Die Imaging-Branche bewegt sich derzeit zwischen technologischer Innovation, gesellschaftlichen Herausforderungen und ungewöhnlichen Marketingideen. Eine internationale Studie zeigt deutliche geschlechtsspezifische Einkommensunterschiede bei freiberuflichen Fotografen und Videografen auf. Gleichzeitig treibt die Integration von Bildbearbeitung direkt in KI-Chatbots die nächste Evolutionsstufe kreativer Workflows voran – aktuell mit einer neuen Ankündigung von Photoroom für Anthropics Claude. Für Gesprächsstoff sorgt außerdem eine aufmerksamkeitsstarke Wendy’s-Kampagne in den USA, bei der Canon-Kompaktkameras als Fast-Food-Prämien eingesetzt werden.

Die wichtigsten Imaging Business News der KW 25/26 – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE, DigitalPHOTO und PhotoKlassik.

Imaging Business News KW 24/26:

Studie: Freiberufliche Frauen in Imaging-Berufen massiv unterbezahlt

Eine neue weltweite Studie hat geschlechtsspezifische Lohnunterschiede bei freiberuflichen Fotografen und Videografen aufgedeckt. In dem Bericht von Remitly for Freelancers wurden die Stundensätze von mehr als 58.000 Freiberuflern aus den wichtigsten Arbeitskategorien analysiert wurden. Laut Studie ist der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ in der nationalen Gesetzgebung und im internationalen Menschenrechtsrecht verankert – theoretisch. Die Praxis sieht jedoch häufig anders aus. Wie die neue Studie von Remitly nahelegt, betrifft dies insbesondere weibliche Fotografinnen, Videografinnen und Videoeditorinnen, die bei der Festlegung ihrer Freiberufler-Tarife neben gewohnten Vorurteilen auch strukturelle Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt bewältigen müssen.

Die Forscher fanden heraus, dass weibliche Architektur- und Immobileienfotografen im Durchschnitt 21,9 Prozent weniger pro Stunde erhalten als Männer (21,98 $ pro Stunde, verglichen mit 28,14 $ für ihre männlichen Kollegen). Die Studie identifizierte zudem eine Lücke von 9,8 Prozent bei Hochzeitsfotografen, wobei Frauen im Durchschnitt 26,94 $ pro Stunde verlangen, verglichen mit 29,85 $ für Männer. Das größte geschlechtsspezifische Lohngefälle besteht in der Design- und Kreativbranche bei YouTube-Video-Editoren – nämlich 23,4 Prozent.

Die vollständige Studie von Remitly für Freiberufler finden Sie hier: https://www.remitly.com/us/en/landing/global-freelancer-pay-gap

Photoroom: Bildbearbeitung in Claude

Die Integration von Bildbearbeitungsfunktionen direkt in KI-Modelle ist der nächste große Trend. Nach der Google I/O neulich – auf der Adobe, Canva und CapCut entsprechende Integrationen ankündigten, mit denen Gemini-Nutzer visuelle Inhalte bearbeiten können, ohne den Chat verlassen zu müssen – folgt nun eine weitere wichtige Ankündigung: Der E-Commerce-KI-Bildbearbeitungsdienst Photoroom stellt eine Model Context Protocol (MCP)-Integration für Anthropics Claude in Aussicht, die es Nutzern ermöglicht, präzise Bildbearbeitungen direkt in ihrer Chat-Oberfläche durchzuführen. Für E-Commerce-Teams bedeutet dies eine schnellere visuelle Iteration und strenge SKU-Konsistenz unter Verwendung natürlicher Sprache, ohne zwischen Apps wechseln zu müssen.

USA: Fast-Food-Kamera von Wendy’s

In den USA rollt derzeit nicht nur der Ball, sondern auch eine besondere Marketingkampagne des Burger-Braters Wendy´s. Die Restaurantkette verschenkte vor weiningen Tagen im Rahmen ihres Wendy’s Rewards-Programms, das seit Mitte Mai jeden Mittwoch stattfindet, 20 von Wendy’s inspirierte Canon PowerShot G7X Mark III-Kameras.

Auf den ersten Blick handelte es sich um knallrote Versionen der G7X, die mit Grafiken im Wendy’s-Design verziert waren – vom Logo bis hin zu Burgern und Pommes. Tatsächlich trugen die Kameras jedoch nur rote Silikonhüllen mit Wendy’s-Aufklebern; es handelte sich also nicht um echte Sondereditionen. Die G7X Mark III ist nach wie vor in den USA eine der meistverkauften Kompaktkameras. Wir meinen: Interessante Marketingidee – allerdings nicht ganz neu: Coca-Cola, McDonald´s und andere hatten in der Vergangenheit bereits Kameras als Prämien für Viel-Esser eingesetzt.