Am 7. und 8. März 2026 findet die fünfte Ausgabe des Leipzig Photobook Festival statt. Die Veranstaltung widmet sich dem Leitthema „Power / Fragility“. Im Mittelpunkt stehen Ausstellungen, Diskussionen und Präsentationen rund um das Medium Fotobuch.
Das Leipzig Photobook Festival öffnet in der HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst in der Leipziger Baumwollspinnerei seine Türen. Die fünfte Ausgabe der Veranstaltung steht unter dem Thema „Power / Fragility“. Das Festival soll untersuchen, wie Machtstrukturen und Verletzlichkeit in fotografischen Arbeiten und insbesondere im Medium Fotobuch sichtbar werden.
Unter „Power“ verstehen die Kuratoren unterschiedliche Formen von Einfluss und Energie – etwa politische Macht, ökonomische Dynamiken oder soziale Kräfte innerhalb von Gemeinschaften. Macht könne sich sowohl physisch in Körpern, Architektur oder Naturereignissen zeigen als auch weniger sichtbar in gesellschaftlichen Strukturen, Symbolen oder Blickregimen.
Der zweite Begriff des Festivalthemas, „Fragility“, wird laut Veranstaltern nicht ausschließlich als Schwäche interpretiert. Vielmehr soll Fragilität auch als Ausgangspunkt für Veränderung betrachtet werden. Bezug genommen wird dabei unter anderem auf das Konzept der „Antifragilität“, das der Autor Nassim Nicholas Taleb geprägt hat. Instabilität und Störungen könnten demnach Prozesse anstoßen, aus denen neue Perspektiven entstehen.
Programm mit Diskussionen, Ausstellungen und Workshops
Das Festival wird von Calin Kruse geleitet, der auch für die künstlerische Konzeption verantwortlich zeichnet. Jenny Starick übernimmt die künstlerische Co-Konzeption. Geplant sind unter anderem Podiumsdiskussionen, Präsentationen, Gespräche, Filmvorführungen sowie Workshops und Portfolio-Reviews. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Fotobuch- und Fotoausstellungen.
Zu den zentralen Programmpunkten zählt eine Ausstellung der schwedischen Fotografin Lina Scheynius. Ihre Arbeiten beschäftigen sich häufig mit Intimität, Körperlichkeit und Nähe. Gleichzeitig thematisiert die Präsentation die Rolle digitaler Plattformen und deren Einfluss auf künstlerische Sichtbarkeit. Scheynius’ Arbeiten würden auf Plattformen wie Instagram immer wieder eingeschränkt oder zensiert, was Fragen nach Kontrolle und künstlerischer Autonomie aufwerfe.
Ein weiteres Ausstellungsprojekt zeigt Arbeiten des indischen Fotografen Arko Datto. Zwischen 2017 und 2020 dokumentierte er die Auswirkungen des Klimawandels in den Sundarbans, einem Delta-Gebiet in Indien. Dort leben Millionen Menschen, die besonders stark von steigenden Wasserständen und dem Rückgang der Mangrovenwälder betroffen sind. Datto nutzt nächtliche Blitzlichtfotografie, die eine ungewöhnliche und teils surreale Bildwirkung erzeugen soll.
Beide Ausstellungen sind vom 7. März bis zum 2. April 2026 zu sehen und werden von einer begleitenden Publikation ergänzt. Parallel zeigt das Festival zudem die Fotobuchausstellungen „Aperture PhotoBook Awards“ sowie „Fragile Volumes – Das Fotobuch jenseits des Papiers“.
Ein Programmhöhepunkt ist die Podiumsdiskussion „Framing the Fragility of Peace“, die am 8. März 2026 um 14 Uhr stattfindet. Teilnehmen sollen unter anderem der Fotograf Antoine d’Agata, der Fotograf Emin Özmen sowie Asle Olsen, Direktor des Nobel Peace Center. Die Moderation übernimmt Andrea Holzherr von Magnum Photos.
Bild: Calin Kruse
Pressemitteilung Leipzig Photobook Festival:
5. Leipzig Photobook Festival – “Power / Fragility”
Laufzeit: 7. – 8. März 2026 | Öffnungszeiten: jeweils 10 – 19.00 Uhr
Ort: HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst in der Leipziger Baumwollspinnerei, Spinnereistraße 7, 04179 Leipzig
Am 7. März 2025 eröffnet die fünfte Ausgabe des Leipzig Photobook Festival. Die diesjährige Ausgabe widmet
sich dem Thema „Power / Fragility“.
”Power” als politische Kraft, die Gesellschaften prägt, als ökonomische Dynamik, die Ungleichheiten vertieft, und
als soziale Energie, die Gemeinschaften trägt. Macht kann physisch sein – sichtbar in Körpern, Architektur oder
Naturgewalten – ebenso wie subtil und unsichtbar in Strukturen, Symbolen und Blicken. Sie zeigt sich in
Widerstand und Emanzipation, in Technologiekontrolle oder in der Selbstermächtigung des Individuums. Dabei
wird auch deutlich, wie toxisch Macht wirken kann, wenn sie zur Unterdrückung oder Manipulation missbraucht
wird.
„Fragility“ erscheint dabei nicht bloß als Schwäche, sondern auch als Ausgangspunkt für Transformation.
Aufbauend auf dem Konzept der Antifragilität (Nassim Nicholas Taleb) begreifen wir Instabilität und Störung als
produktive Kräfte: Was zerbricht, eröffnet neue Perspektiven; was ins Wanken gerät, kann zu unerwarteter
Erneuerung führen. Zwischen fragil, robust und antifragil entfaltet sich ein Spannungsfeld, in dem das
Fotografische selbst auf dem Prüfstand steht.
Unter der Leitung und künstlerischen Konzeption von Calin Kruse und künstlerischer Co-Konzeption von Jenny
Starick finden im Rahmen des Festivals zahlreiche Podiumsdiskussionen, Präsentationen, Gespräche, Fotobuchund
Fotoausstellungen, Filmvorführungen, Portfolio-Reviews, Projektionen, Workshops etc. statt.
Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier: https://dienacht.eu/leipzig-photobook-festival
Drei Highlights im Rahmen des diesjährigen Festivals:
Die schwedische Fotografin Lina Scheynius hat mit ihrem unverwechselbaren Blick auf Intimität, Körper und Nähe hat
eine Bildsprache geprägt, die weit über die Kunstszene hinauswirkt und ihr eine große Anhängerschaft eingebracht hat.
Trotz dieser internationalen Berühmtheit wird sie regelmäßig von Instagram zensiert oder heimlich blockiert – ein
Vorgang, der nicht nur ihre Reichweite beschneidet, sondern auch die Machtverhältnisse digitaler Plattformen
offenlegt. Im Rahmen der Fotoausstellung beschäftigen wir uns mit der Macht eines Unternehmens vs. Linas
Selbstermächtigung als Künstlerin: Ihre Arbeit zeigt, wie sich künstlerische Freiheit behauptet, selbst wenn sie an den
Grenzen der Strukturen reibt.
Der indischer Fotograf Arko Datto dokumentierte zwischen 2017 und 2020 die schwindenden Mangrovenwälder und
steigenden Wasserspiegel der Sundarbans in Indien, wo 300 Millionen Bewohner des Deltas den täglichen Alptraum
des Klimawandels erleben – Menschen, die am wenigsten dafür verantwortlich sind, aber seine Auswirkungen am
stärksten spüren. Mit harten Blitzlichtaufnahmen bei Nacht erzeugt Datto eine surreale, beunruhigende Atmosphäre,
die das Festivalthema perfekt verkörpert: die fragile Existenz von Gemeinschaften, deren Macht angesichts der
Klimakrise schwindet, während sie gleichzeitig ihren Kampf um Überleben und Würde dokumentiert.
Beide Ausstellungen sind vom 7. März bis 2. April 2026 zu sehen und werden durch eine Ausstellungspublikation
begleitet. Parallel zu diesen Shows sind die Fotobuchausstellungen “Aperture PhotoBook Awards” und “Fragile Volumes
– Das Fotobuch jenseits des Papiers” zu sehen.
8. März 2026, 14.00 Uhr: Paneldiskussion “Framing the Fragility of Peace”
Mit: Antoine d’Agata (Fotograf), Emin Özmen (Fotograf), Asle Olsen (Director des Nobel Peace Center)
Moderation: Andrea Holzherr (Magnum Photos)
Auf Basis der langjährigen Zusammenarbeit zwischen Magnum und dem Nobel Peace Center wird diskutiert, wie
visuelles Storytelling dazu beiträgt, globale Debatten über Menschenrechte, Gerechtigkeit und die Lebensrealitäten
von Gemeinschaften, die von Krieg und Unterdrückung betroffen sind, zu prägen. Im Besonderen wird die Rolle von
Bildern als Mittel zum Verständnis erörtert – sie offenbaren nicht nur die Brüche unserer Zeit, sondern auch die fragile
Hoffnung, die dem Streben nach Frieden zugrunde liegt.
Das Leipzig Photobook Festival ist ein internationales Festival, dass das Potenzial des Mediums Fotobuch im
zeitgenössischen Kontext stellt und zelebriert. Wir möchten dabei unterhalten, anregen und den Blick auf
Fotobücher verändern.
Leitung und künstlerische Konzeption: Calin Kruse | Künstlerische Co-Konzeption: Jenny Starick
Das Festival wird von dienacht e.V. veranstaltet, in Kooperation mit HALLE 14 – Zentrum für zeitgenössische Kunst.
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