Four-Thirds-Sensor, lichtstarkes Zoom, gute Ausstattung und eine Bedienung mit vielen manuellen Einstelloptionen: Die Panasonic Lumix DC-L10 richtet sich an Fotografen, die mehr wollen als Smartphone-Bilder.
Panasonic Lumix DC-L10
- Sensor: 20,3 MP Four Thirds, MOS
- Brennweite (Objektiv): 24–75 mm (KB)
- ISO-Bereich: 100-25.600 (erweitert: 50-25.600)
- Kürzeste Verschlusszeit: 1/32.000 s
- Bildstabilisierung: ja, im Objektiv
- Video: 4K/120p
- Display: 3,0 Zoll, 1.843.200 Bildpunkte
- Sucher: ja, elektronisch
- Speichermedien: 1x SDHC/SDXC (UHS-II)
- Gewicht: 508 g
- Preis: ca. 1.500 Euro (zum Zeitpunkt des Testberichts)
- www.panasonic.com
Mit der Lumix DC-L10 greift der Hersteller Panasonic einen Trend auf, der seit einiger Zeit wieder Fahrt aufnimmt. Die Rede ist von hochwertigen Kompaktkameras, die sich durch spezielle Ausstattungsmerkmale oder Funktionen von Smartphone-Kameras abheben sollen. Die Premium-Kompaktkamera Lumix L10 kombiniert einen 20,3-Megapixel-Sensor im Four-Thirds-Format mit einem fest verbauten, lichtstarken Leica-DC-Vario-Summilux-Objektiv. Das 3,1-fache optische Zoom deckt einen Brennweitenbereich ab, der umgerechnet dem eines 24–75-mm-Kleinbildobjektivs entspricht. Mit einer Offenblende von f/1,7 im Weitwinkel und f/2,8 am langen Brennweitenende bietet die Kamera eine hohe Lichtstärke, die sich beispielsweise für Motivfreisteller oder Freihandaufnahmen bei schwachem Umgebungslicht eignet. Damit ist die Lumix DC-L10 für viele Alltagssituationen gut gerüstet.
Optisch wirkt die Kamera wie eine kleine Systemkamera – mit dem Unterschied, dass das Objektiv hier fest verbaut ist.
Panasonic bietet die L10 in den Farben Schwarz und Schwarz/Silber sowie als limitierte Version in Titanium Gold an. Die strukturierte Gehäuseoberfläche verleiht der Kamera einen wertigen Look. Da die Griffwölbung eher flach ausfällt, liegt die L10 bei großen Händen nicht ganz so gut in der Hand wie eine DSLM mit ausgeprägtem Griff. Die Daumenauflage auf der Rückseite hilft hier aber spürbar. Wer länger fotografiert, wird die Kamera ohnehin meist mit beiden Händen halten.
Bedienung für Enthusiasten
Das Bedienkonzept richtet sich eindeutig an erfahrene Fotoenthusiasten. Neben dem Einstellrad für die klassischen Belichtungsmodi stehen zwei weitere Einstellräder, ein Blendenring am Objektiv sowie mehrere frei belegbare Tasten zur Verfügung. Besonders gut gefällt uns der Fn-Schalter mit den Positionen 1, 2 und 3, der sich oben am Objektiv befindet. Ihm lassen sich Funktionen wie das Bildverhältnis, Echtzeit-LUTs oder die Auswahl der Motiverkennung zuweisen. Bei Letzterer kann man beispielsweise die Objekterkennung für Personen, Tiere und Fahrzeuge direkt auf die drei Positionen legen und sie je nach Aufnahmesituation schnell per Schalter aktivieren.
Gezoomt wird über die Wippe am Auslöser. Die Zoomgeschwindigkeit lässt sich für Fotos und Videos getrennt voneinander einstellen. Zur Bildkontrolle steht ein 3,0 Zoll großes Touchdisplay mit 1,84 Millionen Bildpunkten zur Verfügung, das sich zur Seite schwenken sowie nach oben und unten kippen lässt. Bei greller Sonne spielt der elektronische OLED-Sucher mit 2,36 Millionen Bildpunkten seine Stärken aus. An der Seite befinden sich ein Mikrofoneingang und ein USB-C-Anschluss. Letzterer dient auch zum Laden der Kamera. Die Panasonic Lumix DC-L10 arbeitet mit dem Lithium-Ionen-Akku des Typs DMW-BLK22 mit einer Kapazität von 2.200 mAh. In Anbetracht des Stromverbrauchs der Kamera reicht dies für bis zu rund 450 Fotos oder 141 Minuten Video in höchster Auflösung aus. Die Speicherung der Fotos und Videos erfolgt auf SDHC/SDXC-Karten mit UHS-II-Unterstützung.
Für Actionmotive ist die Lumix L10 erfreulich schnell. Im Serienbildmodus schafft sie bis zu 30 Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung und kontinuierlicher Schärfenachführung (AF-C). Die Bildfolge ist allerdings auf 45 JPEGs bzw. 45 RAWs begrenzt. Damit eignet sich das Tempo sehr gut für kurze Bewegungssequenzen, weniger aber für lange Sportserien. Videos filmt die L10 mit bis zu 5,6K/60p. In unserem Praxistest hielt die Kamera an einem warmen Sommertag bei dieser Einstellung rund acht Minuten durch, dann schaltete sie sich wegen Überhitzung ab.
Stabilisierung und Nahaufnahmen
Da Panasonic keine Angaben zur Effektivität des im Objektiv verbauten optischen Power-OIS-Bildstabilisators macht, haben wir diesen im Praxistest selbst ausprobiert. Bei längster Brennweite, also umgerechnet 75 mm (KB), waren aus der Hand noch scharfe Ergebnisse mit 1/5 Sekunde möglich. Das entspricht rund vier Blendenstufen. Mit etwas Konzentration waren sogar noch Aufnahmen mit 0,4 Sekunden Belichtungszeit nutzbar, was etwa fünf Blendenstufen entspricht. Für Nahaufnahmen wird der Fokusschalter am Objektiv auf „AF-Makro” gestellt. Damit lässt sich die Naheinstelldistanz bei kürzester Brennweite auf drei Zentimeter reduzieren. Das erweitert den kreativen Spielraum.
Aus dem Testlabor
Aufgrund der unterschiedlichen, fest integrierten Objektive ist ein Vergleich der Bildqualität von Kompaktkameras nicht so einfach. Im Falle der Panasonic Lumix DC-L10 können wir jedoch durchaus Vergleiche zur ersten Generation der Sony-Vlog-Kamera ZV-1 ziehen. Beide Kameras bieten eine Auflösung von rund 20 Megapixeln und arbeiten mit einem fest verbauten Zoom mit einer ähnlichen Brennweite von 24–75 mm (KB) bei der Lumix L10 bzw. 24–70 mm (KB) bei der Sony. Obwohl die Lumix L10 mit ihrem Four-Thirds-Sensor eine größere Sensorfläche als der 1-Zoll-Sensor der Sony-Kamera bietet, ist die Bildqualität der L10 nicht deutlich besser. Die Panasonic-Kompakte bietet zwar im CHIP-Testlabor eine sehr gute Detailtreue mit hoher Kantenschärfe und geringem Rauschen bei niedriger ISO und gutem Licht – ab ISO 800 nehmen die Details jedoch erst langsam und ab ISO 1.600 deutlicher ab. Das hängt mit der merklich eingreifenden internen Rauschreduzierung zusammen. Hier hätten wir uns angesichts der Sensorgröße etwas mehr erhofft.
Unser Fazit: Panasonic Lumix DC-L10 im Test
Die Panasonic Lumix DC-L10 gefällt uns als eine umfangreich ausgestattete Edel-Kompakte für alle, die bewusst fotografieren möchten, aber keine Objektive wechseln wollen. Das lichtstarke 24–75-mm-Zoom, der Sucher, das Schwenkdisplay, die vielen Direktzugriffe und die 30 B/s machen die L10 vielseitig einsetzbar. Leider lässt die Detailtreue ab ISO 1.600 sichtbar nach, auch der Preis ist in unseren Augen zu hoch.
Was uns gefällt …
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Sucher
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Schwenkdisplay
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Lichtstarkes Objektiv
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Fn-Schalter
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Gute Akkulaufzeit
… und was nicht so gut ist
- Detailverlust ab ISO 1.600
- 30 B/s nur für etwas mehr als eine Sekunde möglich
Technische Daten: Panasonic Lumix DC-L10
| Maximale Auflösung | 5.200 x 3.904 Pixel |
| Effektive Pixel | 20,3 Millionen |
| Sensor (Typ / Größe) | CMOS / 4/3 Zoll |
| Bildstabilisator | Objektiv |
| Sucher / Blitz / Blitzschuh | elektronisch / ━ / ● |
| Display (Größe / Auflösung) | 3,0 Zoll / 1.843.200 Subpixel |
| Touchscreen / beweglich | ● / ● |
| Optisches Zoom | 3-fach |
| Brennweite (Kleinbild) | 24 - 75 mm |
| Lichtstärke Objektiv | f/1,7 - 2,8 |
| Belichtungsmodi P/A/S/M | ● / ● / ● / ● |
| Verschlusszeit / Bulb | 60 - 1/32000 s / ● |
| ISO-Bereich (ohne / mit Erweiterung) | 100 - 25.600 / 50 - 25.600 |
| Bildformate | RAW+JPEG |
| Video-Auflösung | 2.160/120p 1.080/240p |
| Video: manuelle Blende / ISO / AF-Punkt wählbar / AF-C / Zoom | ● / ● / ● / ● / ● |
| WLAN / NFC / GPS / Bluetooth | ● (b/g/n/ac) / ━ / ━ / ● |
| Speichermedium | SDXC |
| USB / HDMI | Typ-C / ━ |
| Via USB laden | ● |
| Mikrofon- / Kopfhörer-Klinke | ━ / ━ |
| Akku-Typ / Preis (ca.) | DMW-BLK22 / 70 Euro |
| Abgedichtet / wasserdicht | ━ / ━ |
| Abmessungen / Gewicht | 127 x 74 x 67 mm / 508 g |













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