Mit einer Festveranstaltung im Stadttheater Baden ist das Festival La Gacilly-Baden Photo 2026 offiziell eröffnet worden. Im Mittelpunkt standen das diesjährige Schwerpunktland Großbritannien, die Geschichte der Fotografie sowie aktuelle Umwelt- und Gesellschaftsthemen. Zahlreiche internationale Gäste aus Kultur, Politik und Fotografie nahmen an der Veranstaltung teil.
Offizieller Auftakt im Stadttheater Baden
Am Abend des 12. Juni 2026 wurde das Festival La Gacilly-Baden Photo 2026 im Stadttheater Baden eröffnet. Den musikalischen Auftakt gestaltete Engel Mayr mit einer Interpretation von „God Save the King“ in einer Version, die durch einen Auftritt von Brian May auf dem Buckingham Palace internationale Bekanntheit erlangte. Damit wurde zugleich auf das diesjährige Schwerpunktland des Festivals, das Vereinigte Königreich, verwiesen.
Festival-Geschäftsführerin Silvia Lammerhuber begrüßte die Gäste sowie die nahezu vollständig anwesenden Fotografinnen und Fotografen der diesjährigen Ausstellungen.
Rückblick auf 200 Jahre Fotografie
Festivaldirektor Lois Lammerhuber widmete seine Festrede der Entwicklung der Fotografie in den vergangenen zwei Jahrhunderten. Dabei zeichnete er die Geschichte des Mediums von seinen technischen Anfängen bis zu seiner heutigen Rolle als eigenständige Kunstform nach.
Zugleich verwies er auf die Entwicklung des Festivals. Nach Angaben der Veranstalter besuchten im vergangenen Jahr 336.288 Menschen die rund sieben Kilometer lange Ausstellungsstrecke durch Baden.
Internationale Gäste und politische Unterstützung
Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli hob die Bedeutung des Festivals für die Stadt Baden hervor. Unterstützung kam auch von Landesrat Anton Kasser, der in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mickl-Leitner sprach.
Die britische Botschafterin Lindsay Skoll würdigte den Beitrag ihres Landes zur Geschichte der Fotografie. Der französische Botschafter Matthieu Peyraud erinnerte an die kulturellen Beziehungen zwischen Frankreich und Österreich und verwies auf die lange Tradition des kulturellen Austauschs beider Länder.
Sir Don McCullin spricht über seinen Weg zur Fotografie
Zu den zentralen Programmpunkten zählte der Auftritt des britischen Fotografen Sir Don McCullin. Der 91-Jährige schilderte seinen Weg von einer einfachen Londoner Herkunft zu einer internationalen Karriere als Fotograf.
Seine persönlichen Erinnerungen boten zugleich Einblicke in die Entwicklung der Fotografie und die Bedeutung dokumentarischer Arbeit über mehrere Jahrzehnte hinweg.
Brian May per Videobotschaft zugeschaltet
Per Videobotschaft meldete sich auch Sir Brian May zu Wort. Der Musiker gilt als leidenschaftlicher Sammler historischer Stereofotografie.
Das Festival präsentiert mit „Stereoscopic Adventures In Hell“ eine Ausstellung aus seiner Sammlung. Die stereoskopischen Aufnahmen entstanden in den 1860er Jahren und zeigen modellierte Szenen, die mit einer frühen 3D-Fototechnik festgehalten wurden. Die Arbeiten stammen von den französischen Bildhauern Pierre Hennetier und Louis Habert.
Umwelt- und Gesellschaftsthemen in den Keynotes
Der österreichische Dokumentarfilmer und Fotograf Richard Ladkani sprach über seine Zusammenarbeit mit Jane Goodall sowie über Projekte zum Schutz von Natur und Tierwelt. Dabei zeigte er, welche Rolle Fotografie und Film bei der Vermittlung ökologischer Themen spielen können.
Helmut Habersack, UNESCO World Water Chair, widmete seinen Vortrag den Herausforderungen von Wasserknappheit, Klimawandel und deren globalen Auswirkungen. Seine Ausführungen verdeutlichten die Verbindung zwischen Umweltfragen und den Inhalten vieler Festivalausstellungen.
Bilderkonzert als Abschluss des Abends
Den Schlusspunkt der Eröffnungsfeier bildete ein Bilderkonzert mit Fotografien aus den diesjährigen Ausstellungen. Begleitet wurden die Projektionen von Arrangements bekannter Songs der Beatles und von Queen, gespielt vom Orchester der Bühne Baden unter der Leitung von Michael Zehetner. Die musikalischen Bearbeitungen stammen von Pavel Singer.
Mit einer gemeinsamen Interpretation von „Hey Jude“ endete der Abend, an der sich zahlreiche Besucherinnen und Besucher beteiligten.
Open-Air-Fotofestival bis Oktober
Das Festival La Gacilly-Baden Photo findet 2026 zum neunten Mal statt. Nach Angaben der Veranstalter umfasst die Ausstellung rund 1.500 Bilder in 33 Ausstellungen. Die Werke sind bis zum 11. Oktober 2026 entlang einer etwa sieben Kilometer langen Route durch Parks, Gärten und die Altstadt von Baden zu sehen. Der Besuch ist kostenlos und täglich rund um die Uhr möglich.
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