Das Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 verbindet eine vielseitige Brennweite mit einem kompakten, 350 Gramm leichten Gehäuse. Abstriche müssen bei der Bildstabilisierung, dem Bajonett und den Bedienelementen gemacht werden. Wir haben das Reisezoom im Test unter die Lupe genommen.

Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1

  • Anschluss: Z-Mount
  • Optischer Aufbau: 12 Elemente in 10 Gruppen
  • Anzahl Blendenlamellen: 7
  • Autofokus: ja
  • Bildstabilisator: nein
  • Gewicht: 350 g
  • Preis: ca. 530 Euro
  • www.nikon.de

Mit dem Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 hat Nikon sein Objektivangebot für das spiegellose Z-System um ein besonders leichtes Standardzoom für Vollformatkameras erweitert. Es richtet sich vor allem an Reisefotografen und alle, die unterwegs möglichst wenig Gewicht mitnehmen möchten, dabei aber eine vielseitige Brennweitenabdeckung nutzen wollen.

Im Nikon-Portfolio positioniert sich das Zoom unterhalb der beiden etablierten Allroundobjektive Nikkor Z 24–120 mm f/4 S und Nikkor Z 24–200 mm f/4–6,3 VR. Während diese Modelle vor allem durch ihren größeren Zoombereich oder ihre konstante Lichtstärke überzeugen sollen, setzt das Z 24–105 mm konsequent auf eine besonders kompakte und leichte Bauweise. Mit einem Gewicht von lediglich rund 350 Gramm ist es deutlich leichter als das 24–120 mm (630 g) und auch als das 24–200 mm (570 g).

Gerade bei längeren Fototouren oder auf Reisen macht sich dieser Gewichtsvorteil bemerkbar. In Kombination mit der zum Beispiel im Praxistest verwendeten Nikon Z6II liegt das Objektiv angenehm ausbalanciert in der Hand. Wer viel zu Fuß unterwegs ist – etwa bei Städtereisen, auf Wanderungen oder bei Reportagen –, wird das geringe Gesamtgewicht schnell zu schätzen wissen. Die Brennweitenspanne von 24 bis 105 Millimetern deckt einen großen Teil typischer Alltagssituationen ab. 24 mm eignen sich am kurzen Ende gut für Landschafts- und Architekturaufnahmen, während der mittlere Bereich Reportage- und Streetmotive abdeckt. Mit 105 mm lassen sich am Teleende auch Porträts mit kreativer Unschärfe für Freisteller umsetzen.

Das Objektiv kann auch an einer Nikon-Z-Kamera mit kleinerem APS-C-Sensor, wie beispielsweise einer Nikon Z50II, eingesetzt werden. In diesem Fall entspricht der Brennweitenbereich durch den typischen Verlängerungsfaktor von 1,5 umgerechnet 36–157,5 mm im Kleinbildformat. Damit sind beispielsweise Reportagen, Aufnahmen in der Straßenfotografie und Porträts möglich. Zudem lassen sich entfernte Motive an APS-C-Kameras näher heranzoomen. 

Stark im Nahbereich

Eine besondere Stärke des Nikkor Z 24–105 mm zeigt sich bei Nahaufnahmen. Im Brennweitenbereich zwischen 70 und 105 Millimetern erreicht das Allroundobjektiv einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:2. Die Naheinstellgrenze beträgt dabei 20 Zentimeter bei 70 mm und 28 Zentimeter bei 105 mm, jeweils gemessen ab der Sensorebene der Kamera. Damit eignet sich das Z 24–105 mm besser für Detailaufnahmen als die beiden zuvor genannten Nikon-Reisezooms. Das Nikkor Z 24–120 mm f/4 S erreicht einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:2,6 und das Z 24–200 mm f/4–6,3 VR sogar nur von 1:3,6. In der Praxis eröffnet das Z 24–105 mm Fotografen somit einen spürbar größeren kreativen Spielraum. So lassen sich auf Reisen etwa Speisen, kleine Gegenstände, Texturen oder Pflanzen sehr nah fotografieren, ohne dass ein spezielles Makroobjektiv benötigt wird.

Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 im Test Praxisfoto 01

Aufgenommen mit dem Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 an einer Nikon Z6 II bei 105 mm (KB), ISO 250, f/7,1 und 1/160 Sekunde. Bild: Thomas Probst

 

Für die Fokussierung setzt Nikon auf einen STM-Schrittmotor. Im Praxistest arbeitete der Autofokus des Z 24–105 mm f/4–7,1 gefühlt recht zügig und nahezu geräuschlos. Laut dem CHIP-Testlabor beträgt die Auslöseverzögerung über den Zoombereich 0,37 bis 0,44 Sekunden. Im Vergleich sind das Z 24–120 mm f/4,0 S mit 0,28 bis 0,36 Sekunden und das Z 24–200 mm f/4–6,3 VR mit 0,13 bis 0,22 Sekunden etwas schneller unterwegs. In Kombination mit der Nikon Z6II stellte das Z 24–105 mm sowohl bei statischen Motiven als auch bei spontanen Street-Szenen mit bewegten Personen zuverlässig scharf. Das bestätigen auch die Labormessungen. Die durchschnittliche Autofokus-Genauigkeit liegt bei sehr guten 98 bis 99 Prozent über den gesamten Brennweitenbereich. Dazu kommen sehr geringe Standardabweichungen von lediglich 33 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) bei kürzester Brennweite, 27 Lp/Bh bei mittlerer Brennweite und 55 Lp/Bh im Tele. Der Autofokus arbeitet somit sehr akkurat.

Kompakte Bauweise mit einigen Kompromissen

Der konsequente Fokus auf ein möglichst kleines und leichtes Objektivgehäuse hat allerdings auch einige Einschränkungen zur Folge. So fällt die variable Lichtstärke mit f/4–f/7,1 vergleichsweise gering aus. Während bei 24 mm noch Blende f/4 zur Verfügung steht, verändert sich die maximal mögliche Blende beim Zoomen schnell: Bei 35 mm beträgt sie f/4,2, bei 50 mm f/5, bei 70 mm f/6, bei 85 mm f/6,3 und bei der längsten Brennweite von 105 mm schließlich f/7,1.

Gerade bei schwachem Umgebungslicht muss die ISO-Empfindlichkeit der Kamera daher relativ schnell erhöht werden, um kurze Verschlusszeiten zu erreichen und Verwacklungsunschärfen zu vermeiden. Hinzu kommt, dass das Z 24–105 mm über keine eigene optische Bildstabilisierungseinheit verfügt. An Nikon-Z-Vollformatkameras mit sensorbasierter Bildstabilisierung (IBIS) lässt sich das in der Praxis noch gut ausgleichen. Wer das Objektiv hingegen an einer nicht stabilisierten APS-C-Kamera im Z-System verwendet, sollte vor allem im Telebereich auf ausreichend kurze Belichtungszeiten achten. Gemäß der Kehrwert-Regel sollte die Verschlusszeit bei einer Kleinbild-Brennweite von beispielsweise 100 mm an einer nicht stabilisierten Kamera nicht länger als 1/100 Sekunde sein, um Verwacklungen zu vermeiden.

Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 im Test Detail 02

Individuell anpassen: Der schmale Einstellring kann bei Bedarf über das Kameramenü auch mit der Blendenwahl oder der ISO-Einstellung belegt werden. Bild: Thomas Probst

Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 im Test Detail 01

Nur Kunststoff: Statt Metall kommt am Anschluss günstiger Kunststoff zum Einsatz. Wir haben auch keinen schützenden Dichtungsring finden können. Bild: Thomas Probst

Auch bei der weiteren Ausstattung hat Nikon zugunsten der Kompaktheit auf einige Extras verzichtet. So besitzt das Objektiv beispielsweise keine zusätzlichen Funktionstasten. Zur Verfügung stehen ein breiter Zoomring sowie ein schmaler, stufenlos arbeitender Einstellring. Letzterer lässt sich über das Kameramenü bei Bedarf beispielsweise für die Blendensteuerung nutzen oder mit der ISO-Einstellung belegen. Der Fokusring weist einen relativ hohen Drehwiderstand auf. Das verhindert zwar, dass das Zoomobjektiv beim Transport unbeabsichtigt ausfährt, erschwert jedoch feinfühlige Anpassungen der Brennweite.

Auch beim Bajonett zeigt sich der Sparansatz: Anstelle eines Metallanschlusses verwendet Nikon ein Bajonett aus Kunststoff, zudem fehlt ein Dichtungsring am Anschluss. Zwar gibt der Hersteller auf der Produkt-Website an, dass eine Abdichtung „unterwegs vor Staub und Wassertropfen“ schütze, wir konnten aber definitiv keinen typischen Dichtungsring am Anschluss entdecken. Insofern können wir nicht einschätzen, inwieweit eine Abdichtung gegeben ist.

Leider legt Nikon auch keine Gegenlichtblende in den Lieferumfang, um seitliches Streulicht und damit Lichtreflexe im Bild zu vermeiden. Wer eine solche benötigt, kann die passende Gegenlichtblende HB-93B für rund 40 Euro zusätzlich erwerben.

Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 Praxisfoto 02

Aufgenommen mit dem Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 an einer Nikon Z6 II bei 24 mm (KB), ISO 250, f/4,0 und 1/250 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 Praxisfoto 03

Aufgenommen mit dem Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 an einer Nikon Z6 II bei 33 mm (KB), ISO 1.250, f/6,3 und 1/320 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Eindrücke aus dem CHIP-Testlabor

Nachdem wir uns mit der Ausstattung und der Bedienung beschäftigt haben, werfen wir einen gespannten Blick auf die Abbildungsleistung des kompakten und leichten Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 im CHIP-Testlabor. Dabei wurde das Allround-Zoomobjektiv an der Vollformatkamera Nikon Z7II getestet. Wir wollten außerdem wissen, wie es sich gegenüber dem Nikkor Z 24–120 mm f/4 S und dem Z 24–200 mm f/4–6,3 VR schlägt.

Beginnen wir mit der gemessenen Auflösung. Bei kürzester Brennweite, also 24 mm, erreicht das Z 24–105 mm bei offener Blende f/4 sehr gute 2.865 Linienpaare pro Bildhöhe (Lp/Bh) im Bildzentrum, während der Wert in den Bildecken mit 2.016 Lp/Bh deutlich abfällt. Das entspricht 98 bzw. 69 Prozent der theoretisch möglichen Auflösung der Messkamera. Zweifach abgeblendet fällt die Auflösung bei 24 mm geringfügig auf 96 Prozent im Zentrum und 66 Prozent in den Ecken ab. Damit erreicht das Z 24–105 mm bei kürzester Brennweite ein sehr ähnliches Niveau wie die Schwestermodelle Nikkor Z 24–120 mm f/4 S und Z 24–200 mm f/4–6,3 bei gleicher Brennweite und Blende. Beim Zoomen lässt sich die Auflösung aufgrund unterschiedlicher Brennweitenbereiche und Offenblenden der Objektive zwar nicht mehr eins zu eins vergleichen, dennoch zeigt sich ein ähnliches Bild im Vergleich zum Z 24–200 mm f/4–6,3 mit ebenfalls variabler Lichtstärke. Sowohl bei kürzester, mittlerer als auch längster Brennweite wird die jeweils beste gemessene Auflösung bei Offenblende erreicht. Zweifach abgeblendet nimmt die Schärfe ab. Etwas besser macht es das Z 24–120 mm f/4 S mit konstanter Lichtstärke. Da nimmt die Schärfe in den Ecken durch Abblenden sogar zu.

Was die Objektivgüte betrifft, leistet sich das Z 24–105 mm nur bei 24 mm und f/4 eine sichtbare Vignettierung in den Ecken. Die Verzeichnung ist gering, und auch um Farbsäume muss man sich über den gesamten Zoombereich keine Sorgen machen.

Aus dem Testlabor

Vignettierung des Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 im Test

Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.

Vignettierung bei Offenblende:
Diese Spalte zeigt die Vignettierung bei kürzester, mittlerer und längster Brennweite bei Offenblende.

Vignettierung des Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 an einer Nikon Z7 II bei kürzester Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 an einer Nikon Z7 II bei mittlerer Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 an einer Nikon Z7 II bei längster Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor

Vignettierung, 2-fach abgeblendet:
Vignettierung bei kürzester, mittlerer und längster Brennweite, zweifach abgeblendet.

Vignettierung des Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 an einer Nikon Z7 II bei kürzester Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 an einer Nikon Z7 II bei mittlerer Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 an einer Nikon Z7 II bei längster Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor

Unser Fazit: Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 im Test

Das Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1 eignet sich für Hobby- und Reisefotografen, die sich eine flexiblere Brennweitenspanne als die standardmäßigen 24–70 mm wünschen und großen Wert auf ein kleines und leichtes Gehäuse legen. In dem Fall macht das Zoom einen guten Job, bringt aber die genannten Abstriche mit. Für mehr Brennweite und einen Bildstabilisator ist das Z 24–200 mm f/4–6,3 VR die bessere Wahl.

Was uns gefällt …

  • Kompakt

  • Leicht

  • Einstellring für z. B. Blendenwahl

  • Kaum typische Abbildungsfehler

… und was nicht so gut ist

  • Nur Kunststoff-Bajonett und ohne Dichtungsring

  • Insgesamt wenig Ausstattung

Technische Daten: Nikon Nikkor Z 24–105 mm f/4–7,1

Konstruiert für Sensorgröße / BajonettKleinbild / Nikon Z
Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild)36–157,5 mm
Maximale Lichtstärke (kürzeste Brennweite / längste Brennweite)4 / 7,1
Kleinste Blende22
Konstruktion: Linsen / Gruppen12 / 10
Blendenlamellen (Anzahl)7
Naheinstellgrenze0,2 m
Filtergröße67 mm
Abmessungen / Gewicht74 x 107 mm / 350 g
AF-Motor / AF/MF-Schalter● / ━
Bildstabilisator /
mit mehr als einem Modus
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Innenfokus / Innenzoom● / ━
Funktionstaste (Fn)
Steuerrungs-/Blendenring /
De-Click-Schalter
● / ━
Fokusbereichsbegrenzer
Gummidichtung am Bajonett
Streulichtblende /
Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert
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