Cewe startet mit soliden Zahlen und einem klaren Wachstumsziel in das Jahr 2026, während sich Japans Kamerahersteller auf der CP+ deutlich gegen generative KI im kreativen Aufnahmeprozess positionieren. Zugleich zeigt der TikTok-Shop nach seinem ersten Jahr in Deutschland, wie schnell Social Commerce an Relevanz gewinnt – auch über jüngere Zielgruppen hinaus.

Die wichtigsten Imaging Business News der KW 14/26 – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE, DigitalPHOTO und PhotoKlassik.

 

Imaging Business News KW 14/26:

 

Cewe weiter auf Kurs

Die Cewe Stiftung & Co. KGaA hat frisch die Ergebnisse des Jahres 2025 und den Ausblick für 2026 vorgestellt: Mit einem Gruppen-Umsatz von 864,5 Mio. Euro (2024: 832,8 Mio. Euro; +3,8 %) erreicht das Unternehmen einen Wert am oberen Ende der eigenen Zielsetzung für 2025. Das operative Ergebnis (EBIT) der Cewe Group steigt auf 88,2 Mio. Euro (2024: 86,1 Mio. Euro) und liegt damit innerhalb des geplanten Zielkorridors von 84 bis 92 Mio. Euro.

“Mit Blick nach vorn liegt unser klarer Fokus auf Profitabilität und Wertschaffung: Wir konzentrieren uns darauf, unsere Markt- und Markenpositionen weiter zu stärken und nachhaltiges, profitables Wachstum zu sichern,” erklärt CEO Thomas Mehls. Auch das Geschäftsjahr 2026 plant Cewe mit weiterem Wachstum: Der Gruppenumsatz soll 2026 einen Wert in der Bandbreite von 870 bis 900 Mio. Euro erreichen, das Gruppen-EBIT wird im Korridor von 87 bis 93 Mio. Euro erwartet.

Das Kerngeschäft Fotofinishing treibt auch 2025 das Wachstum der Cewe Gruppe: Der Fotofinishing-Umsatz stieg um +4,4 % auf 745,5 Mio. Euro (2024: 714,0 Mio. Euro), das EBIT auf 86,6 Mio. Euro (2024: 83,4 Mio. Euro). Über alle Cewe-Produkte hinweg stieg die Anzahl der verarbeiteten Fotos um +4,1 % auf 2,60 Mrd. Stück (2024: 2,50 Mrd.). Das Cewe Fotobuch feierte dabei 2025 einen markanten Meilenstein: Seit der Markteinführung wurden insgesamt über 100 Mio. Exemplare in Europa verkauft.

Japanische Fotofirmen: Unisono gegen Generative AI in Kameras

Unser Kollege Jaron Schneider von Petapixel hat auf der neulich in Yokohama stattgefundenen Messe CP+ die wichtigsten Kamera- und Objektivhersteller dahingehend befragt, ob sie in Zukunft generative künstliche Intelligenz in ihre Kameramodelle einbauen werden. Sein Fazit: “Alle Führungskräfte machten deutlich, dass KI zwar in vielen Bereichen der Fotografie äußerst hilfreich ist, generative KI jedoch den künstlerischen Prozess beeinträchtigt, den jedes Unternehmen nachdrücklich unterstützt.

Als ich deutlich machte, dass es bei dem vorliegenden Thema nicht um die Verbesserung des Autofokus, das Hinzufügen kamerainterner Rechenfunktionen oder gar die Verbesserung der Auflösung durch Upscaling-Technologie ging, sondern vielmehr um das, was bei beliebten Smartphone-Marken zu beobachten ist, die ihre gesamten Markteinführungen auf die Erstellung fiktionaler Bilder und Videos ausrichten, nickten alle Führungskräfte zustimmend: Das ist keine Fotografie.” Und wir ergänzen: Kameras, bei denen generative AI in den kreativen Aufnahmeprozess eingreifen, würden weltweit unverkäuflich sein. Vermutlich. Auf der anderen Seite: Der Thermomix hat auch nichts mehr mit echtem Kochen zu tun und hat dennoch einen Hype ausgelöst. Wir bleiben gespannt.

Hallo TikTok-Shop, wie gehts dir nach dem ersten Jahr?

Seit März 2025 ist TikTok nicht mehr nur ein soziales Netzwerk, sondern auch eine Verkaufsplattform. Laut des Marktforschungsunternehmens NIQ haben über 15 Prozent der Online-Käufer in Deutschland bis jetzt mindestens einmal im TikTok-Shop gekauft. Im Herbst lag der Anteil noch bei 10,5 Prozent. Das zeige, dass der Shop von Kunden zunehmend in die Einkaufsplanungen integriert werde. Nach nur einem Jahr belegt der TikTok-Shop in der Umsatz-Rangliste der erfassten Onlinehändler in Deutschland derzeit den 15. Platz.

Das Angebot wird aber offenkundig nicht nur von jüngeren Menschen genutzt. Der Käuferanteil verteilt sich relativ gleichmäßig auf alle Altersgruppen bis 66 Jahre. Ältere bestellen deutlich seltener. Laut NIQ ist Mode im TikTok-Shop mit einem Anteil von 17 Prozent die umsatzstärkste Warengruppe, gefolgt von Computer‑ und Elektronikprodukten (16 Prozent) sowie der Kategorie Wohnen und Haushaltsgeräte (14 Prozent). Laut einer YouGov-Umfrage kaufen sieben Prozent der Menschen in Deutschland einmal pro Woche oder häufiger bei TikTok ein.

Laut Max Burianek, Leiter des deutschen TikTok-Shops, gibt es bereits mehr als 25.000 Verkäufer auf der Plattform. Dazu zählen neben kleinen und mittleren Unternehmen auch große Marken wie L’Oréal, Nivea, Philips, Samsung, Tefal, The Body Shop, Tonies, Triumph und WMF. Und so funktioniert der Shop: Inhalte und Produkte werden den Usern auf Basis ihres Nutzerverhaltens angezeigt. Der Algorithmus analysiert, was Menschen anschauen, liken oder kommentieren, und spielt passende Inhalte aus. Produkte aus Videos oder Livestreams lassen sich direkt in der App kaufen. Der gesamte Bestellprozess ist in die Plattform integriert. TikTok erhält für jeden Kauf eine Provision von bis zu neun Prozent.

https://www.absatzwirtschaft.de/wie-erfolgreich-ist-der-tiktok-shop-280642