Mit Carrie Yamaoka stellt die Hamburger Kunsthalle eine Künstlerin vor, deren Arbeiten sich zwischen Fotografie, Bild und Skulptur bewegen. Die Ausstellung im Lichthof der Galerie der Gegenwart öffnet am 21. August 2026 und ist bis zum 10. Januar 2027 zu sehen. Die Eröffnung findet am 20. August um 19 Uhr statt.
Anlass der Schau ist der Maria Lassnig Preis 2025. Die in New York lebende Yamaoka, Jahrgang 1957, erhält die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung und damit verbunden eine Einzelausstellung an einer internationalen Kunstinstitution.
Yamaoka beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit Oberflächen, Materialien und deren Veränderung. Dabei verbindet sie unter anderem fotografische Verfahren mit Text und reflektierenden Bildträgern. Auch chemische Prozesse und Veränderungen, die sich nicht dauerhaft festhalten lassen, spielen in ihrem Werk eine Rolle.
Einige Arbeiten greift die Künstlerin nach Jahren erneut auf und verändert sie. Damit stellt sie die Vorstellung infrage, dass sich ein künstlerisches Werk zwangsläufig in einer festen zeitlichen Reihenfolge entwickelt. Reflektierende Flächen beziehen zugleich die Umgebung ein: Je nach Standort erscheinen Raum, Licht und Betrachtende in veränderter Form in den Werken.
Die Maria Lassnig Stiftung vergibt den Preis im Abstand von zwei Jahren. Er richtet sich nach Angaben der Stiftung an Kunstschaffende in der Mitte ihrer Karriere, deren bisheriges Werk mehr öffentliche Aufmerksamkeit erhalten soll. Maria Lassnig hatte die Auszeichnung noch vor ihrem Tod im Jahr 2014 konzipiert. Erstmals wurde sie 2017 vergeben.
Zu den bisherigen Preisträgerinnen zählen Cathy Wilkes, Sheela Gowda, Atta Kwami und Lubaina Himid. Mit dem Preis ist jeweils eine Einzelausstellung verbunden. Yamaoka wurde von einer Jury ausgewählt, der unter anderem Vertreterinnen der Maria Lassnig Stiftung, der Hamburger Kunsthalle, der Serpentine Galleries und des Lenbachhauses sowie die Künstlerin Rosa Barba angehörten.
Begleitend zur Ausstellung ist am 21. August um 11 Uhr ein englischsprachiger Artist Talk mit Carrie Yamaoka vorgesehen. Die Teilnahme ist nach Angaben der Kunsthalle im regulären Museumseintritt enthalten.
Am 4. September folgt im Rahmen der Hamburg Art Week eine Führung mit Assistenzkuratorin Michelle Adler. Die Ausstellung wird von Brigitte Kölle kuratiert, Adler übernimmt die Assistenz.
Parallel ist in der Galerie der Gegenwart noch bis zum 30. August 2026 die Ausstellung „Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss“ zu sehen. Sie stellt Werke Lassnigs und Edvard Munchs gegenüber und umfasst nach Angaben der Hamburger Kunsthalle knapp 200 Arbeiten.
Pressemitteilung Hamburger Kunsthalle:
CARRIE YAMAOKA – Maria Lassnig Preis
21. August 2026 bis 10. Januar 2027
Eröffnung: Donnerstag, 20. August 2026, um 19 Uhr
Die Hamburger Kunsthalle zeigt erstmalig in Deutschland eine Einzelausstellung der Künstlerin Carrie Yamaoka (*1957). Die Präsentation im Lichthof der Galerie der Gegenwart findet anlässlich der Auszeichnung der in New York lebenden, multidisziplinär arbeitenden Künstlerin mit dem Maria Lassnig Preis 2025 statt. In ihrer künstlerischen Arbeit interessiert sich Yamaoka für veränderliche Materialien und Oberflächen, oft kombiniert sie beispielsweise Fotografie mit Texttafeln und spiegelnden Bildträgern. Außerdem spielen chemische Prozesse und flüchtige Transformationen eine wichtige Rolle in ihrem Werk und hinterfragen die Möglichkeiten von Aufzeichnung und Dokumentation. Mitunter verändert die Künstlerin ihre früheren Arbeiten nach einigen Jahren erneut und stellt damit Vorgaben hinsichtlich der chronologischen Entwicklung eines künstlerischen Œuvres infrage. Die spiegelnden Oberflächen der zwischen Bild, Fotografie und Skulptur changierenden Werke lassen Raum, Licht und Betrachtende in sich stetig ändernden Perspektiven und Erscheinungsformen ineinanderfließen.
Carrie Yamaoka wurde im US-Bundesstaat New York geboren und wuchs zum Teil in Japan auf. Sie ist Mitglied des queeren Kunstkollektivs fierce pussy, das sie Anfang der 1990er-Jahre mitbegründete (gemeinsam mit Joy Episalla, Zoe Leonard und Nancy Brooks Brody †). Das bis heute aktive Kollektiv entstand inmitten der Aids-Epidemie und der politischen Mobilisierung für die Rechte der LGBTQI+- Community
Die Maria Lassnig Stiftung vergibt alle zwei Jahre einen mit 50.000 Euro dotierten Preis, der Künstler*innen in der Mitte ihrer Laufbahn würdigen soll, die mehr Anerkennung für ihren Beitrag zur Kunst verdienen. Der Preis wurde von der 2014 verstorbenen Malerin noch selbst angedacht und 2017 erstmals verliehen. Er ist mit einer Einzelausstellung in einer renommierten Institution verbunden. Frühere Gewinner*innen des Maria Lassnig Preises sind Lubaina Himid (2023, UCCA Peking), Atta Kwami (2021, Serpentine Galleries, London), Sheela Gowda (2019, Lenbachhaus München) und Cathy Wilkes (2017, MoMA PS1, New York). Zur Jury des Maria Lassnig Preises 2025 gehörten Peter Pakesch (Vorstand Maria Lassnig Stiftung), Alexander Klar (Direktor Hamburger Kunsthalle), Hans Ulrich Obrist (Künstlerischer Leiter Serpentine Galleries), Matthias Mühling (Direktor Städtische Galerie im Lenbachhaus, München), Rosa Barba (Künstlerin), Brigitte Kölle (Leitung & Ausstellungskuratorin Kunst der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle) und Corinne Diserens (Leitung & Ausstellungskuratorin Kunst der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle).
Noch bis 30. August 2026 ist die große Doppelschau Maria Lassnig und Edvard Munch. Malfluss = Lebensfluss in der Galerie der Gegenwart zu sehen. Sie vereint erstmals Werke der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig (1919–2014) und des norwegischen Malers Edvard Munch (1863–1944). Ergänzt wird die knapp 200 Werke umfassende Schau durch Leihgaben der Partner Maria Lassnig Stiftung, Kunsthaus Zürich und Munchmuseet in Oslo sowie Werke weiterer internationaler Museen und Privatsammlungen.
Sonderveranstaltungen zur Ausstellung:
Freitag, 21. August 2026, um 11 Uhr (in englischer Sprache, Dauer: 90 Min.)
Artist Talk mit Carrie Yamaoka
Teilnahme: im Museumseintritt enthalten
Ort: Veranstaltungsraum in der Galerie der Gegenwart
Freitag, 4. September 2026, um 11 Uhr (Dauer: 45 Min.
Kurator*innenführung mit Assistenzkuratorin Michelle Adler
Teilnahme: 0 Euro zzgl. Museumseintritt / Tickets im Vorverkauf erhältlich
Treffpunkt: Foyer Galerie der Gegenwart
Im Rahmen der Hamburg Art Week
Kuratorin: Dr. Brigitte Kölle (Leitung & Ausstellungskuratorin Kunst der Gegenwart)
Assistenzkuratorin: Michelle Adler
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