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Zwei neue Referenzkarten, zwei Ersatzkarten-Sets und ein Systemgedanke, den so bislang kein anderer Hersteller anbietet: Datacolor baut die SpyderCheckr-Familie aus und macht die Kamerakalibrierung zum selbstverständlichen ersten Schritt im Farbworkflow.
Farbe entscheidet sich vor dem Auslösen: Datacolor SpyderCheckr-Familie
Es gibt diesen Moment, den vermutlich jeder kennt. Das Shooting lief gut, die Bilder sitzen, und dann öffnen Sie den Ordner im Raw-Konverter: Die ersten zwanzig Aufnahmen haben einen leichten Grünstich, die nächsten dreißig kippen eher ins Magenta und der Hauttonverlauf ist dazwischen irgendwo verloren gegangen. Schuld ist selten die Kamera.
Schuld ist das Licht: ein Dachfenster hier, ein LED-Panel dort, dazu die warme Deckenbeleuchtung, die niemand ausgeschaltet hat.
Mischlicht ist der Klassiker unter den Farbproblemen, und er lässt sich in der Postproduktion nur mit Geduld auflösen. Bild für Bild, Pipette für Pipette.
Wer seinen Monitor kalibriert hat, hat dabei immerhin die zweite Hälfte des Problems gelöst und weiß, dass die Anzeige stimmt. Die erste Hälfte entscheidet sich aber deutlich früher, bei der Aufnahme.
Genau dort setzt Datacolor mit vier Neuheiten an. Neu erhältlich sind die SpyderCheckr Photo Grey Balance Card und die SpyderCheckr Photo White Balance Card sowie die Ersatzkarten-Sets SpyderCheckr Photo Card Set und SpyderCheckr Video Card Set.
Grau ist nicht gleich Grau
Die Grey Balance Card ist auf den ersten Blick unspektakulär und genau das ist ihre Stärke. Sie trägt ein präzises 18-Prozent-Neutralgrau-Referenzfeld, jenen Wert also, auf den auch die Belichtungsmessung Ihrer Kamera kalibriert ist. Halten Sie die Karte einmal ins Licht und machen Sie eine Referenzaufnahme, haben Sie damit einen verlässlichen Anker für Belichtung und Weißabgleich der gesamten Serie.
Dazu kommt eine integrierte, mehrstufige Graustufenskala. Die brauchen Sie immer dann, wenn es um Tonwerte geht: Läuft das Weiß im Hemd schon zu? Sitzen die Tiefen noch im darstellbaren Bereich? Ein Blick auf die Skala im Referenzbild beantwortet beides, bevor Sie in der Nachbearbeitung feststellen, dass Zeichnung fehlt, die es nie gegeben hat.
Zwei Werkzeuge also, die sonst meist getrennt im Rucksack liegen, in einem Format, das in die Jackentasche passt.

Beide Karten werden mit Schutzhülle geliefert – wichtig, denn ein zerkratztes Referenzfeld ist keine Referenz mehr. (Bild: Hersteller)
Weiß als Ausgangspunkt
Die White Balance Card verfolgt denselben Gedanken aus der anderen Richtung. Sie kombiniert eine spektral neutrale Weißreferenz mit einem integrierten Graukeil. Spektral neutral heißt: Die Karte reflektiert alle Wellenlängen gleichmäßig und färbt das Licht nicht ein – anders als das Blatt Druckerpapier, zu dem viele im Zweifel greifen und das je nach Aufheller einen deutlichen Blaustich mitbringt.
Damit lässt sich der manuelle Weißabgleich direkt in der Kamera setzen, statt ihn später zu reparieren. Für Videografen ist das ohnehin Pflichtprogramm, denn ein nachträglich korrigierter Weißabgleich über hunderte Clips hinweg ist eine Arbeit, die niemand freiwillig übernimmt.

Formgleich und damit kombinierbar: Beide Karten passen in denselben Halter und lassen sich nebeneinander einsetzen. (Bild: Hersteller)
Beide Karten kommen inklusive Schutzhülle und sind erstmals auch einzeln erhältlich. Wer bislang nur eine der beiden Funktionen brauchte, musste zum kompletten Set greifen.
Vier Steckplätze, freie Wahl
Spannender als die Einzelkarten ist fast das, was Datacolor mit den beiden Card Sets in den Fotofachhandel bringt. Das Prinzip kennen SpyderCheckr-Anwender: ein ergonomischer Kartenhalter mit Steckplätzen für vier austauschbare Referenzkarten, aufgeklappt in Sekunden einsatzbereit.

Das Photo Card Set bündelt Farb-, Grau- und Weißreferenz – jede Karte lässt sich einzeln nachkaufen. (Bild: Hersteller)
Neu ist, dass sich diese Karten nun auch einzeln nachkaufen lassen. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist im Alltag aber eine spürbare Erleichterung. Farbkarten sind Verschleißteile – ein Fingerabdruck auf dem Farbfeld, ein Kratzer vom Rucksackreißverschluss, ein Regentag zu viel, und die Referenz taugt nicht mehr als Referenz. Bislang bedeutete das den Neukauf des kompletten Systems. Jetzt ersetzen Sie die betroffene Karte und arbeiten weiter.

Anderer Job, andere Bestückung: Das Video Card Set enthält unter anderem eine Fokuskarte mit Siemensstern. (Bild: Hersteller)
Der zweite Vorteil ist die Konfiguration. Wer morgens Produktaufnahmen macht und nachmittags dreht, kann den Halter jeweils passend bestücken, statt zwei Systeme mitzuschleppen. Nach Angaben von Datacolor ist das derzeit das einzige Referenzkartensystem am Markt, das sich auf diese Weise individuell zusammenstellen lässt und nebenbei eben auch das ressourcenschonendere.
Camera Calibration Weeks: der günstige Moment

Noch bis zum 30. September gelten während der Camera Calibration Weeks reduzierte Preise auf ausgewählte Datacolor-Produkte. (Bild: Hersteller)
Die Markteinführung fällt in die Datacolor Camera Calibration Weeks, die noch bis zum 30. September 2026 laufen. Unter dem Motto „Mehr Farbkontrolle. Mehr Konsistenz. Mehr aus jeder Aufnahme herausholen.” rückt der Hersteller jenen Arbeitsschritt in den Vordergrund, der in vielen Workflows noch fehlt – während die Monitorkalibrierung längst zum guten Ton gehört.
Der Preis ist dabei kaum ein Argument gegen den Versuch: Die beiden Einzelkarten kosten im Aktionszeitraum jeweils 19,99 Euro statt 24,99 Euro. Das Card Set (Photo) liegt bei 64,99 statt 84,99 Euro, die Video-Variante bei 74,99 statt 99,99 Euro. Wer gleich komplett einsteigen möchte, bekommt die Kombination aus SpyderCheckr Photo und Card Set für 149,00 Euro – in der Photo- wie in der Video-Version. Das Spyder Photo/Video Kit schließlich kostet während der Aktion 249,00 statt 389,00 Euro.
Erhältlich sind die neuen Produkte ab sofort über den Fotofachhandel und direkt im Datacolor Online-Store.
Das sagt Photoscala
Die beiden Einzelkarten schließen eine Lücke für alle, die bisher improvisiert haben zu einem Preis, der die Anschaffung kaum zur Entscheidung macht. Der eigentliche Gewinn liegt aber im modularen Ansatz: Ein Kartensystem, bei dem man die verschlissene Karte tauscht statt das ganze Etui, ist auf Dauer nicht nur das günstigere, sondern auch das ehrlichere Konzept.
Und der Rest ist Gewöhnungssache. Eine Referenzaufnahme zu Beginn jeder Lichtsituation kostet fünf Sekunden. Was sie einspart, merken Sie erst am Abend, wenn der Ordner sich in einem Durchgang korrigieren lässt statt in dreißig.
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