In Essen wird Anfang Mai eine Ausstellung mit aktuellen Fotografien zum Thema „Zuhause“ gezeigt. Präsentiert werden Arbeiten aus dem Vonovia Award für Fotografie. Sechs Positionen nähern sich dem Thema aus unterschiedlichen Perspektiven.
Vom 2. bis 17. Mai 2026 zeigt die Trudi Kreativ Kathedrale in Essen eine Auswahl aktueller Arbeiten aus dem Vonovia Award für Fotografie. Die Ausstellung versammelt sechs künstlerische Positionen, die sich mit dem Begriff „Zuhause“ auseinandersetzen.
Kuratiert wird die Schau von Dr. Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel Museum Hannover, gemeinsam mit Studierenden der Hochschule der bildenden Künste Essen. Besucherinnen und Besucher können zudem ihre bevorzugte Fotoserie wählen und so einen Publikumspreis vergeben.
Die gezeigten Arbeiten greifen persönliche, gesellschaftliche und politische Aspekte des Themas auf und sind im Rahmen einer Meisterklasse des Awards entstanden. Maria Bolz thematisiert in „theydream“ Fragen von Identität und Selbstwahrnehmung, während Michael Kohls in „Etrogim“ jüdische Lebensrealitäten in Deutschland untersucht.
Jana Islinger richtet den Blick auf junge Frauen in Duisburg und deren Lebensumfeld, Stella Weiß und Rosa Burczyk beschäftigen sich mit alternativen Lebensmodellen und Gemeinschaftsformen. Ute Behrend beleuchtet die Bedeutung persönlicher Gegenstände für Erinnerung und Identität, Christina Stohn das Leben auf familiengeführten Bauernhöfen.
Der Vonovia Award für Fotografie wurde 2017 ins Leben gerufen und richtet sich an professionelle Fotograf:innen sowie Nachwuchstalente. Die Ausstellung in Essen gibt einen kompakten Einblick in aktuelle fotografische Positionen rund um das Thema „Zuhause“.
Pressemitteilung Vonovia Award für Fotografie:
Ausstellungstipp: Aktuelle Fotografien des Vonovia Award für Fotografie zum universellen Thema Zuhause
02. – 17. MAI 2026 | Trudi Kreativ Kathedrale, Eintritt frei | Eröffnung: Samstag, 2. Mai 2026, 17 Uhr
Was bedeutet „Zuhause“ in einer Gegenwart, in der Zugehörigkeit, Identität und Lebensrealitäten zunehmend in Bewegung geraten? Die Ausstellung zum VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE NO. 8 zeigt vom 02. bis 17. Mai 2026 in der Trudi Kreativ Kathedrale in Essen sechs herausragende fotografische Positionen, die das Thema aus unterschiedlichen künstlerischen Perspektiven beleuchten. Mit Arbeiten von Ute Behrend, Maria Bolz, Michael Kohls, Jana Islinger, Christina Stohn und Stella Weiß & Rosa Burczyk.
Die Arbeiten sind im Rahmen der Meisterklasse des VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE entstanden und vereinen künstlerische, dokumentarische und persönliche Zugänge zu dem universellen Thema. Zugleich eröffnen sie Perspektiven auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen. Kuratiert wird die Ausstellung von Dr. Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel Museum Hannover, gemeinsam mit Studierenden der Hochschule der bildenden Künste Essen, die aktiv an Kuration und Ausstellungsorganisation beteiligt sind. Als besonderes Element sind die Besuchenden eingeladen, ihre favorisierte Fotoserie zu wählen und Publikumspreise zu vergeben.
VIELSCHICHTIGE PERSPEKTIVEN AUF ZUGEHÖRIGKEIT UND IDENTITÄT
Die Fotoserien verhandeln „Zuhause“ als emotionalen, sozialen und politischen Raum. Im Fokus der Fotoserie „theydream” von Maria Bolz (* 1995), Preisträger:in der Kategorie „New Talent“, steht das Zuhause im eigenen Körper. In intimen Selbstporträts untersucht Bolz Fragen von geschlechtlicher Identität, Selbstwahrnehmung und Selbstwerdung. Der Körper erscheint dabei als ein Ort, der erst durch Veränderung und Selbstbehauptung zum Zuhause wird. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Herkunft und individueller Entwicklung entfaltet sich ein vielschichtiger Dialog. Die Bilder erzählen mit Humor von Verletzlichkeit, Emanzipation und der Möglichkeit, im eigenen Körper ein Zuhause zu finden.
Was bedeutet Zuhause für Jüd:innen in Deutschland heute? In seiner Serie „Etrogim” untersucht Michael Kohls (* 1983), Preisträger der Kategorie „Professional“, Fragen von Zugehörigkeit und emotionaler Verortung vor dem Hintergrund jüdischer Gegenwart in einem Land, das nach der Shoa für viele lange als unmögliche Heimat galt. In Porträts, Stillleben und räumlichen Aufnahmen zeichnet er ein vielschichtiges Bild jüdischer Lebensrealitäten zwischen Tradition, Migration und säkularen Lebensentwürfen und begreift Zuhause weniger als festen Ort denn als Geflecht aus Beziehungen, Erinnerungen und kulturellen Bedeutungen.
In ihrer Serie „Unter demselben Himmel” untersucht Jana Islinger (*1999), wie junge Frauen in Duisburg ihr Zuhause in einer von sozialen Gegensätzen geprägten Stadt erfahren. In einfühlsamen Porträts beleuchtet sie, wie ungleiche Lebensbedingungen den Alltag und die Zukunftsperspektiven ihrer Protagonistinnen prägen. Dabei verknüpft sie gegenwärtige Beobachtungen mit familiären Erinnerungen und zeigt, wie sich soziale und räumliche Unterschiede über Generationen hinweg in das Gefühl von Zuhause einschreiben.
Stella Weiß (*1995) und Rosa Burczyk (*1998) fragen in ihrer Arbeit „Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht”, wie und wo ein Gefühl von Zuhause entstehen kann, wenn Lebenswege aus der Spur geraten. Sie richten den Blick auf das Gut Göhlis in Riesa, wo Menschen aus herausfordernden Lebensrealitäten zusammenkommen, und zeigen, wie Gemeinschaft, soziale Arbeit und gelebte Werte Räume für Vertrauen, Zugehörigkeit und neue Perspektiven schaffen und damit für manche ein alternatives Zuhause ermöglichen.
In „THINGS WE TREASURE” richtet Ute Behrend (* 1961) den Blick auf die Verbindung zwischen Menschen und Dingen. Während Überfluss oft emotionslos bleibt, werden einzelne Objekte zu Trägern von Erinnerung und Identität und erfahren eine Wertschätzung, die über ihren praktischen Nutzen hinausgeht. In Anlehnung an Hannah Arendts Werk „Vita activa“, in dem Dinge als stabilisierende Elemente menschlicher Existenz beschrieben werden, versteht die Arbeit Objekte als Teil einer gemeinsamen Welt. In Diptychen stellt Behrend die Personen und ihre persönlichen Gegenstände gleichwertig nebeneinander und gibt Einblicke in individuelle Beziehungen, in Wertschätzung und Zuneigung.
Christina Stohn (* 1977) fragt in ihrer Fotoserie „Der Hof in ihren Händen”, was Zuhause bedeutet, wenn Lebens- und Arbeitsort zusammenfallen. Im Fokus stehen familiengeführte Landwirtschaftsbetriebe zwischen Tradition und Moderne, auf denen der Hof über Generationen hinweg Lebensmittelpunkt und wirtschaftliche Existenz zugleich ist. In Porträts und Hofansichten macht sie insbesondere Frauen sichtbar, die Verantwortung für Betrieb und Familie tragen, und thematisiert Fragen von Rollenbildern, Hofnachfolge und der Zukunft ländlicher Räume. Dabei erscheint Landwirtschaft als kultureller und sozialer Raum generationsübergreifender Verbundenheit und Ortsbindung.
Weitere Informationen und Fotoserien auf: award.vonovia.de
- ADRESSE: TRUDI Kreativ Kathedrale | Rottstraße 36, 45127 Essen
- ÖFFNUNGSZEITEN: Fr – So 14.00 – 18.00 Uhr | Do, 14. Mai, 14.00 – 18.00 Uhr
VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE
Der VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE wurde 2017 ins Leben gerufen und bietet seither professionellen Fotograf:innen sowie neuen Talenten im Bereich Fotografie ohne Altersgrenze eine Plattform für Sichtbarkeit und Vernetzung. Die Arbeiten der Preisträger:innen wurden in Institutionen wie dem Sprengel Museum Hannover, dem Fotoforum Dresden und der Marktkirche Hannover präsentiert. Das facettenreiche Thema ZUHAUSE bildet die inhaltliche Klammer des Awards, die die teilnehmenden Fotograf:innen immer wieder neu und zeitgenössisch interpretieren. So bietet der Award regelmäßig einen vielschichtigen Einblick in aktuelle fotografische Tendenzen und macht die Vielstimmigkeit des Themas sichtbar.
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