Erstmals werden Fotografien aus dem New Yorker Chelsea Hotel veröffentlicht, die jahrzehntelang als verschollen galten. Der Bildband von Albert Scopin erscheint im Kerber Verlag und wird von einer Ausstellung in Berlin begleitet. Die Aufnahmen stammen aus den Jahren 1969 bis 1971.

Aufnahmen des Fotografen Albert Scopin aus dem New Yorker Chelsea Hotel sollen über vier Jahrzehnte als verschollen gegolten haben. Negative, Abzüge und Dias sind erst 2016 wieder aufgetaucht. Zuvor hatte Scopin die Bilder Anfang der 1970er-Jahre an das ZEITmagazin geschickt, von wo sie wohl nicht an ihn zurückgingen.

Die genauen Umstände des Verschwindens und Wiederauftauchens bleiben nach Angaben der Beteiligten ungeklärt. Der Fund habe jedoch die Grundlage für eine umfassende Veröffentlichung geschaffen.

Scopin lebte zwischen 1969 und 1971 im Chelsea Hotel und arbeitete dort als Assistent für die Fotografen Mikel Avedon und Bill King. Seine Aufnahmen sollen mit einer einfachen Kodak Instamatic entstanden sein und bewusst ohne Blick durch den Sucher gemacht worden sein, um spontane Situationen festzuhalten.

Die Fotografien zeigen laut Verlag unter anderem frühe Begegnungen mit Patti Smith und Robert Mapplethorpe sowie Szenen mit Filmschaffenden wie Wim Wenders, Rosa von Praunheim, Miloš Forman und Jonas Mekas. Auch das Umfeld der Warhol-Szene sowie Alltags- und Nachtleben im Hotel sollen dokumentiert sein.

Parallel zur Buchveröffentlichung präsentiert die FWR Galerie in Berlin eine Auswahl der Arbeiten. Die Ausstellung umfasst laut Veranstalter rund 30 Fotografien, darunter zentrale Motive der wiederentdeckten Serie.

Die Schau soll nicht nur die Bildwelt Scopins zeigen, sondern auch das Chelsea Hotel als kulturellen Treffpunkt einer Generation einordnen. Ergänzt wird der Band durch persönliche Texte des Fotografen sowie ein Interview.

Die Ausstellung läuft vom 14. März bis zum 28. April 2026 in der FWR Galerie in Berlin.

Der Bildband „Scopin – Chelsea Hotel“ kostet 38,00 Euro.

Pressemitteilung Kerber Verlag:

Verschollen, wiederaufgetaucht und erstmals öffentlich präsentiert: Die Chelsea-Hotel-Fotografien von Albert Scopin (1969–1971)

Neuer Bildband im KERBER VERLAG, begleitet von einer Ausstellung in der FWR GALERIE, Berlin

Über vier Jahrzehnte galten sie als verloren, nun werden sie erstmals in einem Bildband veröffentlicht und in einer Ausstellung präsentiert: die wiederentdeckten Fotografien, die Albert Scopin zwischen 1969 und 1971 im legendären Chelsea Hotel in New York aufgenommen hat. Die FWR Galerie, Berlin zeigt die erste umfassende Präsentation dieser außergewöhnlichen Serie und richtet zugleich die offizielle Buchvorstellung aus.

Zwischen 1969 und 1971 lebte der damals junge Fotograf Albert Scopin (Albert Schöpflin) im Chelsea Hotel in New York, wo er als Assistent der renommierten Fotografen Mikel Avedon und Bill King arbeitete. Mit einer einfachen Kodak Instamatic fing er das unruhige, kreative und bisweilen chaotische Leben dieses ikonischen Ortes ein.

Im Jahr 1970 sandte er die Fotos zur Veröffentlichung an das neu gegründete ZEITmagazin. Doch die Originale gingen nach der Publikation nicht an ihn zurück. Jahrzehntelang blieben sie unauffindbar.

Erst 2016 kam die überraschende Wendung: Die Galerie Ahlers meldete sich mit dem Hinweis, dass Negative, Abzüge und Dias „aufgetaucht“ seien. Wie die Bilder aus dem Archiv verschwanden und über Umwege in Bayern wieder auftauchten ist bis heute nicht geklärt.

Nach diesem Fund ist nun eine Publikation entstanden, die eine der seltensten fotografischen Chroniken des Chelsea Hotels versammelt: intime, ungestellte Momente, die ohne Blick durch den Sucher aufgenommen wurden, um das echte, ungeschönte Leben einzufangen.

Die Fotografien zeigen u. a.:

  • Patti Smith und Robert Mapplethorpe in ihren frühen, noch unbekannten Jahren
  • Regisseure wie Wim Wenders, Rosa von Praunheim, Milos Forman und Jonas Mekas,
  • die Warhol-Szene bei improvisierten Performances, » spontane Momente des Alltags und Nachtlebens,
  • intime Einblicke in die „wilden Jahre“ des Chelsea.

Begleitet wird der Band durch persönliche Texte Albert Scopins sowie ein Interview mit ihm. Das Buch wird im Rahmen der Ausstellung in der Galerie Feldbusch Wiesner Rudolph erstmals öffentlich vorgestellt.

Die Schau präsentiert ca. 30 Fotografien, darunter die wichtigsten wiederentdeckten Originale. Sie lässt die Atmosphäre des Chelsea Hotels in seinen frühen, wilden Jahren spürbar werden: ungeschönt, rau und ebenso voller Versprechen wie die Menschen, die dort lebten. Die Ausstellung zeichnet nicht nur das fotografische Werk und die Geschichte dieser außergewöhnlichen Wiederentdeckung nach, sondern öffnet auch den Blick auf das Chelsea Hotel als sozialen und kulturellen Brennpunkt einer ganzen Generation.

Scopin, geboren 1943, begann als Fotograf, bevor er sich ab 1988 ganz dem Zeichnen und später der Arbeit mit Asphalt zuwandte. Sein Werk ist geprägt von künstlerischen Wendungen und einer konsequenten Suche nach authentischem Ausdruck.

Die Wiederentdeckung der frühen Fotografien schafft eine neue Verbindung zwischen seinem damaligen dokumentarischen Blick und seinen späteren, materialbasierten Arbeiten.

Details zum Buch:

  • Autor: SCOPIN
  • Titel: CHELSEA HOTEL
  • erschienen im: Kerber Verlag
  • Details: Maße: 21,0 × 26,0 cm | Seitenzahl: 176 Seiten | Abbildungen: 118 farbige Abbildungen
  • ISBN: 978-3-7356-1046-1
  • Link: www.kerberverlag.com/de/buecher/scopin
  • Preis: 38,00 Euro

Ausstellungsort:

FWR Galerie
Jägerstraße 5
10117 Berlin
www.feldbuschwiesnerrudolph.com