Mit dem AF 24 mm f/1,8 Z und dem AF 35 mm f/1,8 Z hat Rollei zwei lichtstarke und zugleich preiswerte Vollformat-Festbrennweiten für das Nikon-Z-System vorgestellt. Wie schlagen sich die beiden Neuheiten im Labor- und Praxistest?
Rollei AF 24 mm f/1,8 Z
- Anschluss: Z-Mount
- Optischer Aufbau: 14 Elemente in 11 Gruppen
- Anzahl Blendenlamellen: 11
- Autofokus: ja
- Bildstabilisator: nein
- Gewicht: 483 g
- Preis: ca. 300 Euro
- www.rollei.de
Rollei AF 35 mm f/1,8 Z
- Anschluss: Z-Mount
- Optischer Aufbau: 11 Elemente in 8 Gruppen
- Anzahl Blendenlamellen: 11
- Autofokus: ja
- Bildstabilisator: nein
- Gewicht: 498 g
- Preis: ca. 300 Euro
- www.rollei.de
Der Hersteller Rollei hat mit dem AF 24 mm f/1,8 Z und dem AF 35 mm f/1,8 Z zwei lichtstarke Festbrennweiten für spiegellose Nikon-Z-Vollformatkameras auf den Markt gebracht, die sich klar an preisbewusste Hobbyfotografen und ambitionierte Einsteiger richten. Das 24-mm-Modell ist vor allem für die Landschafts-, Architektur- und Reportagefotografie interessant, während sich das 35-mm-Modell als klassische Allround-Brennweite für Street-, Reise- und Porträtaufnahmen empfiehlt. Beide Objektive decken somit sehr gefragte Einsatzbereiche ab.
Besonders attraktiv ist der Preis: Mit jeweils rund 300 Euro sind die beiden Rollei-Festbrennweiten deutlich günstiger als die entsprechenden Nikon-Modelle. Zum Vergleich: Das Nikkor Z 24 mm f/1,8 S kostet etwa 1.050 Euro (zum Zeitpunkt dieses Testberichts) und das Nikkor Z 35 mm f/1,8 S rund 800 Euro. Rollei positioniert seine Objektive somit als erschwingliche Alternative für alle, die gerne lichtstark fotografieren möchten, aber nicht bereit sind, den deutlichen Aufpreis für die professionellen S-Line-Objektive von Nikon zu zahlen.
Die spannende Frage ist, wie viel Ausstattung und Komfort Fotografen trotz des niedrigen Preises erwarten dürfen und wie weit die Rollei-Objektive bei der Abbildungsleistung mit den Nikon-Pendants mithalten können.
Ausstattung und Bedienung
Das Bedienkonzept ist beim AF 24 mm f/1,8 Z und beim AF 35 mm f/1,8 Z identisch. Rollei setzt auf wenige, im Fotoalltag aber sehr nützliche Bedienelemente und Funktionen, die sich teilweise an individuelle Arbeitsweisen anpassen lassen. Beide Festbrennweiten verfügen über einen AF/MF-Schalter, der einen schnellen Wechsel zwischen Autofokus und manueller Scharfstellung direkt am Objektiv ermöglicht. Ergänzt wird dieser durch eine Funktionstaste, die sich an Nikon-Z-Kameras frei belegen lässt. So können Anwender häufig genutzte Funktionen wie den Augen-Autofokus oder die Motivverfolgung direkt auf das Objektiv legen. Das ist vor allem bei Street-, Reportage- oder spontanen Reisemotiven von Vorteil.
Der groß dimensionierte Fokusring übernimmt gleich mehrere Aufgaben. Neben der manuellen Fokussierung kann er im Autofokusbetrieb auch als Steuerring genutzt werden, beispielsweise für die Wahl der Blende, des ISO-Werts oder für die Belichtungskorrektur. Die Bedienung erfolgt dabei stufenlos und leise, was sowohl Fotografen als auch Filmern entgegenkommt. Ein kleiner Haken ist, dass der Fokus- bzw. Steuerring unterschiedlich auf schnelle oder langsame Drehbewegungen reagiert (nichtlinear), weshalb es manchmal nicht so einfach ist, den gewünschten Blenden- oder ISO-Wert einzustellen. Die Einstellung sollte daher im Sucher oder Display kontrolliert werden. Teilweise ist es präziser, diese Einstellungen stattdessen doch eher über die gewohnten Einstellräder der Kamera vorzunehmen.
Rollei AF 24 mm f/1,8 Z im Labor
Beim Betrachten der Messwerte des Rollei AF 24 mm f/1,8 Z aus dem CHIP-Testlabor lohnt sich ein vergleichender Blick auf das Nikon-eigene Nikkor Z 24 mm f/1,8 S. Dabei fällt auf, dass das Rollei-Weitwinkelobjektiv bei offener Blende f/1,8 besser abschneidet. Während die 2.733 Linienpaare pro Bildhöhe (Lp/Bh) im Bildzentrum bereits sehr guten 94 Prozent der theoretisch möglichen Auflösung der Messkamera Nikon Z7II entsprechen, erreicht das Rollei AF 24 mm f/1,8 Z auch in den Ecken gute 70 Prozent. Das Nikkor Z 24 mm f/1,8 S erreicht im Bildzentrum zwar 95 Prozent der möglichen Auflösung bei f/1,8, muss sich in den Ecken mit nur 58 Prozent aber dem günstigeren Rollei-Pendant geschlagen geben. Zweifach abgeblendet liegen beide 24-mm-Weitwinkel hingegen gleichauf. Hier kommt das Rollei AF 24 mm f/1,8 Z auf leicht bessere 98 Prozent im Bildzentrum und 75 Prozent in den Ecken.
Bei den typischen Abbildungsfehlern wird hingegen deutlich, dass das Nikon Nikkor Z 24 mm f/1,8 S im Vergleich besser korrigiert ist. Hier zeigt das Rollei einen deutlichen Helligkeitsabfall in den Ecken (Vignettierung) von einer ganzen Blendenstufe bei Blende 1,8 und immer noch 1,1 Blendenstufen, wenn zweifach abgeblendet wird. Das Nikon-Pendant beginnt zwar auch mit einer Vignettierung von einer Blendenstufe bei offener Blende, zeigt bei zweifacher Abblendung jedoch eine deutlich ausgeglichenere Helligkeitsverteilung mit einer Vignettierung von nur noch 0,3 Blendenstufen. Auch bei der Verzeichnung (0,4 Prozent) und bei den Farbsäumen (0,6 Pixel) liegt das Rollei AF 24 mm f/1,8 Z etwas hinter dem Nikon-Pendant (0,0 Prozent und 0,4 Pixel). Dafür kostet es aber auch deutlich weniger.
Aus dem Testlabor
Vignettierung des Rollei AF 24 mm f/1,8 Z im Test
Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.
Rollei AF 35 mm f/1,8 Z im Labor
Im Vergleich zu den sehr guten Auflösungswerten des Rollei AF 24 mm f/1,8 Z offenbart das Rollei AF 35 mm f/1,8 Z im CHIP-Testlabor Schwächen bei offener Blende. Hier kommt das 35-mm-Objektiv an der Messkamera Nikon Z7 II im Zentrum nur auf 1.962 Lp/Bh, was lediglich 67 Prozent der theoretisch möglichen Auflösung entspricht. Auch in den Ecken erreicht es bei f/1,8 nur 63 Prozent. Damit kann es dem Nikon-eigenen Nikkor Z 35 mm f/1,8 S nicht das Wasser reichen, das bei Offenblende sehr gute 92 Prozent im Zentrum und etwas bessere 66 Prozent in den Ecken erreicht. Zweifach abgeblendet erreicht das Rollei AF 35 mm f/1,8 Z dann aber sehr gute 98 Prozent im Zentrum und 74 Prozent in den Ecken. Fotografen müssen sich daher mit einer geringeren Schärfe bei Offenblende arrangieren, erhalten durch Abblenden aber eine deutlich bessere Schärfeleistung.
Was typische Abbildungsfehler betrifft, fallen beim Rollei 35 mm vor allem die sichtbaren Farbsäume mit einer Breite von 1,2 Pixeln bei Offenblende, die Verzeichnung von 0,9 Prozent und die auch nach zweifachem Abblenden deutlich sichtbare Vignettierung von 0,8 Blendenstufen auf. Hier schneidet das teurere Nikon Nikkor Z 35 mm f/1,8 S wesentlich besser ab (0,7 Pixel, 0,1 Prozent und 0,2 Blendenstufen).
Aus dem Testlabor
Vignettierung des Rollei AF 35 mm f/1,8 Z im Test
Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.
Unser Fazit: Rollei AF 24 mm f/1,8 Z und Rollei AF 35 mm f/1,8 Z im Test
Mit einer großen Offenblende von f/1,8 und einem Preis von jeweils nur 300 Euro gehören das Rollei AF 24 mm f/1,8 Z und das AF 35 mm f/1,8 Z zu den Preistipps im Nikon-Z-System. Beide kompakten und leichten Festbrennweiten ermöglichen kreative Freisteller vor unscharfem Hintergrund und lassen sich dank Funktionstaste und Steuerring individuell anpassen. Während das 24 mm dem Nikon-Pendant die Stirn bietet, kann das 35-mm-Modell bei f/1,8 nicht ganz mithalten.
Was uns gefällt …
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Kompakt
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Lichtstark
-
Preiswert
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Funktionstaste
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Dichtungsring
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Präziser AF
… und was nicht so gut ist
-
Deutliche Vignettierung in den Ecken
-
Schärfe des 35 mm bei f/1,8
Technische Daten: Rollei AF 24 mm f/1,8 Z
| Konstruiert für Sensorgröße / Bajonett | Kleinbild / Nikon Z |
| Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild) | 36 mm |
| Maximale Lichtstärke | 1.8 |
| Kleinste Blende | 16 |
| Konstruktion: Linsen / Gruppen | 14 / 11 |
| Blendenlamellen (Anzahl) | 11 |
| Naheinstellgrenze | 0,32 m |
| Filtergröße | 62 mm |
| Abmessungen / Gewicht | 80 x 96 mm / 483 g |
| AF-Motor / AF/MF-Schalter | ● / ● |
| Bildstabilisator / mit mehr als einem Modus | ━ / ━ |
| Innenfokus | ● |
| Funktionstaste (Fn) | ● |
| Steuerrungs-/Blendenring / De-Click-Schalter | ● / ━ |
| Fokusbereichsbegrenzer | ━ |
| Gummidichtung am Bajonett | ● |
| Streulichtblende / Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert | ● / ━ |
Technische Daten: Rollei AF 35 mm f/1,8 Z
| Konstruiert für Sensorgröße / Bajonett | Kleinbild / Nikon Z |
| Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild) | 52,5 mm |
| Maximale Lichtstärke | 1.8 |
| Kleinste Blende | 16 |
| Konstruktion: Linsen / Gruppen | 11 / 8 |
| Blendenlamellen (Anzahl) | 11 |
| Naheinstellgrenze | 0,4 m |
| Filtergröße | 62 mm |
| Abmessungen / Gewicht | 80 x 93 mm / 498 g |
| AF-Motor / AF/MF-Schalter | ● / ● |
| Bildstabilisator / mit mehr als einem Modus | ━ / ━ |
| Innenfokus | ● |
| Funktionstaste (Fn) | ● |
| Steuerrungs-/Blendenring / De-Click-Schalter | ● / ━ |
| Fokusbereichsbegrenzer | ━ |
| Gummidichtung am Bajonett | ● |
| Streulichtblende / Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert | ● / ━ |












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