Cewe setzt mit der geplanten Übernahme von Kodak Moments Retail Photo Solutions ein starkes Zeichen für weiteres internationales Wachstum und stärkt zugleich seine Position im weltweiten Sofortfoto- und Fotokiosk-Geschäft. Daneben werfen wir einen Blick auf die Ursachen für den historischen Niedergang des einstigen Fotoriesen Kodak und auf deutlich schärfere Vorgaben für Billigimporte über globale E-Commerce-Plattformen.

Die wichtigsten Imaging Business News der KW 30/26 – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE und DigitalPHOTO.

Imaging Business News KW 30/26:

Cewe übernimmt Kodak Moments

Überraschend, aber strategisch wertvoll: Cewe hat aktuell einen Vertrag über den Erwerb des Geschäftsbereichs Kodak Moments Retail Photo Solutions mit Kodak Alaris, einem Portfoliounternehmen von Kingswood Capital Management, unterzeichnet. Mit der Akquisition baut das Oldenburger Unternehmen sein Kerngeschäft Fotofinishing international aus, verbessert seine Position im stationären Handel und erweitert seine Präsenz am Point of Sale. Kodak Moments Retail Photo Solutions betreibt mit rund 500 Mitarbeitenden in 54 Ländern ein weltweit etabliertes Sofortfoto-Geschäft.

Der Geschäftsbereich verfügt über rund 37.000 online angebundene Fotostationen in 16.000 Ladengeschäften führender Einzelhandelsketten und erwirtschaftet derzeit einen Jahresumsatz von rund 200 Mio. Euro. Cewe übernimmt den Geschäftsbereich einschließlich des Produktionsstandorts in Windsor (Colorado, USA) für die im Sofortfoto-Geschäft benötigten Verbrauchsmedien zu einem vereinbarten Unternehmenswert von insgesamt rund 88 Mio. Euro. Wir meinen: Guter Schachzug von Cewe in Richtung Internationalisierung mit einer Top-Marke – und im Fotokiosk-Business hat man ja bereits jahrelange umfassende Expertise.

Auf einen Blick: Warum der Foto-Riese Kodak strauchelte und fiel

Im Jahr 2012 wurde das lange Zeit Unmögliche wahr: Kodak war bankrott. Die einstmals viert-wertvollste Marke der Welt, deren Aktien in keinem amerikanischen Pensionsfond fehlten, ein Unternehmen, das zeitweise mehr als 70 Prozent des weltweiten Filmmarktes und 85 Prozent des Fotopapiermarktes besaß, das bereits 1975 die erste Digitalkamera der Welt erfunden hatte (und diese dann in einen Tresor einschloss und die Weiterentwicklung “vergaß”) – wie kann ein solcher Branchen-Gigant so krachend scheitern? Amerikanische Kollegen haben die wichtigsten Fakten und Learnings in einem übersichtlichen, einprägsamen Chart zusammengefasst:

Schärfere Regeln für Billig-Importe

Der boomende Onlinehandel mit Drittstaaten stellt den europäischen Markt vor massive Herausforderungen. Bei den rasant wachsenden Produktimporten über globale E-Commerce-Plattformen wird regelmäßig festgestellt, dass europäische Vorgaben und Standards nicht eingehalten werden. Um den fairen Wettbewerb zu sichern und den Verbraucherschutz spürbar zu stärken, hat das Bundeswirtschaftsministerium für Wirtschaft und Energie eine Reihe von nationalen und europäischen Maßnahmen initiiert. Ein Überblick über die gravierenden Änderungen, auf die sich der Handel jetzt einstellen muss, hat die Plattform “Zukunft des Einkaufens” zusammengestellt:

https://zukunftdeseinkaufens.de/schaerfere-regeln-fuer-billig-importe-wie-politik-und-eu-den-e-commerce-markt-umkrempeln/