy im Süden Frankreichs
1966 Peter Knapp in Al Hoceima, Marokko
1967 nicht veröffentlicht
1968 Harry Peccinotti in Tunesien
1969 Harry Peccinotti in Big Sur, Kalifornien
1970 Francis Giacobetti auf der Paradise Island, Bahamas
1971 Francis Giacobetti in Jamaica
1972 Sarah Moon in der Villa Les Tilleuls, Paris
1973 Allen Jones in London
1974 Hans Feurer auf den Seychellen
1975 bis 1983 nicht veröffentlicht
1984 Uwe Ommer auf den Bahamas
1985 Norman Parkinson in Edinburgh, Schottland
1986 Bert Stern in den Cotswolds, England
1987 Terence Donovan in Bath, England
1988 Barry Lategan in London
1989 Boyce Tennyson in den Polaroid Studios, New York
1990 Arthur Elgort in Sevilla, Spanien
1991 Clive Arrowsmith in Frankreich
1992 Clive Arrowsmith in Almeria, Spanien
1993 John Claridge auf den Seychellen
1994 Herb Ritts auf der Paradise Island, Bahamas
1995 Richard Avedon in New York
1996 Peter Lindberg in El Mirage, Kalifornien
1997 Richard Avedon in New York
1998 Bruce Weber in Miami
1999 Herb Ritts in Los Angeles
2000 Annie Leibovitz in Rhinebeck, New York
2001 Mario Testino in Neapel
2002 Peter Lindbergh in Los Angeles
2003 Bruce Weber in Süditalien
2004 Nick Knight in Londra
2005 Patrick Demarchelier in Rio de Janeiro
2006 Mert and Marcus am Cap d’Antibes, Frankreich
2007 Inez and Vinoodh in Kalifornien
2008 Patrick Demarchelier in Shanghai, China
2009 Peter Beard in Abu Camp / Jack’s Camp, Botswana
2010 Terry Richardson in Brasilien
2011 Karl Lagerfeld in Paris
2012 Mario Sorrenti in Murtoli, Korsika
2013 Steve McCurry in Rio de Janeiro
 

Sehr edel

Eingetragen von
Gast
am Mittwoch, 28. November 2012 - 22:18

Dürfen auch die Reichen und Schönen mal ins exotische Prekariat hineinschnuppern ... 8-)

da gab s schon bessere ...

Eingetragen von
Gast
am Samstag, 01. Dezember 2012 - 13:25

... fotos von McCurry.

Und somit auch schon bessere Pirelli Kalender.

liebe grüsse