Mit dem 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 schickt Tamron den Nachfolger des 28–200 mm f/2,8–5,6 Di III RXD ins Rennen. Wir haben das neue Reisezoom im Labor und auf einem winterlichen Städtetrip durch Berlin getestet.

Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2

  • Anschluss: E-Mount
  • Optischer Aufbau: 18 Elemente in 14 Gruppen
  • Anzahl Blendenlamellen: 9
  • Autofokus: ja
  • Bildstabilisator: nein
  • Gewicht: 575 g
  • Preis: ca. 850 Euro
  • www.tamron.eu

Mit dem 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 bringt Tamron den direkten Nachfolger des 28–200 mm f/2,8–5,6 Di III RXD auf den Markt. Laut eigenen Angaben handelt es sich dabei um eine komplette Neuentwicklung. An der grundsätzlichen Ausrichtung hat sich nichts geändert: Auch die G2-Version bietet eine hohe Flexibilität, eine vergleichsweise starke Lichtstärke von f/2,8 bei kürzester und f/5,6 bei längster Brennweite sowie ein kompaktes, leichtes und reisetaugliches Gehäuse.

Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft die Brennweitenspanne. Statt bei 28 mm beginnt der Zoombereich nun bereits bei 25 mm. Diese drei Millimeter mehr im Weitwinkel wirken auf dem Papier vielleicht unspektakulär, eröffnen in der Praxis jedoch mehr Spielraum – etwa für Landschaftsaufnahmen, Architektur, Innenräume oder weitwinklige Straßenszenen auf Reisen und im fotografischen Alltag.

Gerade in engen Innenstädten oder bei spontanen Motiven kann der erweiterte Bildwinkel sehr nützlich sein.

Das Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 wurde speziell für spiegellose Vollformatkameras mit Sony-E-Mount entwickelt und ist aktuell zu einem Preis von rund 850 Euro (zum Zeitpunkt dieses Testberichts) erhältlich. Innerhalb des E-Mount-Systems trifft das neue Reisezoom unter anderem auf das Sigma 20–200 mm f/3,5–6,3 DG (C). Das bietet zwar eine noch größere Brennweitenspanne, muss sich aber bei der Lichtstärke geschlagen geben. Während das Sigma bei f/3,5 startet und bei 200 mm nur noch f/6,3 zulässt, bleibt das Tamron mit seiner größeren Offenblende vor allem bei schwächerem Licht im Vorteil.

Wir haben uns im CHIP-Testlabor sowie während eines winterlichen Städtetrips durch Berlin angesehen, wie gut sich das neue Allroundzoom in der Praxis schlägt und ob Tamron mit der zweiten Generation tatsächlich eine Schippe drauflegen konnte.

Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 Praxisfoto 04

Aufgenommen mit dem Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 an einer Sony Alpha 7 IV bei 108 mm (KB), ISO 800, f/5,6 und 1/1.000 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Kompakt, leicht und wetterfest

Mit einem Durchmesser von 76 Millimetern und einer Länge von 122 Millimetern ist das Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 etwas größer als das 28–200-mm-Vorgängermodell. Das Gewicht bleibt hingegen mit 575 Gramm unverändert. Tamron ist es damit gelungen, die Brennweitenspanne zu erweitern und die hohe Lichtstärke beizubehalten, ohne das Objektiv schwerer zu machen – ein nicht zu unterschätzender Vorteil für Reise- und Alltagsfotografen.

Im Praxiseinsatz zeigte sich das Allroundzoom angenehm handlich. Auf unserem Städtetrip nach Berlin ließ es sich problemlos an einer Sony Alpha 7 IV in einer Schultertasche transportieren, ohne auf längeren Tagestouren störend ins Gewicht zu fallen. Bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt und gelegentlichem Nieselregen waren wir zudem froh über den Dichtungsring am Bajonett, der verhindert, dass Feuchtigkeit bis zum Kamerasensor vordringen kann. Laut Tamron verfügt das Objektiv darüber hinaus über eine insgesamt wetterfeste Gehäusekons­truktion, was den Einsatz bei wechselhaften Wetterbedingungen entspannter macht.

Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 für Sony E im Test Hands-on 04

Das Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 ist am Anschluss mit einem Dichtungsring gegen Staub und Feuchtigkeit ausgestattet. Bild: Thomas Probst

Wenige Bedienelemente

Bei der Ausstattung und bei der Bedienung bleibt Tamron seiner Linie treu und setzt auf ein bewusst reduziertes Konzept. Am Objektiv befinden sich ein Zoomring, ein Fokusring und eine Funktionstaste, die sich über das Kameramenü individuell belegen lässt. Gerade im Reiseeinsatz kann das praktisch sein, da sich so etwa die Gesichtserkennung der Kamera direkt am Objektiv ein- und ausschalten lässt, um schnell auf unterschiedliche Motivsituationen reagieren zu können.

Zum Zoomring gehört außerdem ein seitlich angebrachter Lock-Schalter, der den Zoommechanismus bei kürzester Brennweite  (25 mm) arretiert. Da es sich um ein beim Zoomen nach vorne ausfahrendes Objektiv handelt, verhindert diese Sperre ein ungewolltes Ausfahren beim Transport – ein kleines, aber im Alltag nützliches Detail.

Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 für Sony E im Test Hands-on 01

Schneller Zugriff: Die Funktionstaste kann über die Kamera oder die „Tamron Lens Utility“-Software mit verschiedenen Funktionen belegt werden. Bild: Thomas Probst

Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 für Sony E im Test Hands-on 03

Transportsicherung: Der Lock-Schalter sperrt den Zoommechanismus bei kürzester Brennweite und verhindert so ein Ausfahren beim Transport. Bild: Thomas Probst

Auf einen AF/MF-Schalter für den direkten Wechsel zwischen automatischer und manueller Fokussierung verzichtet Tamron hingegen. Die Wahl der Fokussierart erfolgt somit ausschließlich über die Kamera. Da in der Praxis bei zoomstarken Allroundobjektiven aber ohnehin meist der Autofokus zum Einsatz kommen dürfte, wird dieser Verzicht die meisten Anwender vermutlich kaum stören.

Zur Ausstattung gehört überdies ein seitlich integrierter USB-C-Anschluss. Über diesen lässt sich das Tamron 25–200 mm mit der Software „Tamron Lens Utility” verbinden. Neben der Installation von Firmware-Updates können über diese Verbindung auch Einstellungen für die Funktionstaste sowie für den Fokusring angepasst werden.

Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 für Sony E im Test Hands-on 02

Updates und Anpassungen: Über USB-C und die Software „Tamron Lens Utility“ lassen sich Firmware-Updates installieren und Bedienelemente anpassen. Bild: Thomas Probst

Schneller und treffsicherer Autofokus

Beim Autofokus macht Tamron mit dem 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 einen merklichen Schritt nach vorn. Während das 28–200-mm-Vorgängermodell noch mit einem RXD-Antrieb (Rapid eXtra-silent stepping Drive) arbeitete, kommt im neuen G2-Zoom ein VXD-Motor (Voice-Coil Extreme-Torque Drive) zum Einsatz. Laut Tamron soll der nicht nur schneller fokussieren, sondern auch eine bessere Motivverfolgung ermöglichen. Ob sich dieses Versprechen erfüllt, haben wir im CHIP-Testlabor genauer unter die Lupe genommen.

Tatsächlich zeigt sich das neue 25–200 mm bei der Fokussiergeschwindigkeit vor allem im Weitwinkel- und mittleren Brennweitenbereich merklich verbessert. Bei 25 mm stellt das Objektiv an der Messkamera Sony Alpha 7 IV in 0,38 Sekunden scharf, bei mittlerer Brennweite sogar in 0,35 Sekunden. Das Vorgängermodell benötigt hierfür mit 0,46 bzw. 0,43 Sekunden etwas länger. Anders sieht es am Tele-Ende aus: Bei 200 mm ist das neue G2-Modell mit 0,52 Sekunden langsamer als das 28–200 mm, das bei gleicher Brennweite nur 0,37 Sekunden benötigt.

Noch deutlicher als bei der reinen Geschwindigkeit macht sich der neue VXD-Antrieb bei der Fokussiergenauigkeit bemerkbar. In unseren Labortests mit mehreren neu fokussierten Testchart-Aufnahmen erreicht das Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 eine sehr gute AF-Genauigkeit von 98 bis 99 Prozent über den gesamten Brennweitenbereich hinweg. Gleichzeitig fällt die Standardabweichung mit nur 18 bis 37 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) sehr gering aus. Das deutet auf eine sehr konstante und zuverlässige Scharfstellung hin.

Zum Vergleich: Das Vorgängermodell erreichte eine durchschnittliche AF-Genauigkeit von 93 bis 97 Prozent und zeigte deutlich größere Schwankungen. Vor allem bei 200 mm wich die gemessene Auflösung um bis zu 135 Lp/Bh ab. Hier zahlt sich der Wechsel auf den VXD-Motor definitiv aus.

Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 Praxisfoto 03

Aufgenommen mit dem Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 an einer Sony Alpha 7 IV bei 125 mm (KB), ISO 800, f/5,6 und 1/200 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Für Nahaufnahmen geeignet

Beim Thema Fokussierung lohnt sich ein Blick auf die Naheinstellgrenze. Bei 25 mm können Fotografen bis auf 16 Zentimeter an das Motiv herangehen. Dadurch ergibt sich ein Abbildungsmaßstab von 1:1,9, der bereits eindrucksvolle Detailaufnahmen ermöglicht. Durch den großen Bildwinkel lassen sich dabei gleichzeitig Umgebungsdetails bewusst in die Bildgestaltung einbeziehen.

Das Vorgängermodell kam bei 28 mm und einer Naheinstellgrenze von 19 Zentimetern lediglich auf einen Abbildungsmaßstab von 1:3,1. Auch hier zeigt sich: Das Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 legt nicht nur beim Autofokus, sondern auch bei den Nahaufnahmefähigkeiten eine Schippe drauf.

Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 im Test Praxisfoto 02

Aufgenommen mit dem Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 an einer Sony Alpha 7 IV bei 25 mm (KB), ISO 800, f/5,6 und 1/320 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 im Test Praxisfoto 01

Aufgenommen mit dem Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 an einer Sony Alpha 7 IV bei 51 mm (KB), ISO 6.400, f/4,0 und 1/200 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Gutes Ergebnis im CHIP-Testlabor

Im CHIP-Testlabor liefert das Tamron 25–200 mm bei kürzester Brennweite eine sehr gute gemessene Auflösung. Bereits bei offener Blende f/2,8 werden 2.989 Linienpaare pro Bildhöhe (Lp/Bh) im Bildzen­trum und 2.313 Lp/Bh in den Ecken erreicht. Das entspricht sehr guten 92 und 71 Prozent der theoretisch möglichen Auflösung an der Messkamera Sony Alpha 7R IV. Zweifach abgeblendet werden bei 25 mm sogar noch etwas bessere 94 Prozent im Bildzentrum und 77 Prozent in den Ecken erreicht. Bei zunehmender Brennweite nimmt die Schärfe allerdings etwas ab. Bei mittlerer Brennweite und Offenblende sind es noch 84 Prozent im Zentrum und 73 Prozent in den Ecken. Im Labor wurden bei längster Brennweite und Offenblende noch 80 Prozent im Zentrum und 73 Prozent in den Ecken ermittelt. Ein insgesamt gutes Ergebnis. Dennoch schnitt das Vorgängermodell Tamron 28–200 mm einen Tick besser ab. 

Bei typischen Abbildungsfehlern zeigt das Tamron 25–200 mm im Weitwinkel bei Offenblende den mit 1,6 Blendenstufen stärkeren Helligkeitsabfall (1,1 Blendenstufen beim Tamron 28–200 mm bei 28 mm und f/2,8). Dafür punktet das neue 25–200 mm mit den besser korrigierten Farbsäumen. Bei 25 mm und f/2,8 sind Farbsäume nur 0,8 Pixel breit (1,4 Pixel beim Vorgängermodell bei 28 mm).

Aus dem Testlabor

Vignettierung des Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 für Sony E

Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.

Vignettierung bei Offenblende:
Diese Spalte zeigt die Vignettierung bei kürzester, mittlerer und längster Brennweite bei Offenblende.

Vignettierung des Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 an einer Sony Alpha 7R IV bei kürzester Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 an einer Sony Alpha 7R IV bei mittlerer Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 an einer Sony Alpha 7R IV bei längster Brennweite und Offenblende. Bild: CHIP Testlabor

Vignettierung, 2-fach abgeblendet:
Vignettierung bei kürzester, mittlerer und längster Brennweite, zweifach abgeblendet.

Vignettierung des Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 an einer Sony Alpha 7R IV bei kürzester Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 an einer Sony Alpha 7R IV bei mittlerer Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor
Vignettierung des Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 an einer Sony Alpha 7R IV bei längster Brennweite, zweifach abgeblendet. Bild: CHIP Testlabor

Unser Fazit: Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 für Sony E im Test

Mit dem 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 liefert Tamron ein gelungenes Update seines Allroundzooms für Sony-E-Kameras. Die erweiterte Weitwinkelbrennweite, der präzisere Autofokus und die kurze Naheinstellgrenze bieten einige Vorteile gegenüber dem Vorgängermodell 28–200 mm. Zwar fällt die gemessene Auflösung im CHIP-Testlabor im direkten Vergleich minimal schwächer aus, sie bleibt aber insgesamt auf gutem Niveau.

Was uns gefällt …

  • Handlich

  • Funktionstaste

  • Schneller und zuverlässiger Autofokus

  • Wetterfest

  • Fairer Preis

… und was nicht so gut ist

  • Deutlicher Helligkeitsabfall bei 25 mm und f/2,8

  • Kein Bildstabilisator

Technische Daten: Tamron 25–200 mm f/2,8–5,6 Di III VXD G2 für Sony E

Konstruiert für Sensorgröße / BajonettKleinbild / Sony E
Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild)37,5–300 mm
Maximale Lichtstärke (kürzeste Brennweite / längste Brennweite)2,8 / 5,6
Kleinste Blende16
Konstruktion: Linsen / Gruppen18 / 14
Blendenlamellen (Anzahl)9
Naheinstellgrenze0,16 m
Filtergröße67 mm
Abmessungen / Gewicht76 x 122 mm / 575 g
AF-Motor / AF/MF-Schalter● / ━
Bildstabilisator /
mit mehr als einem Modus
━ / ━
Innenfokus / Innenzoom● / ━
Funktionstaste (Fn)
Steuerrungs-/Blendenring /
De-Click-Schalter
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Fokusbereichsbegrenzer
Gummidichtung am Bajonett
Streulichtblende /
Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert
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