Samsung steigt in den Markt für KI-Smartbrillen ein und tritt damit gegen den aktuellen Platzhirsch Meta an, dessen Ray-Ban-Modelle den Markt dominieren. Parallel zeigt sich in der Imaging-Branche eine bemerkenswerte Gegenbewegung zur digitalen Bilderflut: Analoge Fotografie und haptische Bildprodukte erleben ein starkes Comeback – von steigenden Filmaufträgen bis hin zum Vintage-Trend in sozialen Medien. Gleichzeitig verändert generative KI die Bildrecherche grundlegend: Für professionelle Bildanbieter wird es immer wichtiger, Inhalte so zu strukturieren, dass sie auch in Antworten von KI-Systemen sichtbar werden. Warum Generative Engine Optimization (GEO) künftig eine zentrale Rolle spielt und weshalb klassische SEO dabei die Grundlage bleibt, zeigt unter anderem ein BVPA-Webinar Ende März.
Die wichtigsten Imaging Business News der KW 11/26 – kuratiert von Wolfgang Heinen, Herausgeber von PHOTO PRESSE, DigitalPHOTO und PhotoKlassik.
Imaging Business News KW 11/2026:
Samsung setzt auf KI-Smartbrille
Sie soll den Durchblick bringen: Die kommende KI-Smartbrille von Samsung wird mit einer Kamera ausgestattet sein und mit einem Smartphone verbunden werden können, wie Jay Kim, Executive Vice President des Mobilfunkgeschäfts des Unternehmens, gegenüber CNBC am Rande des Mobile World Congress erklärte. Das Gerät, das noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll, markiert Samsungs ersten Vorstoß in diese Produktkategorie. Samsung wird damit in Konkurrenz zu Unternehmen wie Meta treten, das derzeit diesen Markt dominiert. Laut Counterpoint Research dominiert die Ray-Ban-Brille von Meta aktuell mit einem weltweiten Marktanteil von 82 % den Markt für Smart-Brillen. In den kommenden Monaten werden zahlreiche neue Akteure von Alibaba über Xreal bis hin zu Samsung versuchen, den US-amerikanischen Social-Media-Giganten herauszufordern. Man darf gespannt sein, wie lange es dann noch ein Smartphone als Daten- und Verarbeitungszentrum braucht.
Die Rückkehr zum Analogen
Nicht nur wir, sondern auch unser geschätzter Kollege Hans Hartmann in den USA (Visual1st) stellt fest: Da digitale Erlebnisse unser Leben dominieren, gibt es eine Gegenbewegung, die Fotos als „handgefertigte, maßgeschneiderte, handwerkliche Erinnerungen“ definiert. So verzeichnet beispielsweise die Bilderservice-Plattform
Photo Finale in den USA einen massiven Anstieg der analogen Filmaufträge auf mittlerweile 50.000 Rollen pro Monat. Die Vorliebe für nostalgische, haptische Produkte spiegelt sich sogar in sozialen Medien wie TikTok wider, wo Videos über Scrapbooking und Vintage-Ästhetik ein Comeback erleben. Dieser Trend bietet
durchaus Chancen: Druckverfahren und Materialien müssen sich weiterentwickeln, um diesem nostalgischen Gefühl gerecht zu werden. Das bedeutet beispielsweise, den „HDR-Look“ von Smartphone-Fotos zu vermeiden. Mit anderen Worten: Fotos sollten auf Silberhalogenid gedruckt und Materialien mit sicht- und spürbarer Textur verwendet werden.
Generative Engine Optimization (GEO) für professionelle Bildanbieter
Immer mehr Fotografen, Redaktionen und PR-Abteilungen nutzen KI-Chatbots zur Bildrecherche. Damit verändert sich grundlegend, wie Bildanbieter gefunden werden. Ein BVPA-Webinar am 26. März vermittelt, wie man sich strategisch aufstellen muss, um in Antworten von Large Language Models sichtbar zu werden – und warum stringente Suchmaschinenoptimierung (SEO) die Basis für erfolgreiche Generative Engine Optimization (GEO) ist. Generative KI-Systeme greifen auf unterschiedlichste Datenquellen zurück und gewichten Inhalte nach Relevanz und Struktur. Wer als professionelle Bildquelle genannt werden will, muss sowohl technisch als auch inhaltlich klar positioniert sein. Dabei gilt: GEO ersetzt SEO nicht, sondern baut konsequent darauf auf. Eine saubere technische Struktur, durchdachte Metadaten, semantische Klarheit und eine Content-Architektur sind Voraussetzungen, um von KI-Systemen berücksichtigt zu werden.
Anfragen und Anmeldungen bitte an folgende E-Mail-Adresse: info@bvpa.org.
Mobile World Congress: Agentic AI, Quanten, Souveränität
Die MWC in Barcelona ist zu Ende – was bleibt sind die wichtigsten Trends für die mobile Welt. Dirk Waasen, Director für Testsiegel bei Five Monkeys Media, war auf der MWC und hat die wichtigsten Botschaften zusammengefasst.
Die MWC 2026 – was sind aus Deiner Sicht die drei wichtigsten Trends der Mobile World?
Dirk Waasen (DW): Als erstes die Evolution von AI: Agentic AI steuert als virtueller Mitarbeiter aktiv Prozesse und bindet dabei AI-Anwendungen ein. Ein Prompt lautet dann beispielsweise “Schreibe mir eine Konfiguration zur Netzwerksteuerung oder behebe Bugs”. Im Bereich der Programmierung erwarte ich exponentielle Entwicklungsstufen. Zweiter Gamechanger wird Quantencomputing sein. Ein eindrucksvolles Beispiel war bei Telefonica der Case Krebsforschung, bei der ein Quantencomputer unzählige Kombinationen von Zellen und Molekülen berechnet, um das bestmögliche Medikament für den Patienten zu finden. Kurz: Forschungsresultate können binnen Tagen entstehen, wo früher Monate und Jahre nötig waren. Ein dritter Trend ist die Rückbesinnung auf digitale Souveränität. Hier rücken sichtbar japanische Firmen in den Fokus, weil sie als die Schweiz Asiens gelten. Auch hier erwarte ich massive Verschiebungen in den Märkten.
Wie geht es speziell der Smartphone-Industrie? Wie ist die Stimmung?
DW: Das Smartphone bleibt das Zentrum der Kommunikation, entwickelt sich aber aufgrund der Ausgereiftheit in kleineren Schritten weiter als in der Vergangenheit. Erkennbar ist, dass viele Hersteller mit Robic-Showcases für Aufmerksamkeit sorgten. Von Stagnation ist nichts zu sehen, zumal auch hier AI weiter implementiert wird.
Welche Innovationen sind aus Deiner Sicht für die kommenden Monate die wichtigsten?
DW: Die nächsten Monate werden schon deshalb spannend, weil die hier meist als Prototypen vorgestellten Modelle in den Handel kommen und förmlich nach den Tests im Connect Testlabor schreiben. Wir sind gespannt.
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