Kompakt, hochwertig und bewusst klassisch: Mit dem 40 mm f/2,0 Septon asphärisch knüpft Voigtländer an eine traditionsreiche Objektivreihe an. Wir haben das manuelle Pancake-Objektiv für Sony E-Mount im Praxistest ausprobiert.

Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon asphärisch

  • Anschluss: E-Mount
  • Optischer Aufbau: 7 Elemente in 6 Gruppen
  • Anzahl Blendenlamellen: 10
  • Autofokus: nein
  • Bildstabilisator: nein
  • Gewicht: 165 g
  • Preis: ca. 650 Euro
  • www.voigtlaender.de

Mit dem Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon asphärisch erweitert der Hersteller sein Angebot um eine kompakte Standard-Festbrennweite für spiegellose Vollformatkameras mit Sony-E- und Nikon-Z-Bajonett. Der traditionsreiche Name „Septon“ ist dabei kein Zufall: Bereits Ende der 1950er- und in den 1960er-Jahren trugen die Standardobjektive der Voigtländer-Bessamatic- und Ultramatic-Spiegelreflexkameras diese Bezeichnung. Damals standen sie für den Aufbruch in eine neue Kamerageneration, die die klassischen Messsuchermodelle ablösen sollte. Mit der modernen Neuinterpretation greift Voigtländer dieses historische Erbe nun wieder auf. Für unseren Praxistest stand die Version mit Sony-E-Anschluss zur Verfügung.

Schon beim ersten Kontakt hinterlässt das Objektiv einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck. Das vollständig aus Metall gefertigte Gehäuse wirkt präzise verarbeitet und erstaunlich kompakt. Mit lediglich 30 Millimetern Länge beim E-Mount beziehungsweise 32 Millimetern bei der Z-Version bewegt sich das Septon fast schon in Pancake-Dimensionen. Der Durchmesser von 61,7 Millimetern bleibt ebenfalls angenehm zurückhaltend. Trotz der robusten Metallkonstruktion bringt die E-Mount-Version nur 165 Gramm auf die Waage, während die Z-Variante mit 205 Gramm einen Hauch schwerer ausfällt.

Ausstattung

Das Objektivdesign folgt einem bewusst reduzierten Bedienkonzept. Dominant ist der angenehm breite Fokusring, ergänzt durch einen schmalen Blendenring an der Frontlinse. Hinzu kommt ein 52-mm-Filtergewinde. Zum Lieferumfang gehört zudem eine kuppelförmige, einschraubbare Gegenlichtblende aus Metall. Sie fällt angenehm leicht und dezent aus und passt optisch gut zum kompakten Gesamtauftritt des Objektivs. Auch die gleichzeitige Nutzung mit Filtern funktioniert in der Praxis problemlos.

Die kompakte Konstruktion bringt allerdings auch kleine ergonomische Kompromisse mit sich. Da sich – abgesehen vom etwa fünf Millimeter schmalen Bereich mit der Fokusskala – nahezu der gesamte Tubus bewegt, erfordert das Ansetzen und Abnehmen an der Kamera mitunter etwas Fingerspitzengefühl.

Auch optisch orientiert sich das Septon an seinem historischen Vorbild, wurde technisch jedoch modernisiert. Der Aufbau besteht aus sieben Linsenelementen in sechs Gruppen. Die ursprüngliche Septon-Konstruktion aus den 1950er-Jahren basierte noch auf einem sechslinsigen Orthometar-Design. Für die aktuelle Version ergänzt Voigtländer ein zusätzliches asphärisches Element, das die Abbildungsleistung insbesondere bei Offenblende und in den Randbereichen verbessern soll.

Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon Hands-on

Maximal ausgefahren: Das Objektiv hat keinen Innenfokus und kommt bei kürzester Fokusentfernung auf etwa 38 cm Länge ohne Objektivdeckel. Bild: Sarah A. Fechler

 

Trotz rein manueller Fokussierung verzichtet das Objektiv nicht auf moderne Kommunikation mit der Kamera. Elektronische Kontakte übertragen die genutzte Blende sowie sämtliche EXIF-Daten zuverlässig an das Kameragehäuse. Auch der kamerainterne Bildstabilisator arbeitet dadurch ohne Einschränkungen, da die Brennweite automatisch erkannt wird.

Die zehn Blendenlamellen sorgen zudem für eine angenehm ruhige Hintergrundunschärfe. Gerade bei Offenblende wirkt das Bokeh weich und harmonisch, ohne den eher natürlichen Bildcharakter des Objektivs zu überzeichnen. Das unterstreicht den klassischen Bildcharakter des Septon und passt gut zur insgesamt eher puristischen Ausrichtung des Objektivs.

In der Praxis

Mit seiner Brennweite von 40 mm bewegt sich das Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon genau zwischen klassischem Weitwinkel und Normalobjektiv. Der Bildwinkel wirkt natürlicher als bei vielen 35-mm-Objektiven, zeigt aber zugleich mehr von der Umgebung als ein typisches 50 mm. Dadurch entsteht ein sehr ausgewogener Look, der dem menschlichen Seheindruck erstaunlich nahekommt – ein großer Vorteil für Street-, Reportage- und Reisefotografie.

Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon für E-Mount im Praxistest Praxisfoto 01

Aufgenommen mit dem Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon an einer Sony Alpha 7R III mit 40 mm (KB), ISO 250, f/4,5 und 1/320 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler

 

Im Praxiseinsatz in Asturien, im Norden Spaniens, erwies sich die Brennweite als überraschend flexibel. Ob enge Gassen, Wochenmärkte oder weite Küstenlandschaften: Motive ließen sich meist intuitiv finden und stimmig komponieren. Gerade unterwegs erwies sich die Naheinstellgrenze von 30 Zentimetern als überraschend praktisch, etwa für Details auf Wochenmärkten oder kleinere Naturmotive wie das Fünffleck-Widderchen. Zwar ersetzt das Objektiv kein Makro, erlaubt aber durchaus Nahaufnahmen mit natürlicher Perspektive. Selbstverständlich bringt eine Festbrennweite auch immer gewisse Einschränkungen mit sich. Vor allem in engen Innenräumen oder historischen Kirchen wäre gelegentlich ein stärkeres Weitwinkel hilfreich gewesen.

Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon für E-Mount im Praxistest Praxisfoto 02

Aufgenommen mit dem Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon an einer Sony Alpha 7R III mit 40 mm (KB), ISO 100, f/4,0 und 1/400 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler

Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon Praxisfoto 04

Aufgenommen mit dem Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon an einer Sony Alpha 7R III mit 40 mm (KB), ISO 250, f/2,2 und 1/200 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler

Etwas Eingewöhnunge verlangt zunächst der rein manuelle Fokus, entwickelt sich mit der Zeit aber zu einem sehr direkten und bewussten Arbeiten. Der breite Fokusring liegt angenehm in der Hand und erlaubt präzise Einstellungen. Vergleichsweise straff arbeitet der kompakte Blendenring, was unbeabsichtigtes Verstellen effektiv verhindert. Für schnelle Sport- oder Actionmotive ist das Objektiv allerdings klar nicht konzipiert – hier verlangt das manuelle Scharfstellen schlicht mehr Zeit und Ruhe.

Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon Praxisfoto 03

Aufgenommen mit dem Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon an einer Sony Alpha 7R III mit 40 mm (KB), ISO 100, f/5,6 und 1/320 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler

 

Auch die Lichtstärke von f/2 mag im ersten Moment weniger spektakulär erscheinen als moderne f/1,4-Konstruktionen. Gerade dieser Kompromiss ermöglicht jedoch die äußerst kompakte Bauweise. Zusammen mit spiegellosen Vollformatkameras entsteht so ein angenehm leichtes Setup, das man auch wirklich immer dabeihaben möchte. Zugleich kann man das Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon zusätzlich einpacken, gerade weil es so leicht ist. Dazu schlägt das Objektiv preistechnisch mit um die 650 Euro (UVP) auch nicht zu hart zu Buche.

Unser Fazit: Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon asphärisch für E-Mount im Praxistest

Mit dem 40 mm f/2,0 Septon asphärisch bringt Voigtländer ein außergewöhnlich kompaktes und hochwertig verarbeitetes Standardobjektiv auf den Markt, das vor allem Liebhaber bewusster Fotografie anspricht. Der natürliche Bildwinkel, die angenehme Bildwirkung und die gelungene Kombination aus klassischer Mechanik und moderner Kameratechnik machen das manuell fokussierende Objektiv zu einem idealen Begleiter für Street-, Reise- und Reportagefotografie.

Was uns gefällt …

  • Kompakt

  • Hochwertig konstruiert

  • Leicht

  • Harmonischer Bildlook

… und was nicht so gut ist

  • Als manuell fokussierendes Objektiv klassisch für eher ruhige Motive geeignet

Technische Daten: Voigtländer 40 mm f/2,0 Septon asphärisch für E-Mount

Konstruiert für Sensorgröße / BajonettKleinbild / Sony E
Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild)60 mm
Maximale Lichtstärke2,0
Kleinste Blende16
Konstruktion: Linsen / Gruppen7 / 6
Blendenlamellen (Anzahl)10
Naheinstellgrenze0,30 m
Filtergröße52 mm
Abmessungen / Gewicht62 x 30 mm / 165 g
AF-Motor / AF/MF-Schalter━ / ━
Bildstabilisator /
mit mehr als einem Modus
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Innenfokus
Funktionstaste (Fn)
Steuerrungs-/Blendenring /
De-Click-Schalter
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Fokusbereichsbegrenzer
Gummidichtung am Bajonett
Streulichtblende /
Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert
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