Am 5. März sind in Berlin die Gewinnerinnen und Gewinner des Vonovia Award für Fotografie No. 8 ausgezeichnet worden. Der Preis in der Kategorie „New Talent“ ging an Maria Bolz, während Michael Kohls in der Kategorie „Professional“ prämiert wurde. Die ausgezeichneten Arbeiten beschäftigen sich mit dem übergeordneten Thema „Zuhause“. Sie greifen persönliche Perspektiven auf und verknüpfen diese mit gesellschaftlichen Fragestellungen.
„theydream“: Identität und Selbstwahrnehmung
Maria Bolz wurde für ihre Serie „theydream“ geehrt. Die Arbeit setzt sich mit Fragen von Identität und Selbstwahrnehmung auseinander. Im Mittelpunkt steht der eigene Körper als ein Ort, der erst durch persönliche Entwicklung als Zuhause erfahrbar wird.
Die Serie kombiniert inszenierte Selbstporträts mit Naturaufnahmen aus dem persönlichen Umfeld. Nach Einschätzung der Jury erweitert die Arbeit den klassischen Begriff von Zuhause und zeigt ihn als wandelbares Konzept.
„Etrogim“: Jüdisches Leben im Fokus
Michael Kohls erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Professional“ für seine Serie „Etrogim“. Darin untersucht er, was Zuhause für Jüdinnen und Juden in Deutschland heute bedeuten kann.
Die fotografischen Arbeiten setzen sich aus Porträts, Stillleben und räumlichen Motiven zusammen. Sie sollen unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar machen und zeigen, dass Zugehörigkeit nicht zwingend an einen festen Ort gebunden ist.
Ausstellung startet im Mai 2026
Die prämierten Serien sowie weitere Arbeiten der Meisterklasse sollen vom 2. bis 17. Mai 2026 in Essen gezeigt werden. Ausstellungsort ist die Kreativ Kathedrale TRUDI. Weitere Präsentationen, unter anderem im öffentlichen Raum in Hannover, sind geplant.
Der Wettbewerb ist insgesamt mit 40.000 Euro dotiert. Neben Preisgeldern werden ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützt.
Pressemitteilung Vovonia Award für Fotografie:
PREISTRÄGER:INNEN DES VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE NO. 8 GEKÜRT
Am Donnerstag, den 5. März, sind die Preisträger:innen des VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE No. 8
in Berlin feierlich ausgezeichnet worden. Maria Bolz gewann in der Kategorie „New Talent“ mit der
Fotoserie „theydream“ und Michael Kohls überzeugte mit der Fotoserie „Etrogim“ in der Kategorie
„Professional“.
Die fotografischen Erkundungen reflektieren persönliche Perspektiven auf das Thema ZUHAUSE und verhandeln
zugleich gegenwärtige gesellschaftliche Themen. Die Fachjury würdigte die Fotoserien für ihre mutigen und differenzierten
Erzählweisen auf das universelle Thema ZUHAUSE.
PREIS „NEW TALENT“
MARIA BOLZ
THEYDREAM ( 2 02 5 / 2 6 )
Die Fotoserie theydream beschäftigt sich mit Fragen geschlechtlicher Identität, Selbstwahrnehmung und
Selbstwerdung. Im Mittelpunkt steht der Körper als ein Zuhause, das nicht selbstverständlich gegeben
ist, sondern durch Veränderung und Selbstbehauptung erst gefunden werden musste. Die Arbeit erzählt
von Verletzlichkeit und Selbstbehauptung als nicht-binäre Person und vom Traum einer Welt, in der das
Geschlecht eine untergeordnete Rolle spielt, und von der Frage, wo Zuhause beginnt. In inszenierten
Selbstporträts, aufgenommen in der Natur der eigenen Heimat, treten Vergangenheit und Gegenwart,
Herkunft und Selbstwerdung in Dialog und eröffnen einen Blick darauf, wie sich im eigenen Körper ein
Zuhause finden lässt.
„Die Fotoserie theydream überzeugt durch ihren intensiven biografischen Ansatz und erweitert den Begriff
von Zuhause: als Ort im eigenen Körper, in der Natur und im Lebensraum der Herkunft. Die Arbeit kombiniert
verschiedene Bildsprachen zu einem atmosphärisch dichten Dialog und verdeutlicht: Zuhause ist
etwas Fluides, es darf sich verändern. Besonders eindrücklich ist die Suche nach einem inneren Ort, in
dem sich diese Erfahrung verdichtet und spürbar wird: Ich habe mein Zuhause in mir gefunden.
Die Jury würdigt die künstlerische Arbeit ebenso wie ihre performative Dimension. Sie zeigt, dass
Zuhause neu gedacht werden muss: als offener, wandelbarer Begriff, der Identität, Herkunft und Selbstbestimmung
miteinander verbindet. Gesellschaftspolitisch relevante Fragen werden sensibel und formal
überzeugend verhandelt. Der humorvolle Ton verleiht der Fotoserie eine unerwartete Leichtigkeit und
erzählt die Thematik mit selbstbewusster Haltung.“
STATEMENT DER JURY ZUR PREISVERGABE
PREIS „PROFESSIONAL“
M ICHA E L KOHLS
ETROGIM ( 2 02 5 / 2 6 )
In seiner Fotoserie geht Michael Kohls der Frage nach, was Zuhause für Jüd:innen in Deutschland heute
bedeutet. Jüdische Lebensrealitäten sind vielfaltig und von Migration, Familiengeschichten und gemeinsamen
wie unterschiedlichen kulturellen Prägungen durchzogen. Viele Jüd:innen leben zwischen
Sprachen, religiösen Traditionen oder säkularen Lebensentwürfen. Ihre Erfahrungen sind häufig generationsübergreifend
geprägt von der Shoa und dem Versuch, sich in einem gesellschaftlichen Umfeld
zu verorten, das Jüd:innen oft stereotypisiert und historisiert. In Porträts, Stillleben und räumlichen
Aufnahmen sucht Kohls nach Spuren eines Zuhauses, das nicht unbedingt an einen Ort gebunden ist,
sondern sich vor allem in Beziehungen, Erinnerungen und kulturellen Bedeutungen zeigt.
„Michael Kohls’ Fotoserie macht neugierig und berührt zugleich. In Porträts aus dem persönlichen Umfeld
des Fotografen, ergänzt durch Stillleben, entsteht ein vielschichtiges Bild jüdischen Lebens jenseits
von Klischees. Leichtfüßig und poetisch fügen sich die Fotografien zu Mosaikstücken einer jüdischen
Identität, die im gelebten Alltag verankert ist und nicht politisch-ideologisch argumentiert. Vor dem
Hintergrund der Shoa, durch die ‚Zuhause’ als Ort nicht-existent geworden ist, finden Identität und
Zugehörigkeit Ausdruck in Symbole, Beziehungen und Erinnerungen.
Die Arbeit ist gesellschaftlich hoch relevant und zugleich sensibel umgesetzt. Besonders überzeugt,
wie sich beim Betrachten eine Erkenntnis entfaltet: wie wenig wir über gegenwärtiges jüdisches Leben
wissen und wie selten es im Alltag sichtbar ist. Die Serie wird zu einer Einladung, genauer hinzuschauen,
einzutauchen und kennenzulernen.“
STATEMENT DER JURY ZUR PREISVERGABE
AUSSTELLUNGEN: VERNISSAGE AM 2. MAI IN ESSEN
Vom 2. bis 17. Mai 2026 sind die sechs fotografischen Positionen aus der Meisterklasse des VONOVIA
AWARD FÜR FOTOGRAFIE No. 8 in Essen zu sehen. Ausstellungsort ist die Kreativ Kathedrale TRUDI,
die zum Kultur- und Bildungszentrum umgewandelte Kirche St. Gertrud im Norden der Essener Innenstadt.
In Kooperation mit dem Sprengel Museum und unter der Kuration von Reinhard Spieler werden die
Fotoserien dort erstmals präsentiert. Die Ausstellung wird in enger Partnerschaft mit der Hochschule
der bildenden Künste Essen (HBK) realisiert: Am 27./28. März gibt es einen kuratorischen Workshop für
Studierende unter der Leitung von Reinhard Spieler, zudem werden die Studierenden aktiv in die Ausstellungsproduktion
und die Hängung eingebunden. Ein Rahmenprogramm mit Künstlergesprächen u. a. ist
in Planung. Weitere Ausstellungen im Jahr 2026, unter anderem im öffentlichen Raum in Hannover, sind
vorgesehen.
Der VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE ist mit insgesamt 40.000 Euro dotiert. Die Fotograf:innen der
Meisterklasse werden mit je 4.000 Euro bei der Umsetzung ihrer Fotoserien unterstützt, hinzu kommen
Preisgelder in Gesamthöhe von 16.000 Euro. Darüber hinaus werden die Arbeiten in Ausstellungen einem
breiten Publikum präsentiert.
MEISTERKLASSE VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE NO. 8
Der VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE wurde bereits zum achten Mal vergeben. Sieben Fotograf:innen
durchliefen in den Kategorien „New Talent“ und „Professional“ eine Meisterklasse und entwickelten begleitet
von Expert:innen aus dem Bereich Fotografie neue Fotoserien mit sechs bis zwölf Bildern zum Thema.
NEW TALENT
Maria Bolz | „theydream“
Jana Islinger | „Unter demselben Himmel“
Stella Weiß & Rosa Burczyk | „Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“
PROFESSIONAL
Ute Behrend | „Die Liebe zu den Dingen, mit denen wir leben“
Michael Kohls | „Etrogim“
Christina Stohn | „Der Hof in ihren Händen“
DIE JURY
Der VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE wird von einer unabhängigen Fachjury um den Vorsitzenden
Martin Brockhoff (Fotograf) begleitet, die gemeinsam die Teilnehmenden der Meisterklasse nominiert hat.
Das Format entwickelt sich kontinuierlich weiter und konnte für die aktuelle Ausgabe mit Silke Frigge,
Celina Lunsford und Paula Markert drei neue Expert:innen für die Jury gewinnen. Zugleich wurden die
Aufgaben innerhalb des Gremiums neu strukturiert: Celina Lunsford (Künstlerische Leiterin des Fotografie
Forum Frankfurt), Paula Markert (Professorin an der Hochschule Niederrhein) und Nina Röder (Professorin
an der UE Hamburg/Berlin) brachten ihre fachliche Expertise in die Durchführung der Meisterklasse sowie
das Mentoring ein, während Silke Frigge (Geschäftsführerin der Fotoagentur laif), Anna Gripp (Chefredakteurin
PHOTONEWS), Daniel Riedl (Vorstandsmitglied Vonovia), Reinhard Spieler (Direktor des Sprengel
Museum Hannover) und Ingo Taubhorn (Präsident der Deutschen Fotografischen Akademie) die Kommission
zur Preisvergabe bildeten.
VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE
Der VONOVIA AWARD FÜR FOTOGRAFIE wurde 2017 ins Leben gerufen und bietet seither professionellen
Fotograf:innen sowie neuen Talenten im Bereich Fotografie ohne Altersgrenze eine Plattform
für Sichtbarkeit und Vernetzung. Die Arbeiten der Preisträger:innen wurden in Institutionen wie dem
Sprengel Museum Hannover, dem Fotoforum Dresden und dem Kunstmuseum Bochum präsentiert.
Das facettenreiche Thema ZUHAUSE bildet die inhaltliche Klammer des Awards, die die teilnehmenden
Fotograf:innen mit künstlerischem, dokumentarischem und forschendem Blick immer wieder neu und
zeitgenössisch interpretieren. So bietet der Award regelmäßig einen vielschichtigen Einblick in aktuelle
fotografische Positionen. Zugleich berücksichtigt er die Bandbreite fotografischer Verfahren, Techniken
und künstlerischer Ansätze und macht damit die Vielfalt sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung des
Mediums sichtbar.
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