Mit der Ausstellung Crossing Lines widmet sich f³ – freiraum für fotografie vom 7. März bis 17. Mai 2026 erstmals in Deutschland umfassend dem fotografischen Werk von Edith Tudor-Hart. Die Retrospektive beleuchtet das Leben und Schaffen einer Fotografin, deren Bilder soziale Realitäten sichtbar machten – und deren Biografie untrennbar mit politischen Umbrüchen des 20. Jahrhunderts verbunden ist.
Tudor-Hart, 1908 in Wien geboren und später im britischen Exil lebend, dokumentierte zwischen 1930 und 1955 Themen wie Armut, Arbeiteralltag, Migration, Frauenrechte und antifaschistischen Widerstand. Ihr Stil – sachlich, nah, ungeschönt – wurde am Bauhaus in Dessau geprägt. Ihre Aufnahmen erschienen in der Arbeiter-Illustrierten-Zeitung, im Kuckuck und in der Picture Post. Erst posthum wurde ihre Arbeit wiederentdeckt und gewürdigt.
Ausstellung, Ort und Begleitprogramm
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Ort: f³ – freiraum für fotografie, Prinzessinnenstraße 30, 10969 Berlin
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Laufzeit: 7. März bis 17. Mai 2026
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Öffnungszeiten: Di–So, 13–19 Uhr
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Eintritt: 7 € / ermäßigt 5 €
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Eröffnung: Fr., 6. März 2026, 19 Uhr (Eintritt frei)
Begleitveranstaltungen:
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Foto-Führung & Drinks: 18. März, 19 Uhr
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Foto-Führungen: 5. April & 3. Mai, jeweils 11 Uhr
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Foto-Talk mit Kurt Kaindl (Fotohof Salzburg): 22. April, 19 Uhr
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Filmabend „Auf Ediths Spuren“ (Doku, 91 Min.): 13. Mai, 19 Uhr
Fotografien zwischen Gesellschaftskritik und Geheimdienstlegende
Neben ihrer fotografischen Arbeit ist Tudor-Harts mutmaßliche Tätigkeit für sowjetische Geheimdienste Teil ihrer komplexen Biografie. Ihre Rolle bei der Rekrutierung der „Cambridge Five“ gilt als historisch belegt. Der politische Druck führte in den 1950er-Jahren zum Abbruch ihrer fotografischen Karriere.
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Fotohof Salzburg, der ihren fotografischen Nachlass verwaltet. Weitere Informationen: www.fhochdrei.org




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