Zwischen Licht, Schatten und flüchtigen Momenten entsteht die Bildsprache von Julia Nimke. Im Interview erzählt die Reisefotografin, die bevorzugt mit Leica fotografiert, von ihrem Weg, internationalen Aufträgen und der Leidenschaft, die ihre Fotografien so besonders macht.
Manche Fotografien wirken, als seien sie dem Moment direkt abgerungen – flüchtig, leicht, und doch voller Bedeutung. Genau hier setzt die Arbeit von Julia Nimke an. Die junge deutsche Fotografin ist weltweit für Kunden unterwegs und versteht es, Orte und Menschen in eine stille, visuelle Erzählung zu übersetzen. Ihre Bilder spielen mit Licht und Schatten, mit Nähe und Distanz, immer getragen von einem feinen Gespür für den richtigen Augenblick. Ob auf Reisen, bei Aufträgen für internationale Marken oder im privaten Alltag: Julia Nimke sucht nicht das Spektakel, sondern das Echte. Im Gespräch spricht sie über ihren Weg zur Fotografie, ihre Inspirationen und darüber, warum Leidenschaft der wichtigste Kompass für die eigene Bildsprache ist.
Julia Nimke im Interview
Hallo Julia! Du bist eine renommierte Lifestyle- & Reisefotografin – wie kamst Du genau zu dem Genre?
Ich habe mich nicht bewusst für den Bereich entschieden, bin da eher so reingeschlittert über die Zeit. Ich bin in diesen Bereich gekommen, weil es der ist, der mich privat auch am meisten interessiert und dementsprechend darin viel Leidenschaft liegt. Ich rate allgemein, dass man sich den Bereich aussucht, für den man eine Passion hat.

Diese Aufnahme entstand im Auftrag für den Tourismusverband von St. Moritz. Das Model von Julia Nimke wirft hier einen Blick über die Bergketten von Sils Maria, im Vordergrund eine Blumenwiese.
Was fotografierst Du am liebsten? Porträts? Architektur? Reisemomente?
Ich mag am liebsten den Mix aus Allem. Generell mag ich die Verbindung von Mensch und Ort im Allgemeinen sehr.
Wie kamst Du zur Fotografie?
Mein Stiefvater schenkte mir meine erste eigene Kamera, da war ich so elf, eine analoge Olympus Mju. Seither habe ich angefangen die Welt um mich herum einzufangen.
Hast Du eine fotografische Ausbildung genossen?
Ich habe eine Ausbildung zur Fotografin in einem Portrait- und Werbestudio in Berlin gemacht von 2008-2010. Danach habe ich zudem meinem Meister als Fotografin gemacht in Potsdam.

Mit dem Blick in das Badezimmer erhaschen wir einen Einblick in das edle Mandarin Oriental Costa Navarino auf der Halbinsel Peloponnes in Griechenland. Die Szene wirkt, als hätte der Gast gerade das Badezimmer verlassen, das Handtuch beim Herausgehen auf die mamorne Badewanne abgelegt. Eine kunstvolle Inszenierung des Alltäglichen.

Mit dieser Aufnahme gibt uns Julia Nimke einen Blick in das sagenumwobene und berühmte Kulm Hotel in St.Moritz in der Schweiz. Inklusive Blick auf den zugefrorenen See im Hintergrund.
Du fotografierst mit Leica – welche Kameras nutzt Du aktuell?
Ich fotografiere aktuell mit der Leica Q3 und der Leica SL3.
Warum genau Leica? Was verbindet Dich mit dem Kamerasystem und der Marke?
Leica war schon immer für mich bekannt als unfassbar zeitlose Kameras mit cleanem Design. Ich bin ein sehr ästhetisch fokussierter Mensch und da kommt für mich nichts über Leica.
Hast Du ein Lieblingsobjektiv?
Das 24–70 mm ist so ein vielseitiges Objektiv und erlaubt es mir, reduziert unterwegs zu sein. Ich liebe die Schärfe, den Bokeh und die unzähligen Anwendungsbereiche.

Leica SL3: Die Leica SL3 steht für kompromisslose Bildqualität. Mit ihrem hochauflösenden 60-Megapixel- Sensor, der präzisen Bedienung und der robusten Bauweise ist sie ein verlässliches Werkzeug für anspruchsvolle Foto- und Videoprojekte auf Reisen in aller Welt wie im Studio.

Vario-Elmarit-SL 1:2.8/24-70 ASPH.: Das vielseitige Standardzoom überzeugt durch die durchgängige Lichtstärke, der große Brennweitenbereich und die robuste Konstruktion machen es zur idealen Wahl für Reisen. Hohe Abbildungsleistung, schneller Autofokus und harmonisches Bokeh sorgen für maximale gestalterische Freiheit.

Leica Q3: Die Leica Q3 ist eine kompakte Allrounderin. Der 60-Megapixel-Vollformatsensor mit Triple-Resolution-Technologie trifft auf das fest verbaute Summilux 1:1,7/28 mm ASPH. Mit Makromodus, schnellem Hybrid-Autofokus und intuitiver Bedienung eignet sie sich ideal für Reportage, Reise und Alltag.
Die Bilder in Deinem Portfolio strahlen Ruhe aus, ganz ohne minimalistisch zu sein. Sie spielen mit Licht, zeigen fast schon flüchtige Momente. Woher nimmst Du Deine Inspiration? Hast Du ein fotografisches Vorbild?
Ich finde meine Inspiration mehr durch andere Richtungen als die Fotografie selbst: ich liebe Musik und die Gefühle, die dadurch ausgedrückt werden können, ich liebe Spaziergänge in der Natur, Ruhe in einer schönen Unterkunft, ich liebe Gespräche mit Menschen außerhalb meiner Bubble. Zeitgenössische Fotografen und Fotografinnen, die ich sehr schätze sind: Robert Rieger, Brian Chorski, Evelyn Dragan, Justin Chung, Lucy Laucht.
Wie würdest Du Deinen fotografischen Stil beschreiben?
Da tue ich mich immer schwer mit. Ich würde behaupten, dass sich der Stil immer auch wandelt und nie einfach nur genauso bleibt. Als verbindendes Element durch alle Phasen zieht sich jedoch: lichtfokussiert, ruhig, warm.

Nicht etwa den Eiffelturm in Paris, sondern den ihm nachempfundenen 333 Meter hohen Tokyo Tower in Japans Hauptstadt sehen wir hier bei Dämmerung durch die Fenster des Januhotels. Diese Aufnahme von Julia Nimke entstand im Auftrag für Janu.

Licht und Momente verbindet Nimke in ihren Arbeiten zu wahren Kunstwerken. Ein gutes Beispiel dafür ist diese Aufnahme, die im Soho House in Berlin entstanden. Mit dem Schatten an der Wand kommt die menschliche Komponente in die Szene.

Auch die Aufnahme entstand im Auftrag für das Soho House, hier allerdings auf Mykonos. Der Taucher im Infinity Pool, das warme Licht, der Ausblick auf das Meer – das alles lädt zum Fernträumen ein und lässt den Betrachter den Sommer spüren.
Wo auf der Welt und für welchen Kunden warst Du als Letztes unterwegs?
Zuletzt war ich für den Tourismusverband von St. Moritz in der Schweiz unterwegs. Das war ein toller Auftrag mit kompletter kreativer Freiheit. Davor ging es für mich für Belmond Hotels nach Mexiko und bald stehen Shootings in Barcelona, Rom und Amsterdam an.
Was war Dein bisher aufregendster Auftrag?
Das ist wirklich schwer zu sagen. Es gibt so so viele tolle Aufträge und ich liebe alle. Ein sehr aufregender war aber auf jeden Fall ein Shooting für Singapore Airlines in Kooperation mit Leica, wo ich auf dem Flug von London nach Singapore Fotos erstellen musste und den Flug als Erlebnis auf meine Weise einfangen sollte und diese Bilder dann im Leica Store in Singapore ausgestellt wurden.
Welche künstlerische Freiheit hast Du in Deiner Arbeit?
Das kommt ganz auf den Auftrag an. Jedes Projekt sieht bei mir eigentlich unterschiedlich aus. Manchmal habe ich komplette Freiheit, wie ich eine Geschichte mit Bildern erzähle, manchmal muss ich mich an strikte Vorgaben durch Art Direction halten. Ich liebe die Abwechslung sehr und kann mich mit beiden Extremen sehr gut arrangieren und die jeweiligen Vor – und Nachteile daraus ziehen.
Gibt es einen Ort in Deinen Reisen oder bei Deinen Aufträgen, der Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Peru hat auf jeden Fall mein Herz erobert. Ich war dort im Auftrag für Belmond Hotels und durfte zusammen mit meiner Partnerin mit dem Andean Explorer (Nachtzug) durch die Anden fahren. Ich habe mich in die Landschaft, die Kultur, das Essen verliebt.

Wie Nimke bereits in scheinbar kleinen Szenen und mit wenigen Elementen Geschichten in ihren Aufnahmen erzählt, kann man hier gut sehen. Die Schattenhände greifen nach Tee und Kaffee – und lassen direkt an einen Plausch an einem Sommernachmittag denken.

Urlaubsfeeling und Wärme verströmt auch dieses Porträt in der Reflexion. Der blaue Himmel und das ruhige Wasser lassen an den Sommerurlaub denken. Im Bild zu sehen ist Julia Nimke in einem Selbstporträt in Griechenland im Auftrag des Mandarin Oriental Hotels.
Gibt es einen Ort, den Du gern noch bereisen möchtest? Ob mit Auftrag oder ohne?
Es gibt unfassbar viele Reiseziele, die ich in meinem Leben gern bereisen möchte, nur um mal ein paar zu nennen: Bhutan, Kamtschatka, Namibia, Papua Neuguinea, Oman, Mongolei und noch so viel mehr.
Wo und was fotografierst Du am liebsten privat?
Ich fotografiere gern am liebsten einfach die kleinen schönen Momente des Alltags, ob in Berlin oder unterwegs. Mir liegt daran das Schöne im Einfachen festzuhalten.
Und weißt Du schon, wo es als Nächstes hingeht?
Als Nächstes geht es für einen Auftrag nach San Francisco.

Julia Nimke
Über die Fotografin:
Julia Nimke ist eine international tätige Lifestyle- und Reisefotografin mit Sitz in Berlin. Ihre Arbeiten entstehen weltweit für Kunden aus Tourismus, Hospitality und Lifestyle. Mit einem ausgeprägten Gespür für Licht, Atmosphäre und den richtigen Moment erzählt sie visuelle Geschichten, die Ruhe und Authentizität ausstrahlen. Internationale Marken schätzen ihren klaren, warmen Bildstil und ihre kreative Handschrift.
Website: www.julianimke.com
Instagram: @julianimkephotography
Aktuelle Kommentare