Unter dem Titel „The Space Between“ stellt die Bildhalle Zürich Arbeiten aus Casper Faassens Serien „Landscape“ und „Movement“ gegenüber. Ergänzt werden sie durch botanische Studien. Inhaltlich beschäftigt sich die Ausstellung mit dem Verhältnis von Präsenz und Abwesenheit sowie mit den Zwischenräumen, die in den unterschiedlichen Werkgruppen entstehen.
Zu sehen sind unter anderem Landschaftsaufnahmen aus den Schweizer Alpen. Ihnen stehen neue Bewegungsstudien gegenüber, die Faassen gemeinsam mit Ayaha Tsunaki realisiert hat. Die Erste Solistin des Ballett Zürich wurde dafür in den Räumen der Galerie fotografiert. Die dabei entstandenen Arbeiten werden nun erstmals im Rahmen der Ausstellung präsentiert.
Japanisches Konzept „Ma“ als Bezugspunkt
Eine Rolle für Faassens Bildsprache spielt nach Angaben der Galerie das japanische Konzept „Ma“. Gemeint ist die Vorstellung, dass ein leer erscheinender Raum selbst Bedeutung trägt und nicht lediglich die sichtbaren Formen voneinander trennt.
Als eine Inspirationsquelle wird „Shorin-zu byobu“, auch als „Kiefernwald“ bekannt, genannt. Der japanische Maler Tohaku Hasegawa schuf den Paravent im späten 16. Jahrhundert. Darauf treten mit Tusche gemalte Kiefern aus Nebelflächen hervor und verschwinden teilweise wieder darin.
Faassens Landschaftsbilder greifen ein ähnliches Verhältnis von sichtbaren Motiven und undeutlichen Flächen auf. Bei den gemeinsam mit Tsunaki entstandenen Arbeiten stellt die Galerie zudem einen Bezug zwischen der in einen schwarzen Kimono gekleideten Tänzerin und den dunklen Kiefernformen in Hasegawas Werk her.
Zwischen Fotografie und Malerei
Der Ausstellungstitel bezieht sich zugleich auf mehrere Übergänge innerhalb von Faassens Arbeiten: zwischen Künstler und Motiv, Bewegung und Stillstand sowie sichtbaren und verdeckten Bildebenen.
Faassen verbindet dafür fotografische und malerische Verfahren. Seine Motive entstehen in mehreren transluzenten Schichten und werden häufig mit einer Craquelé-Struktur versehen. Dadurch sollen sich verschiedene Bildebenen überlagern und das Verhältnis von Wahrnehmung, Erinnerung und Zeit thematisieren.
Vernissage mit Künstlergespräch
„The Space Between“ eröffnet am Mittwoch, 2. September 2026, in der Bildhalle Zürich am Stauffacherquai 56. Die Vernissage findet von 18 bis 21 Uhr statt. Für 19 Uhr ist ein Künstlergespräch mit Casper Faassen angekündigt. Ayaha Tsunaki soll bei der Eröffnung ebenfalls anwesend sein.
Die Ausstellung läuft vom 2. September bis 24. Oktober 2026.
Bild: Links: Casper Faassen | Ayaha Veil III, 2026; Rechts: Making-of, Galerie Bildhalle, Zürich
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