Die Organisation World Press Photo hat das Bild des Jahres 2026 sowie zwei Finalisten bekannt gegeben. Die Auswahl soll zentrale Themen des Fotojournalismus im Jahr 2025 widerspiegeln. Laut Jury stehen dabei Migration, Krieg und Gerechtigkeit im Fokus.
Drei Bilder, drei globale Themen
Nach Angaben von World Press Photo sollen die prämierten Arbeiten die Bandbreite des Fotojournalismus im Jahr 2025 abbilden. Juryvorsitzende Kira Pollack erklärt, die ausgewählten Motive stünden exemplarisch für prägende Ereignisse und humanitäre Krisen. Die Bilder thematisieren demnach Migration in den USA, die Versorgungslage im Gazastreifen sowie die juristische Aufarbeitung von Gewaltverbrechen in Guatemala.
Siegerbild zeigt Familiendrama in New York
Das Foto des Jahres stammt von Carol Guzy (ZUMA Press, iWitness) und trägt den Titel „Separated by ICE“. Es zeigt die Festnahme eines ecuadorianischen Migranten nach einem Gerichtstermin in New York. Der Mann sei von US-Einwanderungsbehörden festgesetzt worden, obwohl er laut Familie keine Vorstrafen habe.
Das Bild halte den Moment der Trennung von seiner Familie fest, die sich anschließend in einer emotionalen Ausnahmesituation befinde. Laut World Press Photo soll die Aufnahme stellvertretend für eine Praxis stehen, bei der Migranten nach Gerichtsterminen festgenommen werden.
Finalist thematisiert Versorgungskrise in Gaza
Eines der Finalistenbilder stammt von Saber Nuraldin (EPA Images) und dokumentiert eine Szene an einem Hilfstransport im Gazastreifen. Menschen seien auf einen Lastwagen geklettert, um an Lebensmittel zu gelangen.
Nach Angaben von UN-Organisationen habe sich 2025 eine Hungersituation entwickelt. Hilfsorganisationen werfen Israel vor, Hilfslieferungen eingeschränkt zu haben. Zahlreiche Menschen seien bei der Suche nach Nahrung ums Leben gekommen. Das Bild soll die angespannte humanitäre Lage verdeutlichen.
Langjähriger Kampf um Gerechtigkeit in Guatemala
Das zweite Finalistenbild von Victor J. Blue (The New York Times Magazine) zeigt indigene Frauen vor einem Gericht in Guatemala-Stadt. Sie hatten über Jahrzehnte hinweg gegen sexualisierte Gewalt während des Bürgerkriegs geklagt.
Laut den Angaben wurden mehrere Täter zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Die betroffenen Frauen hätten über Jahre hinweg in unmittelbarer Nähe zu den Tätern gelebt. Der Fall gilt als Beispiel für die juristische Aufarbeitung von Verbrechen aus der Zeit des Bürgerkriegs.
Ausstellung und Jahrbuch angekündigt
Die prämierten Arbeiten werden im Rahmen der World Press Photo Exhibition 2026 gezeigt. Die Ausstellung wurde am 24. April 2026 in Amsterdam eröffnet. Zudem kündigt die Organisation ein Jahrbuch mit den ausgezeichneten Bildern an, das ab Mai in mehreren Sprachen erscheinen soll.
Bild: World Press Photo of the Year; Separated by ICE – Carol Guzy, ZUMA Press, iWitness, for Miami Herald
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