Bewegung im Imaging-Markt: Honor könnte mit seinem „Robot Phone“ und einem beweglichen Kamera-Gimbal eine neue Geräteklasse anstoßen – unterstützt durch Kamera-Know-how von Arri. Gleichzeitig stellen Sony und TSMC mit einem milliardenschweren Joint Venture die Weichen für die nächste Generation von Smartphone-Bildsensoren. Und aus Oldenburg kommen positive Geschäftszahlen: Cewe steigert im zweiten Quartal erneut den Umsatz und bestätigt trotz der Kosten für die Kodak-Moments-Akquisition seine Jahresziele. Drei Entwicklungen, die zeigen, wie stark Technologie, Smartphone-Imaging und klassisches Fotofinishing den Imaging-Markt derzeit verändern.

Die wichtigsten Imaging Business News der KW 34/26 – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE und DigitalPHOTO.

Imaging Business News KW 34/26:

Honors neues „Robot Phone“: Ein neues Kamera-Segment?

Gerüchte über das neue Honor Robot Phone wabern schon länger durch Foren und Plattformen, jetzt kann man es zumindest vorbestellen – vorerst nur, wenn man in China wohnt. Das „Robot“ im Namen bezieht sich in erster Linie auf das automatische Pop-up-Kamera-Gimbal, das sich bis zu einer vollständigen 360-Grad-Drehung bewegen lässt. Das Robot Phone unterstützt eine Vielzahl von filmischen Bewegungsmodi und es gibt einen integrierten KI-Algorithmus zur Motivverfolgung, bei dem die Kamera automatisch schwenkt und neigt, um einer Person zu folgen. Außerdem gibt es eine freihändige Gestensteuerung, mit der sich der Kameraarm ausfahren und Bilder aufnehmen lassen.

Für die Entwicklung hat sich Honor zudem mit Arri zusammengetan, dem deutschen Hersteller professioneller Kinokameras. Diese Partnerschaft ermöglicht weitere High-Tech-Tools, wie beispielsweise KI-gestützte Rauschunterdrückung oder einen größeren Dynamikbereich. Die Aufnahmen können zudem in Echtzeit in der Vorschau angesehen und als RAW-Dateien ausgegeben werden. Ganz neu: Das Smartphone führt den sogenannten „YOYO-Robotermodus“ ein, der „multimodale Wahrnehmung, Kontextverständnis, Gestenerkennung und körperliche Bewegung“ kombiniert. Mit anderen Worten: Das Kamera-Gimbal reagiert und agiert ein wenig wie ein Mensch. Honor geht davon aus, dass auch Drittanbieter mit Hilfe der Wahrnehmungsfunktionen und der Möglichkeiten zur Interaktion Interesse an einer Kooperation zeigen. 

Wir meinen: Hochinteressante Entwicklung, die den Gap zwischen traditionellen Kameraherstellern und neuen Playern weiter vergrößern könnte. Wir sind gespannt, wann das Gerät bei uns erhältlich sein wird – und wer sich als Drittanbieter in diesen neuen Markt traut.

Weiterlesen: https://www.engadget.com/2235640/honor-launches-its-long-awaited-robot-phone-and-yes-it-can-wiggle-at-you/

Neue Bildsensoren von Sony in Sicht

Wie das Handelsblatt berichtet, gründen der taiwanische Chip-Hersteller TSMC und Sony ein 4,7 Milliarden Dollar schweres Gemeinschaftsunternehmen. Der Grund: Die Entwicklung und Produktion von Bildsensoren der nächsten Generation für Smartphones. Nach einer Anlaufzeit von drei Jahren soll die Massenproduktion 2029 starten. Das Joint Venture soll das Zentrum für die Entwicklung und Produktion von Bildsensoren für Smartphones bilden und dabei auf fortschrittliche Fertigungstechnologien setzen. Sony soll die Mehrheit an dem neuen Unternehmen halten und 465 Milliarden Yen (umgerechnet 2,92 Milliarden Dollar) investieren, TSMC steuert 282 Milliarden Yen bei. Die Unternehmen gehen davon aus, dass die japanische Regierung das Vorhaben finanziell unterstützen wird. 

Wir meinen: Der Bildsensoren-Champion Sony plus der Chip-Gigant TSMC, das ergibt nicht nur eine enorme Marktmacht, sondern zeigt auch, auf welche Produkte – nämlich neuen Generationen von Smartphones, nicht zwangsläufig von Sony  – man in Zukunft in Sachen Consumer-Imaging setzt. Ob und welche Relevanz das für Kameras haben wird, wird sich erst zu einem späteren Zeitpunkt zeigen.

https://www.handelsblatt.com/technik/it-internet/chipindustrie-sony-und-tsmc-investieren-milliarden-in-neue-fabrik-in-japan/100246542.html

Cewe legt weiter zu

Nach der Akquisition (Kodak Moments Retail Photo Solutions) ist vor dem Quartals-Wachstum in Oldenburg: Cewe legt auch im zweiten Viertel des Jahres im Umsatz zu und erreicht einen neuen Höchstwert: Der Q2-Gruppenumsatz wächst um +6,0% auf 143,9 Mio. Euro (Q2 2025: 135,8 Mio. Euro). Das operative Gruppen-EBIT erreicht die erwartete, saison-typische -3,1 Mio. Euro (Q2 2025: -3,3 Mio. Euro). Das Gruppen-EBIT trägt dabei -3,7 Mio. Euro Transaktionskosten aus der Akquisition von Kodak Moments Retail Photo Solutions und liegt damit bei -6,8 Mio. Euro. Cewe setzt damit weiter auf die angekündigte Rendite- und Fokussierungsstrategie auf das Kerngeschäft Fotofinishing. Mit den Ergebnissen des zweiten Quartals bestätigt Europas größter Finisher die abgegebene Jahreszielsetzung für 2026: Der Gruppenumsatz soll 2026 um bis zu +4% zulegen und ist in der Bandbreite von 780 bis 810 Mio. Euro geplant, das Gruppen-EBIT wird 2026 im Korridor von 85 bis 91 Mio. Euro erwartet.

Wir meinen kurz und bündig: Zielerreichung dürfte klappen. Und das nicht nur, weil es auch in diesem Jahr wieder Weihnachten geben wird.