Unter dem Titel „To See a Beat. To Hear a Moment“ eröffnet am 8. Oktober 2026 im Museum of Modern Electronic Music (MOMEM) in Frankfurt eine Retrospektive der Hamburger Fotografin Katja Ruge. Vom 9. Oktober 2026 bis zum 7. Februar 2027 soll die Ausstellung einen Überblick über rund drei Jahrzehnte ihrer Arbeit an der Schnittstelle von Fotografie, Musik und Clubkultur geben.
Seit den 1990er-Jahren fotografiert Ruge Musikerinnen und Musiker aus unterschiedlichen Bereichen der internationalen Musikszene. Zu den Porträtierten zählen unter anderem Björk, Beth Ditto, Aphex Twin, DJ Koze, Moby und Helena Hauff. Ihre Aufnahmen wurden beispielsweise im „Missy Magazine“, „Groove Magazin“, „Intro“, „Frontpage“, „Mixmag“, „XL8R“ und im „Guardian“ veröffentlicht. Zudem arbeitet Ruge für verschiedene Musiklabels.
Das MOMEM will Ruges Arbeiten nicht ausschließlich als klassische Fotoausstellung präsentieren. Geplant sind auch interaktive und immersive Projektionen, die Fotografien mit weiteren visuellen Elementen verbinden. Damit soll die Entwicklung ihrer Arbeit ebenso sichtbar werden wie ihr langjähriger Bezug zur elektronischen Musik.
KI ergänzt die fotografische Arbeit
In jüngerer Zeit beschäftigt sich Ruge auch mit generativer Künstlicher Intelligenz. Ausgangspunkt bleibt laut den Angaben zu ihrer Arbeit die Fotografie. Generative Verfahren sollen dabei zusätzliche Bildwelten ermöglichen und teilweise mit Material aus realen Fotoshootings kombiniert werden.
Die Frankfurter Retrospektive soll diese unterschiedlichen Bereiche zusammenführen. Neben den Porträts aus der Musikszene stehen damit auch Ruges Projekte als Kuratorin sowie ihre Auseinandersetzung mit Clubkultur, Geschlechterrollen und neuen visuellen Verfahren im Mittelpunkt.
„Katja Ruge. To See a Beat. To Hear a Moment“ wird am Donnerstag, 8. Oktober 2026, um 19 Uhr eröffnet. Regulär läuft die Ausstellung vom 9. Oktober 2026 bis zum 7. Februar 2027 im MOMEM – Museum of Modern Electronic Music in Frankfurt.
Pressemitteilung:
Katja Ruge. To See a Beat. To Hear a Moment – Drei Jahrzehnte elektronische Musik und Clubkultur im fotografischen Blick
Eröffnung: Donnerstag, 8. Oktober 2026, 19.00 Uhr
Laufzeit: 9. Oktober 2026 – 7. Februar 2027
Ort: MOMEM – Museum of Modern Electronic Music, Frankfurt
To See a Beat. To Hear a Moment. Unter diesem Motto eröffnet die Hamburger Künstlerin Katja Ruge am 8. Oktober 2026 ihre große Retrospektive im renommierten Museum of Modern Electronic Music (MOMEM) in Frankfurt. Die Ausstellung präsentiert einen außergewöhnlichen Querschnitt aus Ruges umfangreichem Œuvre. Seit den 1990er Jahren hat sie Hunderte prägender Künstler:innen der internationalen Musikszene wie Björk, Beth Ditto, Aphex Twin, DJ Koze, Moby und Helena Hauff porträtiert und mit ihrer unverwechselbaren Bildsprache (elektronische) Musikgeschichte dokumentiert.
Klassisch präsentierte Fotografien treffen auf interaktive und immersive Projektionen und schaffen ein Ausstellungserlebnis, das weit über die traditionelle Fotografie hinausgeht. So wird Katja Ruges Werk in all seinen Facetten erlebbar – als visuelle Chronik der Musikkultur und als eindrucksvolle Verbindung von Fotografie und Musik.
Katja Ruge denkt nicht in Schubladen, sondern in Verbindungen. Menschen, Ideen und Disziplinen miteinander zu verbinden, zieht sich wie ein roter Faden durch ihre gesamte Arbeit. Fotografin, DJ und Kuratorin sind für sie keine voneinander getrennten Rollen, sondern Ausdruck einer konsequent interdisziplinären Praxis, die sich seit drei Jahrzehnten durch Fotografie, Musik, Kunst sowie Pop- und Subkultur bewegt. Die Formate verändern sich, ihre Fragen bleiben: Was macht Musik mit Menschen? Was macht ein Bild mit einem Moment? Im Kern ist und bleibt Katja Ruge Fotografin, mit einem Blick, der nicht nur abbildet, sondern sieht und erkennt.
Ihre Bilder erschienen in zahlreichen wichtigen Publikationen, Missy Magazine, Groove Magazin, Intro, Frontpage, Mixmag, XL8R, The Guardian. Daneben arbeitet sie für namhafte Labels in der Musikbranche. Entscheidend geprägt haben sie ihre Jahre in Manchester während der Rave-Bewegung: An der Seite des Fotografen Peter J. Walsh erlebte sie das Umfeld der Haçienda und Factory Records aus unmittelbarer Nähe. Aus dieser Zeit entstand später das Fotobuch „Fotoreportage 23 – In Search of Ian Curtis“ (Monitorpop)
2009 entwickelte Katja Ruge das Projekt „Ladyflash – Women in Music“, welches 2016 mit über 100 Porträts ausgestellt wurde. Ausgangspunkt war die einfache Frage, warum in Ausstellungen und medialen Erzählungen so wenige Frauen sichtbar waren, obwohl es längst zahlreiche prägende Künstlerinnen gab. Was heute selbstverständlich erscheinen mag, war es in den 2000er Jahren noch nicht. Ihr feministisches und gesellschaftliches Engagement ist deshalb kein nachträglicher Zusatz, sondern seit vielen Jahren Teil ihrer künstlerischen Arbeit. Auch ihre Haltung beim Fotografieren hat sich dabei nie verändert: „Ich verbinde und verbünde mich sofort mit meinem Gegenüber, wenn ich fotografiere.“ Diese Philosophie führt Katja Ruge mit „Electric Lights – Women in Electronic Music“ weiter. Die unabhängige, von ihr entwickelte und kuratierte Reihe bringt in den Planetarien von Berlin, Hamburg und Bochum einige der spannendsten Künstlerinnen der internationalen elektronischen Musikszene zusammen – darunter Lena Willikens, JakoJako, Nadia Struiwigh, Cinthie, Joyce Muniz, Anja Schneider, DJ MELL G u.v.m.
Den Auftakt zu jedem Electric Lights-Event bildet eine Ausstellung mit Katja Ruges Porträts der Künstlerinnen im Full Dome. Sobald die DJ- und Live Sets beginnen, treffen die Visuals der Planetarien auf besondere, speziell für diese Orte konzipierte musikalische Sets. Katja Ruge eröffnet den Abend, bevor die eingeladene Künstlerin den zweiten Teil gestaltet. So entsteht ein einzigartiges Format zwischen Fotografie, Ausstellung, DJ- & Live Set und Clubkultur. Als DJ entführt uns Katja Ruge in ihre cineastisch kosmische Soundwelt aus Italo Disco, New Wave, Dark Disco, Dream House, Bleep, Electronica und elektronischen 80s, eine Reise zwischen nostalgischer Ekstase und futuristischem Drive. Darüber hinaus bildet sie mit Frank Husemann vom Synthesizerstudio Hamburg das Duo „Can Love Be Synth“ und produziert analoge elektronische Musik.
Auch als Kuratorin verbindet sie künstlerische Praxis mit strukturellem Engagement. Im Februar 2026 konzipierte und realisierte Ruge die erste FEMC – FLINTA* Electronic Music Conference. Unter den Leitthemen „Music is Community“ und „Music is Medicine“ entstand ein zweitägiges Programm aus Workshops, Panels und DJ-Sets. Im Mittelpunkt standen Sichtbarkeit, Wissenstransfer, Vernetzung und die Frage, wie sich die Bedingungen für FLINTA* Personen innerhalb der elektronischen Musikszene nachhaltig verändern lassen.
Wissen weiterzugeben gehört für Katja Ruge zum Wesen kultureller Arbeit. Sie gibt Workshops und übernimmt Mentoring für junge Fotografinnen und Kreative, wie z.B. im Rahmen der BFF/ Leica Akademie und an der Folkwang Universität Bochum; im Herbst 2026 ist ein Workshop an der Zürcher Hochschule der Künste geplant. Katja Ruge ist Mitglied im BFF-Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter, in der Deutschen Gesellschaft für Photographie sowie im Art Directors Club Deutschland.
Seit einiger Zeit erweitert Katja Ruge ihre interdisziplinäre Praxis um Künstliche Intelligenz. Fotografie bleibt die Grundlage, während generative Prozesse neue Bildwelten eröffnen und zunehmend mit realen Fotoshootings verschmelzen.
In Katja Ruges Bildern verdichten sich jahrzehntelanges Wissen über Musik, Pop & Subkultur, fotografischer Instinkt, Empathie und radikale Neugier. Als Fotografin, DJ, Kuratorin und Künstlerin erschafft sie daraus eine vollkommen eigene Welt, unverwechselbar, gegenwärtig und nur durch ihren Blick möglich.
Mehr unter: www.katjaruge.de und www.momem.org
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