Seit Ende März 2026 ist auf dem Gelände der Zeche Zollverein die Ausstellung „Gelb ist Geschichte!“ zu sehen. Darin präsentiert der Fotograf Alexander Lackmann Arbeiten, die sich mit Suchterkrankungen und gesellschaftlichen Vorurteilen befassen. Die Schau ist Teil der Reihe „Aktuelle Fotografie im Ruhrgebiet – Pixelprojekt auf Zollverein“.
Der Fokus richtet sich auf Menschen im Umfeld sogenannter Drogenkonsumräume sowie auf die Räume selbst. Die Fotografien sollen zeigen, wie Sucht im Alltag sichtbar wird, ohne Betroffene auf ihre Abhängigkeit zu reduzieren.
Nach Angaben des Fotografen basiert das Projekt auf persönlichen Kontakten, die während der Arbeit entstanden sind. Diese hätten den Zugang zu den Porträtierten erleichtert und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ermöglicht.
Der Ausstellungstitel „Gelb ist Geschichte!“ nimmt Bezug auf Hepatitis C. Die Erkrankung kann unter anderem durch unsaubere Spritzen übertragen werden und führt zu einer Gelbfärbung der Haut. In Konsumräumen sollen hygienische Bedingungen dazu beitragen, solche Infektionen zu vermeiden.
Die Ausstellung ist die elfte Station der Reihe „Pixelprojekt auf Zollverein“. Seit 2021 werden dort zeitgenössische fotografische Positionen aus dem Ruhrgebiet gezeigt. Eine Fachjury aus Institutionen wie dem Museum Folkwang, der Folkwang Universität der Künste und dem Ruhr Museum wählt die Beiträge aus.
„Gelb ist Geschichte!“ ist noch bis zum 25. Oktober 2026 täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Begleitend ist ein Katalog erhältlich.
Der Eintritt beträgt 3 Euro, für Kinder, Jugendliche sowie Studierende unter 25 Jahren ist der Besuch frei.
Foto: Stiftung Zollverein/Andrea Kiesendahl
Pressemitteilung Stiftung Zollverein:
Pixelprojekt auf Zollverein – Fotografien von Alexander Lackmann
Ausstellungsreihe wird mit „Gelb ist Geschichte!“ fortgeführt
Es ist eine fotografische Arbeit, die ihn tief bewegt: Alexander Lackmann widmet sich seit einigen Jahren dem Thema Suchterkrankungen. Dabei stellt er auch die Frage, inwiefern Fotografie an der Entstehung und Verstärkung von Vorurteilen beteiligt ist. Eine Antwort darauf sind seine eigenen Aufnahmen von Klientinnen, Klienten, Angestellten und den Raumansichten sogenannter Konsumräume. Zu sehen sind sie seit Sonntag, 29. März 2026, unter dem Titel „Gelb ist Geschichte!“ im Rundeindicker auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein. Die Ausstellung ist Teil der Reihe „Pixelprojekt auf Zollverein“.
Der in Gelsenkirchen geborene Fotograf Alexander Lackmann möchte mit seinen Aufnahmen unter anderem die Stigmatisierung von Suchterkrankten entkräften und den Betrachterinnen und Betrachtern vor Augen führen, wie dem Thema Sucht mit der nötigen Empathie begegnet werden kann. Zurzeit umfasst Alexander Lackmanns Arbeit Fotografien von Raumansichten der Konsumräume sowie Porträtaufnahmen. „Menschen beim Konsum wollte ich nicht zeigen, um sie nicht auf ihre Sucht zu reduzieren. Aber nur die Räume darzustellen, erschien mir auch als zu wenig“, erklärt Alexander Lackmann und ergänzt: „Für meine Idee, Porträts zu fotografieren, fanden sich glücklicherweise schnell Interessierte, denn ich hatte zu vielen Menschen in diesem Umfeld einen guten und vertrauensvollen Kontakt.“
Seit Anfang 2024 befasst sich der Fotograf mit Drogenkonsumräumen und Menschen, die an einer Sucht erkrankt sind. In den speziellen Räumlichkeiten erhalten sie neben einer medizinischen Grundversorgung und hygienischen Injektions- und Rauchutensilien vor allem eine sichere Umgebung. Der Aspekt der Hygiene spiegelt sich im Titel wider: „Gelb ist Geschichte!“ nimmt Bezug auf das Thema Hepatitis C – eine Erkrankung der Leber, die zum Beispiel durch die Benutzung unsauberer Spritzen hervorgerufen wird und zu einer Gelbfärbung der Haut führt. Ein Ziel von Alexander Lackmann: die Komplexität von Abhängigkeit sichtbar machen und zum Nachdenken über gesellschaftliche Vorurteile anregen.
„Gelb ist Geschichte!“ ist die elfte Schau der Ausstellungsreihe „Aktuelle Fotografie im Ruhrgebiet – Pixelprojekt auf Zollverein“ auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein und läuft bis Sonntag, 25. Oktober 2026. Ein dazugehöriger Katalog ist vor Ort bei der Buchhandlug Walther König in der Kohlenwäsche für 10 Euro erhältlich.
Kurzbiographie Alexander Lackmann
Alexander Lackmann wurde 1994 in Gelsenkirchen geboren und studierte nach einer kaufmännischen Ausbildung von 2018 bis 2023 Fotografie (Bachelor of Arts) an der Essener Folkwang Universität der Künste. Hier befindet er sich aktuell im Masterstudiengang.
Aktuelle Fotografie im Ruhrgebiet – Pixelprojekt auf Zollverein
Die Ausstellungsserie zeigt seit November 2021 zeitgenössische Positionen und Ruhrgebietsthemen, die von einer Fach-Jury ausgewählt werden. Die Jury besteht aus Vertreterinnen und Vertretern des Museums Folkwang, der Folkwang Universität der Künste, des Ruhr Museums, des Pixelprojekt_Ruhrgebiet, des Historischen Archivs Krupp sowie der Stiftung Zollverein. Mit der Reihe vereinen die Stiftung Zollverein und das Pixelprojekt_Ruhrgebiet in Kooperation mit dem Ruhr Museum ihre Fotokompetenzen und geben junger zeitgenössischer Fotografie eine Plattform.
- Veranstaltung: „Gelb ist Geschichte!“ – Fotografien von Alexander Lackmann
- Zeit: 30.03.-25.10.2026, täglich 10:00-18:00 Uhr
- Veranstalterin: Stiftung Zollverein in Kooperation mit Pixelprojekt_Ruhrgebiet und dem Ruhr Museum
- Ort: Rundeindicker in der Kohlenwäsche, UNESCO-Welterbe Zollverein, Essen
- Eintritt: Erwachsene 3 €, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende unter 25 Jahren frei
- Projektförderer: RAG-Stiftung sowie Gesellschaft der Freunde und Förderer der Stiftung Zollverein e.V.
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