Die aktuellen Quartals- und Jahreszahlen der Imagingbranche zeichnen ein vielschichtiges Bild: Während Fujifilm und Kodak Wachstum vermelden, kämpfen Unternehmen wie Nikon, Profoto und GoPro mit Gegenwind, Strukturproblemen oder sinkenden Umsätzen. Gleichzeitig schärft Cewe mit dem Verkauf seines Online-Druckgeschäfts den Fokus auf das margenstarke Fotofinishing – ein strategischer Schritt mit Signalwirkung für den Markt. Und auch im professionellen Fotografie-Umfeld entstehen neue Impulse: Mit der Webinar-Reihe „The Female Gaze“ setzt der bpp auf Empathie, Haltung und neue Perspektiven als kreative und wirtschaftliche Erfolgsfaktoren moderner Fotografie.

Die wichtigsten Branchentrends der Woche – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE, DigitalPHOTO und PhotoKlassik.

Imaging Business News KW 21/26:

Imaging-Unternehmen: Bitte Zahlen

In diesen Tagen und Wochen präsentieren zahlreiche Unternehmen der Imagingbranche ihre Jahres- und Quartalsergebnisse – und die fallen ausgesprochen unterschiedlich aus.

Fujifilm hat starke Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt, wobei sich der Bereich Imaging als einer der wichtigsten Wachstumsmotoren des Unternehmens herauskristallisiert hat. Der Gesamtumsatz des Unternehmens stieg im Vergleich zum Vorjahr um 5,0 % auf 3,357 Billionen JPY, während das Betriebsergebnis um 6,1 % auf 350,2 Milliarden JPY zunahm. 

Profoto meldet dagegen einen Umsatzrückgang im ersten Quartal, beeinträchtigt durch Währungseffekte. Das Unternehmen verzeichnete einen Nettoumsatz von insgesamt 149 Mio. SEK, was einem Rückgang von 9,5 Prozent entspricht. Das organische Wachstum betrug 1,0 Prozent, der Währungseffekt lag bei -10,5 Prozent. Der Gewinn für den Berichtszeitraum belief sich auf 12 Mio. SEK. 

Kodak gab bekannt, dass der Umsatz im ersten Quartal um 7 Prozent auf 265 Mio. US-Dollar gestiegen ist, verglichen mit 247 Mio. US-Dollar im ersten Quartal 2025. Der Umsatz im Bereich Advanced Materials & Chemicals (AM&C) belief sich auf 76 Millionen US-Dollar, verglichen mit 74 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2025, was einem Anstieg von 2 Millionen US-Dollar oder 3 Prozent entspricht. Der Umsatz im Druckbereich betrug 180 Millionen US-Dollar, verglichen mit 165 Millionen US-Dollar im ersten Quartal des Vorjahres.

GoPro meldet einen dramatischen Umsatzrückgang von 26 Prozent im ersten Quartal, und das hat wohl Folgen: Der Vorstand prüft Optionen für einen Verkauf des Unternehmens.

Nikon meldete ein schwieriges Geschäftsjahr 2025/26 mit einem Jahresverlust von 86 Milliarden Yen (rund 550 Millionen US-Dollar). Der Umsatz von Nikon belief sich auf 677,1 Milliarden Yen (4,3 Milliarden US-Dollar), was einem Rückgang von 38,1 Milliarden Yen (242,5 Millionen US-Dollar) gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Betriebsergebnis ging aufgrund von einmaligen Kosten, darunter Wertminderungsaufwendungen für Sachanlagen im Bereich Digital Manufacturing sowie Veränderungen im Produktmix bei Imaging Products, deutlich zurück. Das Kamerageschäft dagegen verlief vergleichsweise zufriedenstellend.

 

Cewe ohne Druck

Fokus auf Finishing: Cewe hat den Geschäftsbereich Kommerzieller Online-Druck mit dem Produktionsbetrieb von Saxoprint in Dresden und den Vertriebseinheiten viaprinto und Laserline an Cimpress, den Weltmarktführer im Bereich Web-to-Print, bekannt durch die Marken ‚WIRmachenDRUCK‘ und ‚VistaPrint‘, verkauft. Mit der Transaktion möchte Cewe sein Profil als führender Anbieter von Fotofinishing-Premiumprodukten schärfen, fokussiert Kapital und Managementkapazitäten konsequent auf das Wachstum des Kerngeschäfts Fotofinishing – sowohl organisch als auch durch weitere zukünftig geplante Akquisitionen. Durch den Verkauf soll sich die Profitabilität der fortgeführten Geschäftsbereiche weiter verbessern: Auf Basis der Kennzahlen 2025 läge die pro-forma Konzern-EBIT-Marge ohne den Kommerziellen Online-Druck bei rund 11,2% (statt 10,2%). Das klingt vielversprechend für eine weiter wachsende Dominanz von Cewe als Europas führender Anbieter von Bilddienstleistungen.

 

bpp: The Female Gaze

Das ist mal ein interessantes Konzept für Profis: Die bpp-Excellence Serie The Female Gaze ist eine vierteilige Webinar-Serie mit der Fotografin Sung-Hee Seewald, in der sich jedes einzelne Webinar einem eigenen Schwerpunkt widmet. Alle vier Teile gehören thematisch zusammen, bauen sinnvoll aufeinander auf: Vom Schärfen des eigenen Blicks über die konkrete Arbeit mit Frauen vor der Kamera, hin zum Aufbau eines starken Portfolios und schließlich zur bewussten fotografischen Weiterentwicklung als dauerhafter Prozess.

Aber im Kern geht es bei dieser Serie um weit mehr als nur um „Frauen fotografieren“. Es geht um Blick, Haltung, Empathie, Bildsprache, Kundenverständnis, Portfolioaufbau und die Frage, wie Fotografie Menschen nicht nur zeigt, sondern wirklich sichtbar machen kann. Genau darin liegt die besondere Stärke dieser Reihe. Die Serie versteht den Female Gaze nicht als kurzfristigen Trend, sondern als kreative, strategische und wirtschaftlich relevante Perspektive für die eigene fotografische Arbeit. 

Weitere Infos: https://www.bpp.photography/campus/bpp-excellence-serie-the-female-gaze