Die 48. Leitz Photographica Auction findet am 13. Juni in der Leica Welt in Wetzlar statt. Versteigert werden historische Kameras, Objektive und Zubehör aus verschiedenen Epochen der Fotografiegeschichte.
Parallel dazu läuft vom 13. Mai bis 14. Juni die Online-Versteigerung „Leitz ON“. Nach Angaben des Auktionshauses soll sie ein breites Angebot an Kameras, Zubehör und Fotografien aus mehreren Jahrzehnten umfassen. Die Schätzpreise bewegen sich von hohen dreistelligen bis zu niedrigen fünfstelligen Eurobeträgen.
Zu den wichtigsten Losen zählt eine Leica MP-33 in Schwarzlack. Die als „M Professional“ bekannte Baureihe wurde speziell für die Reportagefotografie entwickelt. Mit insgesamt 402 produzierten Exemplaren, von denen lediglich 141 schwarz lackiert wurden, gehört sie zu den seltensten Leica-Modellen.
Ebenfalls versteigert wird eine verchromte Leica MP mit der Seriennummer 368. Das Modell soll einst dem italienischen Fotografen Tazio Secchiaroli gehört haben, der durch Aufnahmen prominenter Persönlichkeiten im Rom der späten 1950er-Jahre bekannt wurde.
Ein weiteres Highlight ist ein Lumière Cinématographe mit der Nummer 207. Das von Auguste und Louis Lumière entwickelte Gerät vereinte Aufnahme, Kopierung und Projektion von Filmen in einem einzigen System.
Die Leitz Photographica Auction beginnt am 13. Juni um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der Leica Welt in Wetzlar. Gebote können vorab schriftlich, telefonisch oder online eingereicht werden. Während der Auktion sind Live-Gebote über die Plattformen des Auktionshauses sowie über LiveAuctioneers möglich.
Für den Herbst kündigt das Auktionshaus bereits weitere Veranstaltungen an. Am 9. Oktober soll die Fotografie-Auktion „Perspectives“ in der Leica Galerie Wien stattfinden. Die 49. Leitz Photographica Auction ist für den 28. November erneut in Wetzlar geplant.
Pressemitteilung Leica:
Leitz Photographica Auction 48
Reportage-Kameras und der Cinématographe, der das Zeitalter des Kinos einläutete
Wetzlar, 13. Mai 2026. Historisch relevante Kameras und Vintage-Kamerazubehör stehen im Mittelpunkt der Leitz Photographica Auction, deren 48. Ausgabe am 13. Juni in der Leica Welt in Wetzlar stattfindet. Zu den Highlights zählen unter anderem zwei speziell für die Reportage-Fotografie entwickelte Leica MP Kameras aus den 1950ern sowie ein Lumière Cinématographe aus dem späten 19. Jahrhundert – eines jener Geräte, die zur Aufnahme und Aufführung der weltweit ersten Kinofilme verwendet wurden. Bieterinnen und Bieter können live vor Ort, via Telefon oder online an der Versteigerung teilnehmen. Zusätzlich dazu richtet das Auktionshaus Leitz Photographica Auction von 13. Mai bis 14. Juni die separate, auf Online-Gebote beschränkte Versteigerung „Leitz ON“ aus, die ein breites Spektrum an Kameras, Kamera-Accessoires und Fotografien von den 1920ern bis heute anbietet.
Leitz ON
„Sämtliche Kameras, Objektive und sonstigen Fotografie-Utensilien, die uns Jahr für Jahr angeboten werden, in unsere Saalauktion aufzunehmen, ist aus Zeitgründen nicht möglich. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, zusätzlich eine reine Online-Versteigerung unter dem Titel ‚Leitz ON‘ auszurichten“, erklärt Alexander Sedlak, Geschäftsführer von Leitz Photographica Auction.
Von 13. Mai bis 14. Juni kann auf die „Leitz ON“-Lose geboten werden. „Die Schätzpreise rangieren von hohen dreistelligen bis zu niedrigen fünfstelligen Eurobeträgen“, so Alexander Sedlak. Extravagante Raritäten, auch aus dem hochpreisigen Segment, gebe es hingegen in der 48. Leitz Photographica Auction zu erstehen, die am 13. Juni in der Leica Welt in Wetzlar vonstatten geht. Gebote können live im Saal, am Telefon, aber ebenso online abgegeben werden.
Rarität in Schwarz(lack)
Eine der erwähnten Raritäten ist die Leica MP-33 in Schwarzlack. Mit einer Gesamtproduktion von lediglich 402 Exemplaren – davon nur 141 schwarz lackiert – zählt die „M Professional“ (MP) zu den seltensten je gefertigten Leica Kameras. Speziell für die Reportage-Fotografie entwickelt, geht ihr Konzept auf die Anregungen namhafter amerikanischer Pressefotografen wie Alfred Eisenstaedt und David Douglas Duncan zurück, die ihre M-Kameras mit den funktionalen Vorteilen des Leicavit-Schnellaufzugs kombinieren wollten, der zuvor ausschließlich für die Leica IIIf verfügbar war. Das hier angebotene Exemplar mit der Seriennummer MP-33 wurde am 29. Juli 1957 an den Leica Vertreter Brandt in Schweden ausgeliefert und wird zusammen mit einem passenden Leicavit in Schwarzlack sowie einem Summicron 2/5cm Objektiv (Nr. 1474885) in Schwarzlack mit Messingfassung angeboten.
Die Kamera des ersten Paparazzo
Auch die verchromten MP-Varianten – mit einer Produktionszahl von lediglich 261 Stück – erfreuen sich innerhalb der Sammlerszene enormer Beliebtheit. Ein besonders bemerkenswertes Exemplar mit herausragender Provenienz wird nun im Rahmen der 48. Leitz Photographica Auction präsentiert. Die Leica MP Nr. 368, ausgeliefert am 1. Januar 1958, ist als persönliches Arbeitsgerät von Tazio Secchiaroli dokumentiert. Bekannt wurde der Fotograf für seine dynamischen, ungestellten Aufnahmen berühmter Persönlichkeiten entlang der Via Veneto in Rom in den späten 1950er-Jahren. Secchiaroli prägte nicht nur den zeitgenössischen Fotojournalismus, er diente auch als Inspiration für eine – inzwischen legendäre – Figur in Federico Fellinis La Dolce Vita (1960). Der Name dieser Figur lautet „Paparazzo“ und ging schließlich als Bezeichnung einer neuen Strömung innerhalb der Reportage-Fotografie in die Geschichte ein.
Pionier der Bildstabilisierung
Auch historisch relevantes Kamerazubehör steht im Fokus der 48. Leitz Photographica Auction. Eines der seltensten und außergewöhnlichsten Geräte, die Leica je herstellte, ist in dieser Hinsicht das E. Leitz New York Leica Gun RIFLE. Inspiriert von Commander Attilio Gatti, einem renommierten Tierfotografen, sollte das RIFLE den Einsatz von Teleobjektiven erleichtern und verwackelte Bilder bestmöglich verhindern. Es fand daher nicht nur in der Wildtierfotografie, sondern vor allem in der Sportberichterstattung Anwendung. Die Angaben zur Gesamtstückzahl variieren, doch erscheint eine Produktion von lediglich 12 bis 14 Exemplaren des E. Leitz New York Gun RIFLE realistisch. Auffällig an ihnen ist unter anderem der besondere Sucher mit der Gravur „Patent Pending“.
Lumière Cinématographe Set
Ein Stück Kinogeschichte steht bei der kommenden Auktion mit dem Lumière Cinématographe Nr. 207 zum Verkauf. Von Auguste und Louis Lumière patentiert, war der Cinématographe das erste praxistaugliche Gerät, das Aufnahme, Druck und Projektion von Bewegtbildern in einem kompakten, handbetriebenen Mechanismus vereinte. Seine öffentliche Premiere feierte der Cinématographe am 28. Dezember 1895 im Salon Indien des Grand Café in Paris – diese erste kommerzielle Filmvorführung vor zahlendem Publikum gilt weithin als Geburtsstunde des Kinos. Welcher Cinématographe damals konkret verwendet wurde, ist nicht überliefert. Fest steht allerdings, dass sich das technisch ausgefeilte und zugleich leicht transportable Lumière-System rasch in Europa und darüber hinaus verbreitete und den Grundstein für die Etablierung von Bewegtbild als eigenständige Industrie legte.
Live vor Ort, schriftlich, online oder telefonisch
Die 48. Leitz Photographica Auction findet am 13. Juni ab 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der Leica Welt in Wetzlar (Hessen) statt. Gebote können vorab online (www.leitz-auction.com), schriftlich oder telefonisch eingereicht werden. Live-Gebote während der Auktion sind auf www.leitz-auction.com und www.liveauctioneers.com möglich.
Im Herbst organisiert das Auktionshaus Leitz Photographica Auction zwei weitere Versteigerungen. Am 9. Oktober findet die Fotografie-Auktion „Perspectives“ in der Leica Galerie Wien statt. Am 28. November folgt die 49. Leitz Photographica Auction, erneut in der Leica Welt in Wetzlar.
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