Nokia macht ernst – und bringt Fotohandys mit 3,2 Megapixel und Carl-Zeiss-Objektiven auf den Markt; sieht sie allerdings nicht als Handys, sondern als Multimedia-Computer. Sie bieten Video- und Fotoaufnahme-Funktionen in einer für Handys neuen Qualität, guten Klang, Highspeed-Internet-Zugang und weitere Features je nach Modell:

Das Nokia N93 in „Twist&Shoot“-Bauweise ist ein digitaler Videorekorder und eine Digitalkamera, mit allen wesentlichen Telefonfunktionen und umfassenden Internet-Funktionen. Fotografisches Highlight ist die 3,2-Megapixel-Kamera mit 3x-Carl Zeiss-Zoom und Autofokus. Videos sind in DVD-ähnlicher Qualität mit 30 B/s möglich. Sie können im hochauflösenden 6,1 cm-Display des Nokia N93 oder direkt auf einem kompatiblen Fernsehgerät im Breitbild-Filmformat abgespielt werden. Für Videofreunde wird die Schnittsoftware Adobe Premiere Elements 2.0 gleich mitgeliefert. Das integrierte W-LAN-Modul erlaubt die direkte Internet-Kommunikation. Das N93 wird voraussichtlich ab Juli für 550 Euro zu haben sein.

Foto-Eckdaten N93
Sensorgröße: 1/3.2"
Sensortyp: CMOS
Objektiv: 3,3-5,9/4,5-12,4 mm (äquiv. 34-97 mm KB)
Entfernungsbereich: 1 m – unendlich
(Beispielaufnahmen siehe Pictures taken with Nokia N93 device, unten auf der Seite)

Das Nokia N73 kommt ebenfalls mit 3,2 Megapixel, aber nur einer Carl Zeiss-Festbrennweite. Neben den üblichen Multimedia-Funktionen der Nokia-Nseries bietet auch das Nokia N73 eine 3,2-Megapixel-Kamera mit Carl Zeiss Optik und Autofokus und unterstützt das Hochladen von Fotos in die Foto-Community von Flickr. Die Bilder können als Dia-Show mit Ken-Burns-Effekten und Stereosound wiedergegeben werden. Das N73 soll ab Juli für 350 Euro erhältlich sein.

Foto-Eckdaten N73
Sensorgröße: 1/2.5"
Sensortyp: CMOS
Objektiv: 2,8/5,6 mm (äquiv. 34 mm KB)
Entfernungsbereich: 1 m – unendlich
(Beispielaufnahmen siehe Pictures taken with Nokia N73 device, unten auf der Seite)

Das Nokia N72 schließlich im extravaganten Rosa-Perlmutt oder hochglänzendem Schwarz bietet für 320 Euro eine 2-Megapixel-Kamera, allerdings nicht von Carl Zeiss, und einen integrierten digitalen Musik-Player mit speziellen Tasten zur Steuerung von Kamera- und Musikfunktionen, einen integrierten Browser sowie ein UKW-Radio.

Die Multimedia-Geräte Nokia N93 und Nokia N73 basieren alle auf der S60 Benutzeroberfläche (3rd Edition) und dem Betriebssystem Symbian OS. Nokia kündigte zudem die weitere Zusammenarbeit mit Carl Zeiss und Adobe an sowie eine neue Kooperation mit Flickr, einem Unternehmen der Yahoo! Gruppe.

Zur der für Fotografen besonders interessanten Zusammenarbeit mit Flickr erklärt Nokia in seiner Presse-Info:

Nokia Nseries Multimedia-Computer unterstützen Flickr
Fotos ganz einfach teilen – direkt vom Mobiltelefon aus
Nokia und Flickr, die größte Foto-Community im Internet, gaben heute bekannt, dass sie mobiles Fotografieren noch stärker vereinfachen: Nutzer eines Multimedia-Computers aus der Nokia Nseries können Fotos direkt vom Gerät auf ihre Flickr-Internetseiten hochladen und mit Kommentaren versehen – ohne zusätzliche Anwendungen herunterladen oder installieren zu müssen.

Bei den heute vorgestellten Nokia N93, Nokia N73 und Nokia N72 handelt es sich um die ersten Geräte der Nokia Nseries mit integrierter Unterstützung für Flickr. Nokia beabsichtigt, diese Integration auch zukünftig für weitere Geräte der Nokia Nseries anzubieten.

„Immer mehr Menschen nutzen mobile Produkte, um auf Anwendungen und Dienste im Internet zuzugreifen. Deshalb statten wir unsere Nseries Geräte so aus, dass sie Dienste wie Flickr unterstützen", so Mikko Pilkama, Director, Multimedia, Nokia.

„Leistungsfähige Multimedia-Computer wie die Nokia Nseries sind die beste Möglichkeit, diese neuen Funktionen zu nutzen und stets in Reichweite zu haben. Wenn man einen Computer mit Internetverbindung dabei hat, ist es ganz einfach, ein spontan aufgenommenes Foto Freunden oder der Community zu zeigen."

Flickr ist eine Foto-Community im Internet, auf deren Seiten Nutzer ihre Fotos auf einfache Weise Freunden, der Familie und der ganzen Welt zugänglich machen können.

Sobald die Fotos auf die Internetseiten von Flickr hochgeladen wurden, können sie an einen Blog geschickt, bearbeitet, organisiert, mit Tags versehen und auch zu anderen weitergegeben werden und vieles andere mehr.

Einfache Handhabung
Die Fotos können in voller Größe direkt aus der Kamera oder der Fotogalerie-Anwendung der Nseries Multimedia-Computer auf die Internetseiten von Flickr hochgeladen werden. Als weitere Funktion ist es möglich, den Fotos Kommentare hinzuzufügen. Das Einrichten der Foto-Freigabefunktion ist ganz einfach, sobald die Registrierung bei Flickr (www.flickr.com) vorgenommen und die Anmelde-informationen für das Gerät gesendet wurden. Von dieser Kooperation können Nutzer in einer ersten Einführungsphase nur in ausgewählten Märkten profitieren. Nokia und Flickr beabsichtigen, den Dienst in Zukunft für weitere Märkte verfügbar zu machen.

Gar nicht bescheiden gibt sich Nokia in seinen

Informationen zur mobilen Fotografie
Die wichtigste Kamera ist die, die zur Hand ist, wenn man einen Moment im Bild festhalten will. Mit einer Kamera in der Tasche, die eine einfache Datenübertragung ermöglicht, lassen sich Erlebnisse spontan einfangen und austauschen, ohne die Fotos erst auf einen Computer übertragen zu müssen. Nokia hat im letzten Jahr über 100 Millionen Mobiltelefone mit Kamera verkauft und ist damit der weltweit größte Hersteller von Digitalkameras.

Für Beruf & Freizeit: N80
Etwas im Schatten der neuen Modelle steht das schon erhältliche mutlimediale Schiebe-Handy Nokia N80 für rund 600 Euro. Es mit seiner 3,2-Megapixel-Kamera und 35-mm-Optik auch ohne den Carl Zeiss-Adelstitel eine ansprechende Bildqualität liefert und dank IR, Bluetooth und W-LAN außergewöhnlich kommunikativ ist. Es ist neben seinen Multimedia-Talenten mit umfangreichen Office-Funktionen wie Kalender, Kontaktverzeichnis, Aufgabenlisten, E-Mail-Programm und Organizer ausgestattet.

Mehr unter: Nokia (Tipp: auf den Links „Pressemeldungen“ klicken).

Kommentar: Bilder von allen für alle – die Fotografie erfindet sich neu

Während sich in Foren und Diskussionsrunden Dogmatiker noch in fruchtlosen Diskussionen über analog vs. digital ergehen, zeigt Nokia einen wesentlichen Teil der Zukunft der Fotografie: Bilder von allen für alle, überall und jederzeit auf der Welt verfügbar (ohne herkömmlichen PC!) und für ganz individuelle Nutzungszwecke (auch zum Ausdruck eines guten alten „Fotos zum Anfassen“) abrufbar.

Nokia-Präsentation am 25. April 2006 in Berlin. Im Bild Stewart Butterfield, Mitbegründer und General Manager von Flickr.



Damit gewinnt die Fotografie eine neue Kommunikationsqualität, die über 150 Jahre alte Grenzen sprengt. Diese neue Entwicklung entspricht dabei zutiefst dem ursprünglichen Charakter der Fotografie, die diese bei ihrer Erfindung seinerzeit gegenüber der Malerei auszeichnete – dank Reproduzier- und Multiplizierbarkeit ein demokratisches Massenmedium zu sein. Mit dem Fotohandy als Kombination von „immer-dabei“-Kamera und Datenschleuder in der Tasche tun sich neue Horizonte auf, privat (siehe z.B. „flickr“ oder Blogs im Internet) wie auch im kommerziellen News-Bereich, wie immer mehr Beispiele zeigen (Stichworte Concorde-Absturz, Londoner U-Bahn-Anschläge).

Dass diese Innovation maßgeblich von einem finnischen Telekommunikationskonzern angestoßen und forciert wird, der sich zudem unwidersprochen als weltweit größter Hersteller von Digitalkameras bezeichnen kann, sagt gleichermaßen viel über das Bildungswesen einzelner Länder wie auch die Mentalität der Macher in der Industrie etwas aus. Dass Nokia dabei ist, ihnen auf dem ureigensten Terrain die Butter vom Brot zu nehmen, ist ein Armutszeugnis für die klassischen Kameraanbieter, egal wie oft sie „aber die Qualität, die Qualität“ rufen. Die ist für viele heute schon gut genug, weitere Verbesserungen sind nur noch eine Frage der Zeit und der Kosten.

Mein Tipp: Nokia wird länger Kameras bauen als einige der etablierten Marken – ob es Euch gefällt oder nicht.

MoZi