Während die nachlassende Konsumnachfrage in China zunehmend Spuren im globalen Kamerageschäft hinterlässt, kann Sony mit seinem Bildsensor-Geschäft beeindruckende Ergebnisse vorweisen. Gleichzeitig setzt Insta360 auf internationale Expansion und wagt mit eigenen Ladengeschäften in New York, Tokio und München den Schritt vom Online-First-Anbieter zur sichtbaren Retail-Marke.

Die wichtigsten Imaging Business News der KW 33/26 – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE und DigitalPHOTO.

Imaging Business News KW 33/26:

Chinas Wirtschaftsflaute schwächt Imagingbranche

Die Konsumausgaben in China haben sich in letzter Zeit erheblich abgeschwächt, da die Lebenshaltungskosten weiter steigen und die Löhne nicht mithalten. Dieser Trend wirkt sich nun auch direkt auf die Kamerabranche aus. Noch im vergangenen Jahr schien es, als würde China angesichts der starken Verbrauchernachfrage eine Vorreiterrolle im Kameramarkt einnehmen und war zumindest zeitweise der größte Imagingmarkt weltweit. “Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 blieb der Markt in allen Regionen stabil, mit Ausnahme von China, das im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weiterhin ein negatives Wachstum verzeichnete“, schreibt Sony in seinen jüngsten Finanzunterlagen, obwohl die Sensorsparte hohe Gewinne einfuhr (siehe unten).

Und auch Nikon konstatiert: „Die Prognosen für das Marktvolumen von DCIL wurden um 300.000 Einheiten nach unten korrigiert, um dem jüngsten Nachfragerückgang vor allem in China Rechnung zu tragen“, schreibt das Unternehmen in seinem eigenen Jahresabschluss. Die CIPA, die die Verkaufszahlen japanischer Kamerahersteller erfasst, berichtet, dass in der ersten Hälfte des Jahres 2026 die Lieferungen von Objektiven und Kameras aller Art nach China im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sind.

Sonys Bildsensor-Sparte ist äußerst profitabel

Sony hat kürzlich seine Finanzergebnisse für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 veröffentlicht, und insgesamt war es für Sony ein hervorragender Start ins Jahr. Das Betriebsergebnis belief sich im ersten Quartal auf 476,5 Milliarden Yen, was nach aktuellem Wechselkurs etwa 3,012 Milliarden US-Dollar entspricht. Das sind 136,5 Milliarden Yen mehr als im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025 – ein Gewinnanstieg von 40 Prozent für den japanischen Technologie- und Unterhaltungselektro-Giganten.

Sonys Alpha-Kameras und -Objektive fallen unter den Bereich ET&S (wie auch TV und Audio), der im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres einen Umsatzanstieg von 9,6 Milliarden Yen verzeichnete, jedoch einen leichten Rückgang des Betriebsergebnisses von 43,1 auf 42,6 Milliarden Yen hinnehmen musste. Speziell im Geschäftsbereich „Imaging & Sensing Solutions“ feiert Sony enorme Erfolge. Natürlich verbaut man seine eigenen Bildsensoren in seine Alpha-, FX- und CineAlta-Kameras, Sony verkauft Bildsensoren jedoch auch an eine Vielzahl anderer Hersteller, darunter an einige Wettbewerber und viele führende Smartphone-Hersteller. Das Betriebsergebnis im ersten Quartal 2026 verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr auf umgerechnet 772 Millionen US-Dollar.

Insta360 baut eigene Präsenz im stationären Handel auf

Der chinesische Kamerahersteller Insta360 plant die Eröffnung seiner ersten firmeneigenen Ladengeschäfte in New York, Tokio und München. Diese Expansion im stationären Handel markiert eine signifikante Abkehr vom bisherigen „Online-First“-Ansatz. Sie ist Teil der „Born-to-Be-Global“-Strategie von Insta360, mit der das Unternehmen die Kundenbindung vertiefen und direkt mit Kameramarken wie GoPro und DJI konkurrieren will. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes von Insta360 stammen aus Ländern außerhalb des chinesischen Festlands. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 74 Prozent auf umgerechnet 1,4 Milliarden US-Dollar, gefolgt von einem weiteren Anstieg um 83 Prozent im ersten Quartal 2026  im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf umgerechnet 366 Millionen US-Dollar.