Der globale Kameramarkt bleibt in Bewegung: Canon behauptet seine Spitzenposition deutlich vor Sony, während Fujifilm mit kräftigem Wachstum Nikon vom dritten Platz verdrängt. Gleichzeitig sorgt eine weitreichende britische Regelung zum Fotografieren von Personen für Diskussionen über die Zukunft von Street Photography und Fotojournalismus. Und auch der Fotohandel steht vor Veränderungen: Das EU-weite Recht auf Reparatur bringt zwar neue Pflichten mit sich, eröffnet Fachhändlern aber zugleich interessante Möglichkeiten für zusätzliche Umsätze und eine langfristige Kundenbindung.

Die wichtigsten Imaging Business News der KW 36/26 – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE und DigitalPHOTO.

Imaging Business News KW 36/26

Japanische Finanzzeitung: Canon und Sony sind Spitze bei Kamera-Verkäufen, Fujifilm holt auf

Welche Marke war 2025 die erfolgreichste in Sachen Kameraverkauf? Japans führende Finanzzeitung Nikkei Inc. veröffentlichte den „Nikkei Industry Map 2027“, in dem eine Rangliste der Auslieferungen von Digitalkameras (Marktanteile) nach Herstellern auf dem globalen Kameramarkt gelistet ist. Canon hat demnach seinen soliden ersten Platz bei den Marktanteilen behauptet, gefolgt von Sony auf Platz zwei. Im Kampf um den dritten Platz hat Fujifilm laut TechRadar jedoch Nikon überholt. (Achtung: Der Nikkei-Bericht umfasst nur japanische Marken, sodass Action-Kameras wie GoPro oder Insta360 sowie europäische Hersteller wie Leica und Hasselblad nicht berücksichtigt sind.) 

2025 – Rangliste der Kamera-Auslieferungen

Marke Stückzahl Marktanteil Veränderung gg. Vorjahr
Canon 4,50 Millionen 45,7 % +2,5 %
Sony 2,42 Millionen 24,6 % -3,9 %
Fujifilm 1,16 Millionen 11,8 % +2,8 %
Nikon 0,88 Millionen 8,9 % -2,8 %
Lumix 0,43 Millionen 4,4 % +1 %
Ricoh/Pentax 0,21 Millionen 2,1 % +1,3 %
OM Digital 0,15 Millionen 1,5 % -0,4 %

 

Fotografieren in UK: Mit einem Bein im Gefängnis

Da hat die britische Regierung ja wirklich einen rausgehauen: “In the UK, you should not take pictures or videos of someone without their permission. This includes taking pictures or videos in public spaces, like streets or parks, or in private spaces, like at home. Sharing sexual pictures or videos of someone without their permission is a serious crime.” Letzteres – müssen wir nicht diskutieren. Ersteres schon. Diese rigorose Präventiv-Maßnahme schränkt die Arbeit (nicht nur) von Fotojournalisten massiv ein. Abgesehen davon, ist das Verbot in der Praxis kaum umzusetzen: Die Polizei wird von entsprechenden Anrufen “Hilfe, da hat mich einer fotografiert, bitte festnehmen” geflutet werden. Wir meinen: Solange kein Schaden entsteht und kein Missbrauch stattfindet, sollte Fotografieren in der Öffentlichkeit erlaubt sein. Und wir sehen gerade im Geiste, wie sich einer der berühmtesten Fotografen Englands, der neulich verstorbene Martin Parr, in seinem Grab herumdreht: Seine weltberühmten Fotografien entstanden samt und sonders mit “versteckter” Kamera.

Und so sieht das Verbot in einer Broschüre der UK-Regierung aus:

Fotografieren in der Öffentlichkeit

Broschüre der UK-Regierung: Fotografieren in der Öffentlichkeit

Fotohandel: Pflicht zur Reparatur eröffnet Chancen auf Profit

Das EU-weite Recht auf Reparatur stellt neue Anforderungen an Hersteller wie Handel. Ja, es ist eine bürokratische Herausforderung. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Die andere Seite zeigt: Reparatur kann zum lukrativen Geschäftsmodell inklusive neuer Ansätze für echte Kundenbindung werden. Die Plattform “Zukunft des Handels” hat die Dinge gut einsortiert und sich praxistaugliche Gedanken darüber gemacht, wie der Handel aus der Reparatur-Verpflichtung Profit schlagen kann:

https://zukunftdeseinkaufens.de/reparieren-statt-lamentieren-wie-der-handel-aus-der-pflicht-ein-geschaeft-macht/