Der Hersteller Viltrox hat mit der lichtstarken Festbrennweite AF 135 mm f/1,8 LAB eine preisgünstige Alternative zum Sony FE 135 mm f/1,8 GM vorgestellt. Wir haben uns das Objektiv im Test ausführlich angesehen.
Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB
- Anschluss: E-Mount
- Optischer Aufbau: 14 Elemente in 9 Gruppen
- Anzahl Blendenlamellen: 11
- Autofokus: ja
- Bildstabilisator: nein
- Gewicht: 1.350 g
- Preis: ca. 999 Euro
- www.rollei.de
Mit dem Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB bietet der chinesische Hersteller Viltrox in Kooperation mit Distributor Rollei eine Vollformat-Festbrennweite, die vor allem eines verspricht: viel Lichtstärke für vergleichsweise wenig Geld. Das Objektiv richtet sich mit seiner hohen Lichtstärke von f/1,8 und einem klassischen Porträt-Brennweitenbereich an anspruchsvolle Fotografen, die auf der Suche nach einem günstigen Drittanbieter-Äquivalent für das deutlich teurere Sony FE 135 mm f/1,8 GM sind. Dabei bringt Viltrox alles mit, was es für eine hochwertige Optik braucht – zumindest auf dem Papier.
Das Design orientiert sich an professionellen Standards: Innenfokus, Blendenring, De-Click-Schalter, eine Funktionstaste (Fn), ein AF/MF-Schalter sowie ein Fokusbereichsbegrenzer gehören ebenso zur Ausstattung wie ein Display zur Anzeige der Fokusdistanz.
Auch der Lieferumfang kann sich sehen lassen: Eine Streulichtblende, ein Schutzbeutel und ein Mikrofasertuch liegen ebenfalls in der soliden Verpackung bei.
Mit dem Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB bietet der chinesische Hersteller Viltrox in Kooperation mit Distributor Rollei eine Vollformat-Festbrennweite, die vor allem eines verspricht: viel Lichtstärke für vergleichsweise wenig Geld. Das Objektiv richtet sich mit seiner hohen Lichtstärke von f/1,8 und einem klassischen Porträt-Brennweitenbereich an anspruchsvolle Fotografen, die auf der Suche nach einem günstigen Drittanbieter-Äquivalent für das deutlich teurere Sony FE 135 mm f/1,8 GM sind. Dabei bringt Viltrox alles mit, was es für eine hochwertige Optik braucht – zumindest auf dem Papier.
Das Design orientiert sich an professionellen Standards: Innenfokus, Blendenring, De-Click-Schalter, eine Funktionstaste (Fn), ein AF/MF-Schalter sowie ein Fokusbereichsbegrenzer gehören ebenso zur Ausstattung wie ein Display zur Anzeige der Fokusdistanz. Auch der Lieferumfang kann sich sehen lassen: Eine Streulichtblende, ein Schutzbeutel und ein Mikrofasertuch liegen ebenfalls in der soliden Verpackung bei.
Doch der erste Eindruck geht über die Ausstattung hinaus. Bereits beim Auspacken fällt das Objektiv durch sein Gewicht auf. Mit seinen 1.350 Gramm gehört das Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB zu den schwersten Objektiven, die wir bisher testen konnten. Nicht nur im Vergleich mit anderen Festbrennweiten für Sony E, sondern auch im Vergleich zu lichtstarken Zoomobjektiven. So sind das Sony FE 50–150 mm f/2 GM und das Sigma 70–200 mm f/2,8 DG DN leichter, wenn auch nur ein paar Gramm. Das Viltrox ist also schwerer und wuchtiger als viele erwarten würden.
Haptik und Handling
Das Objektiv liegt satt in der Hand, das Gehäuse wirkt robust und solide verarbeitet. Die Oberflächen sind sauber gefertigt, und die Bedienelemente geben ein stimmiges taktiles Feedback. Auch der manuelle Fokusring und der Blendenring lassen sich sauber greifen und präzise bedienen.
Alltagstauglich ist das Objektiv dennoch nur mit Einschränkungen – schlicht wegen seiner Größe und Masse. Es ist ein Objektiv, das gezielt für einen bestimmten Einsatzzweck eingepackt wird. Wer es für längere Shootings aus der Hand nutzt, merkt die Belastung in Armen und Schultern deutlich.
Hinzu kommt ein Punkt, der beim ersten Kontakt mit dem Objektiv irritieren kann: Im ausgeschalteten Zustand lässt sich im Inneren des Tubus eine Bewegung wahrnehmen. Es scheint, als würden sich nicht verriegelte Fokuselemente beim Kippen leicht verschieben – hör- und spürbar. Das hat zwar keine Auswirkung auf die Funktion im Betrieb, vermittelt aber zunächst keinen hochwertigen Eindruck. Ebenfalls auffällig: Das Objektiv ist laut. Die AF-Motoren geben ein deutlich wahrnehmbares Geräusch von sich – besonders in ruhiger Umgebung bei Videoaufnahmen stellen wir uns das eher unpraktisch vor. Während viele moderne Objektive auf einen geräuscharmen Betrieb hin optimiert sind, fällt das Viltrox bei diesem Punkt etwas aus dem Rahmen. Bei der Fotografie spielt das aber keine große Rolle.
Bildqualität und Autofokus
Im CHIP-Labortest liefert das Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB gute bis sehr gute Ergebnisse – besonders bei der Auflösung. Bereits bei Offenblende misst das Labor an der Messkamera Sony Alpha 7R IV im Bildzentrum 2.835 Linienpaare pro Bildhöhe (Lp/Bh), in den Ecken sind es 2.610 Lp/Bh. Das entspricht 88 beziehungsweise 81 Prozent der theoretisch möglichen Sensorauflösung der Messkamera – ein respektabler Wert. Zweifach abgeblendet steigert sich die Leistung nochmals. Im Zentrum werden 3.026 Lp/Bh erreicht, am Bildrand 2.779 Lp/Bh. Damit nähert sich das Viltrox dem Niveau des Sony FE 135 mm f/1,8 GM an, das 2-fach abgeblendet 3.166 Lp/Bh im Zentrum und 2.842 Lp/Bh am Rand liefert. Bei Offenblende bleibt das Sony im Zentrum zwar überlegen – dort sind es 3.132 Lp/Bh (97 Prozent) –, doch der Abstand schrumpft deutlich, sobald abgeblendet wird.
In der Autofokus-Präzision liegt das Viltrox sogar vorne: Im Labortest erreicht der Autofokus eine sehr hohe Trefferquote bei einer sehr geringen Standardabweichung von lediglich 35 Lp/Bh. Zum Vergleich: Das Sony FE 135 mm f/1,8 GM kommt hier auf 111 Lp/Bh, also einen über dreimal so hohen Wert.
Die Fokussiergeschwindigkeit fällt mit 0,58 Sekunden okay aus – nicht langsam, aber auch nicht auf dem Niveau der Top-Objektive. In der Praxis lässt sich dieser Wert allerdings durch den eingebauten Fokusbereichsbegrenzer optimieren, der dafür sorgt, dass nur der relevante Fokusbereich durchfahren wird. Das verkürzt Reaktionszeiten spürbar und verhindert unnötiges Pumpen bei starkem Fokuswechsel.
Leichte Schwächen zeigt das Viltrox bei der Verzeichnung. Der im CHIP Testlabor gemessene Wert liegt bei 0,4 Prozent – nicht dramatisch, aber sichtbar, wenn etwa Architektur oder technische Motive präzise abgebildet werden sollen. Zum Vergleich: Das Sony-Pendant verzeichnet hier gar nicht (0,0 Prozent).
Die chromatische Aberration ist mit 0,5 Pixel Farbsaumbreite ebenfalls leicht erhöht, aber noch im akzeptablen Rahmen – das Sony liegt mit 0,4 Pixeln nur minimal besser. In der Praxis dürfte dieser Unterschied nur in extrem kontrastreichen Motivsituationen sichtbar sein, etwa bei feinen Ästen vor hellem Himmel.
Praxiseindruck
Für unseren Praxistest waren wir mit dem Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB und Model Eileen Krieger sowohl im Garten als auch auf einer Wildwiese unterwegs. Die Wahl dieser Kulissen war bewusst, denn hier kann das Objektiv seine optischen Stärken voll ausspielen: lange Brennweite, große Offenblende und viel Raum für die notwendige Distanz zwischen Fotograf und Motiv.

Aufgenommen mit dem Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB an einer Sony Alpha 7R IV bei 135 mm (KB), ISO 640, f/1,8 und 1/400 Sekunde. Bild: Sarah A. Fechler
In der Anwendung zeigt sich, dass das Gewicht – wie bereits erwähnt – durchaus eine Rolle spielt. Während die Fokusgeschwindigkeit im Alltag kaum negativ auffällt, macht sich die Masse spätestens bei längeren Sessions in den Armen bemerkbar. Wer über längere Zeit aus der Hand fotografiert, wird das Viltrox spüren. Für ein geplantes Porträtshooting mit festem Standort ist das allerdings unproblematisch.
Stärker ins Gewicht fallen die kreativen Möglichkeiten, die die Kombination aus 135 mm Brennweite und f/1,8 Offenblende eröffnet. Das Freistellpotenzial ist groß, das Bokeh ansprechend weich und ruhig. Motive lassen sich effektiv vom Hintergrund abheben. Die Bildwirkung ist harmonisch und zeichnet ein natürliches Tiefenverhältnis.
Aus dem Testlabor
Vignettierung des Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB für Sony E im Test
Die Vignettierung gibt an, wie stark die Helligkeit von der Bildmitte zu den Bildrändern hin abnimmt. In unseren Grafiken wird der Helligkeitsverlust in Blendenstufen farblich dargestellt. Die Legende zur Abstufung der Blendenstufen finden Sie direkt in der jeweiligen Grafik.
Unser Fazit: Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB für Sony E im Test
Mit einem Preis von rund 999 Euro (zum Zeitpunkt des Testberichts) positioniert sich das Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB deutlich unterhalb des vergleichbaren Sony FE 135 mm f/1,8 GM für rund 1.600 Euro. Für Fotografen, die ein lichtstarkes Porträtobjektiv im Bereich von 135 mm suchen, stellt das Viltrox damit eine preislich höchst attraktive Alternative dar. Das Spannende: Im Funktionsumfang muss man wenige bis gar keine Abstriche machen. Das Objektiv bietet alle Bedienelemente, die man sich wünschen kann – solange einem das hohe Gewicht nicht stört.
Was uns gefällt …
-
Hohe Lichtstärke
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Treffsicherer Autofokus
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Blendenring
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Fn-Taste
-
Display am Objektiv
… und was nicht so gut ist
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Sehr hohes Gewicht
-
Hörbare Fokusgeräusche
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Verzeichnung
Technische Daten: Viltrox AF 135 mm f/1,8 LAB für Sony E
| Konstruiert für Sensorgröße / Bajonett | Kleinbild / Sony E |
| Brennweite an APS-C-Kamera (umgerechnet auf Kleinbild) | 202,5 mm |
| Maximale Lichtstärke | 1.8 |
| Kleinste Blende | 16 |
| Konstruktion: Linsen / Gruppen | 14 / 9 |
| Blendenlamellen (Anzahl) | 11 |
| Naheinstellgrenze | 0,72 m |
| Filtergröße | 82 mm |
| Abmessungen / Gewicht | 93 x 146 mm / 1.350 g |
| AF-Motor / AF/MF-Schalter | ● / ● |
| Bildstabilisator / mit mehr als einem Modus | ━ / ━ |
| Innenfokus | ● |
| Funktionstaste (Fn) | ● |
| Steuerrungs-/Blendenring / De-Click-Schalter | ● / ● |
| Fokusbereichsbegrenzer | ● |
| Gummidichtung am Bajonett | ● |
| Streulichtblende / Schutzbeutel/-tuch mitgeliefert | ● / ● |






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