Schon bei der ersten mini Liplay waren wir begeistert – und mit der mini LiPlay+ gibt es jetzt eine aktuelle Variante der umfangreichsten Sofortbildkamera von Fujifilm instax

Mit der mini LiPlay+ erhält man eine hybride Sofortbildkamera – heißt: Auslösen heißt hier nicht gleich Drucken, sondern das Bild wandert dann in den internen Speicher. Dort (oder über die App) lassen sich die Bilder dann noch mit Rahmen oder Ton (via QR-Code) versehen und anschließend drucken.

Ansprechender Look

Die mini LiPlay+ ist optisch etwas kastiger geworden im Vergleich zur Vorgängerin. Das passt aber gut zum Retro-Charme. Und für den Start ist sie in den Farben „Midnight Blue“ (ein Schwarzblau) und „Sand Beige“ erhältlich. Letztere Variante hatten wir zum Test in der Redaktion.

Mit 265 Gramm (10 Gramm schwerer als die Vorgängerin) bleibt die LiPlay+ immer noch angenehm leicht. Sie bleibt auch in der neuen Version ein Plastik-Bomber, aber optisch wie griffig ansprechend ist der Look der Leder-like Oberfläche links und dem Waffelmuster rechts.

 

Fujifilm instax mini LiPlay+

Die Fujifilm instax mini LiPlay+ gibt es in Schwarzblau und Beige.

Die instax mini LiPlay+ ist das erste instax-Modell mit zwei Objektiven. Eine Hauptlinse und eine Selfie-Linse an der Rückseite neben dem Öffner für die Filmeinlage. Diese ist etwas weitwinkliger, was bei Selfies praktisch ist. Dafür gibt es keinen Selfie-Spiegel mehr an der Vorderseite. Auch die Ton-Taste ist von der Vorderseite verschwunden – und sitzt jetzt auf der Rückseite der Kamera.

Aufgeladen wird die Kamera per USB-Typ-C-Anschluss – das Licht an der Vorderseite zeigt an, wenn sie lädt. Ist das Licht aus, ist sie fertig geladen. Das kann zwischen zwei und drei Stunden dauern laut Hersteller – mit dem Hinweis „variiert je nach Lufttemperatur“. Der USB-C-Anschluss ist jetzt nicht mehr offen, sondern unter einer Schutzklappe neben dem SD-Kartenslot versteckt. Sehr praktisch, da der Anschluss so besser vor Schmutz geschützt ist (vor allem, wenn man sie nur in einer vollen Handtasche mit sich herumträgt).

Bei den Bildern selbst empfehlen wir den Blitz eher auszuschalten, da er – wie bei allen instax Sofortbildkameras – eher dazu tendiert, das gesamte Bild überzubelichten. In dunklen Party-Umgebungen sorgt er aber für ausreichend Licht. Und zumeist kommen die Sofortbildkameras auch dort zum Einsatz.

Mehr Möglichkeiten in der App

Die LiPlay-App ist jetzt auch mit der LiPlay+ kompatibel – darüber gibt es noch mehr Rahmenoptionen und es lassen sich auch Bilder vom Smartphone an die LiPlay+ zum Druck übertragen.

Die App selbst funktionierte bei uns intuitiv und problemlos – Kamera gekoppelt und Bilder aus der LiPlay+ oder dem Smartphone konnten mit Rahmen, Stickern, Texten oder Filtern versehen, bearbeitet (Helligkeit, Kontrast, Sättigung) und gedruckt werden. Das hat sowohl mit Bildern von der Instax selber als auch mit Smartphone-Bildern problemlos funktioniert. Schön ist hier übrigens auch der Startbildschirm, bei dem die letzten Bilder als Hintergrund dienen und sich wechseln/bewegen.

Kameratechnik

An der Kameratechnik selbst hat sich nicht viel verändert bzw liest es sich wie das Vorgängermodell: 1/5-Zoll-CMOS mit Primärfarbfilter, Aufnahmebereich: 10 cm – unendlich, Objektiv mit Brennweite: f = 28 mm (35-mm-Film-Äquivalent) und Blende: f/2, Anzahl der aufgezeichneten Pixel: 2560 × 1920, Aufnahmereichweite mit Blitz (Blitzreichweite): ca. 0,5 – 1,5 m,
Fujifilm instax mini LiPlay+

Fujifilm instax mini LiPlay+: Der USB-Anschluss ist unter einer Schutzkappe versteckt.

Die neue Selfie-Kamera auf der Rückseite kommt mit Brennweite: f = 23 mm (35-mm-Film-Äquivalent) und Blende f/2,2 (also etwas weitwinkliger und etwas lichtschwächer als die normale Kamera), einem Aufnahmebereich: 41 cm – unendlich und ohne Blitz-Funktion.

Der LCD-Bildschirm ist mit 3,0-Zoll-TFT-Farb-LCD-Monitor größer geworden – und löst mit ca. 920.000 Bildpunkten 4 mal so hoch auf (vorher 230.000 Punkte).

Gleich bleibt auch die Akkuleistung von 100 Drucken bei voll aufgeladenem Akku.

Sofortbilder drucken – ein Hauch Kindheit

Gedruckt wird auf instax mini Film – dem klassischen „kleinen“ Filmformat von Fujifilm Instax. Druckzeit liegt bei etwa 13 Sekunden und die Druckauflösung bei 12,5 Punkte/mm (318 dpi, 80 μm Punktabstand). Gedruckt werden können Bilder im JPEG-, PNG- und HEIF-Format. Die Druckzeit selbst klingt lang, ist aber in der Praxis absolut okay. Schließlich geht es hier auch um das „Analoggefühl“, mit dem sich die Sofortbildkameras (übrigens sehr erfolgreich) vermarkten. Und auch wir haben uns erwischt, wie wir den Film wedeln oder das Bild beobachten, wie es sich langsam entfaltet. Ein Hauch Kindheit – für die letzte und die jetzige Generation.

Fujifilm instax mini LiPlay+

Die Bilder der Fujifilm instax mini LiPlay+ werden auf instax mini Film gedruckt.

 

Die Filme gibt es für rund 19 Euro für 20 Bilder in Weiß, sowie in verschiedenen farbigen Rahmenoptionen wie „Soft Lavender“, „Stone Grey“ oder „Sky Blue“ für rund 10 Euro für 10 Bilder.

Einen negativen Punkt zu den Filmen wollen wir aber auch noch ansprechen: Der Plastikmüll. Die Verpackung und auch die Kartuschen der Filme hinterlassen eine ganze Menge davon.

Fujifilm instax mini LiPlay+

In der LiPlay-App werden die letzten Bilder auf dem Startbildschirm gezeigt.

Fujifilm instax mini LiPlay+

Vor dem Ausdrucken kann man die Bilder in der LiPlay-App mit Filtern oder Rahmen versehen.

In der 12-seitigen Bedienungsanleitung (nur die deutschsprachigen Seiten gezählt), wird übrigens auch in einfachen Schritt-für-Schritt-Bildern erklärt, wie sich der interne Akku wechseln lässt. Wir finden gut, dass der Hersteller hier dem Endnutzer entgegenkommt und Informationen zur Reparatur beilegt.

Leider geht auch der Preis nach oben – statt rund 170 Euro für die Vorgängerin muss man jetzt rund 220 Euro für die Fujifilm instax mini LiPlay+ hinlegen.

Unser Fazit: Fujifilm instax mini LiPlay+

Unser Praxiseindruck: Die mini LiPlay+ macht Spaß – so wie uns schon die Vorgängerin Freude bereitet hat. Das liegt an den vielen Möglichkeiten der Bildgestaltung in der App – und auch daran, dass es eben keine klassische Sofortbildkamera ist, wo so viel Ausschussmaterial entsteht (und direkt gedruckt wird), sondern eine hybride Lösung, bei der man selbst entscheiden kann, ob man das Bild im Anschluss drucken will – oder es vielleicht lieber noch einmal versucht.