Mit der OM System OM-5 Mark II setzt OM Digital Solutions weniger auf ein großes Upgrade als auf eine gezielte Modellpflege der bekannten OM-5. Das Grundkonzept der kompakten, robusten Outdoor-DSLM bleibt erhalten, wurde aber an einigen Stellen sinnvoll verfeinert. Welche Verbesserungen im fotografischen Alltag tatsächlich einen Mehrwert bringen, haben wir im Test sowohl im Labor als auch bei einem ausgiebigen Praxiseinsatz rund um Garmisch-Partenkirchen überprüft.

OM System OM-5 Mark II

  • Sensor: 20,2, Four Thirds, MOS
  • ISO-Bereich: 64 – 25.600
  • Kürzeste Verschlusszeit: 1/32.000 s
  • Bildstabilisierung: ja, 7,5 EV
  • Video: C4K/24p, 4K/30p
  • Display: 3,0 Zoll, 1.037.000 Bildpunkte
  • Sucher: ja, elektronisch
  • Speichermedien: 1x SDHC/SDXC (UHS-II)
  • Gewicht: 418 g
  • Preis: ca. 1.245 Euro
  • https://explore.omsystem.com

Die OM System OM-5 Mark II löst die OM-5 ab – wenn auch ohne große Revolution, so doch mit einigen praxisnahen Verbesserungen. Optisch bleibt vieles beim Alten, und auch das Innenleben orientiert sich stark am Vorgängermodell. Dennoch gibt es einige interessante Neuerungen in Bezug auf die Bedienung und das Menükonzept.

Wie gewohnt ist das Gehäuse der OM-5 Mark II sehr kompakt und leicht. Mit Abmessungen von 123 x 50 x 85 Millimetern und einem Gewicht von 418 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte passt die Kamera problemlos ins Reisegepäck. Dank zahlreicher Dichtungen ist das neue Modell gemäß der Schutzklasse IP53 weiterhin gegen Staub und Spritzwasser geschützt und richtet sich damit vor allem an Outdoorfotografen, die gerne bei jedem Wetter unterwegs sind. Dass man sich auf die Robustheit der Kamera verlassen kann, zeigte auch unser Praxistest in den Bergen bei Garmisch-Partenkirchen. 

In Verbindung mit dem ebenfalls wettergeschützten M.Zuiko Digital ED 8–25 mm f/4,0 Pro konnten wir in der Partnachklamm bei sehr feuchter Umgebungsluft und zahlreichen Wassertropfen, die auf der Kamera und dem Objektiv landeten, zuverlässig weiter fotografieren.

OM System OM-5 Mark II im Test Praxisfoto 01

Aufgenommen mit der OM System OM-5 Mark II und dem M.Zuiko Digital ED 8–25 mm f/4,0 Pro bei 16 mm (KB), ISO 200, f/5,6 und 1/1.250 Sekunde. Bild: Thomas Probst

Laden per Powerbank

Bei unseren ausgiebigen Tagestouren im Praxistest ist uns aufgefallen, dass die Akkulaufzeit recht kurz war. Umso gespannter waren wir auf die Ergebnisse aus dem CHIP-Testlabor. In der OM-5 Mark II setzt der Hersteller OMDS nach wie vor auf den Akku des Typs BLS-50, den wir bereits aus dem Vorgängermodell OM-5 kennen. Laut der Labor-Messungen ist es tatsächlich gelungen, die Akkulaufzeit von maximal 460 Aufnahmen bei der OM-5 auf nun maximal rund 510 Bilder pro Akkuladung zu verlängern. Im Praxistest hielt der Akku dennoch nur rund einen halben Tag. Das liegt natürlich auch daran, dass wir uns zwischendurch immer wieder die gemachten Bilder am Display angesehen haben. An dieser Stelle haben wir uns gefreut, dass der Hersteller OM Digital Solutions (OMDS) die OM-5 Mark II mit einem USB-C-Anschluss ausgestattet hat. So war es möglich, die Kamera unterwegs schnell und einfach mithilfe einer Powerbank wieder aufzuladen.

OM System OM-5 Mark II im Test Detail 04

Die Kamera lässt sich über den USB-C-Anschluss laden. Bild: Thomas Probst

Bewährter Sensor mit IBIS

Technisch bleibt es beim bekannten 20-Megapixel-MOS-Sensor im Four-Thirds-Format, der für eine 5-Achsen-Bildstabilisierung (IBIS) beweglich gelagert ist. Dadurch ermöglicht die OM-5 Mark II scharfe Bilder mit einer um bis zu 6,5 Blendenstufen längeren Belichtungszeit aus der Hand als ohne Stabilisierung. Mit Sync-IS-fähigen Objektiven wie dem 12–100 mm f/4,0 IS Pro sind laut Hersteller sogar 7,5 Blendenstufen möglich. In unserem Praxistest haben wir mit dem genannten 12–100-mm-Objektiv im Tele bei 200 mm äquivalent zum Kleinbildformat noch scharfe Bilder aus der Hand mit einer Belichtungszeit von 1/6 Sekunde erreicht. Das entspricht rund fünf Blendenstufen. Der IBIS erweitert den Aufnahmespielraum bei schwachem Umgebungslicht und erlaubt es, die ISO-Empfindlichkeit länger niedrig zu halten, was angesichts des kleineren Sensors sinnvoll ist.

OM System OM-5 Mark II im Test Praxisfoto 02

Aufgenommen mit einer 1/160 Sekunde ohne LiveND-Filter. Bild: Thomas Probst

OM System OM-5 Mark II im Test Praxisfoto 03

Aufgenommen mit einer 1/8 Sekunde bei aktiviertem LiveND-Filter. Bild: Thomas Probst

Computational Photography

Ein echter Praxisvorteil ist die Integration der „Computational Photography“-Funktionen über eine neue CP-Taste, die die Belichtungskorrektur-Taste der OM-5 ersetzt. Die Taste gewährt direkten Zugriff auf Features wie Focus Stacking, bei dem mehrere Fotos mit jeweils verlagerter Schärfeebene zu einer Aufnahme mit großer Schärfentiefe zusammengesetzt werden, Live ND für Langzeitbelichtungseffekte direkt in der Kamera ohne zusätzlichen ND-Filter sowie hochauflösende Aufnahmen mit bis zu 80 Megapixeln. Alle diese Funktionen lassen sich durch Drücken der CP-Taste und gleichzeitiges Drehen eines Einstellrads direkt auswählen. Im Praxistest haben wir mit Live ND das Wasser in der Partnachklamm beispielsweise mit einer Belichtungszeit von 1/8 Sekunde bei niedriger ISO aus der Hand belichtet. So erschien es fließend, ohne dass das Bild durch die lange Belichtung überbelichtet wurde. Mit der CP-Taste lassen sich die kreative Optionen nun schneller anwenden.

OM System OM-5 Mark II im Test Detail 01

Über die neue CP-Taste können Fotografen schnell auf kreative Aufnahmefunktionen wie hochauflösende Aufnahmen, Focus Stacking und Live-ND-Filter zugreifen. Bild: Thomas Probst

Viele Parallelen zur OM-5

An anderer Stelle bleibt hingegen vieles beim Alten. So löst der elektronische Sucher weiterhin mit 2,36 Millionen Bildpunkten auf. Auch das dreh- und schwenkbare 3-Zoll-Touchdisplay mit 1,04 Millionen Bildpunkten ist identisch zur Vorgängerin. Die OM-5 Mark II nimmt Videos in 4K/30p und C4K/24p-Auflösung auf, wahlweise auch im Hochformat – ideal für Social Media. Nach wie vor verbaut OMDS allerdings nur einen SD-Kartenschacht. Das nimmt Fotoenthusiasten leider die Möglichkeit, beim Fotografieren gleich ein Back-up auf einer zweiten Karte zu speichern.

OM System OM-5 Mark II im Test Detail 02

Das 3,0-Zoll-Display lässt sich flexibel zur Seite schwenken und nach vorne und hinten kippen, bietet aber lediglich eine Standardauflösung mit 1,04 Millionen Bildpunkten. Bild: Thomas Probst

OM System OM-5 Mark II im Test Detail 03

Die OM System OM-5 Mark II ist mit einem Speicherkartenschacht für SD-Karten (UHS-II) ausgestattet. Bild: Thomas Probst

Menü-Features, die wir gut finden

OM-5 Mark II Menü 06

50 bis 80 Megapixel: Im Menü der Kamera kann zwischen einer hochaufgelösten Aufnahme aus der Hand (Bild) oder vom Stativ gewählt werden. Menüfoto: Thomas Probst

OM-5 Mark II Menü 04

Video-Optionen: Die OM-5 Mark II filmt 4K-Videos mit 30p und C4K-Aufnahmen mit 24p. Zeitlupen sind mit 120 Bildern pro Sekunde in Full HD möglich. Menüfoto: Thomas Probst

OM-5 Mark II Menü 05

Langzeitbelichtung am Tag: Beim Live-ND-Filter bietet die OM-5 Mark II vier ND-Filterstärken für eine Abdunklung von einer bis vier Blendenstufen an. Menüfoto: Thomas Probst

OM-5 Mark II Menü 03

Kamera konfigurieren: Viele Tasten an der OM-5 Mark II lassen sich für einen direkten Zugriff auf häufig genutzte Funktionen individuell neu belegen. Menüfoto: Thomas Probst

OM-5 Mark II Menü 02

Direktzugriff: Per Menü können Fotografen auswählen, ob beim Drücken der CP-Taste alle oder nur bestimmte CP-Funktionen angezeigt werden. Menüfoto: Thomas Probst

OM-5 Mark II Menü 01

Laden und Livestreams: Der USB-C-Anschluss macht es möglich, die Kamera mit einem Rechner zu verbinden, als Webcam zu nutzen oder den Akku zu laden. Menüfoto: Thomas Probst

Aus dem Testlabor

Wie das Vorgängermodell OM-5 arbeitet auch die OM-5 Mark II mit einem 20-Megapixel-Sensor im Four-Thirds-Format. Entsprechend ähnlich fallen auf den ersten Blick die Werte aus dem CHIP-Testlabor zur Bildqualität aus. Bei genauerem Hinsehen zeigt die neue Generation jedoch kleine Fortschritte. So liegt die Kantenschärfe bei ISO min. mit 2.101 Linienpaaren pro Bildhöhe leicht über dem Niveau der OM-5 (2.063 Lp/Bh). Auch bei der Detailtreue punktet die OM-5 Mark II mit etwas besseren Werten. Allerdings zeigen sich bereits ab ISO 800 zunehmend weichere Details. Auffällig ist zudem, dass die Detailtreue mit steigender ISO-Empfindlichkeit schwankt. Das deutet darauf hin, dass der interne Rauschfilter deutlich eingreift, um sichtbares Bildrauschen zu vermeiden. So überschreitet die OM-5 Mark II erst bei ISO 6.400 die Grenze von VN1 = 2 für sichtbares Rauschen am Monitor. Dafür sind Details allerdings sehr weich.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der OM System OM-5 Mark II bei ISO min. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO min.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der OM System OM-5 Mark II bei ISO 1.600. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO 1.600.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der OM System OM-5 Mark II bei ISO 6.400. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO 6.400.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der OM System OM-5 Mark II bei ISO 800. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO 800.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der OM System OM-5 Mark II bei ISO 3.200. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO 3.200.

Testlabor-Foto, aufgenommen mit der OM System OM-5 Mark II bei ISO 25.600. Bild: CHIP Testlabor

Aufgenommen mit ISO 25.600.

Unser Fazit: OM System OM-5 Mark II im Test

Die OM-5 Mark II zeigt sich als durchdachtes Update mit praxisnahen Verbesserungen wie USB-C-Ladefunktion, überarbeiteter Menüführung und direktem Zugriff auf „Computational“-Features. Die Bildqualität bleibt auf dem Niveau der Vorgängerin. Mit ihrem kompakten, leichten und robusten Gehäuse ist die OM-5 Mark II eine gute Wahl für Outdoorfotografen. Wer jedoch bereits eine OM-5 besitzt, muss nicht zwingend umsteigen.

Was uns gefällt …

  • Abgedichtet
  • CP-Taste
  • Schwenkbares Display
  • Laden per Powerbank

… und was nicht so gut ist

  • Durchschnittliche Display- und Sucherauflösung

  • Recht weiche Details ab ISO 800

Technische Daten: OM System OM-5 Mark II

Maximale Auflösung5.184 x 3.888 Pixel
Effektive Pixel20,4 Millionen
Sensor (Typ / Größe)MOS / 17,3 x 13,0 mm
Bajonett / Crop-FaktorMicro Four Thirds / 2-fach
Bildstabilisator / Kompensation● / 7,5 EV
Sucher (Art)elektronisch
Bildfeld-Abdeckung / Vergrößerung (auf KB)100 Prozent /
0,69-fach
Display (Größe / Auflösung)3,0 Zoll / 1.037.000 Subpixel
Touchscreen / beweglich● / ●
Verschlusszeiten / Bulb1/8.000–60 s (mechanisch), 1/32.000–60 s (elektronisch) / ●
Kürzeste Blitzsynchronisation1/250s / 1/8.000s (Super FP-Modus)
ISO-Bereich (ohne / mit Erweiterung)200–25.600 / 64–25.600
BildformateJPEG, RAW, RAW+JPEG
Serienbildgeschwindigkeit
(max. / mit AF-C / mit AF-S)
30 / 10 / 30
Bilder pro Sekunde
Maximale Video-Auflösung / Zeitlupen2.160 (24p) / 1.080 (120 fps)
Video: manuelle Blende / ISO /
Fokuspunkt wählbar / AF-C
● / ● /
● / ●
Video: RAW / flaches Bildprofil /
Bildstabilisierung
━ / OM-Log 400, HLG, OM-Cinema1, OM-Cinema2 /
am Sensor
Blitzschuh / Blitzsynchron-Anschluss● / ━
WLAN / Bluetooth / GPS● (b/g/n) / ● / ━
Speichermedium (Schacht 1 / 2)SDXC (UHS II) / ━
USB / HDMI-Ausgang2.0 / micro-HDMI
Mikrofon- / Kopfhörerklinke● / ━
Akkutyp / EnergieBLS-50 / 8,7 Wh
Gehäuse abgedichtet
Abmessungen (B x H x T)125 x 85 x 50 mm
Gewicht Body418 g